Freud und Leid //2790

In den letzten zwei Jahren hatte meine Schwägerin Sonja ihren Geburtstag aus bekannten Gründen nicht gefeiert. Heuer wollte sie das umso mehr nachholen. Als sie uns einlud, war ich sehr zurückhaltend. Bei einigen ihrer Parties oder sonstigen Gelegenheiten in ihrem Haus hatte es schon unerfreuliche Begegnungen gegeben. Schließlich sagte ich doch zu.

Es waren mehr Gäste da, als ich jemals hier erlebt hatte. Eigentlich zu viele. Für die meisten gab es keine Sitzplätze. Sie standen in Grüppchen herum und unterhielten sich. Sonja scheint sich aber unter so vielen Menschen wohlzufühlen.
Für ihre beiden zweijährigen Neffen hatte sie einiges von Lukas‘ (der selbst leider nicht hatte kommen können) altem Spielzeug in eine Ecke gelegt. Damit hatten bereits Sophie und Niklas vor ein paar Jahren gespielt. Jetzt waren Johannes und Elias damit beschäftigt.
Natascha war ebenfalls anwesend. Sie saß abseits in einem Rollstuhl und schien ziemlich teilnahmslos. Ich hatte sie nicht mehr gesehen, seit ich ihr zufällig beim Kinderarzt begegnet war. Sonja hatte ihr einen Teller mit Fingerfood hingestellt. Beim Trinken brauchte Natascha Hilfe. Nicht nur, was das Essen und Trinken betrifft, ist Elias inzwischen selbständiger. Seit etwa anderthalb Jahren ist sie in diesem Zustand. Nur ein völlig verblendeter Mensch könnte auf die bösartige, aberwitzige, absolut unplausible Idee kommen, dass es etwas anderes als purer Zufall war, dass eine bis dato kerngesunde, junge Frau einen Tag nach ihrer Impfung eine Gehirnblutung erlitt, durch die sie zum lebenslangen Pflegefall wurde.

Sonja hatte auch etliche ihrer Kollegen von der Schule eingeladen, so dass ich wieder den Mathematiklehrer traf, mit dem ich im Dunklen in Sonja’s Vorgarten zusammengestoßen war. Damals hatte er kaum Kontakt zu Sonja gehabt. Inzwischen hatte er ihr öfters geholfen, wenn sie Probleme mit ihrem Schulaccount o.ä. hatte, so dass sie ihn ebenfalls eingeladen hatte. Wir hatten nach unserer Begegnung sogar ein paar Mails ausgetauscht, aber ein Treffen auf einen Kaffee hatte bisher nie geklappt. Diesmal machten wir gleich einen Termin aus, damit es nicht wieder in Vergessenheit gerät. Ob Johannes dann mitkommt, weiß ich momentan noch nicht. Eigentlich möchte ich ihn eher nicht mitnehmen, denn wenn er dabei ist, beansprucht er den allergrößten Teil meiner Aufmerksamkeit, so dass ich mich kaum auf ein Gespräch mit anderen Personen konzentrieren kann.

Sonst gibt es eigentlich nichts von Bedeutung zu berichten. Wir gingen auch schon relativ bald wieder heim, weil Johannes dann müde war.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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17 Antworten zu Freud und Leid //2790

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Nicht selbstverständlich, dass sich Sonja und Norbert so um Natascha bemühen.
    Spielen die Kinder eigentlich weiterhin zusammen oder hat die Geschichte mit der Nanny das verhindert?

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  2. Marie12 schreibt:

    Das stimmt doch alles nicht [editiert: bitte höflich bleiben]
    Ich wollte mich Anfang ’21 impfen lassen, aber damals gab es noch nicht genug Impfstoff und ich musste noch lange warten.
    [editiert: bitte höflich bleiben]

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  3. Mika schreibt:

    Fällt es eigentlich nicht auf, dass die Übersterblichkeit in Q3 so langsam in Richtung 15% geht? Dazu sollten es Fragen geben und nicht zu angeblich unmöglichen Impfungen.

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  4. Pingback: Stationäre Kontravalenz //2808 | breakpoint

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