Offline Banking //2812

Ich hatte etwas bei der Bank zu erledigen, das nicht allzu lange dauern würde, aber halt gemacht werden musste, wenn auch noch nicht allzu dringend. Johannes hatte ich der Einfachheit halber im Buggy dabei.
Fünf oder sechs Kunden standen in der Schlange vor mir, um an einem der beiden Schalter dran zu kommen. Wir warteten also, als plötzlich und ohne Verwarnung Johannes sich übergeben musste. Das war nicht das erste Mal, dass er sich erbrach, aber er gehört auch nicht zu den Kindern, die dies häufig tun. Daheim war mit ihm noch alles in Ordnung gewesen (sonst wäre ich erst gar nicht mit ihm aus der Wohnung). Ich war also alarmiert!
Das meiste war über seine Kleider und den Buggy gegangen, aber eine kleine Pfütze befand sich auch auf dem Boden.
Ich war beunruhigt: Was ist mit meinem Kind los? Ist es krank?
Wären nicht mehrere Leute vor mir in der Schlange gestanden, hätte ich am Schalter schnell Bescheid über die Bescherung sagen können, aber so war das gar nicht möglich.

Ziemlich überstürzt verließ ich mit Johannes im Buggy die Bank. Ich musste mich dringend um ihn kümmern, seine Kleider wechseln und den Buggy säubern (bevor das alles antrocknet und dann erst richtig eklig wird). Da der Bankbesuch nur als kurze Erledigung gedacht gewesen war, hatte ich noch nicht einmal Wickelzeug dabei, aber es war nicht weit bis nach Hause.
Daheim war Johannes wieder putzmunter. Man merkte ihm nichts an. Vielleicht hatte er etwas gegessen oder getrunken, was ihm nicht so gut bekommen ist. Keine Ahnung, mir ist nichts aufgefallen. Ich werde ihn in nächster Zeit genauer beobachten und noch bewusster darauf achten, was er isst.

Erst in der darauffolgenden Woche fand ich Gelegenheit, die Bank wieder aufzusuchen.
Ich hatte Glück und sah gleich beim Betreten den Filialleiter (der war früher bereits mein zuständiger Bankberater gewesen und kümmert sich trotz zwischenzeitlicher Beförderung immer noch persönlich um meine Bankangelegenheiten). Nachdem ich ihm von dem kleinen Malheur letzte Woche erzählt hatte, und bedauerte, dass ich so schnell hatte verschwinden müssen, meinte er, das sei überhaupt kein Problem gewesen. Ich solle mir keine Gedanken darüber machen. Er habe selbst auch kleine Kinder gehabt und wisse, wie das ist.
Ich bedankte mich für sein Verständnis, und kam endlich dazu, das zu erledigen, wofür ich schon letzte Woche die Bank aufgesucht hatte.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Offline Banking //2812

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Gut gemacht.
    Die Gesellschaft hat aber immer Verständnis für Kinder. Musst kein schlechtes Gewissen haben.

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  2. Mika schreibt:

    Johannes wird bestimmt mal Sozialist, wenn er sich jetzt schon in der Bank übergibt 🙂

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    • pirx1 schreibt:

      „Celui qui n’est pas républicain à 20 ans fait douter de la générosité de son âme; mais celui qui, après 30 ans, persévère, fait douter de la rectitude de son esprit.“

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich kann mich tatsächlich nur an 2 Begebenheiten erinnern, wo meine Tochter sich übergeben musste und das war jeweils im Auto. Keine schöne Angelegenheit.
    Heute passiert das deutlich häufiger. 😅
    Mama ist aber meistens rechtzeitig da und bringt ihr eine Schüssel. 😉

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    • Normalerweise gibt es ja vorher Anzeichen, dass eine Magenentleerung bevorsteht. Dieses mal war es völlig unerwartet und ohne Vorwarnung gewesen.

      Ihr nutzt Schüsseln dafür? Ich kenne es nur mit einem alten Eimer, der vor dem Bett des Kranken steht. Nierenschalen haben Privathaushalte eher nicht parat.
      Und wenn man es noch bis dahin schafft, am besten direkt ins Klo.

      Gefällt 1 Person

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