#Blogparade: Werte und Handeln //2807

Eine Blogparade hat mal wieder mein Interesse gefunden.
Es geht darum, welche Werte das eigene Handeln beeinflussen und ausschlaggebend sind, bzw. auf welche Weise sie das tun.

Leider wird nicht definiert oder spezifiziert, was unter „Werten“ zu verstehen ist.
In meinem Alltagssprachgebrauch sind das die Zahlenwerte quantifizierbarer (normalerweise nicht gequantelter) Größen. Wenn ich z.B. Messwerte erhalte, kann ich einen Algorithmus schreiben, um – in Abhängigkeit von diesen Werten – unterschiedliche Ergebnisse zu erzielen.
Aus dem Kontext der Blogparade schließe ich aber, dass es eher um erstrebenswerte Ideale, erwünschte Verhaltensweisen und Vorstellungen geht.

Ich weiß, welche – in diesem Sinne – Werte mir wichtig sind. Aber wenn ich das einigermaßen schlüssig und nachvollziehbar formulieren soll, so ist das gar nicht so einfach.

Ich bin zunächst ein pragmatischer Mensch, akzeptiere also die Realität und die Naturgesetze.
Effizienz ist mir wichtig. Das heißt, ich versuche daraufhin zu wirken, dass der Nutzen und Vorteile den Aufwand, die Nachteile und eventuell Risiken übersteigen.
Ich bin sehr sparsam und gehe schonend mit jeder Art von Resourcen um. Nachhaltigkeit ergibt sich daraus ganz zwangsläufig, selbst wenn es nicht das primäre Ziel ist.
Ich trage selbst die Verantwortung und die Konsequenzen für mein Handeln, halte mich aber weitestmöglich heraus, bei dem was andere machen. Umgekehrt lehne ich auch Einmischungen von unbeteiligten Personen ab.
Für die Menschen, gegenüber denen ich verpflichtet bin – also insbesondere meine Familie und meine Mitarbeiter – setze ich mich mit meiner ganzen Kraft ein, bin loyal und zuverlässig (was ich aber auch umgekehrt erwarte).
[Leute, die mich nichts angehen, stehen dagegen nicht auf meiner Prioritätenliste, und ich würde mir wünschen, ich würde nicht gezwungen, meine Leistungsfähigkeit dafür aufzuwenden, sie zu finanzieren.
Mir widerstreben moralisierende oder emotionalisierende „Argumente“ oder Forderungen, die auf der Grundlage einer angeblichen Dichotomie von Gut und Böse von mir verlangen, Leute zu unterstützen, die umgekehrt nie etwas zu meinen Gunsten tun würden, und selbst noch nie etwas zum Allgemeinwohl beigetragen haben. Die fordern Toleranz, Empathie und Solidarität (letztendlich also Geld) von mir, denken aber nicht im geringsten daran, dass das dies nicht auf Einseitigkeit beruhen darf.
Wenn ich andere nicht brauche, dann nur weil ich mir meine Errungenschaften selbst unter Mühen und Anstrengungen erarbeitet habe. Mir hat nie jemand von dieser Klientel geholfen. Jetzt sollen sie mich – verdammt noch mal! – einfach in Ruhe lassen. Wenn ich den Eindruck habe, ich werde ausgenutzt, dann werde ich gRantig.]

Als Wissenschaftlerin strebe ich danach, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Darauf aufbauend versuche ich, selbst kreative Innovationen zu schaffen und zu gestalten.
Ich bemühe mich grundsätzlich, eine neutrale, objektive und unvoreingenommene Perspektive einzunehmen (im Rahmen gesicherter Erfahrungswerte). Dass mir dies manchmal nicht gelingt, ist mir durchaus bewusst. Wenigstens versuche ich, beide Seiten zu sehen. Hin und wieder Zweifel zu haben oder zu irren, erscheint mir als besser, als stur und engstirnig auf einer einmal angenommenen Überzeugung zu beharren, und damit all sein Handeln zu rechtfertigen.
Wie allen Nerds sind mir Genauigkeit, Akkuratesse und systematisches Vorgehen wichtig. Zu meinen Stärken zählen logisch-analytisches Denken, Abstraktionsvermögen und Lösungsorientierung. Vernunft und Rationalität schätze ich auch an anderen. Ich versuche, die grundlegenden Strukturen zu erkennen.

All diese „Werte“ (oder wie immer man sie nennen will) sind ständig hartkodiert in meinem Hinterkopf präsent, und bestimmen, wie mein Gehirn funktioniert. Der Typindikator meines Persönlichkeitsprofils (nach Myer-Briggs) ist INTJ („Architekt“), wobei das I und das T besonders stark ausgeprägt sind. Je nach Test, und wie ich gerade drauf bin, kann aus dem N auch zeitweise ein S, oder aus dem J mal ein P werden.

Insbesondere in meiner Position als technische Geschäftsführerin muss ich immer wieder Entscheidungen treffen, die große Auswirkungen auf die Zukunft der Firma (samt ihrer Belegschaft sowie deren Familien) haben können.
Oft fehlen mir dafür wesentlich Informationen, und in die Zukunft kann ich sowieso nicht sehen. Ich muss also auf einer unzureichenden Datenbasis abwägen, wo die Vorteile und Nachteile jeweils liegen, diese geeignet gewichten, und schließlich zu einem Entschluss kommen – der sich im Nachhinein auch als falsch erweisen kann.
Dafür trage ich eine immense Verantwortung, der ich nach bestem Wissen und Gewissen versuche, gerecht zu werden.

Werbung

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu #Blogparade: Werte und Handeln //2807

  1. pirx1 schreibt:

    Selbsteinschätzungen anhand von Pauschalisierungssystemen sind schon … spannend. „Typindikatoren“, „Human Design“, „Astrologie“ … .

    Ich bin z. B. orthognomer kalottischer Drubel 08/15.

    Like

  2. keloph schreibt:

    ich selbst hätte tatsächlich klassiche begriffe von werten, zum beispiel ehrlich, zuverlässig oder ähnliche dinge verwendet. deine beschreibung deiner werte ist definitiv anders, aber möglich und konsistent mit meiner erwartung.

    Gefällt 1 Person

    • Zuverlässigkeit hatte ich ja auch erwähnt.
      Aber ich glaube, das ist eher die Konsequenz aus fundamentaleren Eigenschaften wie Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt oder Pflichtbewusstsein.

      Wäre die Fragestellung gewesen, welche „Werte“ man bei anderen Personen für wichtig hält, hätte ich die Schwerpunkte anders gesetzt und formuliert.

      Like

  3. Plietsche Jung schreibt:

    Loyalität und Zuverlässigkeit – das sind heute Eigenschaften, die in Erwartungshaltungen selten erfüllt werden.
    Werte & Solidarität: Ein klassisches Narrativ, was heutige Politiker pausenlos rausposaunen. Meist geht es dabei – wie du schon schreibst – um unidirektionale Hilfe, also praktisch: Umverteilung. Mir blutenschon die Ohren. „Forderungen“ ebenso.
    Werte sollen einen Rahmen geben, dabei sind es Gesetze, die den reibungslosen Umgang von Menschen in einer Gesellschaft regeln sollen. Werte sind Schall und Rauch, volatil und werden der Situation angepasst. Beispiele mit Kindern oder Randgruppen zwingen Majoritäten, den Minoritäten zu folgen. Ist das noch Demokratie ?

    Mein Persönlichkeit ist Exekutive ESTJ-A, Frau Architektin.
    Wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid 🙂 *zwinker*

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s