Sehet, die erste Kerze brennt //2477

Die dunkelste, trübste Zeit des Jahres beginnt. Ich brauche Licht. Lasst mich mit Kerzen in Ruhe, und chemischem Licht. Ich will Sonnenschein.
Das Wochenende war ja noch etwas sonnig, so dass wir das ausnutzten.
Wir waren also hier in der Gegend spazieren. Es war ziemlich kalt, weshalb wir eine Wärmflasche in den Kinderwagen gelegt hatten. In freier Natur bleibt man wenigstens von Adventskram verschont.

Einige hundert Meter vor uns lief ein Paar mit einem großen Hund. Ich beobachtete, wie der Hund sich halb niederließ, im Begriff einen Haufen zu hinterlassen. Ich war ja gespannt, ob die Leute die Hinterlassenschaften wegräumen würden.
Tatsächlich sah ich dann aus der Entfernung den Mann mit einer roten Tüte über dem Haufen herumwerkeln. Bei der Vorstellung, wie er in die warme, weiche Masse fassen würde, wurde mir halb übel.
Schließlich gingen sie weiter. In der Wegbiegung danach verlor ich sie aus den Augen, weil Bäume die Sicht versperrten.

Als wir selbst diese Wegbiegung passiert hatten (mit Kinderwagen sind wir merklich langsamer – schon erstaunlich, wie sehr das Baby Carsten ausbremst) sah ich am Wegrand eine rote Tüte liegen. So wie sie aufrecht und frisch aussah, kann sie noch nicht allzu lange dort gelegen haben. Allerdings kann ich nicht sicher wissen, ob tatsächlich dieses Paar die Tüte dort zurückgelassen hat. Immerhin hätten sie die Tüte zwanzig, dreißig Meter transportieren müssen. Da wäre es doch einfacher gewesen, sie gleich an Ort und Stelle liegen zu lassen.
Was sind das nur für Leute, die sich einen Hund halten, aber die Kehrseite davon der Allgemeinheit aufhalsen und die Natur so verschandeln?

Das Paar mit Hund war schneller als wir, so dass sich die Entfernung zwischen uns vergrößerte. Schließlich bogen sie in eine andere Richtung ab, und waren bald ganz außer Sicht.

Da es kalt war, dehnten wir den Spaziergang nicht weiter aus. Chefchen hatte es ja kuschlig warm in seinem Wagen, aber mich fror es doch trotz Kopftuch ein wenig.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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20 Antworten zu Sehet, die erste Kerze brennt //2477

  1. keloph schreibt:

    jaja, die hundebseitzer. da könnte ich auch ein lied von singen. und der november hat sich bisher sehr gut gehalten in der region. chapeau.

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  2. Mia schreibt:

    Die Hundesteuer ist noch viel zu niedrig angesetzt. Vielleicht würden sich einige Hundeliebhaber dann zweimal überlegen, ob sie sich so ein Tier anschaffen, wenn die Steuer nicht unwesentlich angehoben würde.
    Manche Hundehalter sind sich nicht einmal zu schade, die gefüllten Beutel durch den Zaun von fremden Grundstücken zu schieben, nur um den Schei.. nicht bis nach Hause oder zum nächsten Müllkübel tragen zu müssen. Alles schon erlebt. Widerlich, diese Menschen.

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Hier gibt es sehr viele Hunde. Aber solche Tüten hab ich noch nicht gesehen. Aber auch keine Haufen auf den Gehwegen.
    Sobald unser kleiner Eisbär hier ist, werde ich wohl mehr darauf achten. Obwohl Hunde für ihr Geschäft eigentlich den Grünstreifen bevorzugen.

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  4. Mika schreibt:

    Ich wünsche mir eine Zeit, in der Hundehaufen unser schlimmstes Problem sein werden. Momentan sind die „Haufen“ unsere Politiker ein ganz klein wenig schlimmer. Und so lange rege ich mich über die Häufchen vor meinem Haus nie wieder auf. Ich hab ne extra Schaufel dafür….

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    • Es finden sich zu jedem Problem noch schlimmere.

      Als Hundehalter hat man die Verpflichtung, die Haufen auf öffentlichem Grund ordentlich wegzuräumen und zu entsorgen. Wer das nicht will, soll sich keinen Hund zulegen, oder nur auf dem eigenen Grundstück halten.
      Meinetwegen dürfen sie sich gerne den eigenen Garten vollschei?en lassen.

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      • Mika schreibt:

        Ich sehe das inzwischen sehr viel entspannter. Mein Stück Grund ist nicht so ganz winzig. Anfangs haben mich die Haufen sehr geärgert. Dann hat mir ein Jäger die Unterschiede erklärt. Hier verkehren Hunde, Marder, Füchse und Eulen. Die hinterlassen halt Scheisse. Ich hab ein gesundes Ökosystem 🙂 und ne Schaufel. Ist viel lockerer so.
        Hundehalter dürfen sich trotzdem sozial verhalten.

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        • Solange der Haufen so weit am Wegrand liegt, dass man nicht versehentlich hineintritt, bin ich einigermaßen gelassen. Der verrottet schon wieder, und schließlich wollen Mistkäfer auch was haben.
          Umso sinnloser, ihn in einem Hundekotbeutel verpackt liegen zu lassen.

          Dann gibt es auch noch die Haufen mitten in einer für Viehfutter vorgesehenen Wiese. Die Kühe fressen das Heu dann nicht, oder werden krank. Nein – das ist kein Kavaliersdelikt.

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          • Mika schreibt:

            Stimmt auch wieder. Hier gibt es keine Heuwiesen, daran dachte ich nicht. Dort haben Hunde absolut nix zu suchen. Aber hier lässt eh keiner den Hund frei laufen. Unser Jagdpächter macht nämlich dann kurzen Prozess. Kam aber schon ewig nicht mehr vor, die Leute wissen es und die Hunde bleiben angeleint.

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    • Mia schreibt:

      Und was machst du mit den ganzen Hundehaufen? Du musst sie entsorgen. Und wo? In der eigenen Toilette oder in deinem Müllkübel oder vergräbst du sie? Na vielen Dank auch! ^^

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  5. Mika schreibt:

    Ich schenke es per Kanal der Kläranlage. Soooo viel ist das ja nicht. Auf dem Land ist das nicht das Problem. In Städten sollte man aber eher keine Hunde halten, die drehen dort doch völlig durch. Ich wollte auch keinen Hund, ich finde die riechen schlecht und sabbern alles voll. Aber brauchen wir echt noch mehr Verbote und Steuern? Singapore macht es ja vor, also da wollte ich nicht leben. Dann lieber ab und an nen Hundehaufen.

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    • Mia schreibt:

      Keine Ahnung, was die in Singapore mit den Hunden anstellen. Interessiert mich auch nicht.
      „Aber brauchen wir echt noch mehr Verbote und Steuern?“
      Mehr Steuern nicht, aber höhere. Und wenn es um wild in der Gegend herumkackende Hunde und deren Halter geht, auf jeden Fall.

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  6. Pingback: Vorgezogenes Gezwitscher //2575 | breakpoint

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