Sekretärinnenproblem //1700

Etwa zwei Stunden nach mir kam Carsten mies gelaunt heim. Beim Begrüßungsquickie war er besonders grob.
„Was ist los?“, fragte ich ihn, als wir danach in die Küche zum Essen gingen, „gibt’s Probleme?“
„Frau $Sekretaerin.Nachname hat gekündigt.“
„Oh .. doof. Davon wusste ich nichts. Weißt du, warum?“
„Ihr Mann hat in $AndereStadt eine bessere Stelle gefunden, und dahin zieht die ganze Familie demnächst um.“
„Das heißt, wir brauchen wieder eine neue Sekretärin“, stellte ich fest.
„Genau. Kümmere du dich wieder um die Ausschreibung, et cetera.“
„Klar. Muss ja wohl sein.“

Fast sechs Jahre lang hatte die Sekretärin für Carsten gearbeitet. Ich erinnere mich noch an die Vorstellungsgespräche, bei denen ich damals (quasi als Aufpasserin) dabei war.

Eigentlich läuft ihre Kündigungsfrist bis Ende Februar, aber Carsten hat mit ihr ausgemacht, dass sie bereits zum Jahresende gehen darf.
Das verkürzt die Zeit sehr, die uns für eine Suche bleibt. Die beiden anderen Vorzimmerdamen können vielleicht eine Zeitlang die Stellung halten, aber sie sind nicht qualifiziert genug, die anspruchsvolleren Aufgaben, die im Sekretariat anfallen, auszuführen.
Das heißt, wir brauchen diesmal nicht nur eine Bürohilfe, sondern eine ausgebildete Sekretärin. Die bisherige hatte – auf eigenen Wunsch – nur vormittags gearbeitet. Das wäre jetzt auch eine Option, aber wenn die zukünftige Sekretärin lieber Vollzeit arbeiten will, sind wir da flexibel.
Ich muss gleich mit der Personalabteilung die Details besprechen, damit die Ausschreibung möglichst schnell rausgeht.

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 41 Kommentare

Die universelle Frage zur Antwort //1699

Benjamin hat es inzwischen zur Antwort geschafft, wozu ich ihm gratulierte.
Er war ziemlich unkonzentriert, weil das neue Baby die halbe Nacht durchgeschrien hatte. Trotzdem gingen wir gemeinsam einige Berechnungen durch.

Benjamin erzählte mir, dass ihn eine andere Uni eingeladen habe, Anfang nächsten Jahres seine Arbeiten im Rahmen eines Kolloquiums vorzustellen, und ob ich nicht Interesse hätte, ihn zu begleiten. Ich antwortete, dass ich grundsätzlich schon gerne mitkommen würde, aber erst abklären müsse, inwiefern es zeitlich und auch sonst passt, und ich ihm bis Ende nächster Woche Bescheid geben würde.

Anschließend hätten wir eigentlich zusammen ins Hallenbad gewollt, aber er hatte keine Lust dazu. Alleine wollte ich auch nicht gehen, so dass ich mich auf den Rückweg machte.

Als ich das Institut verließ, hielt mir ein schlaksiger Student eifrig die Tür auf. Ich bedankte mich lächelnd, im lauteren Bewusstsein, dass das wieder mal ein Verstoß gegen feministische Verhaltensrichtlinien war, die in solchen Fällen mindestens einen Metoosenblick vorschreiben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 7 Kommentare

Eine Frage der Bewertung //1698

Als ich kürzlich einen Tisch in einem unserer Lieblingsrestaurants reservieren wollte, und dafür online die Telefonnummer heraussuchte, las ich auch die Bewertungen bei Google.
Die meisten waren sehr gut, aber es gab auch überraschend viele sehr schlechte, jedoch praktisch kein Mittelfeld.

Jetzt frage ich mich, wie diese schlechen Bewertungen zustande kommen. Ich selbst habe in diesem Restaurant nur ausgezeichnetes Essen erlebt, bei reichhaltiger Auswahl, mäßigen Preisen, angenehmen Ambiente und unaufdringlichem, aber aufmerksamen Personal.
Was müssen diese Leute, die derart miese Bewertungen schreiben, für überhöhte Ansprüche stellen? Wo werden denn diese Ansprüche erfüllt, wenn nicht dort?
Oder bewerten sie so schlecht, weil sie nicht wollen, dass noch mehr Gäste dorthin finden? Es stimmt, dass das (relativ kleine) Restaurant meist voll besetzt ist. Ohne Reservierung hat man kaum eine Chance auf einen freien Tisch. Wenn man potentielle Besucher durch negative Bewertungen abschreckt, entspannt sich diese Platzknappheit.
Oder versucht die Konkurrenz durch manipulierte Bewertungen dieses Restaurant mieszumachen?

Es ist natürlich auch möglich, dass an einzelnen Tagen das Angebot mal unter den üblichen Standards lag, und dass einzelne Gäste verärgert darüber ihren Frust abgelassen haben. Zufriedene Gäste werden dagegen meistens gar keine Bewertung schreiben.
Einzelne Meckerer gibt es immer, die mit nichts so richtig zufrieden sind und an allem etwas auszusetzen haben.

Wir waren inzwischen schon etliche Male in dem Restaurant, und es war immer sehr gut. Die einzigen Nachteile bestehen darin, dass es weiter entfernt ist, als unsere anderen Stammrestaurants und eine Reservierung nötig ist, so dass man nicht einfach mal so spontan hinkann.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 18 Kommentare

Die andere Seite des Zufalls //1697

Manchmal laufe ich einen Fußgängerweg entlang, wo nur ganz selten mal Leute entlanggehen. Parallel dazu – durch einen Grünstreifen getrennt – verläuft eine ziemlich dicht befahrene Straße.
Auf etwa halbem Weg befindet sich eine Abzweigung. Fast jedesmal, wenn ich die kreuzen muss, biegen ein oder zwei Autos von der Straße in diese Abzweigung ab, bzw. fahren aus dieser heraus. Dass gerade mal gar kein Auto dort abbiegen will, ist die Ausnahme.
Für mich als Fußgänger ist es also völlig normal, dass ich dort erst mal schauen und ggf. warten muss, um die betreffenden Autos durchzulassen.

Aus Sicht eines Autofahrers sieht die Situation wohl völlig anders aus. Insbesondere die Autofahrer, die dort häufig fahren, rechnen normalerweise nicht damit, dass gerade dann ein Fußgänger die Abzweigung überqueren will, wenn sie abbiegen. Für sie ist es ein außergewöhnliches und seltenes Ereignis.

Worauf ich hinaus will?
Auch wenn es trivial und selbstverständlich erscheint, so kann die gleiche Situation von zwei unterschiedlichen Beobachtern völlig anders eingeschätzt werden.
Was für den einen völlig normal und typisch wirkt, ist für den anderen ungewöhnlich und eine unerwartete Koinzidenz.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 7 Kommentare

breakpoint’s Wayback Archive #15 //1696

Wayback zum 5. bis 20. November 2012.

Mit Carsten zusammen besuchte ich die Tauffeier von Sabine’s Baby.
Kathrin plante eine Party vor.
Ein Problem in einem meiner privaten Softwaretools kostete mich Zeit.
Ich besuchte einen potentiellen Kunden.
Damals war Windows 8 neu, aber ich hatte nicht die Absicht umzusteigen.
Nach einer süßen, schlüpfrigen Überraschung für Carsten unterhielten wir uns noch weiter.
Wir überlegten, wie, wann und wo wir Weihnachten verbringen wollten.
Ich bekannte mich als Software-Mami.
Eine Darmverstimmung beeinträchtigte meinen Tag, und ließ mich Masse verlieren.
Es stellte sich heraus, dass Carsten die Wohnung gekauft hatte, aber dafür keine Miete annehmen wollte.
Ich erfand lichtgeschwindigkeitsbasierte Emoticons.
Mit einem Online-Stiltest (den es inzwischen nicht mehr gibt) ließ ich verschiedene Texte analysieren.
Wir nahmen an einem Essen mit Geschäftspartnern teil, und gaben uns anschließend privateren Vergnügungen hin.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Unerfreuliche Aussichten //1695

Die Nutzer unserer Geräte sind im Allgemeinen richtige DAUs (es gibt Ausnahmen, aber die sind selten). Eigentlich wollen sie nichts mit technischen Geräten zu tun haben, es bleibt ihnen aber nichts anderes übrig, da diese Geräte ihre Arbeit vereinfachen und teilweise überhaupt erst ermöglichen.
Entsprechend sprechen die Nutzer auch eine ganz andere Sprache, mit der sie ihre Tätigkeiten und deren Parameter beschreiben. Diese Sprache ist für MINTler oft nicht eindeutig und wird als ungenaues Wischiwaschi empfunden, mit dem man nichts so richtig anfangen kann.
Trotzdem sind das die (End-)kunden, die bestimmte Anforderungen an die Geräte stellen (wenn sie schon nicht um deren Benutzung herum kommen). Es ist eine Herausforderung, aus ihren Darstellungen herauszulesen, was sie tatsächlich an Funktionalität und Bedienungsoptionen benötigen, zumal sie das üblicherweise selbst nicht genau wissen, geschweigedenn artikulieren können. Außerdem haben sie keinerlei Vorstellung davon, was von ihren Wünschen überhaupt machbar, und was grundsätzlich unrealisierbar ist.

Jetzt hatte der Chef die Idee, in einen persönlichen Dialog mit den Nutzern zu treten, um unsere Geräte besser und nutzerfreundlicher zu gestalten.
Meines Erachtens wäre das eine Aufgabe für Vertrieb oder Marketing. Aber nein – die Entwicklung soll sich direkt darum kümmern, weshalb das ganze vor allem an mir (und ein wenig auch an Ulrich) hängen bleibt. Ich habe wiederholt versucht zu erklären, dass ich mit dieser Art von Leuten (das sind quasi „Anti-Nerds“) nicht reden kann, aber er meinte, dass ich das schon schaffe, und da müsse ich durch.
Sein Zutrauen ehrt mich, aber ich selbst habe dabei ziemliche Zweifel, und absolut keine Lust, mich mit diesen Leuten abzugeben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 47 Kommentare

Eine berufliche Retrospektive //1694

Wohl kaum jemand ist in der Schule um Goethe’s Faust herumgekommen.
Da gibt es gleich am Anfang einen längeren Monolog, in dem das Zitat „dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ vorkommt. Und ich dachte mir damals sinngemäß dabei: „Tja, mit Theologie und solchem Kram kommt man da freilich nicht weit. Dafür gibt es die Physik!“
Zu dieser Zeit war mir bereits klar, dass ich ein naturwissenschaftliches Studium einschlagen wollte. Mit schwebte eine spätere Tätigkeit in der Grundlagenforschung vor (so ähnlich wie Sheldon, aber mit Elementarteilchen), idealerweise bei CERN oder vielleicht auch DESY (damals unterschied ich noch nicht zwischen Theo und Exphysik).

Im Laufe des Studiums dann (auch wenn es sonst sehr gut lief) wurde ich allmählich desillusioniert: Die Physik kann nichts erklären, lediglich mathematisch beschreiben.
In gewisser Weise war ich enttäuscht wie Faust. Denn ich musste resignierend einsehen, dass das Streben nach Erkenntnis der fundamentalsten Naturgesetzlichkeiten nur in einer Sackgasse landen kann.

Nach Abschluss des Studiums war ich die erste in meinem Jahrgang, die eine Anstellung in der Industrie fand. Einige wenige Kommilitonen waren ähnlich bald mit ihrer Diplomarbeit und den Prüfungen fertig gewesen, aber sie bemühten sich lieber um eine Promotionsstelle (einige hätten eigentlich lieber die Uni verlassen, fanden aber keinen geeigneten Arbeitsplatz).
Mir war nach den fünf Jahren Studium eher danach, endlich Geld zu verdienen. In einer Promotion sah ich inzwischen keinen großen Sinn mehr. Außerdem hatte ich im Hinterkopf, dass ich das eventuell später immer noch machen könne, falls die Begeisterung für Grundlagenwissenschaft zurückkäme.

In den nächsten Jahren ließ ich mich eher treiben. Meinen Wunsch nach Erkenntnis hatte ich so ziemlich abgeschrieben. Insofern entwickelte ich keinen allzu großen beruflichen Ehrgeiz. Vermutlich hätte ich bei meinem damaligen Arbeitgeber berufliche Karriere gemacht, denn das ist einer der ganz großen Weltkonzerne, der sich inzwischen Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben hatte.
Aber es ergab sich dann, dass ich mich lieber selbständig machte. So war ich mein eigener Herr, niemandem weisungsgebunden, konnte mir meine Zeit und meinen Arbeitsaufwand weitgehend frei einteilen. Einige Aufträge lehnte ich sogar ab, denn ich wollte Einzelkämpfer bleiben. Mir lag nicht daran, Verantwortung auch noch für Angestellte übernehmen zu müssen. Ich verdiente genug, dass es für ein bequemes Leben reichte. Das genügte mir. Mehr wollte ich gar nicht.

Wahrscheinlich hätte ich so weitergemacht, bis ich mich irgendwann zur Ruhe gesetzt und von den Erträgen meiner Ersparnisse und gelegentlichen Lizenzverkäufen gelebt hätte.
Aber dann lief mir ja Carsten über den Weg. Und seither habe ich immer mehr Aufgaben in der Firma übernommen, obwohl das nie mein eigenes Ziel gewesen war.

Inzwischen habe ich mich als Teilhaberin und Mit-Geschäftsführerin verpflichtet. Das bedeutet, ich muss selbst immer wieder weitreichende Entscheidungen treffen, diese durchsetzen und verantworten, auch wenn sie unvorhergesehene negative Konsequenzen haben.
Das ist anstrengend und stressig, und es entspricht überhaupt nicht mehr dem Lebensweg als Naturwissenschaftlerin, den ich für mich früher erwartet hatte. (Nein, das sollte keine Herumjammerei sein. Ich wollte nur mal meine Gedanken dazu ordnen und festhalten.)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 14 Kommentare

Progesteronabfall Macht Streitlustig //1693

Zwei Feiertage hintereinander unter der Woche sind schon ungewöhnlich. Da ich am Montag einen wichtigen Termin hatte, und Carsten am Donnerstag, kam ein Kurzurlaub nicht in Frage. Stattdessen diskutierten wir, ob wir die zwei Feiertage auf dem Lande oder in der Stadt verbringen sollten, und entschieden uns schließlich dafür, in der Stadt zu bleiben.

Ich nutzte die Zeit u.a. dafür, mal wieder in meinem Kleiderschrank aufzuräumen. Dazu hatte ich einige Kleider und Wäsche zeitweise in den Waschkorb ausgelagert. Zwischendurch musste ich aber auch etwas anderes erledigen, so dass ich erst später dazukam, damit weiterzumachen.
Inzwischen hatte Carsten ein benutztes Handtuch in den Waschkorb geschmissen.

Ich rastete aus. Schrie ihn an, warum er schon wieder sein Dreckzeug auf meine sauberen Sachen geschmissen hätte. Und in der Tat hat er schon öfter benutzte Kleidung auf die frisch gewaschene oder gar zusammengelegte Wäsche gelegt.
Aber ich stand auch mich selbst beobachtend daneben, und fragte mich, was mit mir los sei, dermaßen überzureagieren. Klar ist es ärgerlich, wenn die saubere Wäsche durch Dreckwäsche kontaminiert und verschmutzt wird, so dass ich sie zumindest teilweise noch mal waschen muss. Allerdings schreie ich sonst wegen so etwas nicht herum. Carsten ist meistens gar nicht anwesend, wenn ich es bemerke, und später habe ich die Sache schon meistens wieder vergessen, bzw. ich weise ihn darauf hin, dass er in Zukunft schmutzige Sachen nicht auf saubere legen soll.
Der aufgestaute Ärger darüber entlud sich in mir, und ich kannte mich selbst nicht mehr.

Carsten versuchte mich zu beschwichtigen, erklärte, dass das Handtuch gar nicht so dreckig sei, so dass ich die Wäsche darunter nicht noch einmal waschen müsste, oder ich sie ja am Wochenende der Haushälterin bringen könne, die sich dann darum kümmern würde, aber ich ließ mich nicht beruhigen.
Einerseits wunderte ich mich insgeheim über mich selbst, andererseits dachte ich, dass er es jetzt wenigstens endlich lernen müsse, seine Sachen nicht auf saubere Wäsche zu schmeißen, wenn ich ihm das einmal so richtig deutlich und unmissverständlich klar mache, so dass er dies nie mehr wiederholt.
„Komm, wir legen uns noch mal ins Bett“, schlug er schließlich vor.
„Ich will aber jetzt nicht ins Bett“, rief ich, während mein innerer Beobachter verwundert den Kopf schüttelte. So einen Vorschlag hatte ich noch nie ernsthaft abgelehnt, und eigentlich wollte ich ihn auch jetzt nicht ablehnen. Aber meine innere Zicke war weiter auf Konfrontationskurs und zeterte herum, ohne dass ich das ändern konnte (und mein innerer Rekursionscallback sinnierte, ob meine Gedanken noch unter Selbstreflektion fallen, oder schon unter Schizophrenie).
Carsten zog sich schließlich verärgert an sein Notebook zurück.

Ich kam etwas zur Ruhe, atmete tief durch, und konnte mich plötzlich selbst nicht mehr leiden, wegen solch einer Kleinigkeit einen dermaßenen Aufstand gemacht zu haben. Mir kam zu Bewusstsein, dass Tante Irmas allmonatlicher Besuch bevorstand, und mir wurde klar, dass mich die Hormone hatten durchdrehen lassen.
Ich weiß schon, dass mich PMS manchmal (durchaus nicht jedesmal) reizbar und empfindlich machen kann, aber so schlimm war es bei weitem noch nie. Das war nicht mehr ich selbst. Das war die Macht der Hormone, die mich vorrübergend zu einer keifenden Erinnye mutieren ließ.

Nachdem ich das eingesehen hatte, holte ich in der Küche eine Nascherei, die Carsten gerne mag, ging zu ihm und setzte mich neben ihn. Ich legte die Nascherei auf den Tisch und meine Hand auf seinen Oberschenkel. „Ich hab‘ wohl überreagiert“, erklärte ich ruhig, „aber pass‘ in Zukunft bitte besser auf, wohin du deine gebrauchten Sachen legst.“
„Hm“, brummte er.
Während ich meine Hand weiter nach oben wandern ließ, meinte ich: „Wir könnten uns doch jetzt noch mal hinlegen ..“
..
Nichts entspannt besser und bereinigt Unstimmigkeiten.

Da Tante Irma inzwischen eingetroffen ist, ist erst mal Enthaltsamkeit angesagt. Aber auch wenn ich jetzt körperlich eingeschränkt bin, bin ich wenigstens psychisch wieder stabil und gelassen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 25 Kommentare

Findlinge //1692

Sehnsüchtig von euch erwartet, folgen weiter unten die neuesten Suchbegriffe.
Diesen Monat bin ich schon früh dran, aber hier ist heute Feiertag. Da blogge ich gerne etwas, bei dem nicht viel Feedback zu erwarten ist, weil ich weniger Gelegenheit zum Reagieren habe.

„bloggosphere“
Auch Blogosphäre genannt.

„spam kommentare wordpress“
Die von Akismet falsch eingestuften Kommentare sind immer ein Ärgernis.

„tss vertretungsplan“
Tss .. dazu fälllt mir jetzt nichts ein.

„v1_retired“
Das liest sich wie ein Computerterm, sagt mir persönlich aber nichts.

„higgs boson gefunden“
Der Finderlohn ist reichlich.

„cum porno sales“
Ich kenne nur „cum grano salis“.

„kondom drinnen geblieben“
Wenn es nicht gelingt, es zu entfernen, ist wohl ein Besuch beim Frauenarzt nötig.

„remi1a“
Das ist die Seitenspringerin.

„orgasmussaft“
Körperflüssigkeiten hatte ich einmal als Fluidonen bezeichnet.

„versuchung minus lydia punkt de“
Dazu sag‘ ich nichts.

„keller feucht“
Das kann teuer werden.

„geschenk zum halbjährigen“
Wenn es halbzahlige Spins gibt, kann man auch bei halbzahligen Jahrestagen feiern. (BTW – heute ..)

„bild 1414 po“
Bilder gibt es in meinem Boudoir-Blog.

„latex kombinieren“
Separate Dateien lassen sich einfügen mit \include{}.

„zähneputzen vor dem frühstück“
Wenn man überhaupt frühstückt, so ist Zähneputzen danach sinnvoller.

„beizeiten begleiten“
Das reimt sich, und was sich reimt, ist gut.

„steam download schwankt extrem“
Tja, so ist das eben.

„werde nicht feucht“
So ein Lotoseffekt wäre im Regen schon praktisch.

„halterlose strümpfe fernsehen“
Ja, inzwischen ist es zu kalt, um noch auf Strümpfe zu verzichten.

„poppen für jobben“
Erwachsene Menschen sollten selbst entscheiden, welche beruflichen Wege sie einschlagen.

„360 grad produkte“
Einfach mit 2*pi multiplizieren.

„spanische prinzessin“
Nur weil ich da schon in Urlaub war, heißt das nicht, dass ich mich dort mit der Königsfamilie oder dem Adel auskenne.

„meine freundin trägt latex“
Bei mir macht das ein Datenträger.

„spanische treppe rom“
Da saß ich während meiner Abifahrt gerne.

„minirock nix drunter“
Im Sommer schon, aber inzwischen ist es mir zu kühl.

„aus eigenem antrieb“
Selbst initiiert.

„der ausbildungsplatz“
Motivation ist wichtig.

„chorsänger“
Gibt es in unterschiedlichen Stimmlagen.

„d’aucy linsen“
Sind das Sammel- oder Zerstreuungslinsen?

„anisplätzchen nach alter art“
Das genaue Rezept kenne ich nicht, aber ich erinnere mich, dass die Anisplätzchen als einzige nicht gebacken wurden, sondern (über Nacht?) trocknen mussten.

„word ungleich zeichen“
Lässt sich irgendwo einfügen, notfalls über die Charmap.

„rgb grautöne“
Wenn die drei Farbkanäle gleich sind.

„gepoppt“
Der Mais wird heiß.

„tja kinder wer fickt mich in zukunft“
Meine diesbezügliche Zukunft ist gesichert.

„monitor wird nicht mehr erkannt“
Erst mal schauen, ob alle Stecker und die Graphikkarte guten Kontakt haben.

„breakpoint film“
Eine Verfilmung meines Lebens ist nicht vorgesehen. Und wenn, wäre da eher eine Serie angemessen.

„outlook mehrere termine gleichzeitig eintragen“
Wiederkehrende Termine (also „jeden Dienstag“ oder „alle vier Wochen“) lassen sich eintragen.

„darf ungelernte arzthelferin blut abnehmen“
Völlig unerfahren in dieser Hinsicht? Also bei mir nicht.

„omas treibens mit hund“
Sollen die den Köter sonstwohin treiben.

„konnte nicht synchronisiert werden weil die synchronisation nicht fertiggestellt werden konnte“
Dazu kann ich nichts schreiben, weil ich dazu nichts schreiben kann.

„grobe ungezogenheit“
Unverschämtheit, Dreistigkeit, Frechheit.

„männliche schlampe“
Die gibt es auch. Der Begriff ist generisches Femininum.

„nackte weiber öffentlichkeit“
In Deutschland gilt das als Ordnungswidrigkeit. Bei Männern ist es eine Straftat.

„versorgungsassistentin im krankenhaus gehalt“
Da hat Google wohl die falsche Seite empfohlen.

„wann sind frauen rollig“
Das Maximum ist um den Eisprung herum.

„benjamin schreck“
Wovor sollte er erschrocken sein?

„baum kostüm selber machen“
Nee, derartige Rollenspiel interessieren mich nicht.

„unverhoffte einnahmen“
Sind eine angenehme Überraschung.

„corinna rosa hacker“
Übel, übel.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Grund zum Feiern? //1691

Heute ist dieser außerplanmäßige Feiertag. Gelegenheit, mich einmal über Sinn und Unsinn von Feiertagen auszulassen.

Wenn ich nichts vergesse, so haben wir die bundesweiten gesetzlichen Feiertage Neujahr (1. Januar), Karfreitag (Freitag vor Ostern), Ostern (erster Sonntag nach erstem Frühlingsvollmond und folgender Montag), Tag der Arbeit (1.Mai), Christi Himmelfahrt (Donnerstag anderthalb Wochen vor Pfingsten), Pfingsten (Sonntag und Montag sieben Wochen nach Ostern), Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und Weihnachten (25. und 26. Dezember). Als „halbe“ Feiertage zähle ich Heilig Abend (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember).
Je nach Bundesland kommen noch weitere Feiertage hinzu. In Bayern wären das 3König (6. Januar), Fronleichnam (Donnerstag anderthalb Wochen nach Pfingsten) und Allerheiligen (1. November). Außerdem ist in überwiegend katholischen Gemeinden Mariä Himmelfahrt (15. August) ebenfalls ein Feiertag (also z.B. hier in $NichtImSauerland zwar nicht, aber in der alten Heimat, was mir früher nie so recht auffiel, da das eh immer in den Sommerferien war). Der Vollständigkeit halber sei noch das Augsburger Friedensfest erwähnt (dem ich einen ähnlichen Status gebe wie hierzulande früher der Bergdienstag).
Schulfrei ist außerdem an Fasching und dem Bus-und-Betttag.

Wie man sieht, haben die meisten Feiertage christlichen Bezug. Da in Deutschland nur etwa 60 Prozent der Bevölkerung christlicher Konfession ist, ist die Frage wohl schon berechtigt, inwieweit es angemessen ist, diese Feiertage gesetzlich vorzuschreiben, und somit auch die restlichen vierzig Prozent zu zwingen, an diesem Tag auf Einkaufsmöglichkeiten, Gelegenheiten, Behörden oder Ärzte zu besuchen, etc. verzichten zu müssen.
Wäre es nicht viel zweckmäßiger, wenn sich jeder selbst einteilen dürfte, wann (im Rahmen der Gegebenheiten) er frei nimmt, und wann er lieber arbeitet?
Soll jeder meinetwegen seine Religion ausleben, wie er mag, aber bitteschön andere damit in Frieden lassen.

Auch andere Gruppen (z.B. die Community der Brights, Unfeministen, Nerds und Sapiosexuellen) als Christen hätten ein Interesse an spezifischen Feiertagen.
Wieso nicht Ostersonntag durch den Pi-Tag (14. März) ersetzen, und Ostermontag durch den Frühlingsbeginn (ca. 21. März)? Statt Pfingstsonntag Starwars-Day (4. Mai), statt Pfingstmontag den Handtuchtag (25. Mai), und statt Christi Himmelfahrt die Sommersonnwende (ca. 21. Juni).
Und statt Weihnachten feiere ich ohnehin die Wintersonnenwende (ca. 21. Dezember). Aber irgendwie müssen wir mindestens noch Startrek Day (8. September), Sysadmin-Day (letzter Freitag im Juli) und Weltnudeltag (25. Oktober, RAmen!) unterbringen, vielleicht auch Aphel (ca. 4. Juli) und Perihel (ca. 3. Januar), und den Weltmännertag (3. November) bzw. den Internationalen Männertag (19. November).
Den Herbstbeginn (ca. 22. September) halte ich persönlich nicht für feiernswert. Der ist eher Anlass zum Trauern (könnte also den Volkstrauertag ersetzen).

So .. jetzt gehe ich aus aktuellem Anlass das Projekt an, mich mit 95 Steßen an die Tür nageln zu lassen.

[Nachtrag: Karfreitag noch ergänzt.]

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 29 Kommentare

Betriebliche Weiterbildungsorganisation //1690

Vor zwei Wochen oder so war in der Trichterstadt wieder eine IT-Messe gewesen. Zwei Mitarbeiter der IT hatten daran teilgenommen.

Grundsätzlich befürworte ich die Teilnahme an solchen Fach- oder Weiterbildungsveranstaltungen.
Mir ist nur aufgefallen, dass es immer wieder die gleichen Leute sind, die Veranstaltungen besuchen, und andere praktisch gar nicht. Es liegt mir fern, etwas an der Freiwilligkeit zu ändern, aber doch muss etwas mehr Struktur hinein, damit die Mitarbeiter etwas gleichmäßiger solche Angebote wahrnehmen.

In Zukunft wird es eine Datenbank geben, indem alle externen Veranstaltungen (Kongresse, Messen, Symposien, Seminare, Schulungen, etc.), die von Mitarbeitern besucht werden, aufgelistet werden. Ich werde das Ziel vorgeben, dass jeder Mitarbeiter mindestens einmal im Jahr an einer derartigen Veranstaltung teilnimmt. Unterlässt er dies ohne gute Begründung, so soll sich das in seiner jährlichen Leistungsbeurteilung niederschlagen.
Welche Veranstaltungen im einzelnen sinnvoll sind, überlasse ich der Einschätzung des jeweiligen Vorgesetzten. Auch eine Obergrenze für die Anzahl der Veranstaltungen setze ich nicht fest. Das muss der Vorgesetzte (im Rahmen seines dafür vorgesehenen Budgets) selbst entscheiden.
Ich möchte allerdings schon verhindern, dass einzelne Mitarbeiter ständig weg sind, weil sie immer wieder – teils teure – Angebote wahrnehmen. Es sollte ein vernünftiges Gleichgewicht geben, und jeder mal drankommen – am besten abwechselnd.

Wir wollen sicherlich nicht an Weiterbildungsmaßnahmen für unsere Mitarbeiter sparen, aber sie ausgewogener an sie verteilen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 11 Kommentare

breakpoint’s Wayback Archive #14 //1689

Wayback zum 10. Oktober bis 3. November 2012.

Sabine hatte uns zur Taufe ihres dritten Kindes eingeladen. Außerdem erzählte ich etwas über die Higgs-Teilchen.
Ich versuchte mich an einer Kategorisierung der nervigsten Kundentypen.
Da Carsten verreist war, vertrat ich ihn auf einer Veranstaltung.
Maintenance-Arbeiten an Carsten’s privater Hardware waren fällig.
Ein Mandelabszess machte einen Krankenhausaufenthalt nötig.
Als ich wieder einigermaßen genesen war, musste ich zum Friseur.
Bei einem gemeinsamen Essen unterhielten sich Carsten und ich über verschiedenes.
Ich bloggte über meine Erfahrungen als Frau in einem Männerberuf.
Statistische Blogdaten inspirierten mich zu einem Eintrag.
Die Kündigung des CMOs gab Anlass zu Unstimmigkeiten.
Die dunkle Jahreszeit machte mir zu schaffen.
Am Feiertag hatten wir eine kleine Fahrt mit dem Auto gemacht.
Ich beschrieb, was ich alles in meiner Handtasche dabeihabe, und warum.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Es wird heiß. Und scharf. Oder süß. //1688

Auf Dauer wird man des Restaurantessens überdrüssig, und so koche ich inzwischen öfters mal selbst. Es ist nun wirklich keine Kunst, eine schmackhafte Mahlzeit auf den Tisch zu kriegen, es kostet halt Zeit. Für mich alleine würde es sich nicht lohnen, aber wenn Carsten mitisst, ist es 'was anderes (insbesondere, weil er „besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt“).

Die größte Herausforderung ist es, Erfahrungswerte zu bekommen, wie lange man für die Zubereitung braucht, und wie lange die jeweiligen Speisen kochen|braten|backen müssen. Mit dieser Kenntnis lässt es sich dann planen, mehrere Gänge just-in-time gleichzeitig zum vorgesehenen Zeitpunkt fertig zu haben.
Das ist auch nicht viel anders als die übliche Projektplanung, bloß dass eine andere Zeitskala (statt in Tagen, Wochen, Monaten rechnet man in Minuten und Stunden) benutzt wird.

Meine häufigsten Gerichte (wenn ich nicht gerade Mehlspeisen mache) bestehen aus vielerlei Gemüse (Paprika, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Karotten, Zucchini, Lauch, Äpfeln, .. je nach dem, was gerade verfügbar ist), und Fleisch (meistens Schwein oder Pute) oder Fisch. Dazu gibt es eine Beilage aus Reis, Nudeln oder Kartoffelgerichten (gekocht, als Püree oder Pommes Frites). Fast schon legendär und superköstlich sind meine Pasta al forno Bolognese.
Mein Trick ist es, zu jeder süßen Speise etwas Salz, und zu jeder salzigen Speise etwas Zucker zu geben. Das hebt den Geschmack.
Dann habe ich meine eigene Scarborough-Kräutermischung (Petersilie, Salbei, Rosmarin und Thymian). Ich füge auch gerne (reichlich) Knoblauch und Chili hinzu, Ingwer oder Meerrettich weniger gern, aber das mag Carsten.

Ich koche nicht nach irgendwelchen vorgegebenen Rezepten, sondern kreiere jedesmal wieder neu ein einmaliges, leckeres Gericht.
Meinen Ehrgeiz setze ich darauf, möglichst resourceneffizient vorzugehen – also möglichst wenig Schüsseln und Töpfe zu benutzen, und ich habe da inzwischen mein eigenes System, bei dem ich wirklich sehr sparsam mit den Utensilien umgehe (und der Vorteil ist, dass dann auch weniger aufzuräumen ist).

Ja, ich weiß, das ist keine Haute Cuisine, aber es schmeckt mir besser, als alles, was ich bisher in Sterne-Restaurants gegessen habe, und darauf kommt es ja wohl an.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 27 Kommentare

#ParadiseFound #Blogparade //1687

Schon wieder eine Blogparade, aber da sie in wenigen Tagen ausläuft, will ich meine Teilnahme nicht weiter hinausschieben.
Es geht um den „besten Ort der Welt“, bzw. den Ort, wo man am liebsten leben möchte.
Der Artikel zur Blogparade verlinkt auf einen sog. „Paradies-Konfigurator“, dessen Kriterien allerdings kaum mit den Aspekten kompatibel sind, die für mich ausschlaggebend sind.

Deshalb nenne ich hier einmal ausdrücklich die wichtigen Bedingungen für mein persönliches Utopia:
* Ausgeglichenes, warmes Klima. Also insbesondere im Winter weder Frost noch Schnee, im Sommer darf’s auch mal heiß werden, allerdings nicht extrem und keine länger andauernden Hitzewellen.
* Keine Gefährdung durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Wirbelstürme und ähnliches.
* Keine gefährlichen Tiere wie Schlangen, Skorpione, Giftspinnen, usw., auch keine Insekten, die Krankheiten übertragen können.
* Ein politisch und gesellschaftlich stabiles System, mit freiheitlicher Grundordnung, ohne Risiko von Bürgerkriegen oder ähnlichen Gefahren. Möglichst ein säkularer Staat, der Religionen, aber auch anderen Ideologien oder Irrationalitäten keinen Stellenwert einräumt.
* Geringe Kriminalität.
* Angemessene Steuerbelastung, nachvollziehbare Staatsausgaben, keine sinnlosen gesetzlichen Reglementierungen.
* Schnelles, unzensiertes Internet, gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr.
* Ich möchte nicht irgendwo in der abgelegensten, hinterwäldlerischen Provinz wohnen (das hatte ich in meiner Kindheit und Jugend schon zu genüge), sondern in einer ruhigen Gegend, bei der aber alles, was man so braucht (insbesondere Lebensmittel, aber auch Non-Food-Artikel wie Zahnpasta oder Schreibmaterial), in bequemer Entfernung zu erreichen ist, und wo auch angenehme Spazierwege vorhanden sind (optimalerweise hundefrei).
* Schön wäre ein allgemeines Rauchverbot (auch wenn ich sonst Verbote ablehne, aber meine Gesundheit und reine Luft sind mir wichtiger als die Sucht von Personen, die freiwillig nicht darauf verzichten, und die Schädigung und Geruchsbelästigung anderer billigend in Kauf nehmen) in der Öffentlichkeit, und eine tolerante Einstellung gegenüber Nacktheit und der Ausübung gewisser Outdoor-Aktivitäten.
Und auch sonst Bewohner mit gelassener Mentalität, die sich um ihren eigenen Kram kümmern, ohne sich in fremde Angelegenheiten einzumischen.

Wenn ich mir so auf dem Globus anschaue, was wo wie erfüllt ist, lebt es sich da, wo ich bin, eigentlich gar nicht so schlecht, auch wenn man einige Abstriche machen muss. Insbesondere was das Klima betrifft, ist es zwar schon deutlich vom Ideal entfernt, aber ansonsten bin ich hier ganz zufrieden.
Als Nice-to-have haben wir hier eine sehr hohe Akademikerdichte, und damit einhergehend einen hohen Wohlstand und Lebensqualität.
Oder um aus dem „Zauberer von Oz“ zu zitieren: „’s ist nirgends schöner als zuhaus'“.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 10 Kommentare

Zufällige Begegnung //1686

Es ist schon ein Weilchen her, aber erst schien mir die Geschichte zu belanglos, dann geriet sie in Vergessenheit, und später habe ich gezögert, ob ich das überhaupt bloggen soll, aber da mir heute nichts besseres einfällt ..

Nachdem ich Feierabend gemacht hatte, musste ich noch in die Stadt, um einige kleinere Besorgungen zu machen.
Als ich mir beim Bäcker gerade einen kleinen Snack gekauft hatte, und genüsslich in die Laugenstange biss, traf ich einen meiner Mitarbeiter in Begleitung einer etwa gleichaltrigen Frau (ca. HB6).
Er begrüßte mich, und stellte uns kurz einander vor. Wir wechselten ein paar Worte, während sie mich musternd betrachtete, bis ich mich schließlich verabschiedete: „Ich will Sie nicht länger aufhalten. Wir sehen uns ja morgen in der Firma.“ Noch ein kurzes Zunicken, dann ging ich weiter.
Ich hörte dann noch, wie sie zu ihm in recht aufgebrachtem Ton sagte: „Du hast immer gesagt, deine Chefin wäre voll der Nerd. Aber die sieht ..“
Den Rest habe ich dann nicht mehr verstanden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 38 Kommentare

Stress – #Blogparade //1685

Mal wieder eine Blogparade.
Diesmal mache ich mir damit aber keinen Stress, einen Freestyle-Text zu formulieren, sondern ich halte mich – sofort in medias res gehend – an die vorgegebenen Fragen.

„1. Gibt es für dich Stress in deinem Leben?“
Klar, wer hat den nicht? Ich trage inzwischen viel Verantwortung, nicht nur für mich selbst, sondern auch für andere. Das heißt, dass ich bei allem, was ich tue und entscheide, vorher genau abwägen muss, was die besten Ergebnisse verspricht, und die wenigsten negativen Folgen hat. Das setzt mich manchmal schon unter gewaltigen Druck.

„2. Man spricht von negativem und positivem Stress. Wie stehst du zu diesem Thema?“
Stress kann positiv sein, wenn eine ausreichende Menge an Erfolgen dadurch entsteht. Dies beflügelt und motiviert einen weiterzumachen.
Wiederholte Misserfolge dagegen wirken sich negativ aus. Auf Dauer kann dies zu Burnout oder anderen psychosomatischen Erkrankungen führen.

„3. Wie schaffst du es deinen Stress im Alltag zu verarbeiten?“
Ich bemühe mich, im Alltag immer wieder Denkpausen einzulegen. Dazu hilft mir auch das Blog, durch das ich immer wieder abgelenkt werde – was ich in diesem Zusammenhang als durchaus positiv empfinde. Dadurch komme ich zumindest auf andere Gedanken.
Häufige Spaziergänge (sofern das Wetter passt) helfen mir ebenfalls, den beruflichen Stress sich etwas setzen zu lassen.

„4. Hast du ein Ritual, dass du jeden Tag durchführst, um Stress abzubauen?“
Als Ritual würde ich es nicht bezeichnen, aber hilfreich zum Stressabbau ist Sex allemal.

„5. Wie stehst du zu Yoga? Hast du es schonmal ausprobiert?“
Von Yoga habe ich ein wenig Ahnung, weil mein Vater früher Yoga gemacht hat.
Ich erinnere mich, dass er jeden Tag abends zehn Minuten lang frei im Raum auf dem Kopf stand. Danach war sein Gesicht rot angelaufen und geschwollen, manchmal bekam er Nasenbluten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das sehr entspannend war. Meine Mutter missbilligte es, weil es ihm offensichtlich nicht gut tat.

„6. Warst du schonmal auf Grund von Stress richtig krank?“
Nicht dass ich wüsste.
Allerdings war ich ein oder zweimal direkt nach Prüfungen – also nachdem der Vorbereitungsstress weg war – krank. Ich glaube, dass mein Körper vorher noch meine Reserven mobilisiert hatte, um dann, nachdem dies nicht mehr notwendig war, der Anspannung nachzugeben.

„7. Was möchtest du deinen Lesern für einen stressfreien Alltag mitgeben?“
Macht euch nicht selbst mehr Stress als notwendig.
Prokrastination von unangenehmen Aufgaben ist manchmal durchaus legitim. Wer sich immer selbst der strengste Kritiker ist, kann es sich auch leisten, gelegentlich seinem Pflichtgefühl nicht nachzugeben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 13 Kommentare

Eine unpassende Mail //1684

Obwohl ich mich aus meinem eigenen Softwareentwicklungsgeschäft ziemlich zurückgezogen habe, biete ich immer noch ein paar Standardsoftwareprodukte auf meiner Website an.
Gelegentlich generiert mir das noch Einnahmen, für die ich praktisch nichts tun muss (von der Abwicklung des Geschäfts mal abgesehen).
Aber es kommt auch vor, dass Interessenten erst mal eine Mail mit Fragen schicken. Die beantwortete ich normalerweise ausführlich und freundlich. Oft führt das dann zu einem Softwarekauf, häufig aber auch nicht. Das weiß ich vorher noch nicht.

Jetzt habe ich wieder so eine Anfrage bekommen (Sprache Englisch, TLD der Mail-Adresse landesunspezifisch, Name mutmaßlich vorderasiatisch), in dem der Absender in rüdem, kurzangebundenem Ton verlangt, dass ich ihm bestimmte Details erkläre.
Zwar verstehe ich genau, auf was er hinauswill, aber ich habe nicht im geringsten Lust, darauf einzugehen. Jaja, Kunde ist König und so. Aber bisher ist er noch kein Kunde, und ob er es werden wird, ist fraglich.
In der Vergangenheit führten auch ein paar ähnliche Anfragen (aber in angemessenem Ton) zu lukrativen Entwicklungsaufträgen. Aber selbst wenn jetzt etwas entsprechendes herauskäme – ich nehme solche Aufträge nicht mehr an, habe zu viel anderes zu tun. Da müsste ich hochmotiviert sein und eine besonders reizvolle Aufgabe haben, um eine Ausnahme zu machen. Das trifft hier nicht zu.

Ich werde wohl entweder ebenso kurz und knapp antworten. Was der Betreffende dann daraus macht, ist seine Sache.
Oder ich antworte übertrieben freundlich (ich weiß schon, warum ich gegenüber auffällig freundlichen Menschen Vorbehalte habe), in der Hoffnung, dass er den Unterschied bemerkt.

Soweit hatte ich diesen Text bereits vor ein paar Tagen getippt. Zwischenzeitlich habe ich die Mail beantwortet – in professionell-sachlichem Ton.
Ich schickte die Antwort los, und erhielt eine „Undeliverable“-Mail zurück. Hatte es der Typ noch nicht mal geschafft, seine eigene Mail-Adresse korrekt in mein Kontaktformular einzutragen.
Aber mich hat die Geschichte wieder Zeit und Ärger gekostet.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Ausgekäfert, ausgeflogen //1683

Neulich hatten wir in der SW-Entwicklung ein Problem gehabt.
Die Lösungsversuche zogen sich mehrere Tage hin, da zwischen den einzelnen Builds auch immer wieder Daten abgeglichen werden mussten, und der Fehler ohnehin nicht sicher reproduzierbar war.
Ich hielt immer wieder Kontakt mit meinen Mannen, ließ mir von ihren Ansätzen und Fortschritten berichten, machte gelegentlich selbst einen neuen Vorschlag, was man noch ausprobieren könnte.

Endlich meldete ein Mitarbeiter, dass der Fehler gefunden und behoben sei.
Ich begleitete ihn zur Testmaschine und ließ mir den ordnungsgemäßen Ablauf zeigen. Tatsächlich klappte alles wie vorgesehen.
Erleichtert lud ich spontan meine Softies zu Kaffee und Kuchen ein. Das hatten sie sich durch ihren Einsatz mehr als verdient.

Das nächstgelegene Café war nur klein und hatte auch nur eine sehr beschränkte Kuchenauswahl. Deshalb beschloss ich, lieber ein Stück weiterzugehen. Das Wetter war an diesem Tag ideal für einen kleinen Ausflug.
Wir gingen also zu Fuß in ein ruhiges Café, das an eine Bäckereifiliale angeschlossen war. Die meisten Cafés in der Stadt haben Selbstbedienung. Das finde ich ganz praktisch, denn da muss man nicht ewig warten, bis eine Bedienung sich herablässt, an den Tisch zu kommen, die Bestellung aufzunehmen, die Bestellung auszuliefern, und später dann wieder nach längerem Warten endlich die Rechnung zu bringen, und dann auch noch ein Trinkgeld zu erwarten.
Ich ging also zur Verkaufstheke, und erklärte der Bäckereiverkäuferin, dass ich für meine Mitarbeiter bezahlen würde, und einen Bewirtungsbeleg (ob ich das wirklich von der Steuer absetzen kann, weiß ich nicht, aber ich kann’s ja versuchen) bräuchte. Außerdem legte ich meine Kundenkarte vor (die einzige, die ich habe, denn ich gehe schon öfter zu dieser Bäckereikette, und für diese Kundenkarte muss ich keine persönlichen Daten angeben – wenn ich genug Punkte angesammelt habe, lasse ich die mir gelegentlich in Brötchen auszahlen).

Dann lief alles glatt. Die Mitarbeiter suchten sich jeder ein Stück Gebäck und ein Getränk aus, trugen ihre Tabletts zu den Tischen, an die sie sich verteilten. Ich ließ mir auch noch einen Kaffee und ein Stück Himbeerkuchen mit Sahne geben, dann bezahlte ich für alles (erst mal aus eigener Tasche, ich weiß noch nicht, ob ich das über die Firma laufen lassen kann, denn eigentlich ist das Budget dafür schon durch das Sommerfest aufgebraucht).
Wir saßen dann fast eine Dreiviertelstunde gemütlich im Café und unterhielten uns, bevor wir schließlich wieder zurück an die Arbeit gingen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 10 Kommentare

breakpoint’s Wayback Archive #13 //1682

Wayback zum 18. September bis 9. Oktober 2012.

Um besser in Blogs lesen zu können, programmierte ich mir meinen eigenen Feedreader.
Ich fuhr ein paar Tage in die alte Heimat, um meine fruchtbare Phase durch Abstinenz zu überbrücken.
Bei meiner Rückkehr fand ich einen Brief mit einer Mieterhöhung.
Ich war mit stupider Arbeit beschäftigt.
Das Thema war Verhütung.
Auf Sonja’s Geburtstagsfeier unterhielt ich mich mit Lukas.
Ich lästerte über Deutschunterricht, insbesondere Textinterpretationen.
Carsten’s geheimnisvoll verschlüsselte Mail wurde von mir entsprechend beantwortet.
Nachdem er meine Bedingungen akzeptiert hatte, feierten wir unsere Verlobung.
Ich machte mir ein paar Gedanken über die Aufteilung meiner Zeit.
Mein Kopftuch erinnerte Carsten an Rotkäppchen.
Wie ein typischer Morgen abläuft, hatte ich beschrieben.
Carsten und ich führten ein abendliches Gespräch.
Zur Feier meines 0x100-sten Blogeintrag gab es virtuellen Sekt und Statistik.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Gezwitschertes //1681

Es ist schon wieder länger her, dass ich hier zuletzt alte Tweets recyclet habe, so dass heute mal wieder welche fällig sind, nämlich die vom 27. Februar bis 14. März 2017.

Heute gibt es traditionell Salami-Pizza und Ananas-Kuchen. #PiTag #Mahlzeit
Verschreiber des Tages: Leitung statt Leistung
Nühmphiges mit Charm
Pi(on)-Tag #PiTag #PiDay //1492 Vierzehnhundertzweiundneunzig
Hach .. ich freu mich schon auf den morgigen Gedenktag.
#Frauenquote ist, wenn berufliche Erfolge nicht als eigene Leistung anerkannt werden. #Feminismus #Frauenförderung
Funfact: Bis auf das N bzw. m ist Noether eine Permutation von Theorem. #Annegramm
Verleser des Tages: impotent statt important
Beschattet //1491 Vierzehnhunderteinundneunzig
Aggressiv, vulgär, feministisch – beehrt mich wieder mal so ein unter..drücktes Herzchen. #Hatespeech
Verleser des Tages: ARMUT statt „AUS MUT“
Dwidder mal widder //1490 Vierzehnhundertneunzig
Verleser des Tages: Nachbar statt Nacktbar
*** 5th CarstAnnyversary *** //1489 Vierzehnhundertneunundachtzig
Verschreiber des Tages: port statt board
Die Streikp(f)ostin #Frauenstreik //1488 Vierzehnhundertachtundachtzig
Hoffentlich #frauenstreik t die #LuiseKinseher heut nicht. #Nockherberg
Lächerlich und peinlich, wer sich bei #MeinTagOhneMich für unersetzlich hält.
Meine Mitarbeiter sind so gut instruiert, dass sie auch mal einen Tag ohne mich auskämen. #MeinTagOhneMich
Bin immer noch nicht drüber hinweg. Details morgen im Blog.
Verschreiber des Tages: #Weltgrauentag statt #Weltfrauentag
Schreck am Morgen .. erst mal tief durchatmen .. dann Kaffee .. #Weltfrauentag #Frauenstreik
Abendliches Intermezzo #NeinHeißtTrotzdem //1487 Vierzehnhundertsiebenundachtzig
Globulisierung ist Humbug. #Homöopathie #TeurePlacebos
Verhörer des Tages: Influenza statt Influencer
Der unfreiwillige Leiharbeiter //1486 Vierzehnhundertsechsundachtzig
Verleser des Tages: RedPill statt RedBull
Das Statistik-Tool //1485 Vierzehnhundertfünfundachtzig
Verleser des Tages: Nahverkehr statt Naturvölker
Den empfindlichsten Kuchen hat die #Bäckereiverkäuferin zum Transport ganz nach unten. Wie #damlich kann man sein?
Ver-suchungen //1484 Vierzehnhundertvierundachtzig
Ich kriege seit ca. 2 Wochen keine Mail Notifications mehr von @Twitter. Wie ist das bei euch? #followerpower
Verleser des Tages: Fetischist statt Feministisch
Schmutzige Wäsche //1483 Vierzehnhundertdreiundachtzig
Chef mies gelaunt. Das wird bestimmt ein interessanter Abend.
2^3 * 5^3 * 7 Tweets
Kaffeegelüstig ..
Verleser des Tages: Logan statt Login
*gähhhhn* Ist das schon die Frühjahrsmüdigkeit?
Am Anfang war das Bit – #Blogparade zur Digitalisierung //1482 Vierzehnhundertzweiundachtzig
In der #Fastenzeit schmeckt doch ein Stück Sahnetorte besonders köstlich.
Letztes Jahr war mein Tweet zum #Aschermittwoch noch viel böser
Migrationsprobleme //1481 Vierzehnhunderteinundachtzig
Verschreiber des Tages: Mamagement statt Management
Körperliches //1480 Vierzehnhundertachtzig
25000 Kommentare auf meinem breakpoint-Blog
Verleser des Tages: Türklinken statt Türkinnen
Ich trage heute übrigens ein Kostüm. #NeuRosenmontag
Lusdich is die Fosenocht, bann dä Bägger Grabfe baggd.
Vernarrt //1479 Vierzehnhundertneunundsiebzig

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Personelles //1680

Joachim, unser IT-Leiter, hatte mich um ein Gespräch in einer Personalangelegenheit gebeten.
Er berichtete, dass einer seiner Mitarbeiter ihn gebeten hätte, seinen Arbeitsvertrag auf eine Teilzeitstelle zu reduzieren. Seine Frau sei schwer erkrankt, so dass er mehr Zeit bei ihr verbringen wolle, um ihre häuslichen Aufgaben zu übernehmen und sie zu pflegen.
Ganz kündigen wolle er nicht, weil er auf das Einkommen angewiesen sei.

Ich bestätigte Joachim, dass das klar ginge. Der Mitarbeiter solle sich seine Arbeitszeit möglichst flexibel einteilen können, und natürlich würde ihn die Firma auch anderweitig unterstützen, so weit möglich.

Das reißt natürlich eine Lücke in die IT-Abteilung.
Ein paar Wochen könnten die Kollegen die übrigen Aufgaben dieses Mitarbeiters miterledigen, aber nicht auf Dauer (und es scheint leider so, dass die Krankheit sich etliche Monate oder gar einige Jahre hinziehen könnte).
Ich kommunizierte also an Joachim, dass er sich um eine zusätzliche Halbtagskraft bemühen solle, am besten nur befristet, notfalls auch einen Leiharbeitnehmer, um diesen Ausfall abzufangen. Die Personalabteilung soll sich erst mal um das Weitere kümmern.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 12 Kommentare

Bassd ned //1679

Jetzt haben wir doch noch eine Altistin für unseren Betriebschor gefunden (und nochmal zwei Sopranistinnen, aber vielleicht lässt sich die eine oder andere überreden, den Alt zu verstärken). Eigentlich könnte also die erste Chorprobe stattfinden.

Leider hat Carsten jetzt jedoch Bedenken, sich zur Teilnahme zu verpflichten, weil ihm angeblich die Zeit fehlt, regelmäßig an den Proben teilzunehmen.
Ich redete mit Engelszungen, dass er sich einen festen Termin schon freihalten kann (einfach in den Kalender als wiederkehrenden Termin eintragen, dann ist die Zeit schon mal reserviert). Und wenn er geschäftlich verreist ist oder doch mal kurzfristig ausfällt, dann ist das eben so. Das kann jedem mal passieren, wegen Krankheit oder anderem wichtigen Grund auszufallen. Mit gelegentlichen Ausfällen müssen wir klarkommen.
Zu wenig Zeit ist wirklich kein stichhaltiges Argument. Ich nehme ihm inzwischen einiges ab, was ihn zeitlich entlastet. Diese eine Stunde pro Woche kann er einplanen.

Wenn er gesagt hätte, dass er keine Lust dazu hätte, hätte ich seine Ablehnung diskussionslos akzeptiert. Ich will ihn bestimmt nicht zu etwas drängen, das er nicht will. Aber das hat er nie gesagt, sondern nur Zeitmangel vorgeschoben. Und ich bin mir auch sicher, er hätte Freude daran mitzusingen.
Wenn er gesagt hätte, er findet es unangebracht, als Chef mit seinen Mitarbeitern zusammen zu singen, oder dass die Mitarbeiter Hemmungen haben könnten, wenn er anwesend ist, hätte ich zwar versucht, ihn trotzdem zu überreden, hätte es aber nach einigen Argumenten schon auf sich beruhen lassen. Aber diesbezügliche Bedenken hat er nicht im geringsten auch nur angedeutet.

Ursprünglich hatte ich vorgeschlagen, dass er die Klavierbegleitung übernimmt. Aber inzwischen hat sich ein anderer Mitarbeiter gefunden, der das gerne machen würde (aber selbst nicht mitsingen will). Insofern sind wir nicht zwingend auf Carsten angewiesen. Trotzdem wäre es schön, wenn er mitsingen würde.

Die angeblich fehlende Zeit ist nur ein Vorwand. Warum hab‘ ich es denn sonst auf mich genommen, ihn von einigen Aufgaben zu entlasten, wenn er dafür die gesparte Zeit nicht nutzen kann für andere Tätigkeiten, die er gern machen würde, und die auch etwas Entspannung in seinen Alltag bringen würden?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 8 Kommentare

Kastanien-Update //1678

Inzwischen ist meine Kastanie zwar etwas nachgedunkelt, aber seit neuestem ist sie auch aufgesprungen. Es scheint so, als wäre sie innen hohl. Darauf deutet auch hin, dass sie recht leicht ist (wohl schon einiges an Feuchtigkeit verloren hat). Zerstörungsfrei lässt sich das nicht feststellen (ich könnte zwar einen Bekannten bitten, eine Röntgenaufnahme anzufertigen, aber dafür müsste ich die Kastanie ein paar Tage aus der Hand geben, und das will ich jedoch auch nicht).
Ich fürchte also, dass die Kastanie nicht bis zum Frühjahr durchhält.
Nun ja, am Wochenende hatte ich noch eine andere gefunden. Leider hat diese auch schon einen Riss und sieht mir nicht besonders ausdauernd und widerstandsfähig aus.
Aktuell leisten sich beide in meiner Jackentasche Gesellschaft, ohne Verstärkung durch eine Eichel oder Nüsse.

Da die Kastanienbewegung heuer erst startete, nachdem ich bereits meine Kastanie vorgestellt hatte, weise ich jetzt noch mal darauf hin. Die Kastanienbewegung ist eine schöne Tradition, und vielleicht will sich noch jemand von euch ihr anschließen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | 5 Kommentare

Ikosanniversium //1677

Vor etwa zwanzig Jahren hatte ich begonnen zu studieren. Dies hatte mein Leben völlig verändert. Nicht nur, dass ich aus dem stockkatholischen Kleinstadtmief herauskam. Nein, mir eröffnete sich eine völlig neue Welt.
Im Rückblick erscheint es mir, als hätte ich das mir während des Studiums vermittelte Wissen wie ein Schwamm aufgesogen. Während meiner Jugend war ich doch ziemlich abgeschnitten gewesen von einer aufgeschlossenen Gesellschaft und von (heute selbstverständlichen) Informationsquellen. Da ich es nicht anders kannte, hatte mir das damals gar nicht so viel ausgemacht. Ich war halt immer etwas sonderlich gewesen, aber da ich sehr ruhig und introvertiert war, war dies in meiner Umgebung gar nicht aufgefallen.
In einer Großstadt und dem universitären Umfeld blühte ich auf, traf erstmals auf Gleichgesinnte. .. nahm Gesangsunterricht, lernte Spanisch, besuchte Philosophievorlesungen, .. Ich entwickelte Selbstvertrauen, eine gewisse Souveränität und eine weit offenere Persönlichkeit. Aus der unscheinbaren, schüchternen Bohnenstange wurde eine selbstsichere, attraktive junge Frau.
Die Metamorphose verlief nicht schlagartig, das war ein längerer Prozess, der aber im wesentlichen (jedoch nicht völlig) mit meinem Studium synchron lief.

Im Sommer hatte sich mein Abitur zum zwanzigsten Mal gejährt. Ich war auch zu einer Feier meiner alten Abituria eingeladen worden. Zeitlich war der Termin für mich ungünstig gelegen, aber ich hätte es sicher irgendwie einrichten können, wenn mir die Teilnahme daran wichtig gewesen wäre.
Aber ich habe jetzt nicht so positive Erinnerungen an meinen Abiturjahrgang. Mit einigen Kollegiatinnen hatte ich noch einige Zeit lang Kontakt, bis diese irgendwann nicht mehr antworteten (nur von Kathrin höre ich noch gelegentlich). Aber es ist jetzt niemand dabei, den ich unbedingt mal wieder hätte treffen wollen. Die meisten kannte ich schon damals nur vom Namen, etliche flüchtig, ohne näher befreundet zu sein, und einige zwar besser, aber nicht so gut, um Wert auf ein Wiedersehen zu legen. Ich bin eh kein geselliger Mensch, sondern eher Außenseiterin, und mag solche Veranstaltungen nicht.
Also sagte ich ab. Von Kathrin habe ich gehört, dass etwa die Hälfte des Jahrgangs gekommen war – eben hauptsächlich die Leute die sowieso noch dort in der Gegend wohnen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 8 Kommentare

Schwägerliche Trennung //1676

Norbert und Yvonne haben sich getrennt. Zwischen beiden hatte es schon länger gekriselt. Irgendwelche Einzelheiten weiß ich aber nicht sicher.

Yvonne ist aus der Stadt weggezogen. Das ist besonders für Verena ein schwerer Verlust, denn Yvonne ist öfter mal als Babysitterin eingesprungen und hat auf ihre Kinder aufgepasst.
Sophie und Niklas haben zwar inzwischen Betreuungsplätze, aber es fehlt trotzdem die Redundanz, denn Sonja muss ja auch arbeiten und hat keine Zeit. Lukas hat inzwischen die Uni gewechselt und steht auch nicht mehr zur Verfügung.

Nun ja, das ist alles nicht mein Problem.
Solange niemand auf die Idee kommt, die Stiefoma könnte sich mal um die Kinder kümmern.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare

breakpoint’s Wayback Archive #12 //1675

Wayback zum 2. bis 17. September 2012.

Da das Wetter kühl geworden war, zog ich ein T-Shirt mit Firmenlogo über.
Wir erfuhren von Verena’s Schwangerschaft.
Ich hatte Probleme mit den USB-Geräten an meinem Rechner.
Aus Mangel an besseren Themen erinnerte ich mich, mit was ich als Kind gespielt hatte.
Als mich ein langjähriger Freund kontaktierte, lehnte ich ein Treffen ab.
Auf einem Spaziergang gab es Unannehmlichkeiten mit einem Hund und Brennesseln.
Carsten und ich waren seit genau einem halben Jahr zusammen.
Ich lästerte zum ersten Mal über die 50 Graustufen.
Es gab nur unwesentliche Neuigkeiten.
Ich beschrieb, wie ein typisches Wochenende üblicherweise bei uns abläuft.
Es stellte sich die Frage, was man mit überschüssigen Stecknadeln noch sinnvolles anfangen kann.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Geködert durch Etikettenschwindel //1674

Am Donnerstagabend hatte ich auf Arte den Film „Elementarteilchen“ gesehen.
Offen gesagt – das war Vorspiegelung falscher Tatsachen! Der Film hatte überhaupt nichts mit Elementarteilchen zu tun, und hat mir nur meine Zeit gestohlen.
Ziemlich am Anfang wurden zwar mal Elementarteilchen erwähnt, aber lediglich gesagt, die seien nicht weiter „zerlegbar“. Das zeugt nicht gerade von naturwissenschaftlichem Verständnis. Das Konzept der Zerlegbarkeit ist auf Elementarteilchen überhaupt nicht anwendbar. Erst vor ein paar Tagen hatte ich hier den Dualismus von Teilchen und Welle angesprochen.
Wenn man Elementarteilchen mit hoher Energie aufeinanderschießt (wie dies z.B. bei CERN gemacht wird), so kann eine Vielzahl neuer Elementarteilchen entstehen.
Diesen Film, der auch einige geschmacklose Szenen (nach der Szene mit der Katze hätte ich am liebsten ausgeschaltet, bloß die Hoffnung, dass der Film seinem Titel doch noch gerecht wird, ließ mich weiterschauen) enthielt, nach Elementarteilchen zu benennen, ist eine Irreführung der Zuschauer und eine Respektlosigkeit gegenüber der Wissenschaft.

So ähnlich ging es mir vor einigen Jahren auch, als ich den Roman „Die Mathematik der Nina Gluckstein“ gelesen habe. Hatte gar nichts mit Mathematik zu tun, dafür einen unschönen Schreibstil. Nachdem der Titel schon Fake war, sollte man die Autorin auch sonst nicht zu wörtlich nehmen.

Vor längerer Zeit hatte ich mal einen Film namens „Source Code“ gesehen. An Einzelheiten erinnere ich mich nicht mehr, nur dass der Film eine große Enttäuschung war.

Manche Titel versprechen mehr als sie halten.
Dass es bei „50 Shades of Grey“ nicht um Bildverarbeitung geht, wie man eigentlich aufgrund des Titels vermuten würde, hat sich inzwischen zwar größtenteils herumgesprochen. Dennoch ist auch hier ein Etikettenschwindel am Werk.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 20 Kommentare

Kein Freitag-der-13-te-Problem //1673

Bei meinen Jungs gibt es derzeit Probleme mit einem Timeout.
Mehrere Threads laufen gleichzeitig. Ich habe den Eindruck, dass sich da irgendwann etwas überholt.
Der eigentliche Fehler ist tief in den Eingeweiden der API verborgen, so dass sich das Problem nicht sauber debuggen lässt.
Dieser Timeout hat zur Folge, dass bestimmte Objekte bereits erzeugt sind, aber nicht mehr auf sie zugegriffen werden kann, weil ihre Adresse verloren gegangen ist. Also ein Speicherleak, wenn auch nur wenige Kilobyte. Schwererwiegend ist, dass dadurch das ganze Programm in einen undefinierten Zustand gerät.

Ich bin inzwischen mit meinem Latein (und sonstigen Sprachen) ziemlich am Ende. Vermutlich sind die Threads an irgendeiner Stelle doch nicht ganz sauber aufgesetzt oder synchronisiert.
Wenn wir die Fehlerursache schon nicht lokalisieren können, müssen wir wenigstens einen Workaround entwickeln, damit die Software ordentlich läuft.

Ich setze auf die geballte Kompetenz meiner Mitarbeiter, eine Lösung zu finden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 24 Kommentare

Zwischen Entweder und Oder //1672

Wenn ich etwas von der Quantenmechanik gelernt habe, dann, dass zwei Zustände durchaus simultan bestehen können, auch wenn sie einander eigentlich ausschließen.

Einstein hat ja seinen Nobbi nicht (wie oft fälschlich angenommen) für die Relativitätstheorien bekommen, sondern für die Beschreibung des lichtelektrischen Effekts.
Man hatte beobachtet, dass bei Bestrahlung von Metalloberflächen mit Licht Elektronen aus der Atomhülle der Metalle herausgelöst werden, und so ein elektrischer Strom fließt.
Dies stand damals in eklatantem Widerspruch zu dem, was man zu wissen glaubte. Licht wurde als reines Wellenphänomen gesehen. Dabei trifft viel zu wenig Energie auf ein einzelnes Atom, um irgendetwas bewirken zu können, insbesondere um ein Elektron aus der Hülle zu kicken.
Aber das Experiment sagte etwas anderes. Das Licht verhielt sich wie ein Strom korpuskularer Teilchen.
Damals wurde der Dualismus zwischen Teilchen und Welle erkannt. Je nach Kontext verhält sich Licht wie eine Welle oder wie Teilchen (Photonen).

In der Mathematik schließen sich A und Nicht-A aus, ohne dass es eine Schnittmenge gibt. Wer in der Mathematik einen Widerspruch findet, hat dadurch die Grundannahme widerlegt (reductio ad absurdum).
Für quantenphysikalische Teilchen gilt das nicht. Sie können gleichzeitig in mehreren unvereinbaren Zuständen vorliegen. Man bezeichnet dies als Superposition. Erst durch eine Messung kann man das System zwingen, sich auf einen Zustand festzulegen. Die Schrödinger-Katze habe ich hier schon öfters erwähnt.

Oder man schießt Elektronen durch einen Doppelspalt. Dahinter entstehen Beugungsmuster, als ob eine Welle die Versuchsanordnung passiert hätte. Aber es waren Elektronen, die man sich als winzige, elektrisch geladene Globuli vorstellen kann. Aber durch welchen der beiden Spalte ist ein konkretes Elektron geflogen? Durch beide, denn auch hier gilt der Welle-Teilchen-Dualismus.

Das alles ist erst einmal schwer vorstellbar, weil unsere Alltagswelt oft binär schwarzweiß malt. Aber es gibt nicht nur Entweder-Oder, sondern auch einiges dazwischen oder einander überlappend. Manchmal ist einiges an Abstraktionsvermögen nötig, um scheinbare Widersprüche oder Inkonsistenzen aufzulösen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare

Rauf mit der #Frauenquote! //1671

Leider scheint doch nichts aus dem geplanten Betriebschor zu werden. Insgesamt haben sich zwar 15 interessierte Mitarbeiter gemeldet, aber es ist nur eine einzige Altistin dabei, und das ist zu wenig (zumal sie auch keine sichere Sängerin ist). Wir brauchen pro Stimme mindestens zwei oder drei Sänger, damit nicht einer alleine alles stemmen muss, und eine gewisse Redundanz da ist (schließlich fällt auch ab und zu jemand aus wegen Krankheit, Urlaub, Dienstreise). Und ich weiß auch nicht, ob alle auf Dauer mitsingen (insbesondere wenn die Chorproben irgendwann in den Feierabend gelegt werden).

Beim Sopran sind wir zu dritt, und Tenor und Bass sind auch gut besetzt. Schließlich habe ich bei allen Entwicklern und den IT-lern selbst fleißig die Werbetrommel gerührt.
Aber bei den wenigen Sängerinnen schlägt sich die Verteilung nieder, dass wir in der Firma wesentlich mehr männliche Beschäftigte haben als weibliche.

So ein gemischter Chor ist eine der wenigen Personengruppen, bei denen ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis sinnvoll ist.
[Üblicherweise sind Frauenstimmen eine Oktave höher als Männerstimmen (also Frequenzverhältnis 2:1). Während Frauenstimmen sich in Sopran und Alt aufspalten, und Männerstimmen in Tenor und Bass, die jeweils etwa eine Quinte (3:2) auseinander sind, trennt Alt und Tenor nur etwa eine Quarte (4:3). Natürlich überlappen sich die einzelnen Frequenzbereiche. Der Tonumfang eines (eher ungeübten aber nicht völlig unbegabten) Sängers beträgt etwa anderthalb Oktaven. Professionelle Sänger schaffen drei Oktaven oder sogar mehr.]

Ich werde also noch ein wenig Reklame für den Chor machen, insbesondere unter den Mitarbeiterinnen, mit dem Ziel, die Frauenquote des Chores zu steigern. Wenn das nicht klappt, tja, dann bleibt es halt bei dem Versuch, und ich lege die Angelegenheit ad acta.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare