Vierzehnhundertzwanzig

Es war nicht das erste Mal, dass mich Carsten kurzfristig bat, ihn bei einer Veranstaltung zu vertreten – wenn auch nicht ganz so hektisch.

„Ich kann gerade hier nicht weg. Du sollst das übernehmen.“
„Können Ulrich oder Jason das nicht machen? Die kennen sich viel besser mit den technischen Details aus, als ich.“
„Die brauche ich hier. Und niemand wird dich so detailliert fragen. Wenn doch, dann versprichst du eben, es zu klären, und dich später wieder zu melden.“
„Ich bin hier also verzichtbar.“
„Du hast deine Jungs doch gut im Griff, Samtpfötchen. Die kommen schon mal einen Tag lang ohne dich aus. Aber ich werde dich nachts vermissen.“ Hm – wenn er anstatt meiner verreist, sind wir nachts auch getrennt.
Ernst fuhr er fort: „Wenn du das Meeting nicht übernimmst, Anny, muss ich ganz absagen, und habe nicht die Chance, dort neue Kunden zu gewinnen.“
„Ob ich dir da eine große Hilfe wäre ..“
„Du kannst wunderbar repräsentieren. Außerdem ist das Hotel gebucht, die Reise organisiert. Bitte Anny.“
„Ich habe ja gar keine Zeit mehr, mich vorzubereiten, habe morgen auch hier Termine – Mitarbeitergespräche und so. Und packen müsste ich auch noch.“
„Ich gebe dir meine Slides. Die kannst du im Zug oder abends im Hotel noch ansehen. Du verschiebst jetzt deine Termine, oder sagst sie ab, fährst dann sofort mit dem Auto heim, packst schnell zusammen, was du brauchst,und nimmst dir dann ein Taxi zum Bahnhof. Ich weiß, die Zeit ist knapp, aber das schaffst du schon!“

Keine zwei Stunden später saß ich im Zug, noch ein paar Stunden später war ich an der Hotelrezeption.
„Guten Abend. Für mich ist ein Zimmer auf die Firma Novosyx reserviert.“
Die Empfangsdame suchte in ihrem Computer, fand aber nichts. Also bat ich sie, nachzusehen, ob auf Carsten’s Name ein Zimmer reserviert sei.
„Ah .. ja .. da ist ein Doppelzimmer eingetragen.“
„OK. Dann ist es wohl geklärt.“
„Aber das Zimmer kann ich Ihnen nicht geben, weil es fest an den Namen gebunden ist.“
„Mein Mann wird aber heute nicht mehr herkommen. Es ist ja auch schon recht spät. Das Zimmer hätte eigentlich auf die Firma gebucht werden sollen.“
Sie machte keinerlei Anstalten einzulenken. so dass mir nichts anderes übrig blieb, als Carsten anzurufen, um ihn zu bitten, seinerseits das Hotel zu kontaktieren, um die Sache zu klären.
Nach einigem Hin und Her durfte ich endlich das Zimmer beziehen, wo ich mich erst etwas ausruhte, und anschließend noch in der nächstbesten Pizzeria zu Abend aß.

Sorry, wenn ich hier interrupte, aber mir läuft sonst die Zeit davon. Immerhin habe ich so gleich noch ein Thema für demnächst.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Vierzehnhundertzwanzig

  1. Leser schreibt:

    Ich weiß, das ist jetzt hier „Off-Topic“, aber das „uhrige“ Thema wurde ja auch schon mal angesprochen, und da ist mir neulich was nerdiges übern Weg gelaufen: http://hddwatches.com/
    Nur, falls noch Weihnachts- oder sonstige Geschenke gesucht werden 😉

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  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Der Mann hat vielleicht Nerven…aber wenn Du es Dir zutraust, ist ja alles ok.
    Wieso hatte die Sekretärin ein Doppelzimmer gebucht? Wollte sie mit? 😉

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    • Er wäre eigentlich lieber selbst dorthin gegangen, es kam halt etwas wichtigeres dazwischen.
      Wenn ich ihm irgendwie helfen kann, mache ich das schon. Wir unterstützen uns gegenseitig.

      Er lässt immer ein Doppelzimmer buchen, weil Hotelbetten oft zu kurz sind.
      Dann nutzt er den Pythagoras und legt sich diagonal hinein.

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  3. ednong schreibt:

    Da springt das Samtpfötchen mal schnell ein 😉
    und darf dann nicht mal ins Zimmer rein.
    Denn die Hoteldame, die Harte,
    sagt, es geht nur auf Name. „Warte“
    denkst du so, rufst Carsten hinzu.
    Der macht einmal „Buh“
    und schon sitzt du im Warmen,
    vorbei an der Dame mit den Fangarmen.

    Oder so.
    Fein, dass das so klappt. Dann bist du ja richtig weit gereist. Und machst noch nen Cliffhanger von *seufz*
    Lös den mal schnell auf.

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank für das Gedicht.
      So spannend war die Sache nicht.
      Ich hab‘ es hinter mich gebracht,
      und, was zu tun war, halt gemacht.

      Die Fortsetzung ist nicht so eilig.
      Eigentlich war’s eh’r langweilig.
      Trotzdem werd‘ ich’s demnächst schreiben
      (es sei denn, ich lass‘ es doch bleiben).

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  4. idgie13 schreibt:

    Ah jetzt ja ..
    Ich hatte mich schon gewundert, dass Du gestern an Deinem sturmfreien Tag so ruhig warst im Blog …

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Das schaffst du schon !
    No nie ein Assessment mitgemacht ?

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  6. Pingback: Eine unerwartete Reise (2. Teil) //1421 | breakpoint

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