Catcalling on the Catwalk (part 2) #breakpointUrlaub2022 //2771

Carsten hat eine Rafting-Tour und eine Höhlen-Besichtigung mitgemacht, aber ich blieb lieber im Hotel. Ich wollte mich ausruhen und keine solchen anstrengenden Ausflüge machen. Dafür ist es hier viel zu heiß.

Ich sitze also meist im oder am Pool (flächenmäßig so ziemlich der größte Hotelpool, den ich bisher gesehen habe, aber leider zu flach, um richtig zu schwimmen). So viele Leute liegen auf ihrem Liegestuhl, aber anstatt die schöne Umgebung zu geniesen, tippen sie ständig auf ihrem Smartphone herum.
Außerdem fällt schon eine Korrelation auf, dass der Bikini umso knapper ist, je voluminöser die Person, die darin steckt. String-Tangas bei adipösen Damen will man eigentlich lieber nicht sehen, genauso wenig wie Brüste, die auf sämtlichen Seiten aus dem Oberteil quellen. Drei Raumdimensionen sind dafür nicht genug.
Oder gewisse Damen, die es erstaunlicherweise, obwohl es sämtlichen Gesetzen der Geometrie zu widersprechen scheint, schaffen, sich hinzusetzen oder wieder aufzustehen, ohne allzu sehr mit ihrem überbreiten Hinterteil an den Armlehnen ihres Stuhls hängenzubleiben. Dieses topologische Phänomen benötigt entweder höhere Raumdimensionen, oder die massereichen Objekte selbst verursachen lokale Raumverzerrungen.
Warum nur buchen Personen, die so stark zu Übergewicht neigen einen All-Inclusive-Urlaub? Ich an deren Stelle würde nur Übernachtung (eventuell noch mit Frühstück) buchen, und darauf achten, dass in der näheren Umgebung keine Restaurants sind.

Sonnenbrände sind verbreitet, so dass Personen in allen möglichen shades of color anwesend sind – vom bleichen Urlaubsbeginner über diverse Rothäute, bis hin zu dunkelstem Braun. Wir haben zum Glück von Anfang an konsequent mit Sonnenschutz eingekremt, auch wenn dass irgendwie eklig ist. Meine eigene Haut wird nicht mehr als golden getönt, aber Carsten ist schon nach wenigen Tagen tiefgebräunt.
Wo sind eigentlich die tollen Männer abgeblieben? Überall nur welche mit Zigarette, Tattoos, Wampe, mit Metall perforierte Ohren, Nasen, oder sonstige Körperteile (was ich mir lieber nicht vorstelle). Ist denen die eigene Gesundheit so wenig wert? Warum missachten die so sehr ihren eigenen Körper?
Dann habe ich auch einige gesehen, bei denen oben am Bund der Badeshorts noch ein weiterer Bund herausschaute. Tragen die jetzt – im Wasser! – mehrere Hosen übereinander? Was soll das? Hätte ich nur einen derartigen Fall gesehen, hätte ich auf einen einzelnen Spinner geschlossen. Aber das scheint gar nicht so selten zu sein. Man kann sich nur wundern.

Zum Meer oder zur Promenade kann man eigentlich nur am frühen Abend, wenn es nicht mehr ganz so heiß ist.
Die Promenade zieht sich kilometerlang hin, auf der einen Seite hinter einer kleinen Mauer (auf der man sich notfalls mal ausruhen kann) der Strand, auf der anderen Seite Hotels und Restaurants – auf Dauer recht eintönig, zumal bequeme Sitzbänke selten sind, und wenn, dann meist besetzt.
Also machten wir ein Spiel daraus und zählten auf unserem Spaziergang die verwilderten, aber gut genährten Katzen, die sich gelegentlich längs des Weges aufhielten. Das Motto war, dass wir bei der z.B. zehnten Katze wieder umkehren und zurück zum Hotel laufen. Gerade Johannes war eifrig dabei und hielt Ausschau nach den Katzen, die ich dann jedesmal mit „Hallo, Katze Nummer $n“ begrüßte (was Johannes versucht nachzuahmen). Soweit ich mitbekommen habe, hat keine dieser Katzen an diesem Catcalling Anstoß genommen.

Ich vermisse eine weitläufigere Hotelanlage, einen kleinen Park oder ein Wäldchen, wo man sich ruhig in den Schatten setzen kann. Für künftige Urlaube werde ich darauf achten, dass es so etwas gibt. Und vor allem ein Nichtraucherhotel. Wenn man gerade ein angenehmes kühles Plätzchen gefunden hat, kann man sicher sein, dass drei Meter weiter jemand anfängt zu rauchen, ohne Rücksicht, selbst wenn Kinder in der Nähe sind. Oder wenn man die Morgenfrische auf seinem Balkon sitzend genießen will, ist garantiert jemand auf einem benachbarten Balkon, um seiner luftverpestenden Sucht zu fröhnen. Der Gestank und die Belästigung kann einem den schönsten Urlaub verleiden. [Meinetwegen darf ja jeder soviel rauchen, wie er will, solange es nur nicht in meiner Nähe ist. Das spült Steuern in die Staatskasse, und entlastet auf längere Sicht die Gesundheits- und Rentenkassen.]

Ende 2. Teil. Fortsetzung folgt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Catcalling on the Catwalk (part 2) #breakpointUrlaub2022 //2771

  1. pirx1 schreibt:

    Die wohl ursprünglich aus den Kreisen der südosteuropäischen Unterschicht stammende und zwangsläufig aus bitterer Armut geborene (man konnte sich nur ein Beinunterkleid leisten, das dann für jede Okkasion herhalten musste, so auch für das Bad in der Öffentlichkeit, wollte man denn nicht gleich nackt baden), grauenhafte Unsitte und Kultursünde der schleichenden Verbreitung von überdimensionierten, nass noch trauriger um die Beine und den kläglichen Rest des Unterkörpers des jeweiligen Trägers schlabbernden Boxershorts (sog. „Badeshorts“) als vermeintlich geeignetem Ersatz für den standesgemäß eng anliegenden Badeanzug oder die passgerechte Badehose des Mannes begann auch die zweite (freilich nur zusammen mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Wohlergehen der entsprechenden Bevölkerungsgruppen mögliche) Unmöglichkeit: Das Zweitunterkleid (die sog. Unterhose) wird von diesen Potentaten mittlerweile auch beim Bad in öffentlichen Schwimmbädern unter der Badeshorts anbehalten und nur im streng nach den weltanschaulichen Vorschriften des Trägers festgelegten Turnus gewechselt, ja: Das öffentliche Bad sogar gleichzeitig als synergistische Schwimm- und Wäschereinigungsanstalt angesehen.

    Hygiene ist, wenn man trotzdem lacht.

    In „Bäder“, in denen derartiges Gesindel sich vergnügt tauche ich meinen Leib jedenfalls nicht.

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  2. Mika schreibt:

    Dafür hast du echt Geld bezahlt?

    Strange

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  3. keloph schreibt:

    eine beschreibung, welche mit meinen beobachtungen vor ort mehr als übereinstimmt. manche deiner fragen habe ich mir auch gestellt. allerdings gibt es einige indizien, welche auf das tasächliche urlaubsland hinweisen, obwohl die beobachtungen beinahe allgemeingültig sind. das alles hätte fast genau so überall stattfinden können.

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  4. Mia schreibt:

    Alles in allem – der Urlaub war nicht so prickelnd?
    Die Menschen zu dick, zu tätowiert, zu gepierct, die Luft verpestet, allgemein zu heiß, das Personal überfreundlich usw. usf. Nur die Katzen waren sehenswert. Na das ist doch was. 🤣

    Hatte das Hotel gar keinen hoteleigenen Strand? Im Meer zu baden ist doch viel schöner als im Pool.

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  5. blindfoldedwoman schreibt:

    Irgendwie scheint ihr ja immer Pech zu haben mit eurem Urlaub. Oder es liegt an der Planung. Vielleicht solltet ihr doch einmal auf die Dienste von Carstens Ex zurückgreifen?

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    • Ödipösipus schreibt:

      Die alte hat halt sonst keine hobbys und so macht der Alman bzw die Alfrau halt was er kann. Meckern und hetzen.

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    • Wieso Pech? Wir hatten schon schönere Urlaube, aber auch dieser war ganz OK. Insbesondere da die Vorplanung ja extrem kurzfristig erst stattfand.

      Über ereignisloses Faulenzen und Dolcefarniente lässt sich halt nicht so viel schreiben, wie über Abweichungen davon. Dadurch erscheint der Gesamteindruck vielleicht verzerrt.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Naja, das Publikum (Stringtangas, Piercings, etc.) lässt auf eine gewisse Klientel schließen, der man aus dem Weg gehen kann. Und die Lage ist halt dem Massentourismus geschuldet.
        Das kann man alles weitaus schöner haben.

        Lernt ihr eigentlich nie mal jemand kennen? Abends an der Bar z.B.
        Ich bin ja selbst nicht so der übermäßig gesellige Typ, aber bislang seid ihr noch nie mit jemanden ins Gespräch gekommen oder Du hast es nicht erwähnt?
        Zumindest Carsten hat doch Freunde, ist also gesellschaftlichen Kontakten nicht abgeneigt.

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        • Diese „gewisse Klientel“ würde man aber in einem solch hochpreisigen Hotel eher nicht erwarten. Aber eventeull breitet sie sich auch in höher gebildete Schichten aus.

          Einige Male haben wir mit anderen Gästen ein, zwei oberflächliche Sätze gewechselt. Es wurde aber nie ein längeres Gespräch daraus.
          Ich setze mich nicht (länger) an die Bar, weil ich Barhocker schrecklich unbequem finde.
          Abends gingen wir spazieren, und teils schon früh ins Bett (was möglich war, da es doch für so ein Hotel sehr ruhig war).

          Anmachsprüche kriege ich höchstens, wenn ich alleine da bin, aber doch nicht mit Mann oder Kind.

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          • blindfoldedwoman schreibt:

            In der Türkei hat man öfters Dumpingpreise bei den Hotels, deswegen auch das Publikum.
            Wobei in diesem Jahr scheint es den Leuten wirklich egal zu sein, was es kostet. Es war alles voll, zu astronomischen Preisen. Wir haben für die Kreuzfahrt fast 5.000 € bezahlt (ohne Ausflüge), eine Freundin berichtete von deutschen Ferienwohnungen, die 2.000 €/Woche aufriefen. Trotzdem war kaum noch was frei.

            Wie kommst Du jetzt auf Anmachsprüche? Ich denke mal, der Kleine ist jetzt der Star und Du wirst auf ihn angesprochen.

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    • Mia schreibt:

      Eine reinweg positive Berichterstattung wäre ja auch irgendwie untypisch.

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