Catcalling on the Catwalk (part 3) #breakpointUrlaub2022 //2773

Johannes ist leider noch zu klein für den Miniklub. Aber er kann im Indoor-Spielplatz oder dem Kinderpool spielen. Es macht ihm großen Spaß, Wasser in verschiedenen Gefäßen hin und her zu schütten.
Am Pool beobachtete ich einen anderen Jungen, schätzungsweise etwa acht Jahre alt, der sich nach wiederholtem geräuschvollem Reinspringen verletzt haben muss. Er heulte plötzlich laut kreischend auf. Ich sah, dass er am Kopf blutete. Da wurde er auch schon von zwei Erwachsenen weggeführt.

Abends gibt es ein Unterhaltungsprogramm (aber leider kein Karaoke, wie es eigentlich auf der Website gestanden war). Die Darbietung mit Tanzeinlagen ist überraschend freizügig und sexuell konnotiert, wie es das vor ein paar Jahrzehnten mal bei uns in Europa gegeben haben muss (bevor die amerikanische Prüderie rübergeschwappt ist), und wie man es eigentlich in einem muslimischen Land nicht erwartet hätte. Aber die Türken sind da offenbar pragmatisch. Wenn die dekadenten Westler Sex, Bier und Schweinefleisch wollen, dann kriegen sie eben Sex, Bier und Schweinefleisch (wenngleich die Salami gewöhnungsbedürftig ist), und lassen als Touristen dafür reichlich Devisen da. Und hier sind sogar noch Russen willkommen, wenn sie Urlaub machen wollen.

Die Aufzüge wären ein Kapitel für sich. Ohne Buggy würde ich ja ein oder zwei Stockwerke lieber zu Fuß gehen. Bei vier oder fünf Etagen ist mir das auch ohne Buggy zu viel. Da gibt es sechs verschiedene Aufzüge, aber kein erkennbares System dahinter. Man weiß nicht, welcher Aufzug als nächster erscheint, und wenn man drin ist, fährt er natürlich erst mal in die falsche Richtung. Oder er ist schon voll, wenn er sich öffnet. Ohne Buggy könnten wir uns noch mitreinquetschen, aber so müssen wir auf den nächsten warten. Das ist oft lästig und ärgerlich. Und dann wieder sind mehrere Aufzüge gleichzeitig da. Beim Aussteigen sieht man nicht, in welchem Stockwerk man ist. Es ist äußerst gewöhnungsbedürftig, dafür nur die Anzeige im Aufzug zu betrachten, und nicht die erste Zahl die man außerhalb sieht (das ist nämlich das Stockwerk, in dem der Aufzug gegenüber gerade ist). Nachdem wir ein paar Mal darauf reingefallen waren, hatten wir es aber dann gecheckt.

Ich habe einen Trick erfunden, der es mir erlaubt, ohne Handtasche aus dem Zimmer zu gehen. Die Schlüsselkarte befestige ich mit Hilfe einer Dokumentenklammer :innen am Bund meines Rockes. Das hält fest ohne aufzutragen, und ich bin so nicht auf Carsten angewiesen. Wenn ich Bikini trage, kommt die Schlüsselkarte unter einen Arm an die Seite des Bikinioberteils – kann man auch noch mit Dokumentenklammer sichern. Besser wäre es natürlich, wenn Bikinihersteller gleich eine kleine Tasche, in die eine Scheckkarte passt, da einnähen würden. Denn das ist ja ein häufiges Szenario, dass Urlauberinnen die Karte irgendwo unterbringen müssen. Herrenbadehosen haben häufig ja auch eine kleine Tasche, in die ein Schlüssel oder etwas Geld passen. Bikinihöschen sind für so eine Tasche meist zu klein, aber unter dem Arm am Oberteil ist ausreichend Platz für so eine Karte.

Genau wie beim Hinflug musste ich auch beim Rückflug insbesondere beim Steig- und Sinkflug andauernd gähnen. Bei den anderen Fluggästen fiel mir so etwas nicht auf. Ich bin wohl besonders empfindlich, was eine niedrige Sauerstoffkonzentration angeht.
Glücklicherweise hatten wir zusammen drei Sitze gebucht. Sonst wäre es schon verdammt unbequem eng geworden, wenn wir den 15-Kilogramm-Brummer auch noch die ganze Zeit auf dem Schoß hätten halten müssen, wie es sonst für Kinder unter zwei Jahren üblich ist, selbst wenn wir uns abgewechselt hätten. Die zusätzlichen Kosten haben sich wirklich gelohnt.

Obwohl der Urlaub wirklich schön (falls sich das vielleicht anders angehört haben sollte, so liegt es daran, dass ich halt hauptsächlich Auffälligkeiten gebloggt habe, die eben vom Ideal, dessen Beschreibung längst nicht so ausführlich sein kann, abwichen) war, bin ich auch wieder froh, daheim zu sein, denn da bin ich nicht auf andere zur Bedienung angewiesen, sondern bin mein eigener Herr. Es ist gut, wenn wieder alles in den gewohnten Bahnen verläuft.

Ende 3. und letzter Teil.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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4 Antworten zu Catcalling on the Catwalk (part 3) #breakpointUrlaub2022 //2773

  1. keloph schreibt:

    willkommen zurück.

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  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Es gibt auch in der Türkei Hotels (besonders hochpreisige), die damit werben, keine russischen Gäste zu haben. Das hat allerdings nichts mit dem Krieg zu tun und war schon vorher so.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Willkommen zurück 😉

    Gefällt 1 Person

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