File Transfer Pro~blem //2239

Es gibt zwei FTP-Sites, die ich häufig nutze.
Zum einen ist da der FTP-Zugang meiner Website, über den ich immer wieder Dateien hochlade, wenn ich etwas an ihnen geändert habe. Zum anderen ist es der FTP-Server eines beruflichen Fachverbandes, von wo ich hin und wieder aktuelle Dokumente herunterlade.
Um mir die Sache zu vereinfachen, hatte ich diese beiden Sites als Network Locations meinem Computer hinzugefügt. So reicht ein Klick, um die jeweilige Site im Explorer zu öffnen. So kann ich ganz einfach Dateien per Drag’n’Drop kopieren. Jahrelang lief das ganz wunderbar.
Seit dem letzten Windows Update jedoch nicht mehr.

Ich wollte auf den FTP-Server des Fachverbandes zugreifen. Eine Meldung poppte auf, dass diese Seite readonly sei, ob ich sie trotzdem öffnen wolle. Ich wunderte mich zwar ein wenig, dachte zunächst der Fachverband hätte etwas an der Konfiguration geändert. Da mir readonly reichte – ich habe dort eh keine Schreibrechte und wollte ja nur Dokumente runterladen – klickte ich auf OK – nicht ohne vorher die Checkbox, dass ich diese (nervige) Meldung nicht mehr sehen wolle, zu aktivieren.
Statt im Explorer öffnete sich die Seite im Webbrowser. Das heißt, eine Liste mit verlinkten Directories und Dateien wurde angezeigt. Da hätte ich zwar jede Datei einzeln downloaden können, aber mehrere Dateien selektieren und in einem Schwung in den Ordner meiner Wahl zu ziehen, wäre nicht gegangen. Bei vielleicht zwanzig Dateien ist das mehr als lästig.

Es hätte ja sein können, dass dieses veränderte Verhalten an der Konfiguration des FTP-Servers hängt, aber bei meiner Website war es das gleiche. Upload auf diese Weise unmöglich.
Ich schaute nach, ob in den Properties der Network Locations etwas auffällig war, aber dort schien alles zu passen.
Auf Google fand ich zwar ein paar (ältere) Hinweise auf Registry-Einstellungen, aber die passten bei mir eigentlich. Auf den Vorschlag, die Seite über das Browser-Menü „View FTP Site in Explorer Window“ zu öffnen, wäre ich auch selbst gekommen. Bloß dass das bei mir nicht funktioniert. Da passiert schlicht gar nichts, oder dieser Menüeintrag ist noch nicht einmal sichtbar.

Wenigstens auf meinem Server funktioniert das Öffnen einer FTP-Seite im Explorer noch.
Wie kommt man nur auf die Idee, FTP mit einem Webbrowser zu öffnen? FT heißt File Transfer! Da sollen Dateien übertragen werden! Von einem Rechner zum anderen. Dazu braucht es keinen Webbrowser sondern einen File-Explorer. Was nützt mir dafür eine Anwendung, die für Hypertext konzipiert ist?
Meine Versuche, über die Systemsteuerung dem Protokoll eine andere Default-Anwendung als dem Internet Explorer zuzuordnen, scheiterten. Ich hätte nur den Edge auswählen können, oder eine Äpp aus dem Äpp Store herunterladen. Da kann ich mir gleich selbst einen FTP-Client schreiben und den manuell starten!

Vorläufig mache ich das FTP-Zeug jetzt über meinen Server. Da funktioniert es zwar, aber insgesamt ist das Procedere umständlich. Da könnte ich ja das alles ja gleich über die Kommandozeile laufen lassen. Ich hoffe, dass nach dem nächsten Update wieder alles funktioniert, wie früher.
Ansonsten wäre es wohl am einfachsten, wenn ich mir doch selbst einen FTP-Client programmiere.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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20 Antworten zu File Transfer Pro~blem //2239

  1. macros schreibt:

    nutze doch einfach Total Commander / Free Commander sollte es auch können, in meinen Augen der beste File Manager…
    Und unter Windows war es schon immer so, dass der Explorer bestimmte Funktionen aus dem IE genutzt hat (wie http://FTP...), wenn ich es richtig weiß, wird das gerade zurückgebaut.

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    • Ich möchte aber keine zusätzliche Software nutzen.
      Falls Microsoft das nicht in den nächsten zwei oder drei Monaten fixt, schreibe ich mir selbst ein geeignetes Tool.

      Woher hast du die Info, dass das zurückgebaut wird?

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      • Macros schreibt:

        Ich würde davon ausgehen, dass Microsoft es nicht mehr fixen wird….

        Da der IE in Zukunft aus Windows zurückgebaut werden soll, und durch Edge ersetzt wird, wird das ganze wohl keine Priorität haben…

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        • Weder IE noch Edge sind geeignete Anwendungen für FTP (auch nicht Firefox, Chrome, Opera oder sonst irgendein Webbrowser, da vorgesehen zur Darstellung von Hypertext).
          Die bisherige Integration in den File-Explorer hat doch einwandfrei funktioniert.
          Ich verstehe nicht, wieso man ein funktionierendes Feature ohne erkennbaren Grund einfach entfernt.

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  2. ErdbeerRipper schreibt:

    So ein Stuss.

    Lad dir einfach FileZilla runter und du wirst dich nie wieder ärgern. Wer darüber nachdenkt sich einen FTP Client für die paar Dateitransfers zu programmieren hat wohl zu viel Zeit und wie es sich meist liest hast du die ja eher nicht.

    Sorry. Mag dich aber trotzdem. 😉

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    • Eine Third-Party-Software kommt nicht in Frage.

      Ja, selbst zu programmieren würde einiges an Zeit kosten (da ich mal was ähnliches für einen Kunden geschrieben habe, weiß ich aber, wie’s geht, so dass sich der Aufwand in vernünftigem Rahmen halten würde).
      Allerdings könnte ich dann alles genau so einrichten, dass es exakt nach meinen Erfordernissen und Wünschen funktioniert.
      Die aufgewendete Zeit würde sich durchaus wieder amortisieren. Und Programmieren macht ja auch Spaß.

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  3. Leser schreibt:

    Warum selbst einen FTP-Client programmieren? Es gibt doch sehr gute FTP-Clients, und der Aufwand, einen solchen zu installieren, liegt deutlich unter dem des selber-Schreibens. Oder ist das eine Art Trotzreaktion auf – wieder einmal – eine der vielen kleinen Fehlentscheidungen Microsofts, die Windows nur immer weiter verschlechtern?

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    • Wenn ich einen FTP-Client programmiere, dann ist der genau so, wie ich ihn haben möchte.
      Fremdsoftware kommt mir nicht auf den Rechner, sofern ich es vermeiden kann.

      Außerdem würde es auch etliche Zeit kosten, mich über alternative FTP-Clients zu informieren, auszuprobieren, inwieweit sie meine Erfordernisse unterstützen, einen auszuwählen, mich an die Bedienung zu gewöhnen, etc.
      Und sobald ich mich auch mit den Macken abgefunden habe, funktioniert das Ding dann aus irgendwelchen Gründen plötzlich trotzdem nicht mehr.

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      • Leser schreibt:

        „Fremdsoftware kommt mir (nach Möglichkeit) nicht auf den Rechner“ – wenn Du das bezüglich proprietärer Software so sehen würdest, könnte ich es nachvollziehen, aber Du schreibst Dir ja auch nicht Dein Betriebssystem, den Webbrowser, das Officepaket, den Mailclient etcpp selbst, und nutzt auch nicht ausschließlich Open Source Software, die Du selbst übersetzen könntest. Deshalb ist diese Einstellung so nicht wirklich nachvollziehbar. Zumal die aufgezählten Programme sicher nur ein Teil der Fremdsoftware ist, die Du nutzt, und davon ist auch mit hoher Wahrscheinlichkeit der größte Teil Closed-Source, d.h. Du hast immer dasselbe Fremdsoftwareproblem (die Notwendigkeit, dem Anbieter und dessen Codequalität und nicht vorhandener Maliziösität vertrauen zu müssen).
        Das ist also schon irgendwie eine seltsame Sichtweise….

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        • Ich hatte doch sinngemäß geschrieben, dass sich Fremdsoftware nicht immer vermeiden lässt.
          Für die Ausnahmen habe ich quasi eine kleine Whitelist. Um auf die zu kommen, muss ich die betreffende Software brauchen, aber nicht (mit akzeptablem Aufwand) selbst schreiben können. Und ich muss den Hersteller als vertrauenswürdig einstufen.

          Es gibt zig FTP-Clients, die man (z.B. bei Heise Download) benutzen könnte. Woher soll ich wissen, welcher davon für meine spezifischen Bedürfnisse am besten geeignet ist?
          Da lang rumzusuchen, ist mir einfach zu blöd. Entweder kriegt MS das demnächst wieder auf die Reihe, oder ich mach’s halt selber.

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          • Leser schreibt:

            Wenn ich danach verfahren würde, wäre ein notwendiges, aber nicht unbedingt hinreichendes Kriterium für eine Software, um vertrauenswürdig zu sein, dass sie als quelloffen – idealerweise unter GPL oder einer ähnlichen Copyleft-Lizenz – veröffentlicht ist.

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            • Wenn ich keine Zeit habe, selbst geeignete Software zu schreiben, habe ich auch keine Zeit (und erst recht keine Lust), mir fremde Sourcen angemessen gründlich anzuschauen.
              Insofern ist das für mich von untergeordneter Bedeutung.

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            • Leser schreibt:

              Der Gedanke ist ja der, dass man bei einer bekannten Software, die quelloffen ist, davon ausgehen kann, dass schon so viele Augen über den Quelltext geschaut haben, dass es viel unwahrscheinlicher ist, dass Fehler übersehen wurden, als bei anderen Entwicklungsmodellen.
              OK, natürlich werden immer wieder auch mal Fehler gefunden, das ist bei der Komplexität heutiger Software kaum zu vermeiden – aber dann kommt auch direkt zeitnah ein Update, was den Fehler behebt (was bei anderen Entwicklungsmodellen auch nicht unbedingt geschieht).

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            • Dem widerspreche ich ja gar nicht.

              Aber da ich selbst meine Sourcen niemals veröffentlichen würde, finde ich es absolut in Ordnung, wenn andere SW-Autoren das ebenfalls nicht tun.

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            • Leser schreibt:

              Und dennoch überwiegen die Vorteile – sowohl für jeden einzelnen Nutzer, als auch für die Gesamtheit aller potentiellen Nutzer (also im Grunde die Menschheit insgesamt) – bei quelloffener Software. Ich würde zum Beispiel nie closed-source einsetzen, wenn es ein gleichwertiges Programm (d.h. mit allen Funktionalitäten, die ich benötige) auch quelloffen gibt. Es ist einfach sinnvoll, ganz ähnlich, wie auch so etwas wie die deutsche Nationalbibliothek sinnvoll ist.
              Klar, bei Nischenprodukten, die nur für eine sehr spezielle Zielgruppe aus ganz bestimmten Firmen gedacht sind (wie Deine Produkte), ist es nicht weiter relevant. Aber bei Allerwelts-Software, die praktisch jeder auf die ein oder andere Weise nutzt, führt da, wie ich finde, kein Weg dran vorbei. Dazu kommt auch, dass diese Programme oft nicht als „Produkt“ fungieren, d.h. nicht das primäre Vehikel des Ertrags sind, falls es sich bei dem Ersteller (oder der Gruppe der Ersteller) überhaupt um ein kommerzielles Unternehmen handelt, und nicht um irgend eine Form von non-profit.
              Das ist auch noch mal ein Unterschied: Wenn man Software zwecks Gewinnerzielung vertreibt, kann ich verstehen, wenn man die Quellen nicht veröffentlicht. Dankenswerterweise gibt es aber auch genügend nichtkommerzielle Alternativen, welche in der Regel bereits aus diesem Grund in meinen Augen weitaus vertrauenswürdiger sind, als es ein kommerzielles Produkt je sein könnte.

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      • ErdbeerRipper schreibt:

        Was zur Hölle will man denn an speziellen Anforderungen an einen FTP-Client haben?

        Wie du die oberen zwei Szenarien beschrieben hast mit hin und wieder ein File runterzuladen. Mit Verlaub, das können halt leider echt alle FTP-Clients. Hab noch nie (und ich kenne auch sehr viele IT-ler und arbeite auch hin und wieder mit manuellen FTP-Geschichten… ) gehört, dass irgend eine krasse Sache bei solchen FTP-Clients fehlt … lächerlich, aber Hauptsache dagegen, ne?

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        • Es gibt eine Reihe Features, auf die ich Wert lege, und die nicht von jeden FTP-Client gleichermaßen gut erfüllt werden.
          Insbesondere ist mir eine vollständig integrierte Shell-Schnittstelle wichtig, d.h. ich will beliebig mit anderen Explorer-Fenstern interagieren können – Dateien und ganze Ordner hin- und herziehen können.
          Die Dateien im FTP-Verzeichnis sollen als Detailansicht (also zumindest Name, Datum) dargestellt werden, und einfach umsortiert werden können. Leichte Navigation innerhalb der Verzeichnisstruktur.
          Die FTP-Adresse mit Zugangsdaten muss abgespeichert werden (PW verschlüsselt), so dass ich bereits aufgerufene Adressen mit nur einem Klick wieder herholen kann.

          Noch ein paar Kleinigkeiten, aber schließlich will ich hier keine ganze Spec ausbreiten.

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    FTP im Browser ist etwas für Menschen, die das Protokoll nicht kennen. Für den Download einer Datei ok, aber praktisch ist das nicht.

    Im Explorer würde ich es auch nicht machen, denn Windows wird bei jedem Boot versuchen, die Seite zu kontaktieren und zu verbinden. Will ich das? Nö.

    Das interessanteste an einem FTP Programm ist das Übertragen zwischen zwei Servern, was nicht viele Programme beherrschen.

    Auf die Idee, so etwas selbst zu programmieren, wäre ich nicht gekommen, weil es genug handliche und gute Lösungen sogar für lau gibt.

    Aber ich helfe gern beim Testen.

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