Anders als gedacht //1962

Derzeit häufen sich die Einladungen zu Geburtstagsfeiern. Nach meiner Mutter und meiner Schwägerin hatte mich auch Philipp eingeladen, und ich hatte zugesagt.
Ich war ein bisschen später dran, aber bei Partys kommt es ja nicht auf ein paar Minuten an. Also stieg ich die Treppe hoch, und klingelte an seiner Tür.
Philipp öffnete. Ich gratulierte ihm und überreichte sein Geschenk. Wohlwollend stellte ich fest, dass er auf Dekoration und Firlefanz verzichtet hatte. „Bin ich heute richtig? Oder habe ich mich im Datum vertan?“, fragte ich, als mir bewusst wurde, dass sonst keine anderen Gäste anwesend waren.
„Nein, Anne, du bist schon richtig da.“
„Und die anderen Gäste? Wann kommen die?“
„Hm ..“, murmelte er, und blickte dabei auf den Boden.
„Wie viele kommen denn noch, Philipp?“ Als er nicht gleich antwortete, fügte ich hinzu: „Eine ganze Zahl!“
„Null“, erklärte er schließlich.
„Hast du das von vornherein so geplant? Oder haben die anderen abgesagt?“
„Ich wollte meinen Geburtstag mit dir alleine feiern, Anne.“

Ich hab‘ auch meine Prinzipien. Eines davon ist es, privat nie alleine mit einem Mann in dessen Wohnung zu gehen, wenn ich Sex definitiv ausschließe. (Und wem jetzt wieder die früheren Arbeitswochenenden bei Carsten einfallen: Erstens war das nicht privat, und zweitens wäre ich Sex nicht abgeneigt gewesen, habe es nur nicht drauf angelegt.)
„So war das nicht ausgemacht, Philipp. Du hast mich glauben lassen, dass noch mehr Gäste kommen.“ Er hatte mich nicht direkt angelogen, aber – wie Mathematiker es halt so machen – mit Zahlen gespielt, und ich hatte – unaufmerksam und gerade in Eile – nicht nachgehakt. „Ich werde jetzt die Gästeanzahl um eins erniedrigen“, kündigte ich an.
„Ach, Anne, bitte bleib. Nur auf einen Kaffee.“
Er schaute so unglücklich, dass ich nachgab.

Philipp hatte auch Kuchen besorgt, so dass wir uns an den Couchtisch setzten, um dort zu essen und zu trinken. Wir unterhielten uns auch anfangs ganz gut, bis Philipp seinen Arm um mich legte, und mich – bevor ich reagieren konnte – küsste.
Er war dabei geschickter und fordernder, als ich es ihm zugetraut hätte. Ein paar Sekunden gab ich dem überrascht nach. Er küsste wirklich gut, und ich war in den letzten Tagen halb auf Kussentzug gewesen, da ich meine Erkältung keinesfalls an Carsten weitergeben wollte.
Es bereitete mir Anstrengung, Philipp von mir wegzuschieben und meinen Kopf wegzudrehen.
„Was soll das, Philipp?“, fragte ich ihn schließlich streng, „du weißt doch, dass ich vergeben bin. Außerdem hab‘ ich immer noch etwas Schnupfen. Du bist selber schuld, wenn du dich angesteckt hast.“
„Es .. es tut mir leid“, stammelte er.
„Es braucht dir nicht leid zu tun. Mach es einfach nicht mehr, sonst können wir uns in Zukunft nicht mehr treffen.“
Wortlos nickte er.

Ach, ich habe Philipp ja wirklich sehr gern. Als Mathematiker ist er brillant. Er kennt jedes noch so exotische Theorem. Für mich ist er aber eher ein jüngerer Bruder – mein Doktorbruder.
Am liebsten würde ich ihn ja anderweitig verkuppeln, ich weiß nur nicht, an wen. Vom Alter her würde Verena ganz gut passen, aber ich würde ihm sicherlich keine Alleinerziehende zumuten. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die beiden einigermaßen miteinander harmonieren würden. Ich will ja nicht lästern, aber als Verena damals bei uns Praktikantin war, war sie manchmal schon bei einfachen Dreisatz-Aufgaben überfordert oder ist bei mittelschweren Kopfrechnungen gescheitert.
Ich überlege, ihm nahezulegen, sich etwas mit Pickup zu beschäftigen. Aber leider ist er sehr auf mich fixiert, und ich fürchte, ihm schwebt nicht nur eine sexuelle, sondern vor allem eine romantische Beziehung vor. Für letzteres wäre ich nicht bereit gewesen, selbst als ich vor einigen Jahren noch Single war.

Mein Kuchenteller war leer. Den letzten Schluck Kaffee trank ich zügig aus, versprach Philipp, ihm wegen unseres Papers eine Mail zu schicken und verabschiedete mich.

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 20 Kommentare

Nicht-Binäre Nullen //1961

Hat sich jemand gewundert, warum ich nicht schon viel früher die aktuelle Quartalsstatistik über die Kommentare auf diesem Blog veröffentlicht habe?
Normalerweise lade ich am letzten Tag eines Quartals oder am ersten Tag des darauffolgenden Quartals (je nach dem, wie es mir zeitlich am besten passt) eine WordPress-Exportdatei herunter mit den Beiträgen samt Kommentaren der letzten drei Monate.
Ich habe mir dann so ein Programmchen geschrieben, das muss ich nur über die Datei drüberlaufen lassen, dann spuckt es die sortierten und verlinkten Daten über die Kommentatoren und die Anzahl ihrer Kommentare aus. Diese Daten muss ich dann nur noch im Wesentlichen in einen Blogentwurf pasten.
So hatte ich dies auch beim letzten Quartalswechsel vorgesehen. Es klappte auch scheinbar alles. Dass deutlich weniger Kommentare als das letzte Mal gezählt wurden, schob ich darauf, dass es im betrachteten Zeitraum auch weniger Kommentare gegeben hatte. Ich hatte ja urlaubsbedingt im August weniger gebloggt, und zeitweise war auch wirklich nur wenig losgewesen.

Dann jedoch fiel mir beim Plausibilitätscheck auf, dass ein bestimmter Kommentator, der gerade in den letzten Tagen vorher viel kommentiert hatte, in meiner Liste völlig fehlte.
Ich schaute mit einem Editor in die Exportdatei, suchte den Namen dieses Kommentators, und fand ihn auch mehrfach. Nur mein Programm fand ihn partout nicht. Ich verglich die Formatierung und die Tokens. Alles schien zu passen.
Da dieses Problem nur niedrige Priorität hatte, konnte ich nicht länger am Stück daran arbeiten, sondern musste immer wieder unterbrechen.
Ich erspare euch die Fehlschläge in meiner Fehlersuche. Insgesamt hat mich das einiges an Zeit gekostet. Beispielsweise dumpte ich eine Liste unsortiert mit allen Kommentatornamen heraus, samt der Position, an der sie in der Datei standen.
Ursprünglich hatte ich vermutet, dass irgendeine Besonderheit bei diesem Kommentator (und noch bei zwei oder drei anderen) sei, die es verhinderte, dass mein Algorithmus seinen Namen fand. Die Positionsangabe in der Dump-Datei brachte mich dann schließlich auf die Lösung:
Die Positionsangaben endeten bei etwas über einer Million. Die Datei war aber 1.9 Megabyte groß. Irgendwie passte das nicht zusammen (zumal ich in einem Texteditor durchaus Kommentare ganz unten erkennen konnte). Einige weitere Checks deuteten daraufhin, dass die Datei nach der guten Hälfte einfach abgeschnitten wurde.
Wie kann das sein? Eine XML-Datei ist im Grunde genommen eine Text-Datei, in diesem Fall UTF-8 kodiert. Ich öffnete sie mit einem Hex-Editor und suchte nach einer binären 0. Bingo!
Bei der ersten 0 (es gab mehrere) wurde die Zeichenkette abgeschnitten.
Wie kommt WordPress dazu, in eine XML-Datei Nullen reinzuschreiben?
Nach meiner Einschätzung waren die früher heruntergeladenen Exportdateien korrekt (ich habe aber nur die vom 2. Quartal 2018 noch mal überprüft).

OK. Nachdem das Problem jetzt identifiziert war, war der nächste Schritt die Suche nach einer Lösung.
Obwohl alles andere als elegant und auch denkbar langsam, entschloss ich mich, die ganze Datei in einen Stream zu laden, Byte für Byte einzulesen, und es durch eine 32 (die um die Anzahl meiner Finger erniedrigte Antwort) zu ersetzen, wenn es eine 0 war.
Nachdem ich diese Funktion implementiert hatte, lief das Programm wieder, und liefert – soweit ich das beurteilen kann – korrekte Ergebnisse.
Was das mit den Nullen sollte, weiß ich immer noch nicht. Ich machte mir nicht die Mühe, das herauszufinden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Nur Projektion //1960

Kurz nachdem ich in diese Wohnung eingezogen war, hatte ich mir einen Radiowecker gekauft. In dieser Funktion war er kaum in Betrieb, denn ich wachte für gewöhnlich von selbst rechtzeitig auf, und der Klang des Radios war nicht besonders gut.
Was ich aber sehr an dem Gerät schätzte, war die Projektionsanzeige. Am Abend unmittelbar vor dem Zubettgehen schaltete ich den Projektor an, der die Uhrzeit dann zur gegenüberliegenden Zimmerecke projizierte. Am Morgen schaltete ich ihn wieder aus.
Ungezählte Nächte habe ich mich damit beschäftigt, mit den gerade angezeigten Ziffern Primzahlzerlegungen und andere Zahlenspielchen zu machen, wenn ich nicht schlafen konnte.
Nun, die Zeit vergeht. Nichts hält ewig, und so schwächelt die Projektionsanzeige zunehmend oft, ist sehr blass, so dass der Kontrast nicht immer ausreicht, die Uhrzeit abzulesen. Ich gehe davon aus, dass dies eine ganz normale Alterungserscheinung des Lasers ist.
Gerade im Winter ist es wichtig, dass sich die Uhrzeit eindeutig erkennen lässt, so dass wir wissen, ob es bereits Zeit zum Aufstehen ist, oder ob wir vorher noch eine Kuschelrunde+ einlegen können.
Gerne würde ich mir wieder ein ähnliches Weckermodell zulegen, aber .. tja, wieder mal das große Aber.

Inzwischen habe ich auf mehreren Internetportalen schon unangenehm viel Zeit verbracht, um eine neue Projektionsuhr zu finden, die meine Erfordernisse erfüllt. Wecker- oder Radiofeature brauche ich eigentlich nicht, eine Uhr genügt.
Mittlerweile gibt es viele Projektionsuhren, die auch zumindest die Temperatur anzeigen. Ein nettes Feature, das ich schon gerne hätte, aber nicht unbedingt.
Was mir aber wichtig ist, ist, dass die Uhr über einen Netzanschluss läuft, und nicht zwingend Batterien braucht (bei einem Stromausfall muss ich halt neu stellen – die meisten stellen sich inzwischen eh über Funk – ein nettes Feature, aber nicht unbedingt notwendig). Leider scheinen das nur wenige zu tun. Dafür haben viele einen USB-Anschluss.
Außerdem muss die Projektion auch in fünf Meter Abstand gut lesbar sein. Leider ist häufig nur ein Abstand von bis zu zwei Metern angegeben. Das nützt mir nichts. Genauso wenig, wie wenn ich die Projektion nur an die Decke oder hinter die Uhr werfen kann, und ansonsten die Ziffern auf dem Kopf stehen.
Letztendlich wäre es schön, wenn das normale Display ebenfalls auch nachts gut ablesbar wäre und tagsüber auch aus größerer Entfernung. Also wohl große Leuchtziffern. Bei dieser Anforderung würde ich aber, falls nötig, Abstriche machen. Ebenso will ich die Projektion eigentlich tagsüber ausschalten, aber sogar so etwas scheint bei vielen Geräten nicht möglich zu sein.
Und natürlich will ich auch keinen überhöhten Wucherpreis bezahlen. Etwa dreißig Euro erscheinen mir für meine Ansprüche reichlich. Weit drüber werde ich nicht gehen.

Auf all diesen Portalen wie eBay, Amazon und noch ein paar Vergleichsportalen kriegt man aber diese Informationen (Stromversorgung, Projektionsentfernung) kaum raus. Da muss man jedes Angebot einzeln öffnen und im Text danach suchen. Nicht immer ist es überhaupt angegeben.
Da stehen ellenlang Beschreibungen von Snooze-Funktionen und Zeitzonen (was ich alles nicht brauche), und wesentliche Punkte wie eben die Stromversorgung sind nicht vorhanden oder unauffällig irgendwo versteckt.
Die Portale lassen zwar suchen und filtern über etliche Kriterien, aber nicht über die für mich ausschlaggebende Kriterien. Der Hersteller zum Beispiel ist mir völlig egal, solange die Uhr netzbetrieben die Uhrzeit weit genug projiziert. Genauso sind mir Design und Farbe absolut gleichgültig, denn das sehe ich Dunklen eh nicht.

Bisher habe ich keine Uhr gefunden, bei der ich eindeutig davon ausgehen kann, dass sie meine Anforderungen erfüllt. Das ganze Snooze-Zeug brauch ich nicht, und auch keinen USB-Anschluss. Ich will doch nur nachts die Uhrzeit gut ablesen können.
Als ich nach dem Modell meines aktuellen Radioweckers suchte, fand ich nur einen gebrauchten. Nein, danke! Einen gebrauchten habe ich selbst. Auch ein Nachfolgemodell scheint es nicht zu geben.

Mit dieser ganzen Featuritis vernachlässigen die Hersteller die grundlegende Funktionalität zugunsten von Schnickschnack, den kaum jemand braucht. Das ist mir schon öfter aufgefallen, und ich hatte es auch mindestens einmal hier thematisiert. Online-Kaufportale sind ebenfalls keine große Hilfe.

So, und jetzt könnt ihr euch denken, dass zumindest Radiowecker nicht zum Produktspektrum unserer Firma gehören.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 37 Kommentare

Landtagskwahl //1959

Da habe ich also die Briefwahlunterlagen vorliegen, und ich kann mich wieder mal nicht so recht entscheiden. Bei keiner Partei habe ich den Eindruck, dass sie meine Interessen halbwegs vertritt.
Das ging mir bei früheren Wahlen schon genauso, aber diesmal kommt dazu, dass in den letzten Jahren Sachthemen immer weniger diskutiert wurden, und Fragen und Bedenken der Bevölkerung weitgehen ignoriert wurden. Interne Querelen, die sich an Kleinigkeiten hochzogen, verdrängten die wichtigen Angelegenheiten. Stattdessen konzentrieren sich die etablierten Parteien darauf, die $Partei zu bashen und zu diffamieren.
Von den Medien fühle ich mich nur unzureichend und voreingenommen informiert. Ich würde wirklich mal gerne ein Argument gegen die $Partei hören, das über „die $Partei ist schlimm, weil sie böse ist“ hinausgeht. Die Berichterstattung ist selektiv und tendenziös. Wichtige Topics werden verschwiegen, Nebensächlichkeiten aufgebauscht.
Diese Hetze gegen die $Partei nervt, und sie treibt mich allmählich dazu, das Mobbingopfer in Schutz zu nehmen, obwohl es mir nicht besonders sympathisch ist.

Der Wahlomat war wieder mal keine große Hilfe. Die meisten der 38 Fragen übersprang ich, weil sie mir nicht wichtig waren, oder ich klickte auf „neutral“.
Nur zwei Fragen markierte ich als besonders wichtig. Zum einen fände ich es gut (in Erinnerung an meine Schulzeit auf dem Lande), wenn Schüler und Studenten den OPNV kostenlos benutzen dürften (auch wenn das zu Lasten des Steuerzahlers geht – das wäre es mir wert). Zum anderen unterstütze ich es, Studienabschlüsse wieder auf Diplom und Magister statt Master und Bachelor umzustellen.
Der Wahlomat fand daraufhin mit der $Partei die größte Übereinstimmung (dicht gefolgt von zwei anderen). Aber was besagt das jetzt? Andere Fragen, die mir wichtiger sind, und bei denen sie eine andere Einstellung hat als ich, wurden ja gar nicht gestellt.
Die Beschränkung des Wahlomaten auf maximal acht zu vergleichende Parteien finde ich ungünstig. Man wird doch nur Parteien aussuchen, die man eh schon kennt, während kleinere, unbekannte Parteien trotz eventueller Übereinstimmungen keine Chance haben, Aufmerksamkeit zu erregen.

So halb hatte ich mich ja letzte Woche bereits für eine bestimmte Partei entschieden gehabt, hörte dann aber im Radio ihren furchtbar dümmlichen Wahlwerbespot, der sie so ziemlich disqualifizierte. Das Problem ist halt, dass die anderen Parteien auch nicht besser sind.
Und wenn ich dann noch in den Nachrichten höre, dass eine Partei bedauert, „ihre Ziele dem Wähler nicht verständlich gemacht“ zu haben, dann ist die ebenfalls endgültig unterdurch, hält sie doch ihre potentiellen Wähler für zu doof.

Nach der letzten Bundestagswahl fand ich das Gerangel um eine Regierungsbildung furchtbar. Die $Partei wurde als Koalitionspartner definitiv ausgeschlossen. Dabei war sie demokratisch von mehreren Millionen Bürgern gewählt, was sie wohl durchaus dazu legitimiert hat. Es ist schlimm, wie ihre Wähler verunglimpft werden. Wenn die $Partei nicht grundgesetzkonform ist, so soll man sie verbieten. Lässt man sie aber zur Wahl antreten, hat man das Votum der Wahlberechtigten gefälligst zu akzeptieren, auch wenn es einem nicht gefällt.
IMHO wäre eine Bahamas-Koalition sinnvoll gewesen, aber das lehnten die anderen Parteien ja kategorisch ab, diese Pharisäer!
Ein wenig frischer Wind tut dem festgefahrenen und verkrusteten Parteiensystem gut, insbesondere wenn es ein Gegengewicht zu extremen Positionen auf der politisch entgegengesetzten Seite darstellt.

Man muss der $Partei inhaltlich nicht nahe stehen, um den unfairen Umgang der anderen Parteien sowie der Medien mit ihr zu kritisieren.
Wenn mich dieser Eintrag Follower kostet, so kann ich’s auch nicht ändern.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 40 Kommentare

Fortsetzung von Blogtraditionen //1958

Bevor ich diesmal die neuesten Suchanfragen der letzten Wochen aufliste, möchte ich darauf hinweisen, dass ich die traditionelle Kommentarstatistik für das dritte Quartal 2018 nicht vergessen habe. Aus noch ungeklärten Gründen gibt es jedoch diesmal technische Probleme mit der Umsetzung. Ich bleibe aber dran und werde berichten.

„geheime unterhaltungen lesen“
Psst, ich verrate nichts.

„dieter riemann“
Ich kenne nur Bernhard Riemann.

„kohlenhydratfreies eis“
Wasser einige Stunden ins Gefrierfach stellen, et voilà!

„sm diplomarbeit“
Huch! Ich bin enttarnt!

„algorithmen kompakt und verständlich“
Nicht jeder Algorithmus ist elegant. Der Pragmatismus gebietet es, manchmal auch quick’n’dirty Workarounds zu nutzen.

„thema tante anne“
Eieiei ..

„evalyze“
Hoppla, das hat schon jemand gesucht! Ist nur ein Deckname.

„grundkraft“, „4 grundkräfte“
Wir glauben, vier Grundkräfte der Natur zu kennen: die Elektromagnetische, die Schwache, die Starke, sowie die Gravitation.

„informative suchanfragen“
Meine Auflistungen von Suchbegriffen sollen nicht nur unterhalten, sondern auch interessante Informationen liefern.

„abmahnung schriftart“
Ist die Schriftart dabei relevant? Ein ganz üblicher, normaler Font dürfte angebracht sein.

„koffeinvergiftung dauer“
Hängt wohl von der Menge ab. Mehrere Stunden würde ich annehmen.

„schrott kreuzworträtsel 8 buchstaben“
Alteisen?

„programmierschlampe blog“
Da weiß jemand, was er lesen will.

„recaptcha austricksen“
Früher ging das, indem man nur das leichter zu entziffernde Wort richtig eingab. Inzwischen hat Google aber einiges daran geändert, insbesondere die API.

„boudoir damenwäsche“
Auf meinem privaten Boudoirblog gibt es u.a. auch ein paar Dessousfotos.

„tierkreiszeichen latein“
Soweit ich mich erinnere: Aries, Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, Libra, Scorpio, Sagittarius, Capricornus, Aquarius, Pisces.

„spange kreuzworträtsel“
Klammer.

„pokemon generationen“
Na, das interessiert mich wirklich nicht.

„katze haart extrem“
Im Frühjahr ist das nichts ungewöhnliches.

„schwalben rückflug“
Das machen sie etwa in der ersten Septemberhälfte.

„oma spreizt die beine“
Dem künstlichen Hüftgelenk sei Dank.

„breakpoint benjamin“
Wir haben unseren Kontakt derzeit stark reduziert.

„phallotheistisch“
Ach, ja ..

„verterminiert“
Wenn der Termin nicht passt.

„relativitätstheorie widerlegt“
Sie mag noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber von Widerlegung kann keine Rede sein. In ihrem Gültigkeitsbereich trifft sie durch Beobachtung und Experiment bestätigte Vorhersagen.

„sabine scho“
Ja, sie spricht mehr Dialekt als ich.

„oma sexbilder“
Ich bin nur Stiefoma.

‚agnetha „bottom“‚
Welchen Zusammenhang das Bottom-Quark mit der ABBA-Agnetha hat, ist mir unbekannt.

„www.kurz-in-urlaub.de“
Mal schauen, ob Anfang November noch ein Kurzurlaub drin ist.

„massenanziehung“
In der Klassischen Physik wird sie über das Newton’sche Gravitationsgesetz beschrieben, in der Modernen über die Allgemeine Realtivitätstheorie.

„kynophobiker“
Ich arbeite dran.

„ulrich speck twitter“
Ulrich ist ziemlich schlank.

„arm trotz vollzeitjob“
Sparsamer Geldumgang ist wichtig.

„chrome reagiert nicht“
Vielleicht ist er beim Nach-Hause-Telefonieren.

„large hardon collider“
Sic!

„voyeur ftp“
FTP eignet sich nicht besonders zum Spannen.

„tampon reingerutscht“
Nach Gebrauch wieder rausziehen.

„verstehen sie spaß wiederholung“
{Ja}

„leichtes elementarteilchen 6 buchstaben“
Lepton.

„sm geschichten“
Ach ja, das Standardmodell .. Oder etwa Social Media? Oder gar Software-Mami?

„warnherzig“
Sic!

‚“produkttester“‚
Das sind Leute, die Waren ausprobieren, die sie zu diesem Zweck kostenlos vom Hersteller erhalten haben, und dann darüber bloggen.

„alte programmiersprache kreuzworträtsel“
Algol, Cobol, Fortran, Pascal, ..

„er heißt waldemar weil es im wald geschah“
Gilt das analog auch für die Bettina?

„gehalt ungelernte sprechstundenhilfe“
Gibt es dafür überhaupt einen Tariflohn?

„popcorn eimer gramm“, „mushroom popcorn kaufen“
Gibt es in unterschiedlichen Größen und Sorten.

„skalar unterscheidung männlich weiblich“
Nein, für diese Unterscheidung genügt ein Skalar nicht. Die Unterschiede ergeben eine multidimensionale Größe.

„beratervertrag scheinselbständigkeit“
Oh je! Ein komplexes Thema.

„recaptcha immer falsch“
Ja, das Problem hatte ich auch schon. Da könnten irgendwelche Browser-Einstellungen falsch gesetzt sein.

„dreigeteilte matratze“
Die sind halt leichter zu handlen als die einteiligen.

„lange anna eingestürzt“
Tja ..

„elementarteilchen 4 buchstaben“
Myon oder Pion.

„theorie de riemann“, „riemann vermutung“
Es gibt die Theorie, die Riemann’sche Vermutung sei bewiesen.

„last christmas suchanfragen“
Next christmas naht schon wieder.

„donna colada“
Donnez-moi die Cola da.

„instabil kreuzworträtsel“
Wackelig?

„erotische sprüche“
Mag ich, solange sie nicht geschmacklos oder vulgär sind.

„herzensmensch synonym“
Herz ist Trumpf. Aber nur bei bestimmten Kartenspielen.

„verdrießen kreuzworträtsel“
Verstimmen?

„cousin spritzt ab“
Bestimmt sein Auto mit dem Wasserschlauch?

„schnapsglas rubensfigur“
Wir wollen hier aber keine Abschätzung des Volumens!

„elektromagnetismus wikipedia“
Am besten gleich dort nachsehen. Das ist ein umfangreiches Thema, mit dem man Bücher füllen kann.

„die auffällige merkwürdigkeit des lebens“
Tja, c’est la vie. Oder wie wir zu sagen pflegten: „Sellerie, Sellerie, nicht Endivie“.

„der dummschwätzer besetzung“
Nicht mein Thema.

„peritonsillarabszess wie lange krank“
Oh je! Das kann sich hinziehen. Faustregel eine Woche wirklich krank, aber noch längere Rekonvaleszenz.

„koordinatensystem in word“
Word ist eigentlich nicht optimiert für solche Graphiken. Vielleicht ist es eine Option, ein Diagramm in Excel zu erstellen und dann ins Worddokument einzubetten.

„omni vibrator“
Häh? Multivibrator kenne ich.

„bürste englisch“
Brush. Seltsamerweise das gleiche Wort wie für Pinsel.

„kritikalität duden“
Gibt an, ob etwas kritisch ist.

„gebuchten urlaub beim vorstellungsgespräch erwähnen“
Wenn sich der Urlaub auf das Einstellungstiming auswirken könnte, dann sicher.

‚“interessante links speichern und teilen“ situs poker‘
Sita usui late in ista perge ins.

„vermieter beschwert sich über kinderlärm“
Kindergeschrei kann aber auch nervig und sehr störend sein.

„schnittverletzung krankschreibung“
Bei einer großen Verletzung könnte das nötig sein.

„baby erektion“
Das soll bei kleinen Knaben ganz normal sein, das Wasserlassen in hohem Bogen nach oben auch.

„examiniert synonym“
Geprüft?

„glühwein ablaufdatum“
Den kann man danach immer noch trinken.

„musik verhörer“
In Liedtexten versteht man manchmal etwas anderes.

„misandrisch“
Männerfeindlich.

„donna stricken“
Die Nobelpreisträgerin heißt Donna Strickland.

„übergangslösung kreuzworträtsel“
Interim.

„leben verschwenden“
Bei einem Computerspiel?

„ich muss tagesdildo tragen“
Dann lass‘ es doch bleiben.

„tschüss duden“
Abschiedsgruß.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

Gerüchtet //1957

Für die Mittagspause hatte ich mich mit Verena in einem Café in der Innenstadt verabredet. Ich war etwas früher dran, sie kam kurz nach dem vereinbarten Zeitpunkt.
Zunächst druckste sie etwas herum, als wisse sie nicht, wie sie anfangen solle. Schließlich rückte sie doch mit der Sprache heraus: „Teresa erzählt überall herum, dass du sie mit ihrem Mann betrogen hättest.“
Vor etwa drei Wochen hatte ich Teresa zufällig bei einem Besuch bei Verena gesehen. Und jetzt verbreitete jene Gerüchte und Lügen über mich.

Ich schüttelte den Kopf: „Das ist absoluter Unsinn. Ich war vor Jahren mal mit Benjamin zusammen. Das war lange, bevor ich deinen Vater traf. Und er war damals auch noch Single. Jetzt sind wir nur noch gute Freunde und arbeiten wissenschaftlich zusammen.“
„Sie sagt, sie hätte Sexbilder bei ihm gefunden, auf denen du drauf bist.“
„Diese Bilder stammen noch aus der Zeit, als wir eine Affäre hatten. Es gibt wohl auch ein paar neuere Bilder. Aber die sind völlig harmlos.“ Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust, mich ihr gegenüber rechtfertigen zu müssen, deshalb fügte ich hinzu: „Dein Vater weiß über alles Bescheid. Du kannst ihn fragen, wenn du mir nicht glaubst.“
Sie schien sich unbehaglich zu fühlen, schüttelte schließlich den Kopf. „Nein, es ist nur so, dass Teresa allen Eltern im Kindergarten davon erzählt hat. Und ich weiß nicht, wem sonst noch.“

Das ist Verleumdung oder üble Nachrede! Mir persönlich ist es ja wurscht, was die Leute von mir halten, aber ich muss auch an Carsten und das Geschäft denken, ebenso an Benjamin’s Ruf.
Es gelang mir, Verena ganz ruhig für die Information zu danken. Was ich weiter mache, weiß ich noch nicht. Ich persönlich würde es am liebsten ignorieren und auf sich beruhen lassen, fürchte aber, es könnte sich geschäftsschädigend auswirken.

Es war schon richtig, dass Verena damit erst zu mir gekommen ist. Niemand bespricht solche Angelegenheiten gerne mit Carsten. Ich habe ihre Intrige ja nicht vergessen, mit der sie einst versuchte, Carsten und mich auseinander zu bringen, aber ich bin inzwischen sicher, dass sie es tatsächlich bereut und daraus gelernt hat.

Abends sprach ich dann wohl oder übel noch mit Carsten darüber. Er war alles andere als erfreut, stimmte mit mir allerdings überein, dass es wohl nichts bringen wird, etwas dagegen zu unternehmen. Wir wollen keinen Streisandeffekt riskieren. Für alle Fälle wird er aber seine Anwälte deswegen konsultieren.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 22 Kommentare

Rauchige Anmache //1956

Am frühen Abend machte ich den Fehler, zu erwähnen, dass mir etwas kühl sei.
Meine Intention war es gewesen, ihm einen subtilen Hinweis zu geben, dass es seine eheliche Pflicht sei, mich zu wärmen. Sonst hätte ich mir ja auch gleich eine Jacke anziehen können, oder mich in eine Decke einwickeln.

Im Laufe des Sommers hatte er ab und zu am Samstagnachmittag ein bis zwei Stunden damit verbracht, Holz zu hacken. Nachdem er den Bogen erst mal raus hatte, klappte das ganz gut.
Mein Ansinnen gab ihm Gelegenheit, den offenen Kamin einzuweihen, obwohl ich versuchte, ihn davon abzubringen.
„Dafür ist es noch nicht kalt genug. Und eigentlich friert es mich gar nicht so sehr. Dagegen wüsste ich eine wirksamere Maßnahme.“
Er schüttelte den Kopf. „Jetzt ist Oktober, das ist schon Heizzeit. Ich schüre den Kamin jetzt an.“

Der ganze Holzkram ist mir lästig, aber vertraut, weil wir in der alten Heimat vorwiegend mit Holz und Kohle geheizt haben. Der Herr Klugsch dagegen ist superkomfortabel in der Stadt aufgewachsen, und hat noch nie im Leben ein Feuer anmachen müssen.

Ich wollte mich ja wirklich raushalten, aber als ich dann sah, dass er große, immerhin trockene Holzklötze eng aufeinander im Kamin stapelte, erlaubte ich mir den Hinweis, dass das Feuer besser brennen würde, wenn die Oberfläche im Vergleich zum Holzvolumen größer wäre, um die Kontaktfläche mit Sauerstoff zu erhöhen. Chemische Kinetik nullter Ordnung.
Er nahm meinen Hinweis zur Kenntnis, änderte aber nichts am Holzstapel, sondern versuchte vergeblich, eines der Scheite anzuzünden. Schließlich räumte er das Holz wieder heraus, und beherzigte meinen Hinweis. Er suchte möglichst kleine Holzstücke, stellte sie eher gegeneinander, so dass auch von unten Luft herankam, und mit Hilfe von etwas Zeitungspaper gelang es ihm dann doch, das Holz zu entzünden.
„Verdammt! Das raucht ja nur!“

Wo Rauch ist, muss nicht unbedingt Feuer sein. Der Kamin zog nicht ab, und innerhalb kurzer Zeit füllte sich der Raum mit Rauch, so dass er die Fenster und Türen öffnete (wodurch es mich dann erst richtig fror).
„Ich sag‘ doch, dass es noch nicht kalt genug für den Kamin ist“, konnte ich mich jetzt nicht mehr zurückhalten. Es stank, der Rauch kratzte unangenehm im Hals und brannte in den Augen.
„Was soll ich jetzt machen?“, ließ er sich endlich herab, mich um Rat zu fragen.
„Die Außentemperatur und der Kamin selbst sind noch zu warm, als dass der Rauch durch Konvektion durch den Kamin abziehen kann. Dazu braucht es eine deutlich größere Temperaturdifferenz“, erklärte ich, „du musst das Feuer schnell auf eine hohe Temperatur bringen. Das geht am besten, wenn du alte Pappe, oder auch Rindenstücke draufschmeißt, damit es richtig brennt, und dann erst Holz.“

Nach einigen Minuten gelang es ihm, so dass der Rauch sich verflüchtigte. Es stank aber immer noch. Von Gemütlichkeit keine Rede. Erst nach einiger Zeit konnten wir Türen und Fenster wieder schließen. Inzwischen prasselte das Feuer weit stärker als es zu dieser Jahreszeit nötig und wünschenswert ist.

„Leg‘ dich da hin. Ich will dich vor dem Kaminfeuer nehmen!“, bedeutete er mir, und zeigte auf den leeren Boden vor dem Kamin.
Ich schüttelte ablehnend den Kopf. „Auf den kalten, harten Fliesen? Und dreckig ist auch.“
Tatsächlich lagen Holzsplitter, Asche und Ruß auf der Fläche vor dem Kamin.
Er seufzte genervt, zerrte dann einen Teppich vor den Kamin.
„Und wenn ein Funke oder Glut darauf fällt?“, gab ich zu bedenken, „der Teppich ist nicht feuersicher. Auf der Couchgarnitur ist es viel bequemer.“
Ach, ich vermisse den Kachelofen. Auch wenn er nicht in Betrieb war, so konnte man sich doch so schön an ihn anlehnen.

Da niemand noch mal nachgelegt hatte, war das Kaminfeuer ziemlich niedergebrannt, als wir uns danach wieder von der Couchgarnitur erhoben.
Ich hoffe, dass der Kamin in Zukunft aus bleibt. Für den Fall, dass nicht, habe ich ihm empfohlen, eine Kiste mit Spreißeln als Anmachholz vorzuhalten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 8 Kommentare

Die Geschichte der Frau $Lehrerin.Name //1955

Da ich die Story über Frau Offenbluß ohnehin zeitnah niederschreiben musste, um keine wesentlichen Einzelheiten zu vergessen, kann ich sie genauso gut bereits heute bloggen.

Es war nicht lange nach Ingrid’s Tod. Fiona war noch minderjährig und stand kurz vor dem Abitur. Unter einem Vorwand wurde Carsten in die Sprechstunde ihrer Lehrerin, Frau Offenbluß, bestellt. Es passte ihm gar nicht, seine Arbeit wegen eines nicht-geschäftlichen Termins unterbrechen zu müssen, aber Frau Offenbluß hatte vorher schriftlich darauf gedrängt.
Bestimmt war der Tod ihrer Mutter ein schwieriger Einschnitt für Fiona gewesen, und dieser Verlust hatte wohl auch ihre Schulleistungen beeinträchtigt, so dass ihr Abitur gefährdet war. Insofern blieb Carsten, der damals für ein paar Monate alleinerziehend war, wohl nichts anderes übrig, als den Termin in der Schule wahrzunehmen.
Frau Offenbluß war noch recht jung und trug stylishe Kleidung.
Zunächst saßen sie und Carsten einander gegenüber, und besprachen Fiona’s Lernverhalten und ihre schulische Entwicklung. Immer wieder beugte sich Frau Offenbluß dabei so nach vorn, dass der Ausschnitt ihrer Bluse weit aufklaffte. Als beide ein Heft betrachteten, berührte ihre Hand Carsten’s Hand.
Frau Offenbluß stand dann auf, trat halb hinter Carsten, und wollte ihm angeblich in einem Buch, das vor ihm lag, etwas zeigen. Dabei streiften ihre Brüste seine Schulter.

„War sie denn wenigstens dein Typ?“, unterbrach ich Carsten’s Schilderung, denn früher hat er ja auch kaum ‚was anbrennen lassen.
„Überhaupt nicht! Sie hätte zwar ganz hübsch sein können, wäre sie nicht zu stark geschminkt gewesen. Und sie war auch schlank, aber für meinen Geschmack zu klein. Dabei trug sie so seltsame Schuhe mit hohen Absätzen und dicken Sohlen – wie hießen die noch mal?“
„Plateausohlen.“
„Genau. Albern so etwas. Dazu noch Quasten – so merkwürdig, dass ich mich immer noch daran erinnere.“
„Wie ging es dann weiter. Was hast du gemacht?“
„Ich wollte nichts mit dieser Frau zu tun haben. Ihre Avancen stießen mich ab. Es gab aber keine Zeugen. Da hätte ich schlechte Karten gehabt, wenn ich sie einfach von mir gewiesen hätte. Sie hätte die Ablehnung auch an Fiona auslassen können. Ich stand also auf, brachte Abstand zwischen uns, und erklärte ihr, dass ich jetzt dringend wieder ins Büro müsse. Das stimmte auch. Die ganze Angelegenheit hatte mich sowieso zu viel Zeit gekostet.“

Frau Offenbluß meinte daraufhin, dass noch längst nicht alles nötige besprochen sei. Wenn er jetzt keine Zeit mehr hätte, wäre sie gerne bereit – ihrer Schülerin zuliebe – sich mit ihm abends zu treffen, um die Unterredung weiterzuführen. Da sie so gar nicht nachgab, machte Carsten mit ihr einen Termin an einem Abend ein paar Tage später aus.

Frau Offenbluß muss ziemlich angesäuert ausgesehen haben, als sie beim verabredeten Termin nicht Carsten, sondern Sonja antraf. Carsten hatte diese gebeten, an seiner Stelle mit Frau Offenbluß zu sprechen, da sie ja ebenfalls Gymnasiallehrerin und außerdem Fiona’s Tante war (und immer noch ist).

„Jetzt verstehst du vielleicht besser, warum ich damals keine Frau als Berater wollte“, schloss Carsten seine Erzählung ab.
„Hm. Ich hatte das bisher als gesunden Sexismus eingestuft. Aber ich erinnere mich auch noch, dass du mich für die Bewerbungsgespräche für deine Sekretärin als Aufpasserin wolltest.“
„Ich hätte dafür durchaus auch eine Frau aus meiner Belegschaft gefunden“, schmunzelte Carsten, „aber das erschien mir als gute Gelegenheit, meine Lieblingsberaterin in meiner Nähe zu haben.“
Ich lachte und räkelte mich auf seinem Schoß. Es ist mir nicht entgangen, dass immer wieder irgendwelche Frauen versuchen, ihm Avancen zu machen. Manchmal denke ich, dass es ein Fehler war, keine Eheringe zu tragen, denn diese symbolisieren immerhin, dass die exklusiven Nutzungsrechte für diesen prachtvollen Mann bereits vergeben sind.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 18 Kommentare

Partygäste //1954

Sonja’s Geburtstagsfeier hatte ich mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. Dort hatte es erst kürzlich eine unangenehme Überraschung gegeben, und letztes Jahr erst recht.
Nun, zumindest ein Treffen mit Fiona und Corinna war diesmal nicht zu erwarten. Corinna hatte ja nur einen befristeten Job hier in der Stadt gehabt. Der war zwar noch mal verlängert worden, aber dann doch ausgelaufen. Inzwischen hat sie eine andere Anstellung irgendwo gefunden, so dass die beiden samt Baby wieder von hier weggezogen waren.

Als wir das Haus betraten, liefen uns Sophie und Niklas entgegen.
Ich hatte Sophie nach und nach erst Häkeln und danach auch ein wenig Stricken beigebracht. Rechte Maschen kann sie schon ganz gut, mit linken tut sie sich noch schwer, und meistens vergisst sie noch die Randmaschen. Lochmuster sind als nächstes vorgesehen.
„Anne, Anne!“, rief sie mir entgegen, „du hast mir doch versprochen, mir zu zeigen, wie man Löcher strickt.“
Und Niklas, der noch ein kleines Sprachproblem hat, echote: „Löcher ?icken, Löcher ?icken!“
Ich sagte Sophie, dass ich mir später eine halbe Stunde für sie Zeit nehmen würde. Das löste ich dann auch ein, und nutzte die Gelegenheit, ihr Konzepte von Maschenerhaltung sowie Konstruktoren und Destruktoren zu erläutern.

Verena nahm mich kurz zur Seite. Sie hätte dringend etwas mit mir zu besprechen, aber nicht hier und nicht jetzt. Ob wir uns in der kommenden Woche nicht einmal mittags in der Stadt treffen könnten. Ich machte einen Termin mit ihr aus.

Lukas hatte leider nicht kommen können, dafür waren auch einige Leute da, die ich nicht kannte.

Norbert wurde von Natascha, seiner neuen Freundin, begleitet. Sie erschien mir sehr nervig, lachte immer wieder laut und schrill. Sie ist deutlich jünger als Norbert, arbeitet als Krankenschwester in einer der Kliniken, und ist mindestens einen Kopf kleiner als er.
Ja, so weit ist es her mit der sogenannten Frauensolidarität! Schnappt sich einfach einen Mann, der viel gebildeter und größer ist als sie, anstatt ihn einer großen, gebildeten Frau zu überlassen, und sich selbst mit einem Mann auf ihrem Niveau zu begnügen. Im Urlaub war mir auch ein Paar aufgefallen (bislang hatte ich mir aber verkniffen, darüber zu bloggen), bei dem sie mindestens dreißig Zentimeter kleiner war als er. Der steht ihr nicht zu! Von wahrscheinlichen anatomischen Inkompatibilitäten mal ganz zu schweigen. Diese anmaßenden Frauen bringen das ganze Verteilungsgleichgewicht durcheinander, indem sie Resourcen alloziieren, die ihnen nicht gebühren.
Ich schreibe privat wirklich niemandem etwas vor. Diese Aneignung halte ich aber schlicht für enorm rücksichtslos.
Es geht hier nicht um mich. Ich persönlich bin ja bestens versorgt, und mit Ärzten mag ich eh nichts zu tun haben. Aber ich denke eben hier ausnahmsweise mal ganz uneigennützig an andere Frauen, die noch niemanden gefunden haben, der zu ihnen passt.
Ernsthaft – eine mittelgroße (oder darunter) Frau mit mittlerer Bildung (oder darunter) hat so eine enorm große Auswahl an geeigneten Männern. Was muss die sich ausgerechnet mit weit überdurchschnittlich großen und gebildeten Männern abgeben? Und die überdurchschnittlich großen, hochgebildeten Frauen gehen dann leer aus. Ebenso die kleinen Männer.
Für einen ONS oder eine temporäre Lösung kann man ruhig mal Abstriche machen, aber wenn einem an einer längerfristigen Beziehung gelegen ist, sollte es schon einigermaßen passen. Welcher Mann will denn auch sich dauernd so weit herunterbücken müssen und dadurch Rückenschmerzen herbeiführen.

Ein paar Tage vorher hatte ich mich ja sehr über eine Abiturientin geärgert, die trotz bester Deutschnoten eine miserable Arbeitsprobe geliefert hatte. Das heißt, insbesondere ärgerte es mich, dass sie keinerlei Einsicht erkennen ließ. Ich wollte das Thema gegenüber Sonja, die selbst Deutschlehrerin ist, ansprechen. Die Unterhaltung führte aber nicht weit, und wir kamen schnell vom Kern des Themas ab. Sonja erzählte von einer Kollegin, die sich für besonders cool hielt, aber immer sofort pampig wurde, wenn man etwas sagte, das ihr nicht genehm war.
„Hast du eigentlich Anne mal die Geschichte von Frau Offenbluß erzählt?“, fragte Sonja schließlich an Carsten gewandt. Sie lachte kurz auf: „Als ich Natascha’s Schuhe gesehen habe, musste ich vorhin gerade wieder daran denken.“
„Nein, ich glaube nicht“, antwortete Carsten.
Er erzählte mir dann später daheim noch die Story, aber das würde jetzt wirklich zu weit führen, und lohnt einen eigenen Blogeintrag. Das hebe ich mir auf, wenn ich sonst mal kein ergiebiges Blogthema habe.

„Was hältst du eigentlich von Natascha?“, fragte ich Carsten auf dem Weg zum Auto.
„Naja, sie ist sehr lebhaft und impulsiv. Vielleicht gefällt gerade das Norbert an ihr. Mein Fall wäre sie nicht. Ich mag doch lieber die stillen Wasser“, er blieb stehen und schlang seine Arme um meinen Leib. Während er unter meinem Rock zwischen meine Beine tastete, fügte er hinzu: „Insbesondere, wenn sie so schön tief gründen.“

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | 14 Kommentare

TWEEEEeeeeeee..eeee..ts //1953

Da habe ich in meiner Tweetsammlung doch wieder mal frühere Tweets ausgegraben. Diese hier erschienen zwischen dem 12. Januar und dem 3. Februar dieses Jahres.

Rückenschmerzen .. werd‘ ich vielleicht schon zu alt für rough sex?
Googlehupf //1768 Siebzehnhundertachtundsechzig
Es gibt ja Personen, die sind so verblendet und borniert, dass sie sich durch Gegenargumente bestärkt fühlen und jeden Widerspruch nur als Bestätigung ihrer kruden Ansichten nehmen.
Verleser des Tages: Schwellenwert statt Schwellkörper
Gestatten: Sheldine Schrödperger //1767 Siebzehnhundertsiebenundsechzig
Streik bei Zulieferer. Kann deshalb Termin nicht einhalten. Na, toll!
Verleser des Tages: Mehrfach-Erektion statt Mehrfach-Ereignis
Urlaubspläne – 10Qs //1766 Siebzehnhundertsechsundsechzig
Verleser des Tages: Generalisierung statt Generalsanierung
Funfact: #120dB entspricht dem Faktor 1E6. #Logarithmus #Dämpfung
Heute Blue Moon und Mondfinsternis (hierzulande nicht sichtbar) #Vollmond
Vorgestellt (10 bis 13) //1765 Siebzehnhundertfünfundsechzig
Verschreiber des Tages: Abteilung statt Ableitung
SM wie Social Media //1764 Siebzehnhundertvierundsechzig
Am Baum auf Nachbargrundstück hängt zerfledderte Plastiktüte, flattert im Wind. Sieht aus wie ein Vögelpärchen.
Verleser des Tages: Blogrhythmus statt Biorhythmus
Verknotete Topologie //1763 Siebzehnhundertdreiundsechzig
breakpoint’s Wayback Archive #1E //1762 Siebzehnhundertzweiundsechzig
Verschreiber des Tages: Dickoment statt Document
Schaumige Küsse //1761 Siebzehnhunderteinundsechzig
Verhörer des Tages: Tränen statt Trainern
Von Kopftüchern, Kartoffelsäcken und Käferjagd //1760 Siebzehnhundertsechzig
2^2^2 * 3 * 5^2 * 7 Tweets
Verhörer des Tages: Exe statt Echse
#Projektleiter2030 #Blogparade //1759 Siebzehnhundertneunundfünfzig
Dadurch dass ihr mir folgt, beweist ihr einen ausgezeichneten Geschmack! #tagderkomplimente
Verleser des Tages: Olivenzwerg statt Olivenzweig
Säuberung //1758 Siebzehnhundertachtundfünfzig
Verleser des Tages: HPGL statt HDGTL
Age of Aquarius //1757 Siebzehnhundertsiebenundfünfzig
Verleser des Tages: Gemüse statt Genüsse
Holz hinter dem Haus //1756 Siebzehnhundertsechsundfünfzig
Verhörer des Tages: quer statt square
breakpoint’s Wayback Archive #1D //1755 Siebzehnhundertfünfundfünfzig
Verleser des Tages: Rentnerin statt Richterin
Maiengetwitter //1754 Siebzehnhundertvierundfünfzig
Verschreiber des Tages: Trail statt Trial
Synchronschluckauf //1753 Siebzehnhundertdreiundfünfzig
Verleser des Tages: Innovationen statt Initiativen
breakplaining: Tunneln //1752 Siebzehnhundertzweiundfünfzig
Verhörer des Tages: atypisch statt arttypisch
Mathemagical Mystery Tour //1751 Siebzehnhunderteinundfünfzig
Verleser des Tages: amourös statt glamourös
breakpoint’s Wayback Archive #1C //1750 Siebzehnhundertfünfzig
Verleser des Tages: ejakuliert statt entlangkullert
In Zukunft schreibe ich nicht mehr „weit rechts“, sondern „für große Abszissenwerte“.
Die Assoziation zu Doggy-Style ist auch nicht weit.
Verschreiber des Tages: DickStyle statt DockStyle
Die letzten Dominosteine aufgegessen. Jetzt fühle ich mich so richtig dominier*.
Unbetitelt //1749 Siebzehnhundertneunundvierzig

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Fortuna ist auf einem Auge blind //1952

Vor längerer Zeit hatte einer meiner Mitarbeiter gekündigt, weil er sich selbständig machen wollte.
Jetzt hat er wieder mit mir Kontakt aufgenommen. Sein Geschäft lief nicht ganz so, wie er sich das erhofft hatte. Ein größerer, sicher geglaubter Auftrag war nicht zustande gekommen, bei kleineren Aufträgen klappte es auch nicht besonders, seine Ausgaben hatte er unterschätzt, ..
Kurz – er würde inzwischen die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses wieder sehr schätzen.
Tja – wir haben uns damals nach seinem Weggang anderweitig arrangieren müssen, so dass wir derzeit keinen Bedarf haben. Wäre er wenigstens Experte für die spezielle Technologie, die hinter Evalyze steckt. Aber damit kennt er sich auch nicht aus.
Ich kann ihn nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit und Gutmütigkeit wieder einstellen. Schließlich müssen wie hier Profit machen (den wir größtenteils dann wieder reinvestieren und damit bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen).
Vielleicht kann ich ihn stundenweise als Externen beschäftigen, sofern es uns nicht zu teuer kommt. Ob ihm das wirklich weiterhilft, weiß ich nicht. Aber auch dafür bräuchte ich erst einmal geeignete Arbeitspakete. Ich habe ihm erklärt, dass ich mir überlegen werde, ob ich passende Aufgaben für ihn finde, ihm aber keine Hoffnungen machen will. Er darf mich aber jederzeit als Referenz nennen und zu diesem Zweck meine Mailadresse weitergeben, wenn er mit anderen interessierten Unternehmen spricht.

Es heißt zwar „jeder ist seines Glückes Schmied“, „dem Tüchtigen gehört die Welt“ oder „fortem fortuna adiuvat“, und an diesen Redensarten ist durchaus einiges dran: Man muss schon selbst anpacken, wenn man etwas erreichen will.
Der Umkehrschluss stimmt allerdings nicht. Oft genug genügen eigene Anstrengungen nicht für den erwünschten Erfolg. Die Realität macht da ganz gerne einen Strich auch durch die ausgeklügeltste Rechnung.
Soweit ich es damals mitbekommen habe, war das Vorhaben dieses früheren Mitarbeiters wohldurchdacht, so dass es nicht an unzureichender Planung lag. Er war ganz bestimmt kein Traumtänzer mit weltfremden Erwartungen.
Ich weiß, dass er fachlich hochkompetent und tüchtig ist, aber für Selbständigkeit sind halt auch noch andere Faktoren wichtig. Was jetzt konkret die Ursache für das Misslingen seines Geschätsmodells war, darüber möchte ich hier nicht spekulieren. Es gibt halt keine Garantie für Erfolg.
Manchmal haben Selbstdarsteller und Blender mehr Erfolg, als sie verdienen, während der solide Fachmann das Nachsehen hat. In unserer Branche halten sich erstere allerdings nicht lange. In bestimmten anderen Berufsfledern dagegen schon.

Meine Selbständigkeit hätte damals auch schiefgehen können.
Ich hatte nebenberuflich begonnen, und meinen Arbeitsplatz erst aufgegeben, als ich mir einigermaßen sicher sein konnte, genügend Aufträge zu bekommen – im Hinterkopf immer Pläne B, C und D, falls das Business scheitern würde.
Sicherlich hatte ich auch Glück dadurch, dass ich nur einen Nischenmarkt bediente, in dem es nur relativ wenig Konkurrenz gab. Über mein Spezialgebiet habe ich oft genug gelästert. Immerhin hatte seine Komplexität, Unüberschaubarkeit und Inkonsistenz den Vorteil, eventuelle Nachahmer abzuschrecken.
So jedoch konnte ich weltweit Kunden gewinnen, und zwar meist ohne mit ihnen persönlich in Kontakt treten zu müssen. Das Beratergeschäft ging dann irgendwann auch. Wenn ich mich in der Thematik auskenne, fühle ich mich in Gesprächen darüber sicher, so dass es eigentlich keine bedeutsamen Probleme in der Kundenkommunikation gab. Smalltalk muss ich da ja nicht halten.

Jetzt bin ich ein wenig vom Thema abgekommen. Wie auch immer – berufliche Selbständigkeit bedeutet zwar eine gewisse Freiheit. Als abhängig Beschäftigter hat man dafür den Vorteil, das Risiko und die Verantwortung an einen Arbeitgeber abgeben zu können, und ein sicheres Einkommen zu beziehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 11 Kommentare

Unterkritisch //1951

Massemäßig ist wieder alles im erwünschten Bereich. Bestimmt hat auch meine zurückliegende Geschäftsreise dazu beigetragen, denn da kam ich nicht dazu, besonders viel zu essen. Und außerdem hatte ich eine kleine Magenverstimmung am Montag, nachdem ich zur Feier eines Geschäftsabschlusses kalten Sekt getrunken hatte. Aber egal. Es passt jetzt wieder.

Es erscheint mir dennoch sinnvoll, für alle Fälle in Zukunft meine Masse im Auge zu behalten. Ich habe weder Zeit noch Lust, mich täglich zu wiegen, noch halte ich dies für besonders aussagekräftig.
Deshalb habe ich beschlossen, mich etwa einmal monatlich, zu einem genau definierten Zeitpunkt zu wiegen, und das Ergebnis zu dokumentieren (für eventuelle spätere weitergehende Analyse). So etwas ist schwierig zu merken, deshalb werde ich es immer am Morgen nach dem Einsetzen meiner Menstruationsblutung machen. Auf diese Weise eliminiere ich zyklusbedingte Schwankungen. Die Wägung mache ich dann gleich früh nach dem ersten Toilettenbesuch, noch bevor ich irgendetwas zu mir genommen habe. So dürfte diese Fehlerquelle auch minimal sein.
Manchmal ist so ein absolviertes Physikstudium schon ein Fluch. Da macht man sich komplizierte Überlegungen, an die andere Leute keinen Gedanken verschwenden.

Wenn ich mir meine Verwandtschaft so ansehe, wird eine Überwachung meiner Masse früher oder später vielleicht notwendig.
Auf mütterlicher Seite sind die jüngeren Frauen eigentlich alle mehr oder weniger schlank. Nach etwa den Wechseljahren dagegen haben sie aber alle Übergewicht, teils erhebliches. Bei den Männern erkenne ich kein Muster.
Manche Kinder haben „Babyspeck“, aber der verwächst sich normalerweise spätestens in der Pubertät.
Meine Verwandten väterlicherseits dagegen sind alle ziemlich schlank, oder haben höchstens geringes Übergewicht, unabhängig von Geschlecht und Alter. Blutsverwandte Ausnahmen fallen mir zumindest nicht ein.

Wenn ich in die Wechseljahre komme werde ich mir ein anderes Vorgehen überlegen müssen (vielleicht in kürzeren Abständen wiegen, und dabei hormonelle Effekte in Kauf nehmen), aber vorläufig reicht es so.
Falls meine ermittelte Masse oberhalb des Sollbereichs liegt, kann ich sofort gegensteuern. Auf diese Weise sollte es kein Problem geben, auch weiterhin rank und schlank zu bleiben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | 23 Kommentare

Es folgt ein Rant //1950

Nur selten beschäftigen wir Werkstudenten. Passende Aufgaben fallen nicht unbedingt in der vorlesungsfreien Zeit an, noch lassen sie sich mit ausreichendem Vorlauf planen.
Andererseits versuchen wir natürlich auch, unseren Mitarbeitern einen Gefallen zu tun, wenn sie studierende Kinder haben, die gerne ein paar Wochen jobben würden.
Ein langjähriger Angestellter hatte mich angesprochen, weil seine Tochter, die gerade Abitur gemacht hatte, die Zeit bis zum Semesterbeginn teilweise mit einem Job überbrücken wollte, um sich etwas Geld zu verdienen. Er pries mir insbesondere ihre ausgezeichneten Deutsch-Noten an. Das ist nicht unbedingt eine Qualifikation, für die wir besondere Verwendung im Rahmen einer Werkstudententätigkeit hätten.
Nach einiger Bedenkzeit fiel mir dann doch ein, dass sie ein spezielles Dokument, das ich schon lange, wenn auch mit niedriger Priorität auf meiner To-Do-List habe, erstellen könne. Eigentlich wollte ich es selbst mal schreiben (wenn auch in Englisch), aber für den beabsichtigten Einsatz ist Deutsch auch in Ordnung, und ich hatte die Hoffnung, durch ihre Tätigkeit selbst etwas Zeit einzusparen.

Ich wies sie also in die vorgesehene Aufgabe noch vor meinem Urlaub ein. Danach kam ich nicht gleich dazu, mir ihre Fortschritte genauer anzusehen, warf eher stichprobenartig einen Blick darauf. Der bisherige Entwurf schien oberflächlich betrachtet erst einmal in Ordnung zu sein.
Die Werkstudentin war dann zwischenzeitlich selbst zwei Wochen in Urlaub. Das war vorher so vereinbart worden.
Es gab noch ein paar Verzögerungen, ich selbst war verreist, so dass ich erst diese Woche dazu kam, ihr inzwischen fast fertiges Werk anzusehen.
.
.
.
*seufz*
Was soll ich dazu sagen?
OK – positiv ist, dass es nur wenige Rechtschreibfehler gibt. Aber sonst? Die Struktur ist uneinheitlich, die Sprache oft unangemessen oder gar schnörkelig-blumig, und das schlimmste ist, dass das Dokument die beschriebenen Gegebenheiten zu ungenau, manchmal sogar unkorrekt darstellt. Insbesondere machte es mich wahnsinnig, dass sie es nicht schaffte, Anführungszeichen innerhalb von Anführungszeichen korrekt zu escapen, obwohl ich ihr es mehrfach erklärte, damit sie zumindest das nachbessern kann.
So kann ich das Dokument nicht gebrauchen. Da werde ich nicht vermeiden können, selbst noch mal ausführlich drüber zu gehen. Viel Zeiteinsparung hat mir das nicht gebracht, wenn überhaupt.
Als ich die Abiturientin darauf ansprach, zeigte sie sich uneinsichtig. Genau so hätten sie es im Deutschunterricht gelernt, und da sei sie ja so sehr gut gewesen. Also müsste es genau so richtig sein, wie sie es geschrieben habe.
Herrfeynmannochmal! Hätte ich sie erst auf einen Kurs für Technische Redaktion schicken sollen?
Ich hätte ihre Zwischenergebnisse natürlich besser überwachen müssen, statt ihr diese – wirklich nicht besonders komplizierte – Aufgabe zuzutrauen. Das nächste Mal weiß ich Bescheid, und passe besser auf. Die Frage ist, ob es überhaupt etwas bringt, Werkstudenten einzustellen, wenn sie nicht halbwegs selbständig agieren können und die ihnen zugeteilten Aufgaben nur schaffen, wenn sie engmaschig betreut und beobachtet werden.

Die andere Frage ist, was Schüler denn überhaupt noch im Deutschunterricht lernen, auch wenn das etwas off topic ist. Das heißt – nein, es ist völlig on topic. Eigentlich ist die Begebenheit mit dieser Werkstudentin nur der Auslöser für diesen Blogartikel, bei dem ich einiges rauslasse, was sich im Laufe der Zeit in dieser Hinsicht aufgestaut hat. Die Unfähigkeit dieser Abiturientin ist nur ein Symptom für das strukturelle Versagen des Deutschunterrichts.
Zunächst einmal soll Deutschunterricht den Schülern doch korrekte Syntax, Orthografie und Interpunktion beibringen (wobei ich zugebe, dass dies durch die Rechtschreibreform eine heisenbergartige Unschärfe oder schrödingerartige Uneindeutigkeit bekommen hat).
Während die Schüler dies alles lernen und einüben, ist es sinnvoll, sie viel lesen zu lassen. Anfangs einfache Texte, später anspruchsvollere Lektüren. Aber die muss man dann nicht zu Tode diskutieren. Literarische Werke zu lesen, ist ja gut, aber diese ständige Überinterpretiererei in der Schule, hat mir die Freude an der Literatur geraubt. Beispielsweise mochte ich Dürrenmatt’s „Physiker“ – bis wir sie in der Schule durchnahmen. Darüber wurde dann soviel besprochen und vorwärts und rückwärts durchgekaut, dass mir das ganze nur noch lästig war (völlig ungeachtet der Tatsache, dass die im Stück genannte „Weltformel“ als Gleichung der Theoretischen Physik sowieso keinerlei Technizität hat).
Was bringen dauernde irrelevante Gedichtinterpretationen oder weltfremde Textanalysen? Klar, kann man das mal machen. Aber sollte der Fokus nicht viel eher praxisorientiert sein und auf dem Schreiben sachlicher Texte liegen? So ziemlich jeder Schüler wird in seinem späteren Leben wohl mal einen Bericht oder ein Protokoll schreiben müssen. Die wenigsten werden Literaturkritiker oder Deutschlehrer werden wollen. Non scolae sed vitae discimus.
Und weil ich im Publikum gerade „Journalisten“ raunen höre – ja, die müssen ihre Sprache beherrschen, und dann sollen sie Fakten sachlich, neutral und verständlich darstellen, ohne ihre eigene Meinung, Interpretationen oder unbelegte Vermutungen miteinfließen zu lassen. Wo bitte gibt es das denn heute noch?
Ich verlange wohl zu viel, wenn ich möchte, dass Lehrer ihre persönliche Meinung zu kontroversen Themen für sich behalten sollen, um ihre Schüler unbeeinflusst ihre eigene Meinung bilden zu lassen. Sendungsbewusstsein ist im Schuldienst fehl am Platz.

Wie war das denn zu meiner Zeit in der Schule? Es ging in Deutsch doch nur noch darum, was uns ein Autor mit seinem Text „sagen will“. Warum sagt er das dann nicht einfach konkret, klipp und klar?
Generationen von Schülern wurden dazu gedrängt, in die Worte eines Schriftstellers Interpretationen hineinzudeuten. Sie mussten sich etwas aus den Fingern saugen, was dieser Autor vielleicht gemeint haben könnte. Es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als dem Autor Motivationen und Intentionen zu unterstellen, auch wenn es dafür nie Belege gab. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nur ein geringer Bruchteil aller diesbezüglichen Schüleräußerungen tatsächlich halbwegs die Absicht des Autors traf. Daran ändert auch die Meinung tausender Deutschlehrer nichts mehr. Da die meisten Schriftsteller längst tot sind, können sie Fehldeutungen nur nicht mehr widersprechen. Textinterpretationen sind also vor allem Spekulationen, die Bedeutungen implizieren, für die es keine hinreichende Begründung gibt.
Ich habe es ja selbst oft genug erleben müssen, dass meine Blogtexte völlig falsch interpretiert wurden, und mir eine Intention unterstellt wurde, die überhaupt nicht dastand und nicht vorhanden war.
Die Interpretation literarischer Texte ist keine exakte Wissenschaft! Dennoch wird gerade dieser Anschein erweckt. Je fantastischer eine Deutung eines Textes ist, desto mehr wird der Schüler in seiner Ansicht bestärkt. Nix mit Ockham’s Razor. Und irgendwann glaubt er dann, dass seine Annahmen immer stimmen müssen.

Denkt von mir, was ihr wollt, aber ich vermute (ohne Absolutheitsanspruch), dass der moderne Deutschunterricht maßgeblich zum Niedergang der gesellschaftlichen Diskussionskultur mitbeigetragen hat.
Wenn jeder davon überzeugt ist, dass seine Hypothesen stimmen, so ist es kein Wunder, dass Widerspruch oder Kritik schnell als Hass wahrgenommen werden, und dass die Leute sich dann lieber gegenseitig die Köpfe einschlagen, als ihre eigenen Voreingenommenheiten mal zu überdenken, und nüchtern nach Belegen für ihre Behauptungen suchen.
Es ist immer wieder erstaunlich, auf wie viele Weisen die Leute ein und denselben Satz missverstehen können.

Nach mehreren unabhängigen Quellen scheint es, als ob viele Lehrkräfte den Kindern so ziemlich alles durchgehen lassen, und stattdessen die Eltern als Gegner sehen.
Cholerische Lehrer gab es auch in meiner Schulzeit, aber nach allem, was ich von mehreren Eltern gehört habe, verlieren heute viele Lehrkräfte leicht aus nichtigem Anlass ihre Selbstbeherrschung und Contenance. Das ist sicherlich kein Vorbild für die Jugend.
Vielen Leuten ist ja gar nicht bewusst, dass ein Roman oder Schauspiel nicht die Realität abbildet. Das kann man gar nicht zu oft betonen! Das meiste ist reinste Fiktion. Und selbst wenn es auf Tatsachen beruht, so ist es durch die Perspektive des Autors zumindest verzerrt.

Wie sollte ein zeitgemäßer Deutschunterricht aussehen? Für ABC-Schützen sind natürlich andere Aspekte vorrangig als für die Abiklasse.
Lasst die Kinder doch lesen, viel lesen, aber vor allem das, was sie selbst wollen und unterhaltsam finden. Macht Vorschläge, aber keine strengen Vorgaben, und drängt sie nicht immer nur zu diesen uralten, moralisierenden Geschichten. Lasst sie selbst Erlebniserzählungen und Gedichte schreiben. Erweckt den Spaß an der Sprache durch Wortspiele. Bringt ihnen das Handwerkszeug bei, aber indoktriniert sie nicht. Lehrt sie ruhig die wichtigsten Stilmittel, aber übertreibt es nicht damit. Lasst die Schüler Referate halten über Themen, die sie wirklich interessieren, auch wenn sie fachfremd sind. Lasst die ganze Klasse darüber diskutieren. Unterstützt rhetorische Methoden, aber duldet keine eristischen Tricks.
Oh, und lasst die Schüler als Hausaufgabe mal einen Aufsatz schreiben, mit der Vorgabe, eine nicht unmittelbar ersichtliche Bedeutung zu haben, deren Verständnis sich nicht gleich erschließt (beispielsweise so à la Chymische Hochzeit des Christian Rosencreutz) – mit versteckten Analogien, geheimnisvollen Allegorien, mystischen Metaphern, und was ihnen sonst noch so einfällt. Viel Spaß bei der nachfolgenden Interpretation durch Mitschüler und Lehrer! Kraweel, kraweel!
Lasst die Schüler sich selbst immer kritisch hinterfragen: Was ist nur Vermutung? Was ist durch dritte Personen überliefert? Was ist tatsächlich belegbarer Fakt? Nur weil es irgendjemand mal geschrieben hat, muss es noch lange nicht stimmen!
Wenn diese Abgrenzungen in der Wahrnehmung immer mehr verschwimmen, ist bald keine zielführende Diskussion mehr möglich, weil jeder nur innerhalb seines eigenen Befindlichkeitshorizonts argumentiert.
Lasst Zweifel zu. Nicht zu jeder Frage gibt es eine eindeutige Antwort. Zieht die Schüler nicht zu selbstgefälligen Apodikten heran, die ihr eigenes Double Think nicht mehr wahrnehmen.

Naturwissenschaftlern lehrt die Natur schnell Demut, während (nicht nur!) Philologen häufig in ihrer Blase der eingebildeten Allwissenheit bleiben.
Wenn ich Code schreibe, und das Programm macht nachher Blödsinn, so ist das ganz allein mein Fehler. Die Erkenntnis der eigenen Fehlbarkeit scheint dagegen so manchen Personen verborgen zu bleiben.

Viele Schulabgänger beherrschen elementare Fertigkeiten nicht, kombinieren dies aber mit einem solipsistisch-bornierten Ego.
Nicht nur Arbeitgeber wie ich müssen später ausbaden, was der Schulunterricht vermasselt hat, indem wir solche Leute erst mühsam wieder auf Spur bringen, und dafür auch noch zu teuer bezahlen.
Sondern die ganze Gesellschaft trägt die Konsequenzen dieses höchst verfehlten Bildungsansatzes.

So. Habe mich genug in Rage geschrieben.
Jetzt ist’s auch wieder gut.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 37 Kommentare

Plagiat! Oder nicht? //1949

Vor mehreren Jahren entdeckte ich auf einem Download-Portal eine Softwareanwendung, die einer meiner eigenen Softwareanwendungen auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sah.
Es handelte sich nur um eine einfache Freeware, aber ich war dennoch erzürnt.
Ich nahm dann mit dem Entwickler Kontakt auf. Dieser war durchaus aufgeschlossen und kooperativ. Er gab zu, dass er meine Anwendung kannte, und sich beim GUI teilweise davon hatte inspirieren lassen. Die Anwendung war auch nicht so kompliziert. Es gab nur eine Handvoll Parameter, die der Nutzer eingeben konnte, so dass das Formulardesign ziemlich nahelag.
Schaute man sich die Software genauer an, gab es durchaus Unterschiede. Die anderen GUI-Fenster wichen mehr oder weniger deutlich ab, und den Quellcode hatte dieser andere Entwickler originär selbst geschrieben (wie er mir glaubhaft versicherte).
Ich ließ es damals dabei bewenden. Viel wäre eh nicht herausgesprungen, hätte nur Zeit und Nerven gekostet.
Wäre es nicht nur um Freeware gegangen, wäre mir allerdings wohl nichts anderes übriggeblieben, als rechtliche Schritte einzuleiten. Schließlich verdiente ich zu der Zeit meinen Lebensunterhalt durch das Schreiben von Software. Da hätte ich es mir nicht leisten können, dass ein Konkurrent (halb) von mir abschreibt, und daraufhin Profit macht, der eigentlich mir zusteht.

Auch in der Firma hatten wir schon Ärger mit Produktpiraterie, aber darüber möchte ich mich hier und jetzt nicht auslassen.

Nun habe ich kürzlich ein anderes Blog gefunden, das meine Einträge teilweise aufzugreifen scheint, und in sehr ähnlicher Form wiedergibt. (Nein, ich verlinke nicht, noch gebe ich einen Hinweis, um welches Blog es sich handelt – ich will dieser Bloggerin nicht noch mehr Besucher verschaffen).
Die Beiträge sind nicht identisch, aber doch auffällig ähnlich. Es gibt dort auch Content, mit dem ich nichts zu tun habe. Möglicherweise eigene Beiträge der Bloggerin, oder auch von irgendwo anders abgekupftert.
Nun ja, ich beobachte noch. Vielleicht sind die Übereinstimmungen auch wirklich nur Zufall. Das kann ich derzeit nicht ausschließen.
Falls sich mein Verdacht erhärtet, habe ich eigentlich kaum Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, da ich selbst ja nicht unter meinem Realnamen auftrete, und ich für rechtliche Schritte meine Annenühmität aufgeben müsste.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 23 Kommentare

Doppelreise //1948

Also war ich am Dienstag Nachmittag zu Standort 2 aufgebrochen. Dieser Besuch stand schon lange aus, und jetzt habe ich den erst mal erledigt.
Aus verschiedenen Gründen erschien es sinnvoll, dass Werner, der Assistent der Geschäftsleitung, mich begleiten sollte.
In Standort 2 gab es kürzlich das Problem mit einer nicht richtig funktionierenden Baugruppe, die dort gefertigt wird. Der aktuelles Stand der Erkenntnis ist, dass aus noch ungeklärten Gründen zehn bis fünfzehn Prozent dieser Baugruppen nach einigen Betriebsstunden ausfallen. Der Rest scheint dann stabil zu funktionieren.
Werner und ich kamen abends an, und übernachteten dann in einem Hotel.
Vormittags besichtigten wir zunächst den Betrieb, aßen dort in der Kantine, danach gab es mehrere Besprechungen. Werner fuhr dann schon am Nachmittag zurück, während ich noch länger blieb, und noch eine Nacht im Hotel verbrachte.

Am Morgen reiste ich dann zu Standort 4. Das ist zwar eine völlig andere Gegend, aber so waren nur insgesamt drei Reisestrecken nötig. Wäre ich erst wieder heim gefahren, so wären vier Reisestrecken notwendig gewesen (ein recht triviales Handlungsreisendenproblem).
Bei Standort 4 war ich ja schon öfter gewesen. Da gibt es nichts neues mehr für mich, und ich war froh, dass ich im dortigen Hotel nur einmal übernachten musste.
Donnerstag Nachmittag und Freitag Vormittag führte ich mehrere Gespräche, darunter auch mit Herrn Grau. Ich hatte mit ihm bereits per Mail über Evalyze (das neueste Baby der Software-Mami) kommuniziert. Er war einigermaßen aufgeschlossen, und so verlief die Unterredung überraschend konstruktiv. Er steuerte ein paar Ideen bei, die ich wohl aufgreifen werde. Ich notierte mir sie, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Bei einer Idee bat ich ihn, ein grobes Konzept zu erstellen, und mir in ein bis zwei Wochen zuzumailen.
Ich spiele mit dem Gedanken, ihm die Verantwortung für einen definierten Teil von Evalyze zu übertragen. Vielleicht reizt ihn diese Herausforderung, sich wieder mehr für die Firma zu engagieren. Fachlich halte ich ihn für kompetent. Aber wenn er diese Chance versiebt, dann hält mich nichts mehr zurück, ihn schnellstmöglich loszuwerden.

Nachts im Hotel fühlte ich mich so einsam. Das ist der Nachteil, wenn man an einen festen Bettgenossen gewöhnt ist. Auch wenn er selbst häufig verreist ist, oder erst spät in der Nacht heimkommt, so ist das dennoch eine Konstante im Leben, die ich vermisse, wenn sie nicht da ist. Natürlich fehlte mir Sex. Aber mindestens genauso auch, dass da jemand neben mir lag, zu dem ich sonst einfach mal rüberlangen kann, oder an dessen warmen Körper ich mich anschmiegen kann.
Zu meinen Schlampenzeiten hätte ich nicht gedacht, dass ich das einmal so mögen würde.

Am Freitag Abend fuhr ich dann wieder zurück. Die ganzen Gespräche mit so vielen Leuten hatten mich schon sehr angestrengt. Deshalb wollte ich das Wochenende eigentlich zum Ausspannen nutzen. Naja. Entgegen dieser Vorsätze gab es dann halt doch einiges zu arbeiten. Arbeitnehmer haben’s da gut. Die müssen an ihren freien Tagen keinen beruflichen Verpflichtungen nachgehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 7 Kommentare

Gleich und zurück //1947

Seit gestern abend bin ich wieder zurück.
Gebt mir bis nächste Woche Zeit, zusammenzuschreiben, was ich für bloggeeignet halte. Im Moment bin ich erst mal ausgelaugt, und nutze das Wochenende zum Erholen.

Ein Hinweis für alle, die Gleichheit mögen. Morgen früh um 3:54 UTC+2 Uhr ist Äquinoktium, das heißt, Tag und Nacht sind gleich lang. Herbstbeginn.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Bis bald! //1946

Da ich heute nachmittag zu einer mehrtägigen Geschäftsreise antreten muss, bleibt es hier im Blog solange ruhig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Kartoffelmathematik //1945

Heuer ist die Kartoffelernte sehr dürftig ausgefallen. Das veranlasst mich, einen Beitrag zu schreiben, den ich schon seit langer Zeit auf meiner Ideenliste habe.
Eingefallen war mir das mal vor einiger Zeit, als ich mit Kartoffelschälen beschäftigt war. Die Kartoffeln waren sehr klein, was bedeutet, dass ich für die gleiche Menge Kartoffeln deutlich länger beschäftigt war, als damals, als ich schöne große Kartoffeln hatte.

Warum ist das so? Zunächst einmal ist da ein Offset, weil man jede einzelne Kartoffel in die Hand nehmen muss und sie zurechtdrehen. Kein Wunder, dass man bei vielen kleinen Kartoffeln länger braucht als bei wenigen großen – auch wenn die Gesamtmasse gleich ist.
Bei kleinen Kartoffeln muss man trotzdem den Schäler fast genauso oft ansetzen, kann aber nur kürzere Schalenstücke in einem Zug entfernen.
Dazu kommt, dass man bei kleinen Kartoffeln mehr Abfall hat als bei großen.
Und das werde ich im folgenden vorrechnen.
Gegen wir davon aus, dass sich die Kartoffeln zusammensetzen aus jeweils gleichgroßen Kugeln.
Das Volumen einer Kartoffel mit dem Radius r ist V_K = 4/3 * pi * r^3.
Für nicht allzu kleine Kartoffeln ist das Volumen des geschälten Abfalls näherungsweise gleich ihrer Oberfläche mal der Schichtdicke d: V_S = 4 * pi * r^2 * d.
Vergleicht man nun den Schalenanteil mit dem Gesamtvolumen, so erhält man: V_S / V_K = 3 * d / r.
Die Abfallmenge ist also indirekt proportional zum Radius der Kartoffel. Je dünner die abschälte Schale ist, desto weniger Abfall. Das ist leicht nachvollziehbar und in etwa linear (für hinreichend große Kartoffeln).

Für eine Kartoffelmenge der Masse m benötigt man n = 3 * m / (4 * pi * rho * r^3) Kartoffeln, wobei wir davon ausgehen, dass die Dichte rho konstant sei.
Es ist also nicht überraschend, dass kleinere Kartoffeln merklich mehr Arbeit machen, denn die Abhängigkeit ist kubisch.

Auch wenn die Rechnung exakt nur für kugelförmige Kartoffeln gilt, ist sie auch plausibel für anders geformte Kartoffeln. (Wobei wir selbstverständlich im Hinterkopf behalten, dass eine Kugeloberfläche ja eine Minimalfläche ist. D.h., dass bei anderen Formen der Verschnittanteil eher ungünstiger wird.)
Gehen wir von einer Schichtdicke von 1 Millimeter aus, so hat eine mickrige Kartoffel mit 3 Zentimeter Durchmesser einen Verschnitt von zwanzig Prozent, während eine Riesenkartoffel mit 12 Zentimeter Durchmesser nur fünf Prozent Abfall generiert.
Dabei gehen wir davon aus, dass die Kartoffeln ansonsten einwandfrei sind – ohne Augen oder schlechte Stellen. Es funktioniert auch nur, solange sie halbwegs frisch sind, so dass die Schale glatt und prall auf ihnen liegt. Ältere Kartoffeln haben Feuchtigkeit verloren, so dass sie schrumpelig werden, und man sie nur noch unter Schwierigkeiten im Rohzustand schälen kann. Dann hilft nur noch, sie erst zu kochen und danach zu pellen.

(Und ja, es ich mir bekannt, dass man die Schale auch mitessen kann, wenn man die Kartoffeln vor dem Kochen gründlich mit einer Bürste reinigt. Ob das Abbürsten jetzt unbedingt weniger Arbeit macht, lassen wir mal dahingestellt. Für manche Gerichte mag ich aber einfach keine Schale dran haben.)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 22 Kommentare

Let’s Twitt‘ Again //1944

Wer erinnert sich noch an den letzten Jahreswechsel? Zwischen dem 13. Dezember 2017 und dem 11. Januar 2018 habe ich folgende Tweets veröffentlicht.

#metoo und #aufschrei bedeuten: Die prüdesten und verbiestertsten Feministinnen diktieren der Gesellschaft ihr moralisches Empfinden. #Feminismus #Moraldiktatur #EsLebeDerFlirt
Verleser des Tages: Hasstag statt Hashtag
Bedrohlich lange To-Do-Liste.
Ach, Leute! Im Grunde genommen sind auch Textdateien binär.
Verschreiber des Tages: Leerstelle statt Lehrstelle
Shine Bright #blogparade //1748 Siebzehnhundertachtundvierzig
Gerade arrangiert: wegen #meltdown und #spectre gibt es heute kombinierte Besprechung IT und SW-Dev.
Verleser des Tages: Gigameter statt Gilgamesch
Last Christmas //1747 Siebzehnhundertsiebenundvierzig
Erschreckend, wer sich alles als Nerd bezeichnet – Leute ohne nennenswerte MINT-Kenntnisse, sogar Geisteswissenschaftler.
Verschreiber des Tages: blogquote statt blockquote
Heute ist „Erscheinung des Herrn“. Ich muss wohl mal nachhelfen, dass er nochmal erscheint. #3König
„Die geometrische Bedeutung der Ableitung einer Funktion mit einer Variablen ist bekanntlich die Steigung der Tangente an die Funktionskurve.“ Hm ..?
Verleser des Tages: Genderview statt Gardenview
Was Caspar, Melchior und Balthasar nicht suchten //1746 Siebzehnhundertsechsundvierzig
Verleser des Tages: Monograpschen statt Monographien
Verleser des Tages: Weitwurf statt Weißwurst
Kommentarstatistik 4. Quartal 2017
Dear @twittersupport, my profile picture is not displayed. It always shows as a white area. I already tried different formats, different browsers, signing out/in, .. Please help.
while (Rechte(Männer) != Rechte(Frauen)) {Femi.Aufschrei(‚Mehr Rechte für Frauen!‘);}; // #Femininsmus #Gleichberechtigung #Endlosschleife
Verhörer des Tages: dekorieren statt deklarieren
Previous And Next Holidays //1745 Siebzehnhundertfünfundvierzig
Guten Rutsch! //1744 Siebzehnhundertvierundvierzig
breakpoint’s Wayback Archive #1B //1743 Siebzehnhundertdreiundvierzig
Jahreszeitliche Grüße //1742 Siebzehnhundertzweiundvierzig
Bin noch gar nicht in Urlaubsstimmung. Muss noch so viel anderes im Kopf haben.
Verhörer des Tages: Volksverdreher statt Volksvertreter
Ausgestanden //1741 Siebzehnhunderteinundvierzig
Versurfer des Tages: Yahoo statt Youtube
Überlege gerade eine neue Produktlinie mit rosa Gehäuse und Glitzer exklusiv für Kundinnen. Wieviel Prozent #Pinktax kann ich dann auf den Preis draufschlagen? #Genderpricing
Omnia mea mecum porto – #Blogparade //1740 Siebzehnhundertvierzig
#MeinTwitterABC
Verleser des Tages: Mathematik statt Mediathek
Triggerwarnung: Es seifenopert //1739 Siebzehnhundertneununddreißig
Verleser des Tages: Flachbacke statt Flashback
Vorgestellt (5 bis 9) //1738 Siebzehnhundertachtunddreißig
Wie hat sich die Menschheit nur früher ohne #4genderstudies fortpflanzen können?
Verhörer des Tages: Arbeitsspeicher statt arbeitsreicher
Schrumpel //1737 Siebzehnhundertsiebenunddreißig
breakpoint’s Wayback Archive #1A //1736 Siebzehnhundertsechsunddreißig
Verleser des Tages: „sauberen Hintern“ statt „sauberen Herrn“
Lenztweets //1735 Siebzehnhundertfünfunddreißig
Verhörer des Tages: Uhura statt Hure
Auch wer von einer Sache felsenfest überzeugt ist, kann sich irren.
Sine tempore //1734 Siebzehnhundertvierunddreißig
Feminismus, der große Gleichmacher: „Wenn schon nicht alle Frauen gleich schön sein können, dann sollen sie wenigstens gleich hässlich sein!“
Verleser des Tages: Gemünden statt Geminiden
Was antwortet man seiner Mutter, wenn sie einen am Telefon fragt, ob man (da in der gefährlichen Großstadt lebend) auch schon mal so was wie #metoo erlebt hat?
Hach – der @Wolles1956 hat mich wieder mal durchgefavt.
Not So Smart //1733 Siebzehnhundertdreiunddreißig
Verleser des Tages: Semikron statt Semikolon
Neulich im Internet //1732 Siebzehnhundertzweiunddreißig
Führungskräftemeeting früh um 8 Uhr s.t., weil sich sonst kein gemeinsamer Termin mehr finden ließ.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Ein Tag zum Vergessen //1943

Es gibt Tage, da wäre es im Rückblick besser gewesen, man wäre am Morgen gar nicht erst aufgestanden. Gestern war so ein Tag für mich.

Früh um acht Uhr hatte der Chef bereits ein Führungskräftemeeting angesetzt. Es hatte Probleme mit einer Behörde, Ärger mit einem Lieferanten gegeben, und noch ein paar andere Unliebsamkeiten, weshalb der Chef äußerst schlecht gelaunt war.
Er nahm dann insbesondere zwei der Führungskräfte in die Mangel. Manches möchte man nicht miterleben müssen. Als ich versuchte, mäßigend einzugreifen, fuhr er mich an: „Halt‘ du dich da raus, Anne!“
In Anbetracht der Anwesenheit der anderen Personen, ließ ich es nicht eskalieren, sondern hielt mich zurück. Unter vier Augen wäre er mir nicht so davon gekommen.

Der weitere Arbeitstag fluktuierte dann zwischen so lala und mehr schlecht als recht.

Abends wollte Carsten etwas mit Verena besprechen. Ich fuhr mit ihm hin, weil ich Sophie versprochen hatte, ihr ein paar Wollreste aus der alten Heimat mitzubringen, die ich ihr geben wollte.
Wir waren etwas früher dran, als ausgemacht, und so ergab es sich, dass wir noch auf die Gruppe alleinerziehender Mütter aus dem Kindergarten trafen, die ihr monatliches Treffen diesmal bei Verena abgehalten hatten. Die Mütter waren gerade noch beschäftigt, ihren Kindern Jacken und Schuhe anzuziehen, als wir das Wohnzimmer betraten.
Verena hielt es wohl für nötig, uns vorzustellen. Zig Augen musterten uns. Stimmen plapperten durcheinander. Begrüßungsfloskeln, Smalltalkfragen, ..
Mein Fluchtreflex hatte bereits eingesetzt, bevor ich Teresa zwischen ihnen entdeckte. Ich hatte sie nicht gleich erkannt, aber im Gegensatz zu den anderen Müttern trug sie keine freundlich-neugierige Miene zur Schau, so dass sie mir in der Gruppe doch auffiel.

Streng genommen ist es nicht erstaunlich, dass Teresa hier dabei war. Verena und sie wohnen im gleichen Stadtviertel, wenn auch weiter voneinander entfernt. Es ist kein Wunder, dass ihre Kinden denselben Kindergarten besuchen. Trotzdem war ich überrascht, Teresa hier zu sehen. Wie hätte ich denn ahnen können, dass sich die alleinerziehenden Mütter in diesem Kindergarten zu einem regelmäßigen Kaffeekränzchen treffen. Und ob man Teresa tatsächlich bereits als alleinerziehend bezeichnen kann, ist noch mal fraglich. Ich könnte mir vorstellen, dass der leibliche Vater ihrer Kinder dies ganz anders sieht.
Aber was weiß ich schon? Ich bin ja nur die femme fatale.

Ich nickte lächelnd ein wenig in die Gegend, dann folgten Carsten und ich Verena in einen anderen Raum. Nebenan hörte ich noch Mütter- und Kinderstimmen durcheinanderrufen, bis irgendwann ruhig war, weil alle gegangen waren.
Carsten und ich erledigten noch, was wir vorgesehen hatten, dann fuhren wir wieder heim.
Ich weiß nicht, ob ihm Teresa überhaupt aufgefallen ist. Zumindest schnitt er das Thema nicht an.

Als wir später endlich Zeit für gewisse Aktivitäten fanden, war Carsten besonders ungestüm und ruppig, so dass ich jetzt an einem Oberarm einen sehr druckempfindlichen Bluterguss habe. Und dauernd stoße ich mich daran.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 18 Kommentare

Internettigkeiten //1942

Derzeit habe ich gelegentlich etwas Leerlauf, und bisweilen nutze ich den, um in mir neuen Blogs herumzustöbern, und nach interessanten Themen Ausschau zu halten.
Um mehr Blogs regelmäßig zu lesen, fehlt mir dann schon die Zeit, aber sporadisch mal vorbeizuschauen, ist ab und zu drin.

Was mir bei meiner Blogrecherche aufgefallen ist – nicht nur einmal, sondern signifikant oft – dass es manche Blogs gibt mit einer hohen Zahl an Followern (was man u.a. an der Anzahl der Kommentare erkennen kann), die aber inhaltlich eigentlich kaum etwas bieten.
Oft ist die Schreibweise schwerfällig oder unstrukturiert, bisweilen sogar ordinär. Trotzdem kommen begeisterte Kommentare, wie toll doch das Blog wäre. Diesen Enthusiasmus kann ich nicht teilen, und ich wundere mich einfach, wieso solche – IMHO bestenfalls mäßigen – Blogs bereits nach kurzer Existenz eine derart hingerissene Gefolgschaft haben, die jede noch so schnippische oder selbstgefällige Äußerung auch noch hochjubelt.
Dann wird noch schnell die Mitleidskarte ausgespielt: schwere Jugend, Depression, unzufrieden im Job, gesundheitliche Probleme, kein Geld, ..
Ähnliche Phänomene gibt es ebenso bei Twitter. Tausende von Followern, aber keinen anspruchsvollen Content (und ich rede hier nicht von Promis).

Versteht mich nicht falsch. Ich neide oder missgönne anderen Bloggerkollegen keinesfalls die Aufmerksamkeit und ihren Erfolg. Es erstaunt mich einfach, und ich würde das gerne verstehen.
Aber was weiß ich schon. Ich gehöre ja auch zu den Leuten, die den „Kleinen Prinzen“ ungemein nervig finden. Andere Leute dagegen loben ihn in den höchsten Tönen. Geschmäcker sind nun mal verschieden. Und mir sind eben überschwänglich-herzliche Personen äußerst suspekt.
Allmählich entwickle ich sogar ein Ekelgefühl gegenüber Formulierungen mit „Herz“ – egal ob Herzlichkeit, Herzenswärme, warnherzig, Herzensmensch, u.dgl. Das sagt doch alles nur aus, dass es keine vernünftigen Gründe für etwas gibt, sondern rein aus dem persönlichen Bauchgefühl heraus gehandelt wird.
Wie wär’s denn zur Abwechslung mal mit Hirn?

Da gibt es noch die Blogger, die sich selbst alle paar Absätze als Kopfmensch oder rational bezeichnen, aber alles dazwischen trieft vor Emotionen und Gefühl. (Bei dieser Irrationalität kommt mir automatisch der Goldene Schnitt in den Sinn.)
Lang und breit werden die eigenen Befindlichkeiten ausgebreitet, statt kompakt und redundanzarm zu formulieren, und endlich auf des Pudels Kern zu kommen.
Die Seiten, auf denen sich jemand einbildet, sich wegen ein wenig Interesse an Comics, Fantasy oder Games als Nerd zu qualifizieren, scheinen auch nicht auszusterben.

Oder die Blogger, die ein paar Teaser veröffentlichen, so dass man auf die Idee kommen könnte, dass da interessante Themen behandelt werden. Aber dann fangen sie an, bei ihren Lesern zu betteln. Das fängt an mit Kaffeegutscheinen oder Wishlists, und geht bis zum unverblümten Spendenaufruf – teils mit der subtil-impliziten Drohung, sonst keine Texte mehr freizugeben.
Egal ob Produkttester, Influencer oder etwas anderes dieser Art – es widert mich an, wenn ein Blog zum Profitmachen zweckentfremdet wird. Darf natürlich trotzdem jeder handhaben, wie er mag. Ich persönlich lese aber keine Blogs, die darauf ausgerichtet sind, Geld einzunehmen (das die entstehenden Kosten z.B. für Hosting weit übersteigt).
Manche Dinge macht man nur aus Freude, und nicht, weil man eine materielle Gegenleistung erwartet.

Schließlich gibt es auch noch Leute, die anscheinend nur provozieren wollen, und überhaupt nicht an einem ergebnisorientierten, konstruktiven Gespräch interessiert sind. Da findet eine kontroverse Diskussion statt. Die Teilnehmer sind unterschiedlicher Meinung, verhalten sich aber dennoch sachlich und respektvoll. Aus dem Nichts erscheint dann eine Art Troll, der pauschal und ohne substanzielle Argumente meint, das alles wäre Blödsinn, oder Diskussionsteilnehmer persönlich angreift.
Wie reagiert man auf so eine Person? Inzwischen gelingt es mir manchmal, das zu ignorieren, indem ich mir sage, dass in zwei Wochen die Angelegenheit eh niemand mehr liest, oder dass neu hinzugekommene unvoreingenommene Diskutanten und Diskuonkel selbst ihre Folgerungen aus diesen Äußerungen ziehen können. Man könnte auch freundlich nachfragen, was denn so unverständlich ist. Oder mit Ironie und Sarkasmus die Person auflaufen lassen. Oder selbst den Besserwisser rauskehren, indem man die Person mit Fakten konfrontiert. Oder ausführlich klarstellen und rechtfertigen. Lohnt sich das? Soll man eskalieren lassen, und dem Troll damit noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen? Oder lässt man einfach die Angelegenheit gelassen auf sich beruhen? Ich versuche letzteres. Ich habe keine Lust mich herumzustreiten, wenn es nur um das Rechthaben geht, ohne den Willen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die eigene Ansicht auch mal in Frage zu stellen. Alles hat mehrere Seiten. Meistens gibt es kein wirkliches Richtig xoder Falsch.

Und letztendlich kenne ich bereits seit Jahren einen Blogaccount. Der war früher mal in mancher Hinsicht thematisch so ähnlich wie meiner. Es sind ja schon viele Blogs, die ich kannte, im Laufe der Zeit von der Bildfläche verschwunden, aber dieser gewisse Account ist (unter Schwankungen) immer noch aktiv – bloß ist das Niveau inzwischen drastisch gesunken, und ich fürchte, der Anspruch dieser Bloggerin an sich selbst wird noch weiter runter gehen. Das stimmt mich irgendwie traurig – teilweise sicherlich, weil ich mir bewusst bin, dass es mir ähnlich hätte ergehen können.

Auch wenn ich persönlich manches überhaupt nicht mag, so will ich’s dennoch niemandem verleiden, dem es gefällt. Deshalb nenne ich keine Namen, und bitte euch auch, Mutmaßungen zu unterlassen. Ich werde sie weder bestätigen noch dementieren.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 13 Kommentare

Anhaltende Kritikalität //1941

Wie vorgesehen habe ich in einer erneuten Wägung meine Körpermasse bestimmt. Da ich gerade in der entgegengesetzten Zyklusphase bin als vor zwei Wochen, ist ein Vergleich leider schwierig und wenig aussagekräftig. Erst wieder in zwei Wochen werde ich vergleichbare Daten erheben können, und dann hoffentlich ein eindeutiges Ergebnis ohne Oversamplingeffekte erhalten.
Soweit ich also dem neuen Wert vertrauen kann, hat sich kaum etwas verändert – höchstens eine sehr kleine Tendenz nach unten.
Vielleicht ist es wirklich so, dass man überschüssiges Fett, das man sich angefuttert hat, nur loskriegt, wenn man zumindest gelegentlich hungert.

Ich werde ich den nächsten zwei Wochen also meine Maßnahmen noch einmal verstärken:
Nicht sofort etwas essen, wenn ich Hunger kriege, sondern erst eine Zeitlang abwarten, eventuell einen heißen Kaffee zur Überbrückung trinken.
Außerdem werde ich manchmal auf den Nachtisch verzichten, und mir nur noch dann beim Essen einen Nachschlag holen, wenn ich wirklich noch deutlich hungrig bin.
Dann gibt’s halt kein belegtes Brot mehr mit sowohl Käse als auch Schinken, sondern nur noch mit entweder Käse oder Schinken.
An meiner Nahrungsmittelauswahl werde ich jedoch nichts ändern. Keinesfalls stopfe ich mir den Bauch mit minderwertigen Lite-Produkten oder „kalorienreduziertem“ Zeug voll. Lieber verzichte ich ganz.

Vielleicht sollte ich mich auch beim Einkaufen zurückhalten, und weniger kaufen, das ich gerne esse. Ich habe nämlich die Beobachtung gemacht, dass es mich beonders nach bestimmten Speisen gelüstet, wenn die nur ein paar Schritte entfernt in der Küche verfügbar sind. Sind die dagegen nicht leicht greifbar, habe ich gar kein Bedürfnis danach und esse automatisch weniger.
Aber wenn ich weiß, in der Küche ist noch ein Rest Pizza oder Eis im Gefrierfach, tja, dann bekomme ich Appetit darauf und will es essen. Wenn dagegen nichts besonders vorrätig ist, gibt mein Magen Ruhe.
Und einen größeren Vorrat Schokolade und Chips brauche im Schreibtisch auch nicht.

Eigentlich sollte ich froh über meine Massenentwicklung sein. Ginge es mir schlecht, wäre meine Masse im Keller. Es ist ein Indikator für mein Wohlergehen, dass sie so hoch ist.

In etwa zwei Wochen werde ich wieder über den Fortschritt berichten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 23 Kommentare

Der schräge Hund //1940

Die Schulferien sind hierzulande zu Ende, aber das reicht nicht als Thema für einen Blogeintrag.
Also beschreibe ich mal wieder eine merkwürdige Beobachtung, die ich kürzlich gemacht habe.

Als ich neulich unterwegs war, sah ich bereits aus einiger Entfernung frontal einen Fahrradfahrer mit einem Hund an der Leine. Der Hund zog zur Seite, so dass er ziemlich schräg lief, als ob er sich in eine Kurve legen würde, und das, obwohl der Fahrradfahrer eher langsam fuhr. Aber er hatte den Hund so kurz an der Leine, dass der Hund wohl um seiner eigenen Sicherheit willen eine größere Distanz zum Fahrrad wollte. Eine unvorhergesehene Bewegung oder ein kleines Hindernis, und die Pfoten wären zwischen den Speichen gelandet.
Als der Radfahrer näher kam, sah ich, dass er sich auch anstrengen musste, die Leine festzuhalten. IMHO hätten beide ein viel entspannteres Fahrerlebnis gehabt, wenn der Radfahrer dem Hund einfach zehn Zentimeter mehr Leinenfreiheit zugestanden hätte.
Das sage ich, die nicht gerade als Hundefreund bekannt ist. Ganz so eng muss kein Hund neben seinem Besitzer laufen. Das erhöht die Sicherheit für andere Passanten nicht. Im Gegenteil – ich fürchtete sogar, dass der Hund sich losreißen könnte, weil er – notgedrungen – so stark an der Leine zog.

BTW für alle Kurvenfreunde: Der Hund bewegt sich nicht auf einer Hundekurve (auch nicht auf einer Traktrix, da er ja schon den minimalen Abstand zum Radfahrer hat). Die Zwangskraft der Leine zwingt ihn auf eine (entartete) Zykloide.

Inzwischen bin ich übrigens etwas abgestumpft, was meine Kynophobie betrifft. In den letzten Monaten und Jahren habe ich so viele Hunde unterwegs erlebt. Die meisten sind ja wirklich harmlos, oder ihr Halter hat sie offensichtlich im Griff. Insofern empfinde ich das oft nicht mehr als ganz so bedrohlich und beängstigend.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 15 Kommentare

Heimatbesuch //1939

Warum meine Mutter ihre diesjährige Geburtstagsfeier ausgesetzt hatte, hatte ich erwähnt. Kürzlich war es ihr dann doch eingefallen, dass sie noch feiern will, und zwar noch, solange noch Sommerferien sind. Aufgrund der kurzfristigen Planung fand die Feier aber nur im ganz kleinen Rahmen statt: nur nachmittags Kaffee und Kuchen und nur für die allernächsten Angehörigen.
So gibt es gar nicht allzu viel über die Feier zu sagen. Carsten und ich nahmen daheim noch vor elf Uhr einen kleinen Brunch zu uns, bevor wir in die alte Heimat aufbrachen.
Zwar völlig unoriginell, aber erfreut angeommen, brachten wir meiner Mutter ein Schüsselset als Geschenk mit. Auch meine mitgebrachten von mir gesammelten Schraubgläser waren willkommen, und werden wohl noch in der aktuellen Einmachsaison ihre Verwendung finden.

David, mein kleiner Neffe, gab keine Ruhe, bis ich mit ihm mitkam und er mir seinen Schulranzen zeigen konnte. Ehe ich’s mich versah hatte er ausgeräumt, was alles darinnen war. Mäppchen, Lineal, Hefter in verschiedenen Farben, ein kleiner Zeichenblock, ein Block mit Tonpapier, und sonst noch einiges.
Das Tonpapier hatte es ihm anscheinend besonders angetan. Er öffnete den Block, und ich sah, dass etliche Blätter bereits angeschnitten waren. Irgendwoher hatte er plötzlich eine Schere, und begann, verschiedene Papierstücke herauszuschneiden. „Tante Anne, du musst basteln!“, rief er, „mach mir ein‘ Regenbogen!“
Auf dem Deckblatt des Blocks war unter anderem ein Regenbogen abgebildet. Aber mit den Schnipseln, die David mir gab, wäre es nicht machbar gewesen, da auch noch eine Krümmung für einen Bogen hineinzuschneiden. Also meinte ich: „Wir machen etwas viel Besseres, nämlich ein optisches Spektrum.“
„Was ist das? Ist das sowas wie Mäusespeck?“, fragt er, und fuhr dann nachdenklich fort: „Die Oma hat auch viel Speck, sagt der Opa immer.“
Ich verzichtete auf eine fachliche Erklärung, sondern schnitt (aus den vorhandenen Schnipseln) passende Papierstücke zurecht, legte sie übereinander auf ein Blatt Papier, und klebte sie mit einem Klebestift, der sich auch bei David’s Utensilien befand, fest. Das ganze war kein Kunstwerk, aber er war damit zufrieden, und bedankte sich umarmenderweise mit einem „Ich hab dich so toll lieb, Tante Anne!“. Ich mache mich schon mal darauf gefasst, ihm irgendwann einen QR-Code aus schwarzen und weißen Papierpixeln basteln zu müssen.
Auf dem Rückweg zu meinem Elternhaus fand ich dann doch noch eine wunderschöne Kastanie, die ich sofort einsteckte. Sie wird meine Begleiterin durch den Winter sein.

Ich hatte einige Exemplare meiner Dissertation mitgebracht. Schließlich habe ich so viele davon. Weder meine Eltern noch Sabine werden etwas damit anfangen können.
Aber laut Heidi unterrichtet immer noch mein alter Mathe-Lehrer, bei dem ich im Leistungskurs war, an ihrem Gymnasium. Diesen Lehrer habe ich in sehr guter Erinnerung. Fachlich war er versiert, menschlich hatte er Humor bis hin zum Zynismus. Man spürte seine Begeisterung für die Mathematik. Allerdings konnte er auch sehr unangenehm werden, wenn jemand seine Hausaufgabe nicht gemacht hatte, nicht genügend vorbereitet war, zu spät kam, den Unterricht störte, oder sich einfach nur doof und begriffsstutzig anstellte.
Ich bat Heidi also, ihm demnächst ein Exemplar in die Schule mitzubringen. Das Niveau ist zwar weit über Lehramtsmathematik, aber vielleicht freut es ihn ja, zu erfahren, dass eine einstige Schülerin das Fundament, das er mitgelegt hat, erfolgreich ausgebaut hat.

Carsten konnte es nicht lassen, meinen Eltern zu erzählen, dass ihre Tochter jetzt eine „Frau Doktor“ sei. Aber das bin ich noch nicht. Mir fehlt noch die offizielle Urkunde. Benjamin meinte, die Aushändigung könne sich verzögern, weil aktuell noch vorlesungsfreie Zeit ist. Ich hoffe, dass die Urkunde noch ankommt, solange ich Carsten davon abhalten kann zu intervenieren, um die Abwicklung zu beschleunigen.
Außerdem will ich sowieso nicht, dass er das überall ausposaunt. Meinen Eltern hätte ich es wohl erzählt, aber erst, wenn es wirklich offiziell ist.

Wie auch immer – das Kaffeetrinken verlief einigermaßen friedlich und harmonisch. Ich habe auch wieder einen Karton Kuchen mitgenommen. Sogar richtigen, echten Zwiebelblooz! Was hier in der Gegend als Zwiebelkuchen verkauft wird, verdient den Namen nicht. Da ist Speck dabei, oder Eier, oder sogar – igitt!- Kümmel. Ein richtiger Zwiebelkuchen besteht aus einfachem Hefeteig, der dick mit in Fett weichgedünsteten Zwiebeln belegt ist. Und sonst gar nichts. Wer mag, kann ihn sich ja selbst noch mit Käse überbacken.

Da das Wetter noch gar so herrlich war, gönnten Carsten und ich uns auf der Rückfahrt eine kleine ergreifende Unterbrechung.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 9 Kommentare

Tagesaktuelles zum #startrekday und #mariaegeburt //1938

Eigentlich wäre längst mal wieder ein Eintrag mit gebrauchten Tweets fällig. Aber vermutlich wird mir niemand böse sein, wenn ich stattdessen auf den heutigen Star Trek Day hinweise.

Und da wir jetzt schon beim Thema meiner liebsten Serien sind:
Kürzlich habe ich erfahren, dass The Big Bang Theory nach der zwölften Staffel eingestellt werden soll. So gerne ich TBBT auch sehe, halte ich das für die richtige Entscheidung.
Die besten Zeiten waren es, bevor diese Biologinnen mitmischten. Inzwischen lebt Sheldon in einer Beziehung, Raj kann ganz normal mit Frauen reden, Howard ist Familienvater (!), Mrs. Wolowitz lebt nicht mehr, und Penny ist stark gealtert – vom frischen, jungen Mädchen zur ältlichen Matrone, die in manchen Folgen glatt als meine Großmutter durchginge. Diese Entwicklung hat sich meilenweit von der ursprünglichen Konzeption der Serie wegbewegt. Sie war dennoch noch sehenswert, aber ein wenig war die Luft auch raus.
Bevor das noch so weiterdümpelt, ist es besser aufzuhören, und die Serie in guter Erinnerung zu behalten.

Nicht so wie bei den Simpsons. Was war diese Serie früher mal witzig! Aber inzwischen fällt den Autoren nichts wirklich lustiges und originelles mehr ein. Wenn ich neue Folgen überhaupt noch schaue, dann nur in der vergeblichen Hoffung, dass das Niveau wieder mal an die alten Folgen anknüpft. Im Laufe der Jahre ist die Qualität tendenziell immer weiter nach unten gegangen. Wie gesagt – nur tendenziell, es gibt noch gelegentliche, aber immer seltener werdende Highlights. Eine meiner Lieblingsfolgen ist „Gleichung mit einem Unbekannten“ (Girls Just Want To Have Sums), die immerhin in Staffel 17 ist.
Bei den Simpsons wurde der richtige Zeitpunkt zum Aufhören verpasst. Die Serie ist leider längst nur noch ein Abklatsch. Es ist schade darum. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenigstens mal ein paar Jahre zu pausieren, und dann mit neuem Schwung wieder zu starten. Aber so ..
Wenigstens dieses Schicksal bleibt jetzt TBBT erspart.
Wenn der Zenit überschritten ist, geht es tendenziell bergab. Wer rechtzeitig aufhört, den kann man in positiver Erinnerung behalten.

Außerdem ist heute Mariä Geburt – da fliegen die Schwalben furt.
Auch wenn diese vögelbezogene Information kaum relevant ist, ist sie doch ein Indikator dafür, dass der Sommer zu Ende geht, und die dunkle, kalte Jahreszeit bevorsteht – die Jahreszeit, in der mich meine Verfrorenheit zu verhüllender Kleidung zwingt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 6 Kommentare

Schwarz auf Weiß //1937

Bis Weihnachten ist noch viel Zeit, und eigentlich schenken Carsten und ich uns offiziell dazu eh nichts.
Trotzdem habe ich schon seit langem eine Idee, mit was ich ihn überraschen möchte. Die Umsetzung wird längere Zeit dauern, da ich nur selten ein geeignetes Zeitfenster finde, in dem ich mich an dieses Projekt machen kann. Schließlich muss ich mich dabei voll auf das Zählmuster konzentrieren.
Und zwar möchte ich für sein Büro eine Art Wandbehang anfertigen, aber gestrickt aus weißer und schwarzer Wolle, der einen QR-Code darstellt, in den die URL einer Seite der Firmenwebsite einkodiert ist.
Wolle habe ich schon besorgt.
Falls ich nicht bis Weihnachten fertig werde, kriegt er das Ding eben zu seinem Geburtstag bzw. unserem Wiedervereinigungstag. Da habe ich wenigsten noch einen Zeitbuffer als Plan B.

Dann gibt es heuer eben keinen Kalender privat für ihn. Ich hatte ja mal überlegt, einen allgemeinen Firmenkalender zu gestalten, und werde mich wohl in nächster Zeit auch an dieses Projekt machen müssen, wenn es rechtzeitig fertig sein soll.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 8 Kommentare

„Here We Go Again“ //1936

Es hatte sich völlig unvorhergesehen ergeben, dass wir plötzlich beide einen Abend frei und ohne Verpflichtungen hatten. Das Wetter war in Ordnung, so dass wir noch etwas gemeinsam unternehmen wollten. Da wir bereits zu Abend gegessen hatten, kam ein Restaurantbesuch nicht mehr in Frage. Auch irgendwo etwas trinken gehen, wollten wir nicht unbedingt, da wir das im kurz zurückliegenden Urlaub erst oft genug hatten.
„Wie wär’s mit Kino?“, schlug Carsten vor, „da waren wir schon lange nicht mehr.“
„Ich weiß gar nicht, was da läuft“, antwortete ich nicht übermäßig begeistert.
„Dann schau halt nach.“

Obwohl wir große Schnittmengen haben, was unseren Musik- oder Filmgeschmack betrifft, gibt es auch starke Abweichungen. So sehe ich sehr gern etwa Jane-Austen-Verfilmungen, während Carsten die langweilig findet.
Die Website des Kinobetreibers war ziemlich unübersichtlich, so dass es etwas dauerte, bis ich das heutige Programm des lokalen Kinos fand. Das sagte mir alles nicht zu – bis auf einen einzigen Film, aber für den hätten wir in spätestens einer Viertelstunde losgemusst, um ihn noch rechtzeitig zu besuchen. Und mir war klar, dass er ganz und gar nicht Carsten’s Geschmack entsprach.
Also ging ich zu ihm. „Da läuft eigentlich nichts besonderes. Dann lassen wir’s halt bleiben und machen uns hier einen gemütlichen Abend.“
„Gar nichts Interessantes?“
„Naja, der neue Mamma-Mia-Film. “
„Dann geh‘ du doch alleine.“
„Ach, ich weiß nicht. Im Kino kann ich eh nicht mitsingen.“
Wenn der erste Film im Fernsehen kommt, singe und tanze ich immer mit. Ich kann einen Großteil der Texte auswendig, und ansonsten improvisiere ich halt. Auch als im Urlaub das Hotel eine Aufführung veranstaltete (ist wohl bei Ferienhotels sehr beliebt – das war schon die zweite dieser Art), sang ich (wenn auch nur leise) mit. Das Mitsingen ist mir bei Musicalfilmen wichtiger als das Zuschauen.
„Kannst du schon. Das werden die anderen auch machen.“
„Ich habe irgendwie den Eindruck, dass du mich loswerden willst.“
„Unsinn. Aber du würdest den Film gerne sehen. Ich dagegen nicht. Eigentlich bin ich müde, und gehe dann heute früh ins Bett.“
Viel Zeit zum Nachdenken hatte ich nicht, so dass ich kurzentschlossen zustimmte, mich schnell fertigmachte, und aufbrach.

Der Kinosaal war nur spärlich besetzt – hauptsächlich Frauen jeden Alters. Die paar anwesenden Männer waren wohl verdonnert worden, als Begleitung mitzukommen. Ich hätte Carsten nie überredet, mitzukommen, da ich doch weiß, dass ihm solche Filme nicht gefallen.
Erst mal eine halbe Stunde Trailer für andere Filme und Werbung. Ein bisschen ist ja in Ordnung, aber das war schon recht übertrieben. Dafür vermisste ich später eine Werbeunterbrechung, die ich für einen Toilettengang hätte nutzen können. Schließlich war ich etwas überstürzt aufgebrochen, und hatte versäumt, meine Blase zu entleeren.

Das Phänomen ist wohlbekannt. Da ist ein sehr erfolgreicher Film, und deshalb wird eine Fortsetzung gedreht, in der Hoffnung, an diese Erfolge anknüpfen zu können.
Die Story des ersten Films war schon unglaubwürdig und recht dünn gewesen, die Handlung des zweiten nicht besser. Einerseits versuchte man die Handlung fünf Jahre später wieder weiterzuspinnen, andererseits gab es immer wieder Rückblenden in die Jugend von Donna (die im zweiten Film verstorben war, aber bei den Schlussszenen denn doch wieder quasi von den Toten auferstanden war), und außerdem musste die Geschichte auch noch um Musikstücke herumgestrickt werden. Da gab es etliche Inkonsistenzen zum ersten Teil, aber ich habe mir ja den Film nicht wegen der Story, sondern der Musik angeschaut.
Allerdings gab es mehr Stücke als im ersten Teil, die ich nicht kannte, und so hätte ich ohnehin nicht immer mitsingen können.

Bei der Besetzung der Schauspieler, die die jüngeren Ausgaben von Donna, ihren Freundinnen und den „Drittelvätern“ spielten, haben sich die Verantwortlichen offenbar Mühe gegeben, um Personen zu finden, die denen einigermaßen ähnelten. Was mir jedoch insbesondere bei Tanya (übrigens dargestellt von Leonard’s Mutter in TBBT) auffiel, ist, dass ihr jüngeres Ich deutlich dicker war. Da hat die Continuity gepfuscht. Und auf die Betonung der Frauengesäße bei einigen Tanzszenen hätte man wirklich verzichten können. Das will doch niemand der Zielgruppe sehen! Wirklich – die ganze Leinwand voll mit drei Hinterteilen in himmelblauen, hautengen Hosen ist eindeutig too much!
Da der Film handlungsmäßig fünf Jahre nach dem ersten Teil einsetzt, der aber zehn Jahre zuvor gedreht wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die Schauspieler seither stärker gealtert sind. Das fiel mir besonders bei Sophie und Sky (was letzterem allerdings eindeutig gut tat) auf. Und Pierce Brosnan war nur noch ein alter Knacker. Kein Vergleich mehr mit Remington Steele (das derzeit wieder auf irgendeinem Fernsehkanal wiederholt wird).

Es gab ein paar mitreißende Tanzszenen (bloß nützte mir das im Kino sitzend nichts), einige witzige Passagen, aber auch einige Stellen, die schon sehr auf die Tränendrüse drückten.
Während der erste Teil einen gewissen dilettantischen Charme hatte, wirkte der zweite Teil deutlich professioneller. Im ersten Teil gab es viele Szenen in der freien Natur, im zweiten Teil weit weniger. Stattdessen dann Szenen in Frankreich, Japan, den USA und Skandinavien.
Die Existenz einzelner feministischer, männerfeindlicher oder schlampenabwertender Äußerungen soll nicht verschwiegen werden.
Insgesamt war der Film durchaus unterhaltsam – sofern man solche Filme und Musik mag.

Ein Schwachpunkt war am Schluss der Auftritt von Cher, die überhaupt nicht zum Rest passte. Diese abgewrackte Sängerin hätte man sich auch sparen können. Mit unnatürlich maskenhaftem Gesicht sang sie „Fernando“. Den Song hätte man bestimmt auch anders unterbringen können (hatte ich eigentlich schon im ersten Teil vermisst). Wäre sie doch bei „Gypsies, Tramps, and Thieves“ geblieben! Für ein Remake der Munsters wäre sie allerdings ziemlich perfekt.
Hier hat man eine Chance für einen Cameo-Auftritt von Agnetha oder Frida verpasst – meinetwegen als lange verschollene Schwester von Donna. (BTW – Mery Streep war eigentlich auch zu alt für die Rolle, hat sich optisch aber wenigstens einigermaßen gehalten).
Beim Abspann war Cher’s Aufmachung nur noch peinlich. Mit über siebzig kann man sich nicht mehr wie ein aufgemotztes, junges Mädchen kleiden. Das wirkt lächerlich.
Überhaupt erinnerte mich der Schluss ein wenig an den Nockherberg, wenn die einzelnen Schauspieler mit dem jeweils zugeordneten Politiker zusammentreffen.

So – das waren im Wesentlichen meine persönlichen Eindrücke vom Film. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel gespoilert. Wer eine schlüssige, spannende Handlung erwartet, sollte sich den Film sparen. Wem es dagegen – wie mir – um die Musik geht, kann dort einen schönen Kinoabend verbringen.

Spätabends kam ich dann nach Hause zurück. Nachdem ich im Bad war und ein paar sonstige Kleinigkeiten erledigt hatte, ging ich ins Schlafzimmer. Carsten lag bereits im Bett, war aber noch wach.
Ich kuschelte mich an ihn.
„Du bist so kühl“, meinte er.
Wie es weiterging, dürft ihr euch selbst vorstellen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 8 Kommentare

Der Schnuller //1935

Mal eine Frage an die Eltern, die hier mitlesen.
Ich habe kürzlich eine Beobachtung gemacht, die ich nicht verstehe. Vielleicht könnt ihr mir das mal erklären.

Ich saß in einem Café. Ein paar Tische weiter, aber genau in meiner Sichtlinie, unterhielten sich zwei Frauen. Die eine hatte ein Baby auf dem Arm (d.h. eigentlich war es an ihren Oberkörper gelehnt, aber das ist irrelevant). Das Baby war völlig ruhig, wirkte zufrieden, vielleicht müde und schläfrig.
Immer wieder versucht die Mutter (ich nehme an, dass sie das war), dem Baby einen Schnuller in den Mund zu schieben. Das Baby schien nicht begierig darauf zu sein. Einige Male versuchte es, den Kopf zur Seite weg vom Schnuller zu drehen. Einige Male nahm es den Schnuller auch widerwillig an, um ihn ein paar Sekunden später wieder auszuspucken, woraufhin das Spiel von neuem begann. Die Mutter hörte nicht auf, ihr Baby mit dem Schnuller zu traktieren, anstatt es einfach in Ruhe zu lassen. Meines Erachtens wäre es dann in Kürze eingeschlafen.
So wurde es jedoch dann irgendwann unruhig und wieder munter.
Wie es weiterging, weiß ich nicht, weil ich dann das Café verließ.

Wie kann man dieses Verhalten der Mutter einordnen?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 27 Kommentare

SM And Beyond //1934

Wie der Titel schon verrät, geht es heute um ein besonders komplexes und faszinierendes Thema. Dennoch habe ich es lange vor mir hergeschoben, wollte eigentlich vorher zur Einstimmung erst noch über Symmetrie breakplainen.

Also gleich in Medias res:
Das Standardmodell gilt als anerkannt (im gleichen Sinne wie die Newtonmechanik), nämlich insofern, dass es zutreffende Vorhersagen in seinem Gültigkeitsbereich macht.
Das SM umfasst die Elektroschwache und die Starke Wechselwirkung, die durch Quantenflavordynamik (QFD) bzw. Quantenchromodynamik (QCD) beschrieben werden. Zu unterscheiden ist es von Grand Unified Theories (GUTs), die QFD und QCD weiter zu einer Theorie vereinheitlichen sollen, aber bislang noch nicht experimentell bestätigt werden konnten.

Das SM enthält eine Reihe von Elementarteilchen:
Zunächst gibt es drei Generationen von Fermionen. Fermionen sind Teilchen mit halbzahligem Spin, die sich in ihrem statistischen Verhalten von Bosonen (Teilchen mit ganzzahligen Spin) unterscheiden.
Die Fermionen des SM teilen sich auf in Leptonen (Elektronen und Elektron-Neutrinos in der ersten Generation, Myon bzw. Tauon und entsprechende Neutrinos in der zweiten und dritten Generation) und die 6 Quarks Up – Down, Charm – Strange, Top – Bottom (dazu hatte ich bereits einmal eine Hexalogie auf dem Nühmphenblog geschrieben, die allerdings recht soft ausfiel, aber so war damals die Konzeption der Reihe – keine Ahnung, wann ich wieder einmal etwas dort schreibe, dazu müsste mich erst mal wieder der Muserich nicht nur küssen).
Für unser normales Leben sind nur die Teilchen der ersten Generation von Bedeutung. Die der zweiten und dritten Generation sind schwerer, und können über elektroschwache Prozesse zerfallen und sich in die leichteren umwandeln.
Aus Up- und Down-Quarks setzen sich die Nukleonen (Protonen und Neutronen) zusammen, und bilden so Atomkerne („Nukular – das Wort heißt nukular!“) , die von einer Hülle aus Elektronen umgeben sein können.
Zwischen den Fermionen des SM herrschen verschiedene Wechselwirkungen, die durch Vektorbosonen vermittelt werden. Für die elektromagnetische Kraft reicht das Photon. Für die schwache Kraft kommen das Z-Boson und die W-Bosonen hinzu. Die starke WW wird durch Gluonen übertragen. Dann gibt es noch das skalare Higgs-Boson (in der populärwissenschaftlichen Literatur törichterweise auch „Gottesteilchen“ genannt), das notwendig ist, um den Teilchen durch Symmetriebrechung Masse zu verleihen.

Ich habe hier etliche Einzelheiten weggelassen. Profis wissen das ohnehin, interessierte Laien finden im Internet genügend weitergehende Quellen, und uninteressierten Laien ist es sowieso egal.

Die Lagrangedichte des Standardmodells ist zwar recht länglich (so dass sie den neuerdings in WordPress integrierten LaTeX-Parser bei weitem überfordert), aber für Kundige durchaus noch überschaubar, und sie genügt, um drei der vier (bekannten) Grundkräfte im uns zugänglichen Universum zu beschreiben. Feynmandiagramme liefern dazu einen handlichen und bequemen Formalismus. der die einzelnen Wechselwirkungen in konkrete, mathematische Terme umsetzt.

Wie aber geht es nach dem Standardmodell weiter? Wenn die Distanzen noch geringer, oder die Energien der beteiligten Teilchen noch höher werden?
Grand Unified Theories hatte ich schon erwähnt. Aber die wahre Königsdisziplin wäre die Vereinigung mit der vierten Grundkraft der Natur: der Gravitation.
Für die Phänomene unseres Alltagslebens genügt nach wie vor zur Beschreibung das Newton’sche Gravitationsgesetz. Für größere Massen erweist sich die Allgemeine Relativitätstheorie als umfassender, die die Massenanziehung über die Krümmung des Raumes beschreibt.
An der Herausforderung, Standardmodell und Allgemeine Relativitätstheorie zu einer einzigen Theory Of Everything (TOE) zusammenzufassen, beißen sich bereits mehrere Generationen Theoretischer Physiker die Zähne aus.

Größere Beschleuniger (wie der Large Hardon Collider) für ausgeklügelte Experimente und leistungsfähigere Teleskope für astronomische und kosmologische Beobachtungen werden uns weitere Daten liefern, die weiterführende Theorien entweder bestätigen oder widerlegen.
Ich bin neugierig, wie es weitergeht, fürchte aber, dass die Natur sich nicht so wirklich in die Karten schauen lassen wird.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | 24 Kommentare

Angekündigter Rückzug //1933

Ungemach kommt grundsätzlich aus einer Richtung, aus der man es am wenigsten erwartet hat.

Seit Jahrzehnten kümmert sich die Haushälterin, Frau Scheuring, um Carsten’s Landhaus. Früher war das mal ein Vollzeitjob, aber in den letzten Jahren kam sie für gewöhnlich nur zweimal in der Woche hin. Am Montag räumte sie auf und putzte, soweit nötig, am Freitag bereitete sie unsere Ankunft vor. Während sie anfangs noch meistens kochte und Mahlzeiten bereitstellte, hat sie das (natürlich nach Absprache) zunehmend seltener gemacht. Sie kümmerte sich auch um Carsten’s Kleider, wusch, bügelte oder brachte sie ggf. in eine Reinigung. Frau Scheuring kaufte auch ein, und sorgte dafür, dass am Wochenende immer alles nötige vorhanden war.
Da Carsten und ich am Wochenende relativ ordentlich waren, und größtenteils uns auch selbst um z.B. sauberes Geschirr kümmerten, war dieser Job meistens angenehm und kaum aufwändig – fast schon eine Sinecure.
Sie hatte dann auch noch ein paar außerplanmäßige Aufgaben, wie die Vorbereitung des Besuches von Gästen oder das Hereinlassen von Handwerkern. Aber das ergab sich eher selten.

Nun hat uns Frau Scheuring mitgeteilt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen weiter zurücktreten will, und spätestens Mitte nächsten Jahres ganz aufhören will.
Jetzt haben wir also ein Problem. Eine ähnlich gute und zuverlässige Haushälterin finden wir nicht wieder. Zumindest nicht so schnell.

Es wäre ja absolut in Ordnung, wenn sie sich eine Putzhilfe dazunimmt, die die körperlich anstrengenderen Aufgaben übernimmt. Mit Kochen komme ich schon irgendwie klar, auch wenn das mehr Zeit kostet, als ich eigentlich dafür aufwenden will. Aber wir können uns ja auch mal wieder öfter etwas liefern lassen, wenn wir nicht ohnehin auswärts essen. Carsten’s Wäsche kann ich bei mir mitwaschen. Das habe ich gelegentlich sowieso schon gemacht. Aber Bügeln und Gänge zur Reinigung kosten zu viel Zeit. Das kann ich nicht alles zusätzlich zu meinen anderen Tätigkeiten auf mich nehmen. Zumindest nicht auf Dauer. Vorrübergehend würde es schon gehen. Einkaufen könnten wir hier machen. ..
Wie man’s auch dreht und wendet, auch wenn Frau Scheuring nur 10 bis 15 Stunden pro Woche tätig ist, fällt diese Zeit an, und irgendjemand muss es machen.

Nun – zum Glück haben wir noch einige Zeit, um eine Lösung zu finden.
Falls wir aber niemanden finden, der die zeitintensivsten Aufgaben übernimmt, dann werde ich halt nicht mehr die Wochenenden im Landhaus verbringen. Mir egal, was Carsten macht. Ich jedenfalls werde nicht dort putzen. Es reicht mir, einen Haushalt zu führen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare