Deutsches Sprach //2053

Während meiner Schulzeit galt die damalige Rechtschreibung. Ich war darin eigentlich sehr fit. Zwar gab es schon mal den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler, und mit den harten und weichen Konsonanten stehe ich immer noch auf Kriegsfuß, aber im großen und ganzen beherrschte ich die damaligen Regeln.

Dann kam die Rechtschreibreform.
Ich muss zugeben, dass ich darüber schon recht pikiert war. Da habe ich dreizehn Jahre lang die nicht überall logisch-schlüssigen Rechtschreibregeln gelernt und verinnerlicht, dann wird plötzlich alles umgestoßen und gilt nicht mehr.
Aber nun ja – ich übernahm, was mir sinnvoll erschien (also insbesondere das Doppel-S am Wortende statt Scharfem S wie bei „muss“ oder „dass“), und schrieb fortan eben einen Mischmasch.
Um meinem Missmut Ausdruck zu geben, begann ich damals auch den Genitiv bei Eigennamen mit Apostroph zu schreiben, wie es im Englischen üblich ist. Ich weiß, dass manche Leute dies als „Deppen-Apostroph“ bezeichnen, ist mir aber egal. Für mich ist es viel eher ein Rebellen-Apostroph als stiller Protest gegen die Rechtschreibreform.

Bis zur Rechtschreibreform war es Aufgabe des Duden, die geläufigen Schreibweisen darzustellen. Im Gegensazt zu den ewig gültigen, unveränderlichen Naturgesetzen verändern sich lebende Sprachen (so ist inzwischen z.B. die Redewendung „macht Sinn“ völlig gebräuchlich, auch wenn sie vor mehreren Jahren noch als falsch galt), und damit auch, welche Schreibregeln üblich sind. Der Duden bildete diese Konventionen ab – denn etwas anderes ist Rechtschreibung nicht. Konventionen, die für eine einheitliche Schreibweise sorgen, die somit eindeutig für alle lesbar ist – egal ob aus dem hohen Norden oder dem Süden Deutschlands, oder auch aus Österreich, der Schweiz, oder wo sonst noch deutsch verbreitet ist. Sprachnormen sollen die Verständlichkeit sicherstellen (so wie es Protokolle auf den niedrigeren Kommunikationslayern tun).

Der Duden wird herausgegeben vom privatwirtschaftlichen „Bibliographischen Institut“ (das sich bezeichnenderweise auch nach der Rechtschreibreform nicht in „Bibliografisches Institut“ umbenannte).
In der Rechtschreibreform wurde durch die Kultusministerkonferenz eine neue Rechtschreibung als verbindlich für die Amtssprache festgesetzt. Der Duden ist seither nicht mehr maßgebend für die offizielle Rechtschreibung.

Die jeweilig geltenden Rechtschreibung, Zeichensetzung, Satzbau, Deklinationen, Konjugationen und sonstigen Grammatikregeln sind keine Gesetze. Man kann und darf davon abweichen, ohne sich strafbar zu machen. (Eventuell wird man aber unter bestimmten Umständen nach einer irreführenden Schreibweise schadenersatzpflichtig.)
Normalerweise läuft auch kein Parser darüber, der Syntaxfehler oder Falschschreibung anmäkelt. Jeder Programmierer ist aber gerade das durch seinen mehr oder weniger strengen Compiler gewöhnt.
Die gültigen Rechtschreibregeln sollen sicherstellen, dass Schreiber und Leser einander verstehen. Sonst könnte ja jeder schreiben, wie er mag. In manchen Grundschulen soll es inzwischen vorkommen, dass ABC-Schützen das Schreiben lernen, „wih manz höad“. Das muss ein Chaos ergeben! Ich hätte weder T noch P gebraucht. In meiner Muttersprache sind die unnötig.
Goethe war Hesse. Nur deshalb reimt sich bei ihm „Ach neige, du Schmerzensreiche“.

Als Hochdeutsch gilt die Sprache Luther’s (sic! – jetzt erst recht!). Dazu auch eine kleine Miniannekdote: Meine Mutter erwähnte gelegentlich, dass sie über etliche Ecken mit Luther verwandt wäre. Da dieser aber ein abtrünniger Ketzer gewesen sei, schwankte sie zwischen Stolz und Missbilligung.

Während ich diesen Text hier weiter geschrieben habe, bin ich etwas vom Thema abgekommen. Ich splitte deshalb hier auf und mache zwei Einträge daraus. Der andere folgt demnächst.

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„Im Kreis“ #Blogparade //2052

Es ist wieder einmal Blogparaden-Zeit!
Die Frage lautet wörtlich „Welche fiktionalen Werke haben Dich und Dein Leben am meisten geprägt und warum?“ Obwohl es nicht so ausdrücklich gesagt wurde, verorte ich das Target primär im Science-Fiction- bzw. Fantasy-Genre.
Da ich Raumschiff Enterprise (also „Star Trek: The Original Series“) hier schon öfter erwähnt hatte, möchte ich diesmal gar nicht näher darauf eingehen. Nur ganz kurz – ich habe daraus gelernt, dass viele Probleme durch Vernunft und Einsatz des Verstandes gelöst werden können. Nur als Ultima Ratio werden gewaltsame Kämpfe ausgetragen. Im allgemeinen leben unterschiedliche Spezies friedlich zusammen. Und wenn ich jemals ein Vorbild gehabt habe, so war das Mr. Spock, der den Inbegriff und das Idealbild eines rationalen, klar und logisch denkenden Wissenschaftlers verkörperte (und seine spitzen Ohren erst .. hach!). Raumschiff Enterprise ist auf Forschungsmission, so dass es mir unverständlich ist, wie man das mit Starwars verwechseln kann, was lediglich Weltraumballerei ist (wie leider, leider die neuen Startrekfilme auch), also reine Unterhaltung für Leute, die auf Action und visuelle Effekte stehen, aber ohne tiefgründigeren Esprit.

Heute dagegen möchte ich über die Kurzgeschichte „Im Kreis“ von Robert A. Heinlein bloggen. Der Originaltitel lautet „By His Bootstraps“.
Diese Geschichte dürfte weitgehend unbekannt sein. Ich fand sie in einem Sammelband mit Science-Fiction-Kurzgeschichten, den ich in meiner Jugend in der Stadtbücherei öfters ausgeliehen hatte. Ich weiß nicht mehr, wie der Sammelband hieß. Er enthielt noch ein paar weitere, teils ganz nette Geschichten anderer Autoren, aber so richtig nachhaltigen Eindruck hat auf mich nur „Im Kreis“ gemacht.
Um euch die Möglichkeit zu geben, die Geschichte nachzulesen, dabei aber nicht durch eventuelle Urheberrechtsverletzungen Probleme zu bekommen, habe ich den Text (den hat mir vor mehreren Jahren mal ein Freund zukommen lassen, der die Geschichte auch toll fand) in einem passwort-geschützten Eintrag verlinkt. Es sind etwa 140kB reiner Text, als PDF-Dokument noch einiges größer. Das Passwort lautet wie der oben angegebene Originaltitel (ohne Quotes, aber mit Leerzeichen). Ja, ziemlich umständlich, es erschien mir aber noch als die praktikabelste Lösung.

Nichts hat meine Vorstellung und mein (Un-)Verständnis von Zeitreisen stärker geprägt als „Im Kreis“. Das ist eine in sich schlüssige, konsistente Geschichte (wenn man die grundsätzliche Realisierbarkeit von Zeitreisen mal als Prämisse annimmt).
Es wird eine durchgängige, deterministische Zeitlinie beschrieben, von der ein Abweichen unmöglich ist. Der Zeitverlauf ist unabänderlich, und lässt sich nicht wandeln. Es gibt keine alternativen Zeitlinien, auf die man – wie auch immer – wechseln könnte.
In Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ oder beispielsweise einzelnen „Dr. Who“-Episoden dagegen werden Zeitreisen so dargestellt, als ließe sich der Zeitablauf ändern. Da verschwindet dann mal plötzlich eine Person oder eine ganze Zivilisation, weil jemand etwas anders gemacht haben werden könnte worden sein, als „bisher“. Dieses abrupte Verschwinden ist völlig unnachvollziehbar und lässt sich nicht mit den Erhaltungssätzen (die entsprechend auch in einem erweiterten, mehrdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum gelten – das Noether-Theorem ist universell) in Einklang bringen.
Es bleiben philosophisch-metaphysische Fragen. Was ist mit der Kausalität, bzw. der Reihenfolge von Ursache und Wirkung? Wie wurde das Notizbuch erstmals angelegt? Wer entschied über die Auswahl bzw. sequentielle Anordnung der Einträge und die Schreibweise der Vokabeln? Irgendwie muss doch die geistige Leistung vollbracht worden sein, das Original zu erstellen, statt nur abzuschreiben und zu kopieren. Der Ursprung lässt sich wohl nicht auflösen und bleibt ein Rätsel. Sogar 42 als universelle Antwort trifft es nicht so ganz.
Dagegen sind Zwillingsparadoxa noch harmlos. Ein wenig erinnert mich das gerade auch an „In 80 Tagen um die Welt“, wo zum Schluss ein ganzer Tag gewonnen wurde (der vorher stundenweise verloren gegangen war). Und das Murmeltier steckt erst recht ewig in einer Zeitschleife fest.

Weil wir schon bei Zeitreisen sind – auch „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells (Buch oder Film von 1960 – die Verfilmung von 2002 ist dagegen scheußlich) hat mich geprägt. Ich habe daraus gelernt, dass es nicht möglich ist, ein paradiesisch-elysisches, sorgloses Leben wie die blondgelockten Eloi zu führen, ohne dass es einen ganz erheblichen Haken gibt. Nichts ist umsonst. Man muss die eigenen Interessen selbst vertreten, statt sich von anderen abhängig zu machen. TANSTAAFL (und so schließt sich wieder der „Kreis“ zu Heinlein.

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Kein Valendonnerstag //2051

Endlich haben wir es geschafft, den Valentinstag komplett zu ignorieren.
Mit Carsten und mir haben sich zwei aromantische Querdenker gefunden, die einander nicht mit sentimentalen Rührseligkeiten nerven wollen (und mit irgendwelchen floristischen Gewächsen, die lediglich Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens und der Schönheit sind – aber zu sonst nichts nütze, erst recht nicht).
Unsere Beziehung beruht auf einer freundschaftlich-kumpelhaften Basis, die mit aufrichtiger Zuneigung und gegenseitiger Wertschätzung einhergeht.
Er erfüllt meine Drückungsbedürfnisse.

Ich hatte nie beabsichtigt, mich in einer Beziehung zu binden. Analog zur Drake-Gleichung hatte ich irgendwann vor etlichen Jahren mal eine Abschätzung gemacht, wie groß die Wahrscheinlichkeit sei, einen kompatiblen Mann (ausreichende Körpergröße, passender Beruf und Bildung, Nichtraucher, ..) zu finden, und war darauf gekommen, dass es weltweit vielleicht fünf oder sechs akzeptable Männer geben würde. Also nix mit Oneitis, aber sehr geringe Chancen, auf die zu setzen sich wohl nicht lohnen würde. Da vergnügte ich mich lieber mit den „Falschen“, als auf einen der wenigen „Richtigen“ zu warten. Die Einschätzung war völlig in Ordnung – realistisch und pragmatisch. Ich war deutlich über dreißig, als Carsten und ich uns kennenlernten. Ob wir uns je über den Weg gelaufen wären, wenn ich mein Privatleben anders gestaltet hätte, ist zumindest fraglich. Vermutlich wäre ich stattdessen zur alten Jungfer geworden.
Durchschnittliche Personen haben ja wesentlich höhere Chancen, ein Pendant zu finden, als Menschen, die in mehreren Eigenschaften weit vom Mittelwert abweichen. Letzteren bleibt oft gar nichts anderes übrig, als Abstriche zu machen, wenn sie nicht allein bleiben wollen.

Wie haben ja ein gegenseitiges, nicht-übertragbares, exklusives Nutzungsrecht vereinbart. Meine innere Nühmphe meldet sich hin und wieder, hat aber nicht genügend Einfluss, um die Vereinbarung zu brechen.
Vertrautheit und Zusammengehörigkeitsgefühl machen es schwierig, die sexuelle Spannung und gegenseitiges Begehren aufrechtzuerhalten. Es soll ja niemand denken, man bräuchte nichts dafür zu tun. Bei vielen Paaren schleicht sich allmählich mit dem Alltag und der Gewohnheit eine Selbstverständlichkeit ein, die in Langeweile und Überdruss mündet – auch als Coolidge-Effekt bekannt.
Da ist es immer gut, einen frisch kalibrierten Kapriziositätsgenerator (selbst wenn der nur emuliert wird) parat zu haben. Ein kleiner, freundlicher Shittest hin und wieder ist zweckmäßig. Auf keinen Fall will ich voraussehbar werden. Er braucht die Herausforderung, dass ich nicht immer das mache, was er erwartet. Manchmal widerspreche ich ihm, manchmal nicht. Soll er nur jedesmal die Kiste öffnen, und sich überraschen lassen, ob er eine samtpfotige Schmusekatze vorfindet, oder ob die Wildkatze bereits die Krallen ausgefahren hat.

Es ist auch wichtig, einander gelegentlich eine Freude machen zu wollen. Ein kleines Geschenk, das Abnehmen einer unangenehmen Aufgabe, .. etwas, das der andere nicht erwartet. Sobald so etwas zur Gewohnheit wird, und man sich darauf verlässt, entsteht allerdings ein Erwartungsdruck. Deshalb sollte man solche kleinen Gesten besser nur sporadisch als regelmäßig ausführen.

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Allein zwischen Medizinern //2050

Auch wenn ich es schon länger nicht mehr erwähnt habe, habe ich dennoch immer noch das Medizinerprojekt an der Backe.

Als ich als Ehrengast zu einer Veranstaltung eingeladen wurde, konnte ich schlecht absagen.
Gleich beim Eintritt bei der Registrierung gab es Probleme. Ich stand nicht auf der Anmeldungsliste, und hätte den Teilnahmebetrag entrichten sollen. Das sehe ich natürlich überhaupt nicht ein. Ich wurde ausdrücklich eingeladen, bin also kein regulärer Teilnehmer. Ich bin Hauptsponsor der Veranstaltung (es gibt noch ein paar kleinere Sponsoren, und ein Teil der Kosten wurde auch auf die Teilnehmer umgelegt). Als ich gerade wieder gehen wollte, sah mich einer der Ärzte, der mich kannte, und der bei der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt hatte, kam zur Registrierung, und regelte, dass ich endlich eintreten durfte.
Ich holte mir einen Kaffee und setzte mich dann bereits in den Versammlungssaal.

Die Begrüßung zog sich hin. Als mein Name genannt wurde, um mir für die finanzielle Unterstützung zu danken, stand ich auf, und lächelte huldvoll in die Runde. Die Moderatorin erzählte weiter, wie die vorgesehene Agenda sei, wo die Toiletten und die Garderobe seien, und blablabla. Bis das Programm dann endlich losging, war fast eine dreiviertel Stunde vorbei.
Der Hauptvortrag wurde von einem Referenten gehalten, der vor allem Selbstdarstellung betrieb. Immer wieder wies er auf seine zwei oder drei Bücher hin, und sprach ansonsten ziemlich monoton und langatmig. In einigen Punkten hätte ich ihm widersprechen können, hatte aber in dieser Umgebung, in der ich mich eh schon deplaziert fühlte, nicht den Nerv dazu. Also hielt ich mich zurück.

Mir war vorher nicht klar gewesen, dass es mittags ein veganes „Buffet“ geben würde. Das scheint derzeit im Trend zu liegen. Schon öfters habe ich in letzter Zeit von vegetarischen oder gar veganen Buffets gelesen. Mit fleischlosem bzw. vegetarischem Essen habe ich ja gar kein Problem. Ich lege keinen sonderlichen Wert auf Fleisch. Es gibt auch viele leckere Gerichte, die ohne Fleisch oder Fisch auskommen. Aber vegan? Da gibt es dann weder Eierspeisen noch Milchprodukte. Das schränkt die Auswahl dann schon sehr ein. Ausschließlich veganes Essen möchte ich nicht, bzw. will ich selbst entscheiden, ob und wieviel tierische Produkte ich esse.
Ich aß dann eine Art Chili sin carne, und vermisste vor allem einen sahnigen Nachtisch und leckere Torte zum Kaffee (mit Sojamilch statt Kaffeesahne).
Ein weiterer Vortrag plätscherte dahin. Eigentlich verschwendete ich hier meine Zeit. Ich hatte mich ja sehen lassen, das sollte reichen. Bevor die nächste Referentin begann, verließ ich die Veranstaltung.

Außer dem veganen Buffet hatte mir auch sehr missfallen, dass das Handout von Gendersternchen nur so wimmelte. Dieses ewige „$Xinnen und $X“ während der Vorträge hatte mich sowieso genervt. Kann man einmal bei der Begrüßung machen, aber bitte nicht in jedem zweiten Satz.
Falls ich wieder so eine Veranstaltung sponsoren soll, werde ich mir im Vorfeld solche Details ein wenig genauer ansehen. Ein veganes Buffet werde ich nicht mehr finanzieren. Und Genderitis unterstütze ich erst recht nicht.

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Verschwunden, aber nicht im Hilbertraum //2049

Seit dem Abschluss meiner Promotion hatte ich keinen Kontakt mehr mit Benjamin gehabt. Wir waren uns einig gewesen, kein Öl mehr ins Feuer gießen zu wollen, und so den Gerüchten über unser Verhältnis den Nährboden zu entziehen.

Da ich bei der Suche nach einem Mathematiker, der Grundlagen für Evalyze erarbeiten soll, noch nicht weiter gekommen war, kam mir der Gedanke, Benjamin zu fragen. Vielleicht kann er mir ja einen ehemaligen Studenten empfehlen, oder kennt sonst jemanden, der mit der speziellen Thematik vertraut ist, und seine Kenntnisse bei uns einbringen möchte.
Ich rief Benjamin also an. Er hat übrigens nicht wieder mit Teresa zusammengefunden, sieht seine Kinder nur manchmal am Wochenende. Spontan fiel ihm niemand ein, der das nötige Wissen für Evalyze hat und auch zeitlich verfügbar ist. Er hat mir aber zugesagt, es sich zu überlegen, im Kollegenkreis herumzufragen, und sich gegebenenfalls wieder bei mir zu melden.

Dann fragte er mich, wann ich zuletzt von Philipp gehört hatte.
„Das war irgendwann im Dezember bei mir im Büro„, erinnerte ich mich, „warum?“
„Er hat mir kurz vor Weihnachten eine Mail geschickt, dass er mit seiner Promotion nicht weitermachen will. Es war nicht eindeutig, ob er sie abbricht, oder nur eine Zeitlang unterbrechen will. Seither habe ich nichts mehr von ihm gehört. Er antwortet nicht auf Mails und ist telefonisch nicht erreichbar. Er ist wie vom Erdboden verschwunden. Ich hatte gehofft, dass du vielleicht etwas weißt.“
Mir wurde es eiskalt. Da war es wieder – dieses vertrackte Femme-fatale-Feeling!
„Nein“, antwortete ich langsam, „bei mir hat er sich seither auch nicht mehr gemeldet. Ich kann ja mal versuchen, ob ich ihn irgendwie erreiche.“
Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, aber ich muss es wenigstens probieren.

Benjamin berichtete dann noch weiter, dass er durch Philipp’s unerwarteten Ausfall Probleme hat, denn nun musste er die Übungsgruppen teilweise selbst halten. Jetzt ist zum Glück erst mal vorlesungsfrei, sonst hätte er mich gefragt, ob ich nicht vielleicht mal einspringen könnte. Keine Chance, aber bis zum Sommersemester ist ja eh noch Zeit.

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Die Sache mit der Wissenschaft //2048

Letzte Woche wurde ich ja darüber belehrt, dass ich überhaupt „keinen Plan“ habe, „wie Wissenschaft funktioniert“. Man müsse „darüber philosophieren“, indem man „Thesen auf[stellt] und jeder sagt warum du [sic!] stimmen sollen oder nicht“.
Hätte ich das doch bereits vor einem Jahr gewusst! Da hätte ich mir einigen Aufwand für meine Dissertation erspart.
Ich stelle mir das so gemütlich vor! Da setzt man sich einfach zusammen (idealerweise bei Kaffee und Kuchen), stellt reihum Thesen auf, wie „Reelle Zahlen lassen sich auch durch Null teilen“, begründet das dann z.B. damit, dass man sich dadurch viele Fallunterscheidungen ersparen würde, und überhaupt wäre das doch viel schöner. Und apropos Fall .. die Schwerkraft soll auch verschwinden. Die ist immer so nervig und hält mich am Boden. Ich mag lieber über dem Boden schweben. Warum stimmen wir nicht einfach darüber ab? Demokratie in der Wissenschaft – das wär’s doch!
Ach ja, und sobald ein einziges Gegenbeispiel kommt, stimmt natürlich überhaupt nichts mehr, und das Gegenbeispiel wird sofort allgemeingültig.

Betrachten wir wissenschaftliches Vorgehen mal anhand eines einfachen Beispiels ein wenig genauer (und ohne unnötige Polemik). Wie jeder wissen dürfte, ist eine Primzahl eine natürliche Zahl größer 1, die sich ganzzahlig nur durch sich selbst und durch 1 ohne Rest teilen lässt.
Da macht einer (aufgrund von Erfahrungswerten) die empirische Aussage: „Alle Primzahlen sind ungerade.“
Schnell bringt ein anderer die 2 als Gegenbeispiel zur Sprache. Was passiert jetzt? Wird die ursprüngliche Aussage völlig umgestürzt? Nein, sie wird nur so erweitert, dass die 2 als Ausnahme zugelassen wird. Gibt es vielleicht noch weitere gerade Primzahlen, die man bei der Formulierung einer allgemeinen Regel berücksichtigen müsste? Jede gerade Zahl lässt sich ganzzahlig zumindest durch 2 teilen, weshalb 2 die einzige Ausnahme bleibt.
Jetzt kommt ein besonders Schlauer daher, und stellt die umgekehrte These auf: „Alle ungeraden Zahlen sind Primzahlen.“ Schnell findet sich ein Gegenbeispiel, etwa die 9. Aber vielleicht ist das ja auch die einzige Ausnahme? Die genannte These lässt sich jedoch ganz leicht widerlegen, indem man zwei beliebige (ungerade) Primzahlen miteinander multipliziert. Das Ergebnis ist wieder ungerade, aber keine Primzahl.

Was lernen wir daraus? Eine Ausnahme widerlegt grundsätzlich die Regel. Das bedeutet aber nicht, dass die Regel insgesamt nicht mehr gelten muss. Eventuell wird auch nur ihr Gültigkeitsbereich eingeschränkt, oder man muss sie allgemeiner formulieren, um (streng definierte) Ausnahmen zuzulassen. Die Newton-Mechanik ist auch nicht durch Quantenmechanik oder Relativitätstheorie außer Kraft (pun intended) gesetzt worden.
Man muss sich vor dem Gedanken hüten, dass einzelne Gegenbeispiele sofort weithin gültige Regeln in ihr Gegenteil verkehren, weil man das Gegenbeispiel für allgemeiner hält. Gerade bei statistischen Verteilungen sagt ein einzelner, individueller Fall (selbst wenn dieser hinreichend belegt ist) überhaupt nichts mehr über die Gesamtheit aus. Einzelfälle können weit entfernt vom Mittelwert bzw. Median sein. Wer sich selbst dort verortet, für den sind untypische Erfahrungen ganz normal.

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Getrennte Wege //2047

Im Winter gibt es viel weniger Wege, die sich zum Spazierengehen eignen. Die Waldwege sind meist zu sumpfig, die Wiesenwege zu nass und Feldwege zu matschig. Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als auf befestigte Wege auszuweichen.

Bei einem unserer (nur im Winter) bevorzugten Strecken verlaufen zwei Wege über einige hundert Meter parallel. Da ist zum einen ein kombinierter Rad- und Fußweg, der neben der Staatsstraße entlangführt. Zum anderen liegt eine kleine Straße zwischen zwei Häuserreihen eines Neubaugebietes einer Nachbarsiedlung.

Angekommen bei der Weggabelung sind wir uns immer nicht einig, wo wir entlang gehen sollen.
Carsten läuft nicht gerne neben der Straße, ich laufe nicht gerne zwischen den Häusern. Oft haben wir die Wege deshalb abgewechselt. Nun laufen wir dieses Stück auch mal getrennt.
Und freuen uns dann umso mehr, wenn wir uns danach wiedertreffen.

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Getwitter im Mai //2046

Wenn ihr meine Tweets vom 9. bis 22. Mai 2018 aufmerksam lest, werden ihr bestimmt auch den einen oder anderen finden, der euch schmunzeln lässt. Falls nicht, dann teilt ihr nicht meinen Humor, und solltet eure Zeit nicht damit verschwenden, mein Blog regelmäßig zu lesen.

Kriegt ihr z.Z. auch so viele nervige Mails, dass ihr eure Einwilligung zur Datenspeicherung noch mal bestätigen sollt? #DSGVO
Verhörer des Tages: Schokolade statt Remoulade
Verleser des Tages: Transformation statt Tanzformation
Der Klugsch heißt //1858 Achtzehnhundertachtundfünfzig
Verhörer des Tages: Koitus statt Kosinus
„Ich muss dich rügen.“ – „Warum?“ – „Ich hab mich jetzt schon ein paarmal gebückt, aber du hast nicht an meinem Hintern rumgegrapscht.“ – „Ich hab vorhin eine Raupe angefasst.“ – „Dann sei dir noch mal verziehen.“ #WasUnterwegsPassierte
Sechste #Zecke2018: Kurz unterhalb der rechten Gesäßbacke
Verleser des Tages: Attraktivität statt Aktivität
Heute alleine im Büro. Ungewohnt ruhig hier.
Ein undef. Insekt krabbelt auf meinem Bein. Ich erschlag es. „Nicht! Das ist eine gute Fliege.“ „Nur eine tote Fliege ist eine gute Fliege. Bevor die mich anrüsselt, zerhau ich sie.“ „Es gibt viele Viecher, die an dir rüsseln wollen.“ „Manche dürfen das. Solche Insekten nicht.“
„Hast du ne Uhr dran?“ – „Ja.“ (Stille) „Und? Was sagt sie?“ – „Nichts.“ – „Was zeigt sie an?“ – „Kurz vor 5.“ #WasUnterwegsPassierte
Verhörer des Tages: deutsche statt dolce
Diesmal hatte übrigens er die #Zecke2018. An mir habe ich bisher keine mehr entdeckt.
Wir laufen durch hohes Gras. Ich: „Dann hab ich morgen wieder Zecken.“ Er: „Dann zieh halt lange Hosen an“ (überlegt) „nee, nur nicht! zieh ja keine Hosen an!“ (greift mir zwischen die Beine) #WasUnterwegsPassierte #Zecke2018 #UntenrumFrei
„Hast du heuer schon Schwalben gesehen?“ – „Nö. Aber ich habe auch nicht darauf geachtet.“ – „Ach so. Du hast’s nicht so mit Vögeln.“ – „Doch. Aber mit Ornithologie nicht.“ #WasUnterwegsPassierte
Wir sitzen auf einer Bank. Er schiebt mir einen Grashalm zwischen die Labien. Rhythmische Beckenbodenkontraktionen versetzen den Halm in Schwingung. Als ich aufstehe, bleibt er noch ein paar Schritte durch die Adhäsion hängen, dann fällt er heraus. #WasUnterwegsPassierte
Verleser des Tages: autistisch statt authentisch
breakpoint’s Wayback Archive #28 //1857 Achtzehnhundertsiebenundfünfzig
Denkt euch hier selbst einen sexistisch-anzüglichen Scherz. #2busy
Verleser des Tages: Windows statt Windsors
Computeraußen-Flausen //1856 Achtzehnhundertsechsundfünfzig
Verleser des Tages: „Mode begehren“ statt „Morde begehen“
Neue Beobachtungen //1855 Achtzehnhundertfünfundfünfzig
Dieses Jahr ist es echt schlimm mit den Zecken. Aber mein Mann hatte heuer noch keine einzige. Sein Kommentar: „Wenn ich eine Zecke wäre, würde ich auch lieber an dir rüsseln.“
Fünfte #Zecke2018: rechte Kniekehle
Verleser des Tages: „Schweizer Humor“ statt „Schwarzer Humor“
Das große Krabbeln //1854 Achtzehnhundertvierundfünfzig
Verschreiber des Tages: Hasstür statt Haustür
Verleser des Tages: Radiologe statt Radwege
Der vergessene Tag – mea culpa //1853 Achtzehnhundertdreiundfünfzig
Verhörer des Tages: Ostgoten statt Postboten
Mein Vorschlag „Schniggerla“ wurde übrigens vom Chef abgelehnt.
Es ist schwierig, Kunden zum Essen einzuladen, die zwar kein Schweinefleisch essen und kein Bier trinken, aber die typische einheimische Küche probieren wollen.
Kunden aus den $Land zu Besuch. Also heute biederes Businesskostüm mit knielangem Rock und French Twist als Frisur.
Verleser des Tages: „geschlechtlich verkehrt“ statt „gesellschaftlich verkehrt“
2^3 * 3^2 * 5^3 Tweets
Es geht voran //1852 Achtzehnhundertzweiundfünfzig
Vierte #Zecke2018: rechter Oberarm, außen
Verleser des Tages: vogon statt vegan
Heute Nacht geträumt von Dreier mit @Markus_Soeder und Jörg @Kachelmann
Verschreiber des Tages: Nachtgeile statt Nachteile
Es war einmal auf Twitter //1851 Achtzehnhunderteinundfünfzig
Mit 40 noch mal als „Sugarbabe“ bezeichnet zu werden, ist ja auch eine Art Kompliment. #TrotzdemNervig
Verleser des Tages: Tamponanlage statt Topmanager
Verhörer des Tages: Paarungsverhalten statt Datenverhalten
Am Morgen mit Hausschuhen die Wohnung verlassen, um ins Büro zu gehen. #schusselig
Wildgeparkt //1850 Achtzehnhundertfünfzig
Verleser des Tages: notgeil statt notepad
Verhörer des Tages: Killerbier statt Kellerbier
Ein Kaffeedilemma //1849 Achtzehnhundertneunundvierzig

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breakplaining: Monte-Carlo //2045

Habe gestern völlig den e-Tag vergessen. Dann gibt’s den bereits vor längerer Zeit begonnenen, aber nicht richtig vollendeten Eintrag dazu halt erst heute.

Das Monte-Carlo-Verfahren beruht auf dem statistischen Verhalten von Zufallszahlen. Computer generieren ja keine echten Zufallszahlen, sondern nur Pseudozufallszahlen. Gute Zufallszahlen zu erhalten ist, ein Thema für sich, das jetzt hier zu weit führt.
Mit Monte-Carlo-Simulationen lassen sich beispielsweise Integrale berechnen. Das hatte ich irgendwo schon mal erwähnt, mag aber jetzt nicht den passenden Link suchen. Insbesondere bei mehrdimensionalen Integralen mit komplizierten Randbedingungen gibt es manchmal keine andere erfolgversprechende Möglichkeit.

Bevor ich jetzt viel rein abstrakt erkläre, illustriere ich das Verfahren lieber dadurch, dass ich ein Beispiel beschreibe.

Die Fläche zwischen der Funktion y(x) = e^x, den Koordinatenachsen und der Gerade x = 1 beträgt (wie jeder nach einfacher Integration leicht selbst berechnen kann) e – 1.
In unserem Beispiel lassen wir den Computer jetzt Zufallszahlen zwischen 0 und 1 erzeugen, und berechnen jeweils die Exponentialfunktion davon. Diese Werte werden aufsummiert und durch die Anzahl der Werte dividiert. (Eigenlich auch noch multipliziert mit der Differenz von Abszissenend- und -anfangswert, aber die ist hier gleich 1, also können wir sie weglassen.)

In der „Mehr“-Section liste ich den Beginn eines Durchlaufs auf.
Von links nach rechts sind die einzelnen Spalten die Anzahl der bisherigen Versuche, die Zufallszahl, der daraus berechnete Funktionswert, die Summe aller Funktionswerte, die Summe dividiert durch die Anzahl, und schließlich diese Summe plus 1, was einen Näherungswert für e ergibt.
Eigentlich wollte ich noch mehrere Durchläufe mit jeweils mindestens 100 Samples graphisch darstellen, um zu zeigen, wie nach anfänglichem Rauschen das Ergebnis immer besser den Zahlenwert für e approximiert, an den es für sehr große Zahlen schließlich konvergiert. Hab dafür aber keine Zeit mehr gefunden. Bei großem (!) Interesse liefere ich es irgendwann nach.

Und klar – um e zu berechnen ist dies eine der ineffizientesten Methoden (dagegen konvergiert z.B. die Reihe über 1/k! sehr gut).
Es sollte ja auch nur ein Beispiel sein – anlässlich des e-Tags.

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Abwarten und hoffen //2044

Meiner Stiefenkelin Sophie geht es wieder sehr schlecht.
An sowas wie Daumen drücken oder für sie beten, glaube ich ja nicht. Trotzdem kann es nicht schaden.

Wenigstens hatte sie noch eine schöne kleine Geburtstagsfeier. Ich hatte nicht darüber gebloggt, denn viel gab es nicht darüber zu sagen. In der Klinik sind die Möglichkeiten nur eingeschränkt und es durften ja gleichzeitig höchstens zwei Personen bei ihr sein.

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Der Aussetzer //2043

Wie so ziemlich an jedem Arbeitstag war ich früh von der Wohnung zum Büro gelaufen.
Als Carsten mich irgendwann am Nachmittag fragte, ob ich unterwegs etwas bestimmtes gesehen hätte, verneinte ich. Ich war mir plötzlich gar nicht mehr sicher, dort entlang gelaufen zu sein. Die Erinnerung war komplett aus meinem Gedächtnis gelöscht.

Ich erinnerte mich vage an die ersten etwa zweihundert Meter – so wie man sich halt an etwas erinnert, das man nur routinemäßig getan hat, ohne es bewusst aufzunehmen. Dann erinnere ich mich auch an das letzte Stück, bzw. sogar, zu welcher Uhrzeit ich im Büro angekommen war.
Aber dazwischen ist nichts. Ich könnte schwören, überhaupt nicht dort gewesen zu sein. Mir fehlt etwa eine Viertelstunde Gedächtnisprotokoll. In dieser Form habe ich das noch nie erlebt. Vielleicht ist es ja ganz normal. Die Eindrücke unterwegs haben es nur ins Ultrakurzzeitregister geschafft, noch nicht einmal in den Cache, geschweige denn in den Permanentspeicher (wäre auch übertrieben für so einen Routinevorgang).
Ich versuchte mir einzelne Landmarks vorzustellen, an denen ich vorbeigekommen sein musste – nichts.

Wenn es unterwegs etwas außergewöhnliches gegeben hätte, wäre mir das sicherlich aufgefallen, und ich hätte es mir gemerkt. Allerdings sind auch die Stellen, die Aufmerksamkeit benötigen, wenn ich z.B. die Straße überquere, nicht geloggt.
Als ich so unschlüssig war, meinte Carsten, ich sei wohl mit den Gedanken irgendwo anders gewesen, so dass mich nichts abgelenkt hat. Damit hat er sicherlich recht. Dennoch fehlt mir diese Zeitspanne irgendwie. Es ist ganz merkwürdig.

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Bei den Kaufleuten //2042

Im Blog habe ich gar nicht erwähnt, dass unser früherer kaufmännischer Geschäftsführer schon vor einiger Zeit in den Ruhestand gegangen ist, und durch einen Nachfolger ersetzt wurde. Kaufmännische Belange sind nicht so mein Thema, weshalb ich sie bei der Auswahl für meine Blogeinträge kaum berücksichtige.
Da der kaufmännische Geschäftsführer doch hin und wieder hier genannt wird, ist es wohl höchste Zeit, ihm ein Pseudonym zuzuordnen. Der Einfachheit halber werde ich ihn künftig „Herr Kleiter“ nennen.

Dann ist da noch die Tochter eines Geschäftsfreundes, über die ich bereits gebloggt hatte, die aber hier auch noch keinen Nicknamen hat. In Zukunft nenne ich sie „Frau Altsang“, weil sie in unserem Betriebschor inzwischen im Alt mitsingt, wenn auch nur sehr zaghaft – aber das wird schon.
Frau Altsang arbeitet jetzt also bis zum Sommer bei unseren Kaufleuten, um dort Erfahrungen zu sammeln. Sie soll ja später einmal das Unternehmen ihres Vaters leiten. Hier wird sie für verschiedene betriebswirtschaftliche Arbeiten u.ä. eingesetzt. Ich weiß nicht, ob Trainee, Praktikantin oder Assistentin die treffendste Bezeichnung dafür ist.
Sie war mir ja von Anfang an durch eine starke Unsicherheit aufgefallen, insbesondere in der Gegenwart von Männern. Ich traue Herrn Kleiter das nötige Fingerspitzengefühl zu, sich angemessen um sie zu kümmern. Bisher scheint das auch ganz gut zu klappen.

Als ich kürzlich mit Herrn Kleiter eine Besprechung hatte, unterhielt ich mich mit ihm auch über die Aufgaben von Frau Altsang. Wir kamen überein, dass sie eine Präsentation über ein geeignetes Thema vorbereiten wird. Da gibt es viel zu tun. Herr Kleiter wird ein Thema auswählen, und sie dafür instruieren. Sie soll diese Präsentation dann vor einem kleinen, wohlwollenden Publikum halten, wodurch sie hoffentlich ein Erfolgserlebnis hat und dadurch ihre Selbstsicherheit wächst. Das Publikum wird aus Herrn Kleiter selbst, ein paar anderen Kaufleuten und mir bestehen. Sicherheitshalber lieber ohne Herrn Klugsch. Wir werden den Termin so legen, wenn dieser gerade auf Geschäftsreise ist. Eine reine Vorsichtsmaßname.

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Morgengrauen //2041

Manchmal sitze ich am Morgen gerne noch in der Dunkelheit auf dem Sofa.

Gemütlich eingehüllt in eine Decke, die Kaffeetasse in der Hand oder zumindest in Reichweite, beobachte ich die Dämmerung.
Es ist für mich wohltuender Luxus, mehrere Minuten mit Nichtstun zu verbringen.

Alles um mich herum ist ruhig und friedlich. Ich horche in die Stille.
Anfangs ist alles nur schwarz, dann zeichnen sich allmählich Umrisse und Schemen ab.
Nach und nach treten immer mehr Einzelheiten zutage, erst noch nur in Grauschattierungen. Sehr langsam nur verwandeln sich die Grautöne in Farben.

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Suchbegriffe – die soundsovielsten //2040

Mit der Google Search Console habe ich immer noch Schwierigkeiten, so dass die Konsistenz der Auswahl der folgenden Suchanfragen leider fraglich ist. Trotzdem sind wieder etliche amüsante dabei.

„weinberggleichnis“
Der Weinbergwinkel wäre mir als Suchanfrage lieber gewesen.

„critical process died“
Einen Bluescreen mit dieser Meldung hatte ich vor einiger Zeit, hatte aber keine dauerhaften Auswirkungen.

„penisstimumlation mit musik“
Na, wenn das nicht Stimmung macht ..

„gv§stebuch“
Ja, Umlaute machen halt immer wieder Probleme.

„sub ssc“
Subconducting Subcollider?

„glänzerschwamm“
Der Mengerschwamm ist mir lieber.

„devote geschichten“
Hier gab es hin und wieder Develop Geschichten.

„router login“
Die Konfiguration sollte man schon durch ein Passwort sichern.

„wordpress oma handjob“
Um zu bloggen, müssen die Hände schon einiges tippen. Das können auch Omas.

„die vier grundkräfte der physik“
Elektromagnetismus, Schwache und Starke Wechselwirkung, Gravitation.

„top bottom“
Rechteckkoordinaten werden manchmal durch die Ecken Topleft und Bottomright beschrieben.

„mitarbeitergeschenke aufruck“
Für ein gutes Betriebsklima ist es zweckmäßig, seinen Mitarbeitern hin und wieder einen Bonus zu gewähren.

„schlampe k9 geschichten“
Auf den Kanarischen Inseln war ich schon, und mehr gibt’s darüber nicht zu erzählen.

„kernfusion forschungsstand 2018“
Ach je .. ich bin da zwar nicht auf dem Laufenden, aber seit Jahrzehnten heißt es, dass Kernfusion in dreißig Jahren wirtschaftlich wird eingesetzt werden können. Ich habe (zumindest in unserem politischen Klima) da gelinde Zweifel, aber lassen wir das. Ist ein anderes Thema.

„ehefrau schluckt“
Als ich die Mandelabszesse hatte, hatte ich enorme Schluckbeschwerden.

„wordpress wird nicht richtig angezeigt“
Das kommt bei mir auch vor. Kann am Browser liegen. Oder an den WordPress-Scripts.

‚“einfach tattoo entfernen“‚
Sich gar nicht erst so eine Verschandelung stechen lassen.

„untat“
Frevel oder Missetat.

„zahnspange witze“
Manche Leute machen darüber vielleicht Witze, obwohl es nicht lustig ist.

„sperma schlucken schädlich“
In den üblichen Mengen ist das nicht schädlich, sondern sogar gesundheitsfördernd.

„konservatives kraftfeld“
Ausgeübte Kraft ist unabhängig von der Geschwindigkeit.

„strohwitwe“
Eine Frau, die vorübergehend unbemannt ist.

„philipp lenz matratze“
Nicht nur im Frühjahr schläft Philipp auf einer Matratze. (Aber nicht mit mir.)

„zahnspange unnötig“
Fein. Ich habe auch keine gebraucht.

„led glühbirne entsorgen“
Was jetzt? Von Energiesparlampen hört man zum Glück nichts mehr. Die waren giftiger Sondermüll.

„schritte werden nicht gezählt“
So 10^4 pro Tag sollten es schon sein.

„systemuhr geht falsch“
Nervig, wenn sich das nicht durch einmaliges Korrigieren beheben lässt.

„kaspar kurve“
Diese Kurve kenne ich noch gar nicht.

„vulgäre anaylse“
Ich annelysiere grundsätzlich nicht-vulgär.

„trillian im“
In der Heart of Gold?

„konfessionslos“
Ich bekenne mich zur Natur und einer rationalen Weltanschauung, die ohne Mythen auskommt.

„nat typ ändern pc windows 10“
Oh je, das kann kompliziert und langwierig werden.

„wildschweinborsten chips“
Es gibt doch kaum etwas, was die Leute nicht essen. Schlimmer als Rosinen kann das aber auch nicht sein.

„strenger winter“
Ich will Klimaerwärmung!

„lebkuchen kaufland“
Die kaufe ich dort nicht.

„damenwäsche rätsel“
Na, hoffentlich!

„ebay gehackt“
Bei eBay kann man auch Brennholz bestellen.

„querelen“
Auseinandersetzungen.

„string theorie“
.Remove(6,1);

„krankenvorgeschichte“
Anamnese.

„körpergröße mann attraktivität“
Es geht doch nichts über einen Mann, zu dem man auch in Highheels noch aufschauen kann.

„incel“
Involuntary celibate – unfreiwillig enthaltsam.

„welt-orgasmus-tag“
Das sollte keine Kalenderfrage sein.

„radiowerbung oma computer“
Senioren stellen eine riesige Zielgruppe dar.

„typisches samstagsessen“
War in meiner Kindheit Mehlklöße. Jetzt ist Pizza samstags häufig.

„parkplatzsteine“
Sind das solche Boller zur Abtrennung?

„playboy 2019“
Für mich uninteressant.

„sprühsahne ungesund“
Kommt wohl auf die Menge an. Lachgas zum Aufschäumen ist jedenfalls unbedenklich.

„schraubenlinie“
Helix.

„mea culpa antwort“
Ein Schuldeingeständnis.

„genugtuung englisch“
Satisfaction.

„vorzimmerdame“
Sekretärin oder Bürohilfen im Vorzimmer des Chefs.

„renitenter mitarbeiter“
Solche Leute sind lästig.

„unterbau hochsitz“
Ist hoffentlich stabil.

„schaltjahr algorithmus“
Von Ausnahmen außerhalb meiner Lebzeiten abgesehen: Wenn sich die Jahreszahl ganzzahlig durch 4 teilen lässt.

„was reimt sich auf torte“
Forte, Horde, Morde, Orte, Sorte, Torte, Worte, ..

„funny frisch beschwerde“
Mir schmecken die Chips wieder.

„fürther samtpfoten“
Bestimmt gibt es in Fürth auch Katzen.

„hundemenschen katzenmenschen psychologie“
Ohne pauschalieren zu wollen, sind mir Katzenmenschen meist sympathischer.

„winziges teilchen“
Partikel.

„tropisches klima kreislaufprobleme“
Die Subtropen sollen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit noch belastender sein.

„sub erniedrigen“
Meines Wissens gibt es in VBScript keinen Dekrementierungsoperator, in Visual Basic dagegen schon.

„breakpoint blog nühm“
Treffer!

‚“glov“‚
Zum Handschuh fehlt ein e.

„ohne einschränkung der allgemeinheit“
Kenne ich mit „Beschränkung“ als o.B.d.A. – dürfte aber auf’s gleiche hinauslaufen.

„art von häkelmaschine“
Davon habe ich gar keine Ahnung. Wenn, dann häkle ich selbst.

„tampons als schmuck“
Äh .. nee, wirklich nicht.

„ankerzentrum“
Auch ein Anker hat einen Schwerpunkt (center of mass).

„angenagelt titten“
Tüten müssen da gemeint sein.

„tierkreiszeichen stier“
Taurus.

„kindergeschrei“
Manchmal total nervig.

„bescheid geben“
Informieren, benachrichtigen.

„verena adam von strenge“
Mit seinen Kindern muss man manchmal streng umgehen.

„lego abmahnung“
Das Spielen mit Lego-Steinen sollte man unterstützen.

„beine spreizen“
Bei Männern heißt das Manspreading.

„molly dreht sich um die eigene achse“
Ach, das waren Zeiten, als die Molly Logan noch aktiv war.

„sextoys für ihn“
Viel Spaß! Darin sehe ich keine Konkurrenz.

„würgegefühl beim zähneputzen“
Das sind bei mir Menstruationsbeschwerden.

„advocata“
Weibliche Form von Advocatus.

„luchs dict“
Lynx. Sowohl in Englisch als auch Latein.

„blog seins“
Dieses Blog ist meins.

„nicht zu beschreiben“
Unbeschreiblich.

„753 rom schlüpft aus dem ei“
Im Jahre 753 vor unserer Zeitrechnung wurde Rom durch die Zwillinge Romulus und Remus am Tiber gegründet.

„ekeln“
Verabscheuen, anwidern.

„gästinnen“
Immer schön brav die Besucher*_^#Innen/Außen gendern!

„breakpointe“
Der Schlusseffekt einer Annekdote.

„nerven betreffend“
Neural.

„bürohilfe“
Eine Person, die bei Büroarbeiten hilft, ohne dafür ausgebildet zu sein.

„fahrtweg“
Bahn.

„redhat uptime“
Um Linux kümmere ich mich nicht.

„erigieren“
Aufrichten.

„rollenspiel“
Mit Umlenkrollen zu spielen, macht kaum Spaß.

„heimlich spannen“
Wenigstens keine unheimliche Spannung.

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Nicht ganz so rigoros //2039

Zwecks bestmöglichem Schutz meiner Annenühmität habe ich den Blogeintrag zu meiner mündlichen Promotionsprüfung nicht schon viel früher veröffentlicht. Geschrieben hatte ich ihn aber schon kurz danach, um nicht zu viele Einzelheiten zu vergessen. Es ist jetzt lange genug her, so dass es nichts mehr bringt, die Veröffentlichung noch weiter hinauszuschieben.

In der Promotionsordnung wird diese Prüfung offiziell stets als „Mündliche Prüfung“ bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Art Rigorosum. D.h. es geht nicht nur (wie bei einer Disputation) um den Inhalt der Dissertation, sondern im Prinzip kann jedes fachliche Thema drankommen.
(Ich hätte mich auch in Physik als Nebenfach prüfen lassen können, aber das wäre auf eine zusätzliche halbstündige Prüfung hinausgelaufen. Da hätte ich außerdem auch noch die ganze Physik büffeln müssen. Für diesen Aufwand hatte ich keinen Nerv, konzentrierte mich lieber voll auf die Mathematik.)
Sowohl mein Betreuer als auch mein Ehemann hatten es eilig, dass ich mit der Promotion fertig werde. Jener aus privaten, dieser aus geschäftlichen Gründen.

Am Vorabend waren wir auf das Land gefahren, wo wir entspannt im Garten saßen. Carsten hatte sich diesen Abend ausdrücklich für mich freigehalten gehabt. Wir tranken leichte Cocktails, und ich verbrachte einige Zeit auf der Schaukel. Abends fuhren wir aber wieder zurück in die Stadt.
Ich ging dann am nächsten Tag ausnahmsweise nicht ins Büro, sondern versuchte, ruhig und gelassen zu bleiben. Das verhinderte aber nicht, dass ich um ein Haar meine Kaffeetasse auf meine Tastatur ausgekippt hätte.
Mittags aß ich nur ein mikrogewelltes Käsebrot und eine große Portion Babybrei als Nachtisch. Dann machte ich mich allmählich auf den Weg zur Uni.
Dort trank ich erst mal noch einen Kaffee, und musste daraufhin zweimal die Toilette aufsuchen. Einerseits liegt das daran, dass Kaffee generell harntreibend wirkt, andererseits wohl an meiner Nervosität, und schließlich ist das bei mir ein typisches Symptom von PMS.

Als ich pünktlich zur Prüfung erschien, waren die Professoren bereits anwesend.
Philipp war ebenfalls im Raum als Zuschauer, und machte mir ein Zeichen, dass er mir die Daumen drücke. Ich lächelte bestätigend.
Insgesamt lief die Prüfung entspannter ab, als ich befürchtet hatte. Die Prüfer wollten sich vor allem mit mir über das Thema meiner Dissertation unterhalten. Ich musste einiges erklären, auch ein paar Herleitungen grob skizzieren. Die Prüfer schienen sehr interessiert, und stellten immer wieder Zwischenfragen. Im Laufe des Gesprächs versuchte ich auch Analogien zu anderen Themenbereichen herzustellen und Ähnlichkeiten aufzuzeigen.
Bei den weiteren Fragen geriet ich zwar einmal ins Schlingern, konnte das aber abfangen, und blieb einigermaßen souverän (wobei ich es natürlich zu schätzen weiß, dass offenbar keiner der Prüfer es darauf anlegte, mich zu blamieren). Dabei ist mein Wissen poröser als ein Mengerschwamm.
Die Bewertung liegt leicht oberhalb meiner eigenen Einschätzung. Ich bin also zufrieden. Mit dem doch relativ geringen Zeitaufwand hätte kaum jemand mehr herausholen können.
Ich besprach noch kurz ein paar formal-organisatorische Angelegenheiten mit Benjamin, bevor ich heimfuhr und mich erst einmal erschöpft hinlegte, bis Carsten heimkam.

Sobald ich das Nihil obstat für meine Dissertation hatte, veranlasste Carsten sofort, dass sie gedruckt wurde. Er hatte bereits vorher eine Vereinbarung mit einem Verlag abgeschlossen, der auch die Firmenbroschüre neu und andere geschäftliche Papiere drucken sollte, und dadurch günstige Konditionen einräumte. Deshalb habe ich viel mehr gedruckte Exemplare, als ich eigentlich brauche und jemals unter die Leute bringen kann. Einige Exemplare habe ich in meiner Wohnung, ein größerer Teil liegt im Landhaus auf dem Speicherboden, und der Rest ist im einem Lagerraum des Firmengebäudes gestapelt.
Als wir aus dem Urlaub zurückkamen, waren die Bücher bereits gedruckt, so dass ich gleich am nächsten Tag die Pflichtexemplare abgeben konnte.
Aufgrund der vorlesungsfreien Zeit verzögerte sich die Ausstellung der Doktorurkunde etwas, aber letztendlich bekam ich sie dann doch.

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Eine Frage der Perspektive //2038

Schon länger habe ich einen neuen Wecker – das heißt, eigentlich sogar zwei.
Zunächst hatte ich mir eine Projektionsuhr gekauft. Netzbetrieb, funkgesteuert, Temperaturanzeige, ordentliche Projektion (allerdings umständlich einzuschalten). Jedoch hatte sie keine Leuchtziffern, und irgendwie fehlte mir das.
Also machte ich einen weiteren Kauf. Wunderschöne große Leuchtziffern, starke Projektion, mit Radio, allerdings ohne Temperaturanzeige, manuelle Zeiteingabe und Stromversorgung leider über USB. Immerhin tut der Wecker das, was er soll, nämlich mir deutlich vor allem nachts die Zeit anzuzeigen. Da sehe ich auch darüber hinweg, dass der Knopf, um die Projektion einzuschalten nur relativ winzig ist. Mittlerweile habe ich mich an ihn gewöhnt, und finde ihn auch im Dunkeln. Ich fürchte aber, dass dieser Knopf das erste ist, das – in ein paar Jahren – an dieser Uhr kaputt gehen wird.

Wie gesagt – die Uhr hat eine starke Projektion mit gutem Kontrast, die sich auch in andere Winkel einstellen lässt, als es mein alter Wecker geschafft hat. Beim Optimieren des Projektionswinkels ist mir jetzt ein kleines Phänomen der Strahlenoptik aufgefallen, das eigentlich selbstverständlich ist, ich jedoch dennoch bemerkenswert finde – so ähnlich, wie wenn man sein Spiegelbild in einem Esslöffel betrachtet.

Am besten kann ich nachts vom Bett aus die Uhrzeit ablesen, wenn der Wecker die Anzeige in die entgegengesetzte Zimmerecke projiziert. Je weiter sie oben ist, desto weniger muss ich deswegen den Kopf anheben, da sonst meine Bettdecke in Blickrichtung liegt und die Anzeige verdeckt.
Noch besser wäre es allerdings, wenn die Anzeige direkt über mir wäre, dann würde nichts die Anzeige von meiner Perspektive aus versperren.
Also stellte ich die Projektionslampe des Weckers auf einen noch steileren Winkel. Da war nur die Kante zur Decke im Weg, was zu Verzerrungen führte. Noch ein wenig steiler, und die Uhrzeit wurde auf der Decke angezeigt. Ich verschob den Projektor noch weiter. Plötzlich stand die Anzeige auf dem Kopf. Ist das nicht faszinierend?

Was oben war, war plötzlich näher an meinem Augen als der untere Teil der Anzeige, was sich so äußerte, dass die Anzeige als kopfstehend empfunden wurde – oben und unten vertauscht.
Eigentlich – je nach Position von Lichtquelle, Bildfläche und Beobachter – überhaupt nicht überraschend, aber irgendwie halt doch.
Es kommt immer auch auf den Blickwinkel an.

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Ein Ring sie zu knechten //2037

Sophie hat bald Geburtstag.
Um ihr wenigstens ein schönes Geburtstagsfest (soweit in der Klinik möglich) zu bereiten, hatten Sonja und ich uns in der Stadt getroffen, um zu diesem Zwecke etwas zu erledigen und einiges andere für die Vorbereitungen zu besprechen.

Wie wir da so durch das Einkaufszentrum liefen, rief Sonja plötzlich: „Oh, du mein Gott – da vorne kommt eine Kollegin von mir. Die, von der ich dir schon erzählt hatte. Total zickig und überspannt. Ich glaube, wir werden sie begrüßen müssen.“
Sie kam uns direkt entgegen. Schwarzer Wollmantel, hohe Stiefel, die Haare irgendwie nach oben gewurschtelt, geschminkt und offenbar ihre Wall schon hinter sich (das aber anscheinend noch nicht realisiert).
Manchmal habe ich so Anwandlungen. Ich nahm mir vor, sie – auch stellvertretend für Frau Offenbluß und eine andere Lehrerin, die ich mal kannte – etwas hochzunehmen, wenn sich mir die Gelegenheit bieten sollte.

Sonja und sie begrüßten sich, dann stellte Sonja sie mir vor. Als sie mir ihre Hand gab, fiel mir gleich der große Ring auf. „Oh, das ist aber ein interessanter Ring“, rief ich, „dreizählige Symmetrie. Sie wissen sicher, was das bedeuten soll.“
„Aber natürlich“, meinte sie in einer Überlagerung aus Herablassung und Sauertöpfischkeit, „sonst würde ich ihn ja nicht tragen.“
„Manche tragen Ringe, ohne verheiratet zu sein“, murmelte Sonja, „andere sind verheiratet und tragen keinen Ehering.“
„Sind das archimedische oder logarithmische Spiralen?“, fragte ich sie weiter.
„Häh?“, machte sie, und zog die Nase hoch.
„Man kann das wirklich schlecht erkennen“, bestätigte ich freundlich, „man sieht ja höchstens eine halbe Windung.“

Ruckartig zog sie ihre Hand zurück. „Ich weiß wirklich nicht, was Sie meinen.“
„Das wundert mich nicht“, antwortete ich lächelnd, „welche Fächer unterrichten Sie denn?“
„Deutsch – wie Sonja – und Englisch.“
„Das dachte ich mir .. ‚one ring to rule them all .. and in the darkness bind them‘.“
Weder Ahnung noch Humor – aber dafür ließ sie sich superleicht triggern. Soweit möglich wurde ihr Gesicht noch säuerlicher. „Ich verstehe überhaupt nicht, was Sie damit sagen wollen.“
„An meiner Aussprache liegt das sicher nicht“, erklärte ich huldvoll.
„Ich muss jetzt weiter“, verabschiedete sie sich abrupt und stöckelte von dannen. Dadurch entging sie einem höchst erbaulichem Geplauder über Poincaré-Transformationen, Operatoren und LaTeX.
„Einen schönen Tag noch!“, rief ich ihr nach.
Solche Blender kann ich einfach nicht leiden, bilden sich ein, sie wären obertoll, aber tatsächlich steckt keinerlei Substanz dahinter, noch nicht mal heiße Luft.

„Jetzt bin ich aber auch ein wenig verwirrt“, meinte Sonja, „aber der arroganten Pute geschieht das ganz recht!“.
„Ist die immer so?“, fragte ich.
„Ja, meist noch schlimmer. Im Lehrerkollegium können die meisten sie nicht ausstehen. Einige jedoch finden sie auch cool. Und überraschenderweise ist sie bei den Schülern recht beliebt.“
„Sie lässt ihnen wohl alles durchgehen, „vermutete ich, „und hält keine Disziplin.“
„Genau. Und manchmal macht sie Andeutungen aus ihrem Privatleben. Ich könnte dir da Geschichten erzählen ..“
„Das kann ich mir schon vorstellen. Ich will’s lieber gar nicht wissen.“
Dabei beließen wir es dann und wendeten uns wieder wichtigeren Angelegenheiten zu.

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Die Zukunft des Zukunftstags //2036

In den letzten Jahren habe ich Ende Januar immer die Ankündigungen für unseren Schüler-Zukunftstag (AKA „Girls‘ Day“) veröffentlicht. Dieses Jahr nicht, obwohl es dafür inzwischen höchste Zeit wäre.
Ich hatte in den letzten Wochen so viel anderes im Kopf, dass ich die Vorbereitungen dafür halb vergessen hätte. Bestimmt hätte ich mir Zeit für die Vorbereitungen aber irgendwie genommen, wenn ich nicht bereits stark im Zweifel gewesen wäre, überhaupt noch einen Zukunftstag in dieser Form durchzuführen.

Die Motivation des Girls‘ Day entspricht halt so gar nicht dem, was ich mir vorstelle. Ich möchte Schüler (ab etwa der 10. Klasse), die bereits ernsthaft erwägen, einen MINT-Beruf zu ergreifen, in ihrer Berufswahl unterstützen. Durch unsere Firma kann ich ihnen die Möglichkeit bieten, einen kleinen Einblick in unsere technischen Abläufe zu nehmen.
Die Intention des Girls‘ Day ist es dagegen, möglichst viele Mädchen für ein Berufsfeld anzuwerben, das sie sonst eigentlich gar nicht im Fokus gehabt hätten, – selbst wenn das möglicherweise ihren Neigungen und Begabungen überhaupt nicht entspricht. Jungen werden dagegen ausdrücklich ausgeschlossen, was ich für widersinnig halte, denn gerade Jungen haben meist ein größeres Interesse an technischen Berufen.
Ich habe das ja schon so oft erwähnt und einige Male verlinkt: in meinem Bundesland dürfen Jungen am Zukunftstag nur vom Unterricht freigestellt werden, wenn sie dabei „typische“ Frauenberufe kennenlernen. Technische Berufe sind den Mädchen vorbehalten. In den meisten anderen Bundesländern ist es nicht viel anders.

Jetzt ist es also zu spät. Ich will aber den Tag nicht ersatzlos ausfallen lassen, sondern beabsichtige, in den Allerheiligenferien (die sind heuer Ende Oktober) einen Techniktag für interessierte Schüler nach meinen eigenen Vorgaben durchzuführen. Falls es Terminprobleme gibt, ginge auch Buß- und Bettag als Ausweichtag.
Da schulfrei ist, bewege ich mich nicht im Dunkelgraubereich der Legalität, wenn ich männlichen Schülern unsere technischen Abteilungen zeige, und ich gehe sicher, dass nur wirklich interessierte Schüler einen freien Tag dafür opfern werden.

Wenn ich die Veranstaltung ein Vierteljahr vorher ankündige, wäre das Ende Juli. Allerdings sind dann gleich Sommerferien, so dass es wohl zweckmäßig ist, spätestens Mitte Juli die Ankündigungen rauszuschicken.

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All You Need Is Glove //2035

Trotz der Kälte hatten wir uns zu einem kurzen Spaziergang aufgerafft.
Egal wie warm ich mich anziehe – mich friert’s trotzdem. Ich finde es unangenehm, kalte Luft einatmen zu müssen, die meinem Körper nach und nach die Wärme entzieht. Es ist mir unbegreiflich, dass manchen Leuten Winter, Frost und Schnee nichts ausmachen.

Eine Hand hatte ich in meine Jackentasche gesteckt, wo sie es zusammen mit meiner aktuellen Kastanie wohlig warm hatte.
Die andere Hand wurde von Carsten gehalten. Trotz Handschuhen wurden mir aber insbesondere die Fingerspitzen zunehmend kälter. Carsten hatte gar keine Handschuhe an.

„Ist dir ohne Handschuhe an den Händen nicht kalt?“, fragte ich ihn.
„Ein bisschen schon“, gab er zu.
„Dann steck‘ sie doch eine Zeitlang in deine Tasche“, schlug ich vor, bis sie wieder aufgewärmt ist.“
Wir ließen einander los. Auch ich steckte meine freigewordene Hand zunächst in meine Jackentasche. Dann fiel mir ein, dass ich meine Hand auch in seinen angewinkelten Arm einhaken konnte. Das war zwar nicht ganz so warm wie in der Jackentasche, aber wärmer als Hand in Hand zu laufen.
So gingen wir ein Stück, bis sich der Weg so verengte, dass wir kurz hintereinander gehen mussten.

Einige Meter weiter fiel es Carsten dann auf: „Ich hab‘ ja schon wieder deine Hand!“
Tatsächlich hatten wir uns unbewusst nach der Wegenge wieder an den Händen gefasst. Er zog an meiner Hand und steckte sie gemeinsam mit seiner in seine geräumige Jackentasche.
„Das wolltest du doch“, bemerkte ich leichthin, „dass ich dir meine Hand für’s Leben reiche.“
Er schmunzelte: „Ich wusste schon, dass du eine starke Hand brauchst, die dich fest im Griff hat.“
„Wenn du meinst, Schatz“, antwortete ich.

„Nanu? Keine Widerrede?“, fragte er verwundert, „die Kälte muss dir schon sehr zusetzen.“
„Ja, allerdings.“
„Wir sind ja bereits auf den Heimweg. Daheim sorge ich schon dafür, dass dir wieder warm wird.“ Ich spürte den Druck seiner Hand in der Jackentasche.
„Du meinst hoffentlich nicht den offenen Kamin.“
„Den auch. Der müsste bei dieser Kälte ordentlich ziehen. Aber mir fällt bestimmt auch noch etwas anderes für dich ein.“

Meine Hoffnung auf den Einsatz seines höchst effktiven Zauber-Heizstabs wurde dann ausgiebigst erfüllt.

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Verhindertes Hatschi //2034

Kennt ihr das auch?

Ihr seid im Begriff zu niesen. In der Nase kitzelt es verdächtig. Ihr setzt an
und ..

Dann spricht euch jemand an, bringt euch aus dem Konzept, und nichts ist’s mit dem befreienden Niesen.

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Mathematiker gesucht //2033

Es scheint, als ob mein Projekt Evalyze ins Stocken geraten wird.
Das Frontend ist ja bereits in der Entwicklung, und dort geht es auch ganz gut und zügig voran. Wenn wir weiter solche Fortschritte machen, gibt es noch im Januar ein erstes Mock-Up.
Beim Backend jedoch sind noch grundlegende Punkte offen, da die Spezifikation nur die Anforderungen an die Software vorgibt, aber nicht alle Einzelheiten über die Implementierung beschreibt.

Ich hatte ja beabsichtigt gehabt, den mathematischen Teil selbst zu übernehmen. Teilweise habe ich mich eingearbeitet, aber es ist doch weit umfangreicher, als ich erwartet hatte.
Zweifellos würde ich es schaffen, hätte ich genügend Zeit dafür. Besonders schwierig ist es nicht, aber halt aufwendig und langwierig. Aber ich habe ja auch noch so viele andere Verantwortlichkeiten als Geschäftsführerin und auch etliche sonstige Verpflichtungen durch ein paar andere Pöstchen (von Privatleben gar nicht zu reden), so dass ich nur wenige Stunden pro Woche dafür nutzen kann (selbst wenn ich das Blog aufgeben oder vorübergehend aussetzen würde, wäre die dadurch gewonnene Zeit nicht ausreichend).

Deshalb habe ich mich jetzt dazu durchgerungen, die entsprechenden Aufgaben an jemand anderen zu übergeben. Als Chef* muss man es lernen, nicht alles selbst zu machen, sondern zu delegieren.
Ich habe mich schon mal ein wenig umgetan. Der Arbeitsmarkt mit dieser Spezialisierung ist komplett leergefegt, selbst wenn man bereit ist, ein wesentlich höheres Gehalt zu zahlen als marktüblich. Dass es entsprechende Leiharbeiter gibt, bezweifle ich, lasse unsere Personalabteilung aber mal deswegen Erkundigungen einziehen.
Es wird also auf einen externen Mitarbeiter oder Berater hinauslaufen. Ideal wäre ein Freelancer, der etwa ein halbes Jahr bei uns tätig sein wird. Teilweise kann er auch in seinem heimischen Büro arbeiten, aber er muss oft genug bei uns vor Ort präsent sein, so dass ich Einzelheiten mit ihm diskutieren kann.

*: Wollte zuerst „Chefin“ schreiben. Aber es geht hier um die Eigenschaft des Chef-Seins, nicht um mich als weibliche Person.

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Krankenbesuch mit dissonantem Schlussakkord //2032

Gestern um die Mittagszeit hatte ich wieder mal Sophie in der Klinik besucht. Ich bringe ihr da immer etwas Obst mit. Sie darf ja gar nicht alles essen, sonst würde ich ihr auch mal Kuchen oder Schokolade mitbringen, aber ein Apfel oder eine Banane sind OK.
Verena kommt gewöhnlich später, weil sie noch arbeiten muss. Ich dagegen kann mir die Zeit besser einteilen, und denke, dass es sinnvoller ist, wenn nicht mehrere Leute gleichzeitig bei ihr sind, sondern dafür öfter abwechselnd.

Da saß ich dann also an Sophie’s Bett und las ihr eine Geschichte aus einem Buch vor. Zwischendurch schaute mal eine Schwester nach ihr. Das ist nichts ungewöhnliches.
Sophie wird schnell müde, und so wollte ich nur noch das angefangene Kapitel zu Ende lesen, und dann wieder gehen.

Patrick’s Eintritt traf mich völlig unvorbereitet.

Ich hörte mich zu ihm sagen: „Sophie will jetzt schlafen. Ich bin gerade im Begriff zu gehen.“
Sophie war plötzlich wieder hellwach: „Papa, Papa!“, rief sie, und hob freudig die Arme, soweit es die Infusionsschläuche und Verkabelungen zuließen.

Ich verließ das Krankenzimmer und ging wieder ins Büro.

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Wie man Käfer berichtet //2031

Zumindest so ähnlich hatte ich dieses Thema schon mal. Aber es ist immer wieder mal aktuell.

Stellt euch vor, ihr wollt mit dem Hersteller eines (Software-)Produktes per Mail Kontakt aufnehmen. Entweder habt ihr Interesse, das Produkt zu kaufen, aber noch irgendwelche Fragen dazu, oder ihr wollt einen Fehler melden. Wie geht ihr vor?
Weitverbreitet, aber nicht zielführend, ist es, einen Betreff in Großbuchstaben zu schreiben. Erfahrungsgemäß sind Betreffs in Großbuchstaben zu 98% (geschätzt) Spam. Wenn ich nur Großbuchstaben im Betreff sehe, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich die Mail gar nicht erst aufmache, sondern unbesehen lösche.
Als nächstes: Ist es denn zuviel verlangt, den Namen des Produkts am besten in den Betreff, zumindest aber in den Body der Mail zu schreiben? Wenn nur (sinngemäß) dasteht: „Ich möchte Ihr Produkt kaufen“ riecht das schon wieder verdächtig nach Spam. Außerdem wissen Hersteller mehrerer Produkte dann nicht, welches genau gemeint ist.
Man vermag es kaum, sich vorstellen, aber manche Absender schaffen es, seitenweise zu schreiben, ohne auch nur einmal den Namen des Produktes zu nennen, um das es geht. Als wäre es ein Tabu, das man nicht aussprechen darf.
Wenn das selten wäre, würde ich es gar nicht erwähnen, aber es kommt erstaunlich häufig vor.

Ein Bug Report, der nur aus „Ihre Software funktioniert nicht“ besteht, hilft mir nicht weiter, ein eventuelles Problem nachzuvollziehen, den Fehler zu finden und eventuell zu fixen.
Da stellen sich viele Fragen:
Um welche Software handelt es sich überhaupt? Welche Version?
Auf welchem Betriebssystem genau? Ist die Software ordentlich installiert? Gibt es spezielle Umgebungsbedingungen?
Startet die Software nicht? Hängt sie beim Start? Crasht sie? Bricht sie mit einer Fehlermeldung ab, und falls ja, mit welcher?
Wenn die Software gestartet ist – unter welchen Umständen tritt dann der Fehler auf? Wie genau äußert er sich überhaupt? Gibt es Schwierigkeiten mit der Eingabe bzw. dem User Interface? Oder sind die Ergebnisse bzw. Ausgaben fehlerhaft?
Ist das Problem nur sporadisch? Oder lässt es sich reproduzieren?
Tritt das Problem auch nach einem Neustart des Computers unverändert auf?
Falls der Fehler im Zusammenhang mit konkreten Dateien auftritt – können Sie dem Hersteller eine Beispieldatei überlassen (aber bitte nicht ohne Absprache eine mehrere Megabyte große Datei anhängen)?
Sind die Hardwarevoraussetzungen erfüllt? Insbesondere verfügbarer Arbeitsspeicher oder freier Festplattenplatz.
Gibt es untypische Einstellungen? Beispielsweise das Dezimaltrennzeichen hat mit schon öfter Probleme beschert.
Was könnte noch relevant sein? Manche Fehlerursachen hängen von der speziellen Art der Software ab oder auch von der Systemumgebung. Der Hersteller wird gerne nachfragen, sofern der Nutzer in der Lage ist, sachdienliche Antworten zu geben.

Immer wieder kriege ich Mails, die nicht den geringsten Anforderungen gewachsen sind. Bestimmt sind schon etliche deswegen in den Spam gewandert. Man kann es deshalb nicht oft genug wiederholen: konkrete Bezeichnungen wählen! Also nicht nur „Hallo Hersteller“, sondern den Namen des Herstellers (z.B. „Dear $Hersteller.Name team“), damit der Hersteller auch weiß, dass tatsächlich er gemeint ist, und nicht nur eine Spammail ihr Unwesen treibt.
Noch wichtiger ist es, die genaue Bezeichnung des Produktes zu nennen, damit der Hersteller weiß, um was es geht.
Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie viele Mails diese elementaren Grundvoraussetzungen nicht erfüllen. Und dann wundert sich der Absender, warum er keine Antwort erhält.

Und um auch noch mal darauf hinzuweisen: Wer Mails an einen bis dahin unbekannten Empfänger schickt, sollte auch Sorge tragen, dass dessen Antwort nicht im eigenen Spamfilter hängenbleibt.

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Ausgebremst //2030

Eigentlich hätte die Angelegenheit mit dem unangemessenen Verhalten einer Marketingmitarbeiterin noch letztes Jahr von mir geregelt werden sollen.
Ich hatte sie zunächst zu einem Gespräch einladen wollen, aber sie hatte sich an diesem Tag bereits krank gemeldet. Später reichte sie dann eine ärztliche Krankmeldung nach, so dass klar wurde, dass es vor Weihnachten nichts mehr werden würde.
Danach war Urlaub, so dass mir nichts anderes übrigblieb, als den Gesprächstermin weit in den Januar zu legen.
Zwischenzeitlich hatte die Mitarbeiterin ihre Kündigung noch vor Silvester eingereicht. Sie wird die Firma also Ende März verlassen.

Da ich noch andere Verpflichtungen hatte, kam bisher kein Gesprächstermin zustande. Zweimal schon fiel ein bereits anberaumtes Gespräch aus, weil sie sich wieder krank meldete.
Einerseits ärgert mich die Sache schon. Ich will das Gespräch endlich hinter mich bringen, mache das schließlich nicht zum Vergnügen.
Andererseits – ja, mei! – sie ist nur noch kurze Zeit da. Soll ich da wirklich noch so ein Aufhebens um die ganze Sache machen? In der Firma ist die Angelegenheit schon längst kein Thema mehr. Ich könnte sie einfach vergessen, und die Mitarbeiterin so davonkommen lassen. Eine Abmahnung hätte eh keinen Biss mehr, da sie ja schon selbst gekündigt hat. Dem beteiligten Kunden könnte man schlicht wissen lassen, dass sie die Firma in Kürze verlässt – das wäre dann auch für ihn erledigt.
Eventuell wäre es eine Möglichkeit, den Marketingchef oder den kaufmännischen Geschäftsführer mit der Aufgabe zu betrauen. Dagegen spricht allerdings, dass ich dem Chef zusagen musste, mich persönlich darum zu kümmern.

Ich tendiere fast dazu, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Ich habe nun wirklich genug anderes zu tun, als mich zu bemühen, da überhaupt erst einmal einen Gesprächstermin zu bekommen, der dann auch tatsächlich eingehalten wird.

Wie es auch sei – sie hat jetzt noch die Chance, ihre Aufgaben sauber abzuschließen. Wenn sie die letzten Wochen noch ordentlich arbeitet, bekommt sie auch ein anständiges Zeugnis. Sollte sich aber herausstellen, dass Dienst nach Vorschrift noch ein Euphemismus für ihre Arbeitszeit ist, wird sich das mit Sicherheit in ihrem Arbeitszeugnis niederschlagen. Darauf kann sie sich verlassen.

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Xmessy //2029

Das heutige Thema ist zeitlich ziemlich deplaziert, aber ich habe keine Lust, damit bis Ende des Jahres zu warten.
Es ist mir in den Sinn gekommen, als wir neulich über die WFT verreist waren.
Das war sieben Jahre, nachdem ich das erste Mal die Feiertage mit Carsten verbracht hatte. Damals entwickelte sich unser Verhältnis gerade von einer geschäftlichen Beziehung hin zu einer privaten Freundschaft.

Für Carsten wäre es das erste Weihnachtsfest allein gewesen. Ich hätte zwar zu meinen Eltern fahren können, hatte aber keine Lust dazu. Beide wollten wir eigentlich diese Tage einfach nur rumkriegen, ohne in irgendwelche Festlichkeiten mithineingezogen zu werden.
Das ist gerade zu Weihnachten fast unmöglich. Kaum tritt man aus dem Haus – überall Weihnachtsdeko und – geklimper. Die Geschäfte haben geschlossen, so dass man nicht mal einkaufen kann. In Cafés und Restaurants herrscht ebenfalls Weihnachtsambiente. Grausam.
Als sich also herausstellte, dass Carsten und ich ähnliche Vorstellungen hatten, die Feiertage zu verbringen, lag es nahe, dass wir das gemeinsam tun. Er hatte mich eingeladen, und so machten wir uns einfach ein paar angenehme Tage ohne Brimborium.

Neulich hatte ich irgendwo gelesen, dass es Veranstaltungen speziell für Singles gibt, gemeinsam Weihnachten – d.h. insbesondere den Heiligabend – zu feiern. So ähnlich hätte ich mir das Fegefeuer vorgestellt! Weihnachtsgetue, und das auch noch mit fremden Leuten!
Als „Single“ hatte ich mich ohnehin nicht definiert. Das ist so, als ob man sich – im Gegensatz zu Paaren oder Familien – für defizitär hält, bloß weil man alleine und ungebunden ist. Als würde es in der Hochenergiephysik Sinn machen, Teilchenzustände als Singuletts zu benennen, wenn es keine Multipletts gäbe. Auch wenn ich eine Paarbindung eingegangen bin, bleibe ich dennoch ein Individuum.

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Twitterarium //2028

Meine wiederverwendeten Tweets vom 28. April bis 8. Mai 2018 erhalten – wie immer – auch Links auf meine damals neuesten Blogeinträge. Es lässt sich auf WordPress einstellen, dass veröffentlichte Blogeinträge zeitgleich auch auf Twitter erscheinen.
Eine ähnliche Möglichkeit muss es auch für Facebook geben. Da ich jedoch dort keinen Account habe (und auch nicht beabsichtige, mir einen anzulegen), geht das dort nicht. (Soviel zu einer Anfrage, die ich diesbezüglich während des Winterurlaubs bekommen habe.)
Und nun zu den Tweets:

Jetzt bin ich heute schon so spät dran, und dann zickt WordPress noch so massiv rum.
Verleser des Tages: Desserts statt Diesseits
Oh, verdammt! Hätte gerade fast den Verpackungsabfall meiner Brotzeit in einen Briefkasten geworfen. #zerstreut
Ist das eine #Sonnenallergie? Hatte ich letztes Jahr schon mal im Frühjahr und an der gleichen Stelle (unmittelbar unter Rocksaum).
Verhörer des Tages: Kuchen statt Kuckuck
breakplaining: Unendlich //1848 Achtzehnhundertachtundvierzig
Verschreiber des Tages: Panne statt Pfanne
Dritte #Zecke2018: über der linken Ferse
Wir laufen eine „Abkürzung“. Plötzlich ein großer Abschnitt dicht mit Brennnesseln. Er geht achtlos durch. Ich verweigere. #WasUnterwegsPassierte
Verleser des Tages: Wikinger statt Wirkung
Nach Adam Ries //1847 Achtzehnhundertsiebenundvierzig
Mein neuer, enger Minirock rutscht beim Gehen allmählich immer höher ..
Verleser des Tages: An-kerzen-trum statt Anker-zentrum
Erste #Zecke2018: linke Wade, oben innen, zweite #Zecke2018: rechter Oberschenkel, hinten Mitte
Verhörer des Tages: Schrott statt Shot
Not Lost, But Found //1846 Achtzehnhundertsechsundvierzig
Ich freue mich ja über jeden Blogleser oder Follower. Aber bitte folgt mir nur, wenn euch die Inhalte meiner Blogs oder Tweets gefallen, nicht um eure Frauenquote zu erhöhen. #QualitätStattQuote
Wenigstens habe ich nicht „antimaleware“ gelesen.
Verleser des Tages: animalware statt antimalware
Nach fast einem Jahr klappt’s endlich wieder mit dem Profilfoto!
Verschreiber des Tages: partnershit statt partnership
May The Fourth Bee With U //1845 Achtzehnhundertfünfundvierzig
Um ehrlich zu sein – ein #Vocel (voluntary celibate) ist mir da viel unheimlicher, so wie es viele asexuelle #Feministinnen sind.
Sex macht das Leben doch erst lebenswert, sorgt für allgemeines Wohlbefinden, körperliche Gesundheit und die psychische Stabilität. CUV bedeutet Frust, Unzufriedenheit, Reizbarkeit.
Dieses derzeitige #Incel-Bashing ist unerträglich. Millionen unglückliche, einsame Menschen auch noch pauschal zu beschämen und sippenhaftig zu beschuldigen und zu kriminalisieren. Wie krank und widerlich ist das!
Hab mir jetzt erstmal Eisenbrausetabletten besorgt. Und für den Blutdruck ist ein Kaffee hilfreich.
Bin müde und erschöpft. Hätte mir mal wieder einen freien Tag verdient.
„$Person gehört zu $Gruppe und [sagt|macht] etwas Schlimmes. Dann sind alle in $Gruppe böse.“ #Femilogik #Kleinkindniveau
Verleser des Tages: Magneten statt Migranten
Federlesens (The Tear) //1844 Achtzehnhundertvierundvierzig
Verhörer des Tages: Relief statt Release
Es ändert nichts an der Realität, wenn man sie nicht sehen will.
Verleser des Tages: „die Sonne spritzte ab“ statt „die Sonne spitzte ab und zu durch die Wolken“
The Wall //1843 Achtzehnhundertdreiundvierzig
Wo ist mein Besen? Euch allen noch eine schöne #Walpurgisnacht
Verleser des Tages: Rechner statt Rentner
Mein #schwarzer #Kater hätte heute #Namenstag gehabt.
Was erzähl ich da? Das war sein Geburtstag. Namenstag hatte er am 22. September. #Mauritius
Verhörer des Tages: Orgie statt Orgel
Igitt! Saure Milch in den Kaffee geschüttet.
Hier blüht überall der Flieder.
Gefällig //1842 Achtzehnhundertzweiundvierzig
Argumentation auf Kleinkindniveau: „$Person sagt $Aussage. $Person ist böse. Also muss $Aussage falsch sein.“ #Femilogik
Verleser des Tages: Phasenraum statt Pausenraum
Er gibt mir einen abgeblühten Löwenzahn. „Hier, puste mal! Ich seh dir so gern beim Blasen zu.“ #WasUnterwegsPassierte
Ein Brocken Geröll auf dem Weg. „Was ist das?“ – „Ein.Stein.“ – „Einstein – soso.“ #WasUnterwegsPassierte
Unangenehmer Wind. „Soll ich dem Wind befehlen aufzuhören?“ – „Ja, mach mal.“ – „Hinweg!“ Zwei Minuten hielt die Windstille an. #WasUnterwegsPassierte
2^3 * 11 * 101 Tweets
Verleser des Tages: Weicheier statt Welcher
breakpoint’s Wayback Archive #27 //1841 Achtzehnhunderteinundvierzig

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Vortragsreise, Teil 2 //2027

Um den vorigen Thread wiederaufzunehmen ..

Der kleine Hörsaal war nur spärlich besetzt. Naja, das ist eher kein Thema, das Otto Normalphysiker interessiert. Dafür war das Publikum aber aufmerksam und stellte im Anschluss konstruktive Fragen.
Wenn ich mich in der Thematik vertraut und sicher fühle, kann ich, glaube ich, durchaus begeistert und mitreißend darüber reden. So war mein Vortrag wohl erfolgreich, und wurde aufgeschlossen angenommen. (Dabei hatte ich weniger Zeit zur Vorbereitung, als ich geplant hatte. Die Krankenbesuche bei Sophie und – wieder mal! – ein Zwangsupdate der PHP-Version auf meiner Website waren unvorhergesehen gewesen und hatten mich in der Vorwoche erheblich Zeit gekostet.)

Anschließend stand ich noch mit ein paar Interessierten unten am Podium. Holger hatte mich einem bereits emeritierten Professor mit unaussprechlichem Namen vorgestellt. Dieser fragte mich – auf liebenswürdige und wohlwollende Weise – über meinen Werdegang aus.
Auf seine Frage, warum ich Theoretische Physik bevorzuge, antwortete ich: „Für Reine Mathematik bin ich sonst eigentlich zu pragmatisch, für Experimentelle Physik zu pedantisch. Da bot sich Theoretische Physik an.“
(Als Advocata Diaboli hätte ich stattdessen natürlich auch äußern können: „Theoretische Physik ist ein Hybrid, der weder die strenge, unaufweichbare Stringenz der Mathematik noch die zielgerichtete Effektivität von Experimenteller oder Angewandter Physik aufweist.“)
„Trotzdem bist du inzwischen in der Spitzentechnologie gelandet“, mischte sich Carsten ein.
„Nachdem ich mehrere Jahre Software entwickelt habe“, betonte ich.
„Ja“, erklärte Carsten, „aber das war auch schon für die $Branche.“
„Eine junge Dame mit vielfältigen Talenten“, meinte jetzt der alte Professor, und fügte hinzu: „Eine schöne, junge Dame. Darf man das jetzt noch so sagen? Viele so junge Frauen wollen ja heute keine ehrlichen Komplimente mehr.“
Ich lächelte ihn freundlich an: „Dankeschön, Herr Professor. Mir darf man so etwas gerne sagen. Denn ich weiß ja, dass das meine wissenschaftlichen Leistungen nicht schmälert, sondern sogar veredeln soll.“

Die Unterhaltung dauerte noch ein wenig an, aber schließlich waren nur noch Holger, Carsten und ich da.
Holger wollte uns zum Abendessen einladen, aber Carsten erklärte, dass wir bereits andere Pläne hätten. Davon hatte ich zwar gar nichts mitgekriegt, aber bittesehr.
Ich verabschiedete mich von Holger. Wir werden in Kontakt bleiben.

Carsten und ich aßen dann in einem Restaurant in der Innenstadt. Wir übernachteten in einem Business-Hotel und brachen am nächsten Morgen schon kurz nach dem Frühstück wieder zur Heimreise auf.
Da die Rückfahrt glatt verlief, waren wir am Nachmittag zurück. Carsten ging dann sofort zur Firma, während ich Sophie in der Klinik besuchte.

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Vortragsreise, Teil 1 //2026

Die paar Tage Wellness haben uns gut getan. Ich habe es genossen, einmal nur anschmiegsame Geliebte zu sein. Einmal nicht repräsentierende Ehefrau, scharfsinnige Wissenschaftlerin oder gestrenge Chefin.
Es wäre noch entspannender gewesen, wenn wir nicht immer wieder an Sophie hätten denken müssen, die schwerkrank in der Kinderklinik liegt.
Nun ja, wir können es ja nicht ändern. So machten wir wenigstens das Beste aus unserem Kurzurlaub.

Am Dienstag nahmen wir das Mittagessen noch im Kurort ein, bevor wir uns auf den Weg in die nicht weit entfernte Universitätsstadt machten, wo Holger am Physikalischen Institut lehrt.
Das Wetter war nicht verlockend, und ich wollte jetzt auch keine Ablenkung mehr vom bevorstehenden Vortrag, für den ich meine Konzentration allmählich zusammennehmen musste. Deshalb ließen wir es bleiben, uns in der verbleibenden Zeit in dieser Stadt noch ein wenig umzuschauen.
Geplant war, vor dem Kolloquium noch zusammen einen Kaffee zu trinken. Ich kenne eigentlich keinen Theoretiker, der kein heavy Kaffee user ist. Sheldon aus TBBT ist in dieser Hinsicht völlig untypisch, was die Serie in gewisser Hinsicht weniger überzeugend erscheinen lässt.
Es blieb mir nicht erspart, Holger und Carsten einander vorzustellen.
„Sie haben also mit Anny studiert“, meinte Carsten.
„Nein!“, stellte ich richtig, „er hat die Theo-Übungen im Hauptstudium gehalten.“
Und Holger erklärte: „Ich bin schon einige Jahre älter als Anne.“
„Das war mir klar“, erwiderte Carsten, „wird Ihre Frau auch beim Vortrag anwesend sein?“
„Nein, ich habe keine Frau“, antwortete Holger.
„Das dachte ich mir.“

Um das Thema zu wechseln, fragte ich Holger, ob es hier irgendwo einen Internetzugang gäbe, wo ich kurz mal nach Mails schauen könne.
Holger gab mir Informationen zum Gastzugang des WLANs.
Ich ging also kurz online, während Carsten alleine durch die Gänge des Instituts wanderte, und einige Poster anschaute.

Was braucht man einen Cliffhanger, wenn es Breakpoints gibt?
In diesem Sinne: Fortsetzung folgt.

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Bevorstehende Abfahrt //2025

Es war schon länger geplant, dass Carsten und ich noch einmal ein paar Tage Kurzurlaub anhängen, und das mit meinem vorgesehenen Kolloquiumsvortrag verbinden.
Ich hatte das Kurhotel noch im Oktober gebucht, um den Termin fest zu machen, weil ich befürchtete, dass Carsten sonst wieder anders disponieren würde.

Wie auch immer – wir machen uns heute nachmittag auf den Weg.
Unmittelbar vorher schauen wir noch mal bei Sophie in der Klinik vorbei. Ihr Zustand hat sich inzwischen halbwegs stabilisiert.

Ich melde mich wieder, wenn wir zurück sind. Vielleicht schaffe ich es danach, wieder regelmäßig zu bloggen. Zumindest habe ich das vor.

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Besorgnis //2024

Es ist nicht so, dass ich euch mit meinen Andeutungen neulich auf die Folter spannen wollte. Ich sehe mich gezwungen, sehr vage zu bleiben, sorry.

Sophie ist schwer erkrankt. Sie liegt in der Kinderklinik. Momentan weiß noch niemand so recht, wie es mit ihr weitergeht. Ein Verlauf in jede denkbare Richtung ist möglich.
Ich habe ja nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mit Kindern nicht sonderlich klarkomme. Trotzdem geht mir das hier nah. Sophie war immer so eifrig darauf, stricken zu lernen. Mir hatte es Spaß gemacht, ihr das beizubringen, und ihr sonst noch so einiges zu erzählen, was uns beide interessierte.

Verena besucht sie praktisch jeden Tag.
Niklas versteht nicht, was mit seiner Schwester los ist. Er darf sie nicht besuchen.
Carsten, Sonja und ich sprechen uns ab, so dass zumindest einer von uns sie auch täglich besuchen kommt. Es ist ein trauriger Anblick, Sophie, die sonst nur so vor Leben sprühte, so blass, so schwach, so schmal, und mit Schläuchen und Kabeln verbunden im Bett liegen zu sehen.

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