Das verklingende Echo der Loreley //2240

Als ich letzte Woche gegenüber Carsten erwähnt hatte, dass Frank und dessen Frau sich getrennt haben, meinte jener nur, dass er jetzt keine „Loreley-Geschichten“ hören möchte.
Ein paar Tage später kamen wir jedoch wieder auf das Thema zurück, und diesmal lief unsere Unterhaltung ganz anders. Carsten hatte Frank’s Frau ja einmal kennengelernt und sich ganz gut mit ihr verstanden.

„Du hast also seine Ehe auf dem Gewissen“, meinte Carsten stirnrunzelnd.
„Nein, wie kommst du darauf?“, verteidigte ich mich, „von Frank’s Seitensprung wusste sie bis vor kurzem gar nichts.“
„Das hat dann bestimmt das Fass zum Überlaufen gebracht. Und es ändert nichts daran, dass ihr damals, als das Kind klein war, miteinander eine Affäre hattet.“
„Das war nur ein ONS. [Oder vielleicht auch ein paar.] Frank fühlte sich von ihr vernachlässigt, weil sie sich nur noch um das Kind kümmerte. Er hatte sexuellen Notstand. Ich damals auch. Da hat es sich halt so ergeben.“

Ich habe früher ja meist von verheirateten Männern Abstand genommen. Zumindest habe ich es nicht drauf angelegt. Da musste von ihnen schon ein Großteil der Initiative ausgehen. Und wenn das so war, dann war wohl auch die Ehe bereits nicht mehr so ganz im Lot, sonst wären diese Männer sicher nicht fremdgegangen. Außerdem meine ich, dass eine stabile Ehe so etwas aushalten muss. Aber Carsten sage ich das besser nicht.
Jedenfalls lasse ich mir die Schuld dafür nicht in die Schuhe schieben. Ich bin nicht fremdgegangen, da damals noch ohne Exklusivitätsverpflichtung. Das waren diese Männer. Es war deren Verantwortung. Ich wollte mich nie in eine bestehende Beziehung hineindrängen, und habe mich deshalb immer sehr zurückgehalten. Sex ja, aber keine darüberhinausgehenden Ansprüche.

„Ich hatte dir sogar nahegelegt, dass Frank’s Frau keinesfalls von eurem Fehltritt erfahren darf.“
„Ich hab’s ihr ja nicht verraten. Es ist Frank wohl rausgerutscht, als sie Streit hatten“, erklärte ich in die Defensive gedrängt.
„Du machst es dir schon recht leicht. Es ist ja nicht das erste Mal, dass du so eine ungute“, er zögerte, „.. katalytische Rolle beim Ende einer Beziehung spielst.“
„Ich muss mich nicht bei dir dafür rechtfertigen, was ich gemacht habe, bevor wir miteinander eine Beziehung eingegangen sind. Jedenfalls habe ich niemals meinen Partner hintergangen“, rief ich zunehmend verärgert, „spiel du dich nur nicht so als Moralapostel und Heiliger auf! Schließlich hast du selbst Ingrid mehrfach betrogen, als du mit ihr verheiratet warst!“

Er runzelte die Stirn bedrohlich, packte mich an den Oberarmen und schob mich gegen die Wand. Ich versuchte, ihn von mir wegzudrücken, aber es gelang mir nicht. Mit einer Hand zog er erst meinen Rock nach oben und öffnete dann seine Hose.
Als er ruckartig in mich eindrang, musste ich erst nach Luft schnappen. Dann schloss ich die Augen, und spürte die tiefen Stöße in mir. Schon bald reagiert mein Körper heftig. Kurz danach war er ebenphalls fertig, zog sich zurück und verstaute alles wieder.
Er atmete tief durch, und murmelte dann etwas, das ich verstand wie „Nun ja, ist ja schließlich schon acht Jahre her, und wir waren damals noch nicht zusammen.“

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Das verklingende Echo der Loreley //2240

  1. keloph schreibt:

    solche diskussionen haben immer streitpotential, da sie in eifersucht, interpretationen und -eben- „after the fact“ stattfinden

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  2. noch1glaswein schreibt:

    „ebenphalls“ – sehr schönes Wortspiel 🙂

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  3. Leser schreibt:

    Das ist es wohl, was „Femme fatale“ bedeutet…

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  4. Christian_who schreibt:

    Was für ein romantischer Titel 🙂

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  5. Mia schreibt:

    Kann es sein, dass dieser „Akt“ im Zeitraffertempo weniger mit Liebe als vielmehr mit der Auslebung primitiver tierischer Urtriebe zu tun hat?

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  6. blindfoldedwoman schreibt:

    Das Beziehungen zerbrechen, in denen Seitensprünge vorgekommen sind, ist nicht verwunderlich. Mit Dir hat das nichts zu tun. Du warst halt nur eine Gelegenheit, die genutzt wurde.
    Carsten hingegen hatte mehr als nur ausserhäuslichen Sex, sondern ausgewachsene Affären. Das scheint ihm irgendwie noch immer ein schlechtes Gewissen zu bereiten.

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  7. Plietsche Jung schreibt:

    Kein like. Zu konstruiert.

    Ich denke, keiner von euch beiden kann dem Anderen etwas vorwerfen, schon gar nicht Moral.
    Außerdem ist es alles ein alter Hut.

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