Männerrechte //2479

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich mich auch für die Rechte von Männern einsetze.
Hin und wieder fragt mich jemand, was es damit auf sich hat. Im Folgenden werde ich versuchen, einige Antworten zu geben. (In ein paar Tagen werde ich den Eintrag voraussichtlich auf meinem #auschfrei-Blog rebloggen.)

Männerrechtler, Maskulisten oder MRAs sind zwar keine exakten Synonyme, es gibt aber auch keine trennscharfen Abgrenzungen. Meines Wissens existiert keine allgemein anerkannte Definition. Unbestritten ist lediglich, dass die Bezeichnung „Maskulinisten“ (mit zusätzlichem „ni“) ein femiministischer Kampfbegriff ist. Um die Verwirrung noch zu verstärken, gibt es weitere Begriffe, die in ähnliche Richtung gehen, wie Männer[rechts]bewegung, Manosphere oder Feminismuskritik. [Hinweis: für derartige Themen liefert die (deutsche) Wikipedia keine neutrale, unabhängige Information, sondern ist in hohem Maße voreingenommen und tendenziös, und verbreitet durch Nutpicking unzutreffende, ja sogar diffamierende Behauptungen.]

Eine große Gruppe sind die Väterrechtler: Trennungsväter, entsorgte Väter, Kuckucksväter.
Andere setzen sich für die Rechte von Jungen ein: Jungen, die in einem zunehmend verweiblichten Bildungssystem schulisch abgehängt werden, denen nur aufgrund ihres Geschlechts Möglichkeiten (wie die Teilnahme am Girls‘ Day) vorenthalten werden, oder deren Genitalien irreversibel beschnitten werden.
Oder sie sprechen das Problem an, dass Männer Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt werden, aber dennoch als Täter wahrgenommen werden, und durch Falschbeschuldigungen ihrer Freiheit, sozialer oder wirtschaftlicher Existenz beraubt werden.
Männer haben eine kürzere Lebenserwartung, stellen den Großteil der Obdachlosen und vollendeten Selbstmorde.
Weitere Themen wären die berufliche Diskriminierung von Männern, oder die immer stärker eingeschränkten Möglichkeiten, Kontakte mit Frauen aufzunehmen.

Die obige Aufzählung verzichtet auf Einzelheiten und ist bei weitem nicht vollständig.
Aber es sind alles verständliche Anliegen, die es überhaupt nicht rechtfertigen, wie negativ Männerrechtler in Politik und Medien dargestellt werden, um sie mundtot zu machen, sofern sie nicht überhaupt ignoriert und totgeschwiegen werden.

Viele Feministinnen behaupten, dass sich Feminismus auch für Belange von Männern einsetzen würde. Wenn man dann mal konkret nachfragt, kommen Aussagen wie, dass Männer „sich schminken“, „Kleider oder Röcke anziehen“, oder „Gefühle zeigen“ dürfen sollen. Mal davon abgesehen, dass ihnen das ja niemand verbietet, läuft es darauf hinaus, dass Männer sich wie Frauen verhalten sollen. Offenbar projizieren diese Feministinnen nur völlig empathielos, und schließen von sich selbst nicht nur auf andere Frauen, sondern auch auf Männer.
Haben diese Feministinnen jemals Männer gefragt, ob diese das überhaupt wollen? Es mag einzelne Männer geben, aber das Gros bestimmt nicht. Diese haben üblicherweise ganz andere Bedürfnisse und Wünsche, als etwa über ihre „Gefühle zu sprechen“. Selbst wenn es sie vielleicht noch so verletzt, als „toxisch“ oder „trash“ bezeichnet zu werden.
Von der Lebensrealität vieler Männer haben diese Feministinnen keine Ahnung. Sie streiten deren Benachteiligungen ab, statt anzuerkennen, dass auch Männer Menschen sind, die Ungerechtigkeiten erfahren und Leid ertragen.

Bevor ich mich in Rage schreibe, höre ich lieber auf.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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38 Antworten zu Männerrechte //2479

  1. Leser schreibt:

    Das sind alles sehr wichtige und würdige Zwecke, für die es sich einzusetzen lohnt. Und während ich niemals auf die Idee käme, mich zu schminken oder einen Rock zu tragen (außer vielleicht zu einem Kostümfest, wobei, das habe ich als Kind schon mal gemacht, brauche ich also nicht mehr, ist abgehakt – d.h. nicht freiwillig oder gerne), so kann ich auch meine Geschlechtsgenossen nicht verstehen, die nicht zu ihren Emotionen stehen können, egal ob sie sie nicht durch körperliche Reaktionen zeigen, oder nicht durch Worte beschreiben. Bzw. ich kann den tiefen Schmerz, der dahinter steckt, von Klein auf daran gehindert worden zu sein, nachvollziehen, und dass sich daraus dann zunächst eine schwer zu durchbrechende Mauer gebildet hat, die man(n) erst mal durchbrechen müsste, um näher bei sich selbst zu sein. Aber zugleich sind wir alle auf einem Weg wachsender Bewusstheit, und dazu gehört eben auch das. Viele Gefühle lassen sich zudem leichter ertragen, wenn man sich ihrer vollständig bewusst ist, anstatt sie vor anderen und sich selbst zu verdrängen.
    Aber bei allem anderen, inklusive der Schwierigkeiten in der Partnerinnensuche, gehe ich mit dem Blogeintrag konform. Ironisch finde ich, dass ich womöglich durch meine Bewusstheit über meine Gefühle von vielen Frauen (die wollen, dass Männer über ihre Gefühle reden) als ein „guter“ Partner angesehen werden könnte, nur dass dieses Potential hier dennoch „brach liegt“, wenn man es mal so ausdrücken will.
    Aber andererseits muss ich auch zugeben, dass die meisten Frauen bereits dadurch, dass sie sich schminken und/oder parfümieren, für mich maximal uninteressant sind. Von den wenigen, die ihre natürliche Schönheit zur Schau stellen (selbst wenn sie sie nicht für gegeben halten), habe ich halt noch keine getroffen, wo es einerseits „passt“, und andererseits auch der Wille dagewesen wäre. Und momentan ist es mit treffen ja eh nicht weit her, dazu kommt auch noch, dass ich in all den fast 25 Jahren kein Foto von mir im Internet zugelassen habe, und wenig Lust habe, an dieser Praxis jetzt, nach der Einführung biometrischer Gesichtserkennungs- und Identifizierungstechniken, etwas zu ändern…
    Andererseits vielleicht wirklich keine schlechte Herausforderung: Mir darüber bewusst zu werden, an welchen Stellen fehlt mir eine Partnerin wirklich, und ob es da nicht auch andere Möglichkeiten gibt? Um nicht alleine zu sein, kann man sich auch einen Hund zulegen, der gibt einem auch extrem viel Freude und sogar Liebe (habe ich schon hinter mir, der Trennungsschmerz wenn das Tier dann aufgrund kürzerer Lebensdauer seiner Spezies gehen muss, ist nicht angenehm). Zum reden hat man Freunde. Für Sex seine Hände, oder irgendwelche Spielzeuge. Hmm, was fehlt noch? Achso, ja: Hausarbeiten kann man auch selbst erledigen. Das wären dann erst mal so die ganzen Klischees – keine Ahnung, ob das jetzt eine verbittert-zynische Sicht auf die Dinge ist, oder ob da wirklich was dran ist, denn natürlich spüre ich hin und wieder den Schmerz der fehlenden „companionship“. Ich bin mir nur nicht immer sicher, wie „echt“ im Sinne von „nicht bloß aufgrund von Prägungen in der Vergangenheit“, sondern authentisch, natürlich, der ist…vielleicht ist auch das eine Aufgabe, die es für mich zu lösen gilt? Naja, wenn dem so sein sollte, befinde ich mich zumindest auf dem Weg dahin (der Debugger ist sozusagen bereits den Programmablauf am untersuchen ;-))

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    • Das sind schon mal nicht die Gefühle, die Feministinnen Männern zugestehen, sondern gerne als „male tears“ bezeichnen.
      Als Mann kannst du in diesem Spiel nicht gewinnen. Niemand gewinnt.

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      • Leser schreibt:

        This puts the W to the T to the F.
        Denen kann man(n) wohl nichts recht machen. Was für ein Kindergarten….ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr zivilisiertes Leben auf diesem Planeten überhaupt nicht vorhanden ist…

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      • Das sind genau die Gefühle, die ich als Feministin allen Menschen zugestehen möchte.

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        • Das spricht für dich.
          Nur zu oft wird Männern jedoch nicht mit Verständnis, sondern mit Spott und Verächtlichmachung begegnet, wenn sie sich in diese Weise äußern.

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          • Womit der Grundsatz des Feminismus ad absurdum geführt wird. Feminismus als „Männlichkeit ist schlecht“ zu verstehen, hilft halt nicht.

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            • Feminismus hat Männerhass gesellschaftsfähig gemacht.
              Es bleibt für mich unverständlich, warum sich trotzdem so viele Frauen mit ihm gemein machen, statt sich deutlich von Pamphleten wie das neueste von Pauline Harmange zu distanzieren.

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            • Das kenne ich nicht. Magst du es verlinken oder zusammenfassen?

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            • War eigentlich in den letzten Wochen häufig in den Medien. Etwa hier: https://www.n-tv.de/leben/Pauline-Harmange-hasst-Maenner-article22174238.html

              Aber das ist noch sehr harmlos im Vergleich zu feministischen Vordenklerinnen wie Valerie Solanas oder Andrea Dworkin (selber googlen).

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            • Valerie Solanas habe ich nie im Original gelesen. Nur in Sekundärquellen. Hat mir gereicht. Ich glaube auch, wenn wir Solanas als Grundlage für Feminismus nehmen, schließen wir sehr sehr viele Feministinnen aus. Genauso könnten wir alle Menschen, die sich selbst als konservativ sehen, in die Nazi-schublade stecken.

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            • Billy Coen schreibt:

              @ Katharina

              „Ich glaube auch, wenn wir Solanas als Grundlage für Feminismus nehmen, schließen wir sehr sehr viele Feministinnen aus. Genauso könnten wir alle Menschen, die sich selbst als konservativ sehen, in die Nazi-schublade stecken. “

              Theoretisch ja, aber praktisch muss man konstatieren, dass es nun mal keinen medial oder politisch hörbaren oder gar einflussreichen Konservativen gibt, der offen Hass gegen Ausländer propagiert. Es gibt sehr wohl aber sehr zahlreiche Frauen in Politik und Medien, die regelmäßig durch männerfeindliche Äußerungen bzw. regelrechte Tiraden auffallen.

              Es bringt nichts, sich selbst irgendwie diffus als Feministin zu bezeichnen und zu sagen, weil man selber keine Männer hasst, wäre es unfair, Feminismus allgemein mit Männerhass gleichzusetzen. Es wäre schlicht undenkbar, dass ein Buch in unserer angeblich frauenfeindlichen Gesellschaft einen Verleger findet, das schon in seinem Titel „Ich hasse Frauen“ keine Fragen über seinen Inhalt offen lässt. Und schon gar nicht würde solch ein Buch auch nur irgendwo im Feuilleton auch noch positiven Anklang finden. Das von Anne benannte Buch führte zu teils begeisterten Rezensionen und Artikeln, die, wie auch schon beim Hashtag #MenAreTrash, die Frage, ob man Männer hassen, sie als Müll bezeichnen oder über sie Tötungsphantasien haben dürfte (#KillAllMen), in einer Art behandelte, als sei es das sozial und zivilisatorisch normalste auf der Welt, derlei Dinge ergebnisoffen zu diskutieren.

              DAS ist der vorherrschende Feminismus, der medial und politisch Wirkmächtige. Und zehntausende Tweets unter genannten Hashtags (#KillAllMen, #MenAreTrash, etc. pp.) lassen es fraglich erscheinen, dass diese medial und politisch wirkmächtige Form des Feminismus irgendwie „auf der Straße“ gar keinen Anklang fände und dort die Mehrheit der Feministinnen eigentlich gar nichts damit zu tun haben wolle.

              Der Rückzug auf den üblichen „Mein-Feminismus-Feminismus“ bringt da einfach nichts. Wo du ja schon das Beispiel mit den Nazis hattest: Man würde ja wohl auch nicht auf die Idee kommen, die nationalsozialistische Ideologie daran zu bewerten, wie sie von einzelnen Bürgern gesehen und gelebt wurde, die eigentlich nur die Sozialmaßnahmen der Nazis gut fanden, aber mit deren rassistischen Ansichten und ethnischen Säuberungsplänen nichts am Hut hatten. Die Nazis müssen an dem bewertet werden, was die politisch aktiven Nazis taten und ihre willfährigen medialen Speichellecker dazu schrieben. Und genauso sieht es heutzutage mit dem Feminismus aus.

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            • Danke für den ausführlichen Beitrag! Du hast vollkommen recht, dass es problematisch ist, einen Begriff zu verwenden, der in der Öffentlichkeit auch anders interpretiert wird. Warum ich dennoch den Begriff für mich nutze, hab ich hier mal beschrieben: [@Anne: bitte löschen, falls der Link nicht erwünscht ist] https://ichgebaere.com/2020/08/31/geburt-feminismus-1/

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  2. ednong schreibt:

    Ich denke, am den Post ist ne Menge Wahres dran.

    Benachteiligungen von Männern oder gar Gewalt an Männern scheint ein absolutes Tabu – Thema zu werden, ähnlich wie es sich wohl beim Frauen – Thema entwickelt hat. Schlimm, denn so wird es vermutlich irgendwann eine Bewegung auf der Männerseite geben (missen), die das wieder richtet.

    Warum kann man Menschen nicht einfach Respekt entgegen bringen. Unabhängig von Hautfarbe oder Geschlecht?

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  3. Mika schreibt:

    Ich wäre an deiner Stelle zurückhaltend was Männerhilfe anbelangt. Männer sind nicht behindert. Der Mann hat sich zu sehr vom Feminismus einlullen lassen und zahlt jetzt den Preis dafür. Jedenfalls die Generation Hipster? Sollen die selber sehen, wie sie das auf die Reihe bekommen.
    Ich für meinen Teil habe immer auf das Gequatsche von neuen Männern gepfiffen. Und das hat mich mein Leben lang belästigt (bin so alt wie dein Gatte). Ich erinnere mich noch gut an das Jahr der Frau, 1977?, die bescheuerten Texte in der „Brigitte“ und das Aufkommen der Emma. Hat mich alles nur aufgeregt. Also hab ich gemacht, was ich wollte und meine Haltung gab mir Recht. Ich hatte viel Sex und Freiheit. Die Weicheier nicht.
    Meine Rolle spielen heute die jungen männlichen Zuwanderer. Wild, unverschämt und frei. Leider auch ohne Bildung und Verstand. Das unterscheidet uns Rebellen von damals von diesen Wilden.
    Die deutschen Jungmänner sind dagegen Waschlappen. Und das wirst du nicht ändern.
    Kammer nix mehr mache

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  4. keloph schreibt:

    es passt in die zeit, das trennende zu zelebrieren. dient es doch der sammlung von zuhörern und ggfls sogar mittätern. für mich sind männer, frauen und kinder in erster linie menschen. menschen mit unterschiedlichen eigenschaften, aufgrund geschlecht, kultur, sozialisierung und vielen anderen gegebenheiten, in denen sie wachsen. jegliche bewertung von eigenarten zwecks schubladisierung darf nur zum verständnis bestimmter sachverhalte verwendet werden, die man analysieren möchte. niemals jedoch zur ausgrenzung oder -genauso falsch- eingrenzung. niemals werden pauschalierungen dieser art dem einzelnen menschen gerecht. in diesem sinne ist das grundsätzlich ungerecht. und das hat nichts damit zu tun, ob man jung ist, mann oder frau, schwarz oder weiss…..minderheiten sind nicht minderheiten an sich, sie werden dazu gemacht, geradezu stigmatisiert, der aus politischer korrektheit erzwungene schutzansatz verkehrt sich gerade in das diskriminierende gegenteil. siehe auch frauenbewegung. danke, dass du deinen standpunkt standhaft beibehältst, und ich sehe, wie schwer das ist.

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  5. idgie13 schreibt:

    In letzter Zeit frage ich mich immer öfter, wann und wo wir als Gesellschaft falsch abgebogen sind.
    Ich bin in den 80er aufgewachsen, hab in den 90ern als eine von wenigen Frauen Maschinenbau studiert und hatte es immer gut mit meinen männlichen Kollegen. Ein blöder Spruch wurde entsprechend beantwortet, man hat gelacht miteinander, ein Bier spendiert bekommen und gut war es. Wenn man Bock auf Sex hatte, hatte man den – wenn nicht, halt nicht. Es war alles total unkompliziert. Wir hatten es immer gut miteinander. Auch im Job: erst Verwunderung – oh eine Frau – wenn man gemerkt hat, die hat was drauf: super.
    Heute: Gendersternchen (aka Deppenapostrophe im Kreis angeordnet), Minderheiten, Quoten, Hysterie allerorten… sehr mühsam.

    Ich mag Männer und lass mir da auch nichts anderes einreden. Dieser ganze Feministenkram kann mir gestohlen bleiben und ich glaube auch, dass ganz viele „normale“ Leute das ganz genauso sehen. Die sind halt nicht so laut wie die ganzen woken Deppen in den Medien.

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  6. Plietsche Jung schreibt:

    Feministinnen in Europa leben in einer Blase wie alle Ideologen. Der Weg hinein erfolgt meist mit Gruppenzwang oder Mitleid. aber weniger aus validen Gründen. Das Quotenmodell ist kompletter Unsinn, aber das dringt nicht in die Selbstreflektion. Ich erhielt gestern ein Email „We now have gender parity!“ und musste nur schmunzeln und dachte, ihr seid alle ein bißchen bluna und auf dem Holzweg.

    Auf anderen Kontinenten mag das völlig anders sein. Frauen sind oft in mittelalterlichen Rollen und mit Sicherheit nicht frei in ihren Entscheidungen und Entwicklungen.
    Kein Grund, hier zu demonstrieren und Menschen zu belästigen.

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  7. Sempersolus schreibt:

    Vorlesungen in Biologie beginnen meistens mit der Kunst der Abgrenzung. Man lernt, erst etwas verwirrt, dann erstaunt begreifend, dass Mutter Natur vor allem ein Verpackungskünstler zu sein scheint. Die Wahrscheinlichkeit chemischer Reaktionen hängt von der räumlichen Nähe der Reaktionspartner ab und diese räumliche Nähe und Reaktion ist wahrscheinlicher, wenn die Reaktionspartner sich in einem gemeinsamen Containment befinden, das geeignete Partner umschließt und ungeeignete Partner ausschließt. Evolution beginnt. Von der Entwicklung der ersten Algen über die Zellen der Prokaryoten zu den Eukaryoten ist der Weg immer auch einer der Verpackungen und Gruppierungen. Wundert es da, wenn wir Kategorisierung und Abgrenzung als zentralen Bestandteil unseres Seins begreifen? Aufgrund seiner spezifischen Merkmale kann sich jeder in unser kleines Universum einordnen: Mann / Frau der Art Mensch der Gattung Homo der Ordnung der Primaten der Klasse der Säugetiere des Stamms der Wirbeltiere, etc. .

    Mit diesem Hang zur Kategorisierung geht natürlich der unbedingte Wunsch einher, den Kategorien spezifische Eigenschaften zuzuweisen, die sie definieren. Die Gruppe der Männer und Frauen besitzt beobachtbare, jeweils typische natürliche Eigenschaften und Geschlechtsmerkmale. Aus diesen Eigenschaften haben sich im Laufe der Geschichte erst vermeintlich zwangsläufige, vor allem aber auch zufällige Verhaltensmuster der jeweiligen Gruppen entwickelt.

    Zu den Fehlern, die wir in unserem offenbar genetisch vorbestimmten Kategorisierungsdenken machen gehört, dass wir Verhaltensmuster zu den unveränderlichen Eigenschaften zählen und Eigenschaften von Gruppen mit individuellen Eigenschaften gleichsetzen und uns das nicht bewusst machen.

    Zum böswilligen Verhalten mutieren solche Fehler, wenn wir sie zur bewussten Leitlinie eines Handelns machen, das engstirniges Denken in Verhaltensmusterkategorien nicht prinzipiell überwinden, sondern nur durch neue, z. B. uns vor allem persönlich oder als Gruppe besonders nützlich erscheinende Kategorien ersetzen will. Das ist kein Fortschritt, sondern allenfalls Revanchismus.

    Böswillig ist aber auch, auf lediglich tradierten Verhaltensmusterkategorien z. B. um des eigenen Machterhalts willen beharren zu wollen. Das ist ebenfalls kein Fortschritt, sondern allenfalls reaktionär.

    Wenn wir uns gesellschaftlich entwickeln wollen, dann brauche wir mehr -ismus, aber nicht mehr Feminismus im oft so falsch verstandenen Sinn, sondern mehr Humanismus im Sinne der Überwindung von Denken in äußerlichen Kategorien. Gleiche Entlohnung bei gleichwertiger Arbeit, gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt bei gleicher Qualifikation, gleicher Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Bildung, gleiche gesellschaftliche Anerkennung unabhängig vom Geschlecht, all das einklagbar vor einer unabhängigen Justiz.

    Quoten zementieren das alte, überkommene System der Kategorisierung, sie sind ein falscher Weg.

    Der Umgang mit Vätern im Rahmen des Scheidungsrechts ist ein Skandal, der Umgang mit Frauen im Rahmen der beruflichen Entwicklung ebenso.

    Eine Familie muss von einem Gehalt gleich gut leben können, unbesehen der Tatsache, ob es ein Mann oder eine Frau verdient.

    Erziehung ist Privatsache und muss unter den Partnern gerecht ausgeglichen werden, aber nicht etwa durch eine fiktive Väter- oder Mütterrente, die durch keinerlei Erwerbsvita finanziell hinterlegt ist.

    Die vermittelte Geschlechterrolle im Rahmen der Erziehung ist ebenso Privatsache und bereitet auf das Erwerbsleben vor. Wer meint, er müsse aus seiner Tochter eine „Heirate-Mich-Barbie“ machen – bitte schön, der darf aber auch nicht erwarten, dass die Gesellschaft seine Tochter bei diesem programmierten Missbrauch später unterstützt.

    Und ganz wichtig: wer erfindet endlich Kleidung und dazu passende Waschmaschinen mit einem simplen Zahlensystem, damit sie auch ein Mann versteht 😉 ?

    Gefällt 1 Person

  8. Mia schreibt:

    Wird es auch einen Eintrag über Frauenrechte geben? So als Ausgleich? Es soll ja keine(r) weder benachteiligt noch bevor(ur)teilt werden werden.

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  9. beweis schreibt:

    „Viele Feministinnen behaupten, dass sich Feminismus auch für Belange von Männern einsetzen würde. Wenn man dann mal konkret nachfragt,“

    Sie wollen also den Männern auch das erlauben, was sie selbst machen (Schminken, Gefühle äußern). Das ist aber großherzig – und entlarvend. Männer sollen aber vor allem die Attribute der Männlichkeit ablegen, da diese inzwischen negativ konnotiert sind.

    Es zeigt doch die grenzenlose feministische Egozentrik, wenn Feministen zwar die Verhaltensweisen aller Menschen bestimmen wollen, aber keinerlei Plan haben oder entwickeln, wie Männlichkeit beschaffen sein könnte, damit sie sie tolerieren. Männlichkeit soll offenbar unter der Schminke komplett verschwinden. Das ist pure Herrschsucht.

    Das Problem an Männerrechtlern und Maskulisten und so weiter ist, dass sie den gesellschaftsspalterischen Mechanismus des Feminismus übernehmen und einen anderen spalterischen Part entgegensetzen, anstatt gegen Feminismus anzugehen. Es ist gerade noch akzeptiert, feminismuskritisch zu sein, es ist aber schon fast ein Terrorist, wer sich klar als Antifeminist bezeichnet.

    Dabei kann Geschlechterspaltung nur dann überwunden werden, Gleichberechtigung nur dann entstehen, wenn der Feminismus abgeschafft ist. Denn er dreht sich ja nur um Frauen und nicht um alle Menschen.
    Gerechtigkeit kann nicht einseitig sein, sonst ist es keine.

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  10. Pingback: Vorgezogenes Gezwitscher //2575 | breakpoint

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