Vierhundertfünfunddreißig

Wochenende bei meinen Eltern. Puh!

Wir brunchten am Sonntag ausgiebig, und richteten es dann ein, dass wir kurz nach zwei bei meinen Eltern ankamen. Der Kaffeetisch war bereits gedeckt, und wir sahen keinen Grund, uns nicht bereits dort nieder zu lassen.
Bis der Kaffee fertig war, machten wir nur ein bisschen allgemeines Blabla. Das Wetter – insbesondere das Hochwasser – und die Finanzkrise sind ja immer ein beliebtes Gesprächsthema.

Nach dem ersten Stück Kuchen ließ ich dann die Katze aus dem Sack.
Es ist nicht so, dass meine Eltern vor Freude an die Decke gingen. Für ihre Tochter hatten sie sich immer vor allem einen Mann gewünscht, der ihr wirtschaftliche Sicherheit (als ob ich das nicht selbst könnte!) geben kann. Ob er einen renommierten Arbeitgeber hat, ist für sie das Hauptkriterium bei einem potentiellen Schwiegersohn. Dass Carsten selbst Arbeitgeber ist, will ihnen nicht so recht in den Kopf.
Außerdem spricht in ihren Augen auch gegen ihn, dass er deutlich älter ist als ich, bereits eine Familie hat(te) und schon Großvater ist. In der Tat steht er ihnen im Alter etwas näher als mir, und ich dafür seinen Töchtern näher als ihm. Aber was soll das?

Trotz allem sprachen sie uns ihre Glückwünsche aus, und dass sie selbstverständlich die Hochzeit ausrichten würden.
Carsten widersprach ihnen freundlich, aber bestimmt, dass die Hochzeit bei uns in der Stadt stattfinden und er selbst für die Kosten aufkommen würde.

Wir waren inzwischen mit Kaffee und Kuchen fertig. Ich fragte meine Eltern, ob Sabine zuhause sei. Da meine Eltern ihr von meinem Besuch erzählt hatten, war sie daheim geblieben, statt einen Ausflug zu unternehmen.
Also gingen Carsten und ich noch zu Sabine’s Haus. Schon aus einiger Entfernung hörte man Kindergeschrei. Dann kamen Heidi und Robin auch schon auf uns zugestürzt.
Sabine war sofort an der Tür, mit ihrem Jüngsten auf dem Arm. Sie strahlte, als sie uns sah, und bat uns herein. Da ihre Familie sich „zufällig“ gerade auch zum Kaffeetrinken niederlassen wollte, leisteten wir ihnen gerne Gesellschaft.
Sie schien sich sehr zu freuen, als wir ihr von der Hochzeit erzählten und sie mit ihrer Familie einluden.

Wir waren danach nur noch kurz bei meinen Eltern, und fuhren schon relativ früh zurück. Eine Pause auf der Rückfahrt hätten wir dringend nötig gehabt. Aber da es im Auto zu eng ist, und außerhalb zu nass war, blieb uns nichts anderes übrig, als sie später – dafür umso ausgiebiger – nachzuholen.

Ich bin froh, dass ich wenigstens den Besuch bei meinen Eltern hinter mir habe. Kommendes Wochenende sind dann Carsten’s Töchter dran. Das wird auch nicht gerade ein Vergnügen.
Aber besonders graut es mir vor der Stunde, wenn mich meine Eltern über meine ehelichen Pflichten aufklären wollen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Vierhundertfünfunddreißig

  1. Murgs schreibt:

    Alles wird gut.
    Hey, den für Dich schwierigsten Teil habt ihr hingekriegt!
    Anscheinend war der Überraschungsmoment gut augenutzt. Die ersten grundsätzlichen Punkte habt ihr durch. Glückwunsch!

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    • breakpoint schreibt:

      Danke.
      Wir haben sie mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt – ohne Option, das in Frage zu stellen.

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      • Murgs schreibt:

        Je mehr ihr klargestellt habt und ihnen nicht zu viel Zeit zum Nachdenken gegeben habt um so besser.
        Garantiert kommen noch telefonische Nachfragen, aber die sind einfacher zu handhaben.
        UND…
        Die Formel „Das haben wir doch schon besprochen“ muß bei Dir nur übergangslos folgen.

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        • breakpoint schreibt:

          Ich sehe gar keine Notwendigkeit, Einzelheiten mit meinen Eltern zu besprechen. Sie bekommen – sobald das endgültig feststeht – den genauen Termin und Ort mitgeteilt. Basta.

          Wo kämen wir hin, wenn ich mich wegen jedem Pipifax auch noch mit meinen Eltern einigen müsste?

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  2. schaum schreibt:

    ja, es gibt bei diesen bevorstehenden freudigen ereignissen immer einige klippen zu umschiffen. aber in summe hört es sich doch gut an oder? wir haben unsere kinder in de abendsonne von afrika informiert, right after the fact…..dennoch waren die reaktionen frappierend und in dieser weise kaum vorhersehbar. aber egal, da gibt es ein grosses ziel auf das ihr hinarbeitet und dagfür sind diese klippen viel zu klein um zu stören, oder?

    es schäumt weiteraufdemwegbleiben

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  3. sweetsurrender schreibt:

    Das mit den ehelichen Pflichten ist jetzt ein Scherz oder sind sie wirklich so weltfremd?
    Ansonsten: zieht euer Ding durch, ihr heiratet, nicht die anderen.

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  4. plietschejung schreibt:

    Ihr beiden seit die Einzigen, die es interessieren muss und die das gut heißen sollten. Eltern und Schwiegerelter sind zwar wichtig, aber am Ende des Tages zählt nur euer Glück. Das wird schon.

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  5. remi1 schreibt:

    Das war jetzt der Point of no return oder? 😉
    Solltd mich jemals jemand heiraten wollen, dann hab ich auf wie bring ich es meinen Eltern bei auch relativ wenig mehr ..Bock.

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    • breakpoint schreibt:

      Der Point of no return ist erst, wenn wir auf dem Standesamt unterschreiben.
      Erst dann gibt’s wirklich kein zurück mehr.

      Ja, ich bin schon erleichtert, dass ich wenigstens die Benachrichtigung meiner Eltern hinter mir habe.

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  6. remi1 schreibt:

    Kommentare mit dem smartphone schreiben is doof..

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  7. House-of-mystery schreibt:

    Ähm, jetzt blöde Frage, deine Eltern klären dich über die ehelichen Pflichten auf ? Die, da wären…….. !!!

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    • breakpoint schreibt:

      Woher sollte eine jungfräuliche Braut das denn wissen? :))

      Socken stopfen vielleicht?

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      • Baerlinerin schreibt:

        …schön schlagfertig, wie immer! 😉

        Da ich ja auch noch nicht unter der Haube bin, also ganz gewiss jungfräulich… *räusper*…hörte ich dennoch bereits von den ehelichen Pflichten: z.B. dem Begatten des Kochs, ähm, herrje, ich meinte Bekochen des Gatten. Verdammte Hitze in Berlin. 😉 Dann natürlich noch der angemessenen Haushaltsführung. Inklusive dem Steifen. Also dem seiner Hemden. *rotwerd* Gott, ich hör mal lieber auf. Wird ja völlig nervös… *hihi*

        Kurzum: Eltern hin oder her. Es bleibt spannend. 🙂

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