Die Messtess //2763

Ein Mitarbeiter hatte mich gebeten, seine Tochter vor Beginn ihres Medizinstudiums als Werkstudentin einzustellen. Ich hatte da schon mal schlechte Erfahrungen gemacht, und war skeptisch. Er versicherte mir jedoch, dass sie hochmotiviert sei, und unbedingt messen wolle. Nun ja, ich wollte unvoreingenommen bleiben und ihr eine Chance geben.
Im Entwicklungslabor gibt es immer Messaufgaben, da würde sich schon etwas finden. Ich hatte keine Zeit, mich weiter damit abzugeben, und sagte ihm, dass seine Tochter ihre Bewerbungsunterlagen an die Personalabteilung schicken solle. Dann würde das arrangiert.

Die meisten unserer Messreihen laufen (zumindest teil-) automatisiert über verschiedene Schnittstellen. Trotzdem muss jemand den Aufbau vorbereiten, die Messreihe anstoßen, überwachen, die Daten aufzeichnen, protokollieren und später auswerten. Vieles davon müssen erfahrerene Mitarbeiter machen. Aber zeitweise reicht es auch, dass jemand anwesend ist, und nur hin und wieder einen Knopf drückt. Das ist nicht weiter schwierig.
Dann gibt es gelegentlich auch Messungen, bei denen man tatsächlich manuell selbst messen muss. Aber um dies selbstständig durchzuführen, ist eine gewisse Einarbeitung nötig, und einige Vorkenntnisse zweckmäßig. MINT-Studenten nach einigen Semestern Studium sind dafür i.A. gut geeignet.

So. Und jetzt sitzt dieses Mädchen völlig verloren zwischen Ossis und anderen Messgeräten, und hat keine Ahnung, um was es geht. Ich hatte sie gebeten, einen Ossi schon mal anzuschließen, aber sie schaute mich völlig verständnislos an, und zerrte erfolglos am Bajonettverschluss herum (woran nicht nur die unpraktisch langen Fingernägel schuld waren).
Also fragte ich sie, was los sei. Sie erzählte mir dann etwa folgende Geschichte:
Eine ihrer Freundinnen arbeitet gelegentlich als Messehostess und ist begeistert über diesen Job. Deshalb horchte sie auf, als ihr Vater irgendwann nebenbei erwähnte, dass es bei uns Aufgaben mit Messen gäbe. Das Gespräch entwickelte sich weiter, dass sie gerne in den Ferien auch so etwas arbeiten würde. Daraufhin kontaktierte mich ihr Vater.
Es war wohl wirklich ein Missverständnis zwischen Tochter und Vater, worum es bei „Messen“ ginge. What a mess! Immerhin wollte sie keine heiligen oder schwarzen Messen besuchen.

Tja, aber was mache ich jetzt mit ihr? Im Entwicklungslabor zu arbeiten, überfordert sie völlig. Da kostet sie die betreuenden Mitarbeiter mehr Zeit, als sie produktiv arbeitet. Man müsste ihr ja jede Kleinigkeit erst langwierig erklären.
Ich hoffe, dass sie im Vertrieb mehr mit ihr anfangen können, vielleicht in der Qualitätssicherung, notfalls soll sie ins Marketing. Irgendwo wird man schon eine Aufgabe für sie finden, wo sie halbwegs ihre Bezahlung abarbeiten kann.
Das ist das letzte Mal, dass ich einem Mitarbeiter so einen Gefallen getan habe, ohne die betreffende Person vorher genauer unter die Lupe genommen zu haben.
Dabei waren ihre Noten in den MINT-Fächern noch nicht einmal auffällig gewesen (mag jeder selbst daraus seine Schlüsse ziehen).
Es gab ja durchaus schon Mitarbeiterkinder, die hier sehr engagiert, geschickt und tüchtig gearbeitet haben. Oder auch Leonie.

Im Nachhinein lässt sich freilich leicht sagen, dass es mir zu denken hätte geben müssen, dass eine zukünftige Medizinstudentin messen will. Aber tatsächlich kam mir das gar nicht verwunderlich vor. Schließlich müssen Ärzte ja auch oft Messungen durchführen, und wenn’s nur der Blutdruck oder die Körpertemperatur ist. Für viele diagnostische Verfahren sind Messungen, bzw. deren Auswertung nötig. Aus gutem Grund müssen Medizinstudenten am Anfang ihres Studiums ein physikalisches Grundpraktikum absolvieren. Auch dafür wäre eine gewisse Messerfahrung sehr zweckmäßig und wünschenswert. Da hätte sie sich von ihren Kommilitonen durch ihre Kompetenz abgehoben. Der Wunsch „was mit Messen“ zu machen, erschien mir also sogar als positives Kriterium, da sie scheinbar so viel Einsicht und Lerneifer zeigte, wie ich es von medizinisch orientierten Personen gar nicht erwartet hätte.

Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „Wer viel misst, misst Mist“. Verlässliche Messungen zu machen, ist bei weitem nicht so einfach, wie das unbedarfte Personen oft denken. Man muss dabei vieles berücksichtigen, was Laien meistens überhaupt nicht bewusst ist. Vieles lernt man erst im Laufe der Zeit durch Erfahrung.
Studienanfänger praktisch aller naturwissenschaftlichen und technischen Studiengänge, aber auch von Medizin und einiger anderer Fächer beginnen deshalb ihr Studium mit einem physikalischen Grundpraktikum, bei dem einfache Versuche der Mechanik, Optik, Wärme- und Elektrizitätslehre durchgeführt werden müssen. Meines Wissens vertiefen nur Physikstudenten das dahinterstehende theoretische Fundament (durch z.B. Fehlerrechnung oder spezielle Auswertungsmethoden). Aber was beispielsweise eine Parallaxe ist, oder wie man einen Nonius abliest, sollte eigentlich jeder lernen.
Gerade als Anfänger kann man so viel falsch machen. Das fängt damit an, Abstände irgendwie schräg zu messen, bis .. the sky is the limit. Bei vielen Messungen, die bei Laien anfallen, werden sie mittlerweile durch ausgeklügelte Software unterstützt, bis hin zur künstlichen Intelligenz, die gerade bei medizinischen Befundungen immer aussagekräftiger wird.

Tja, .. arglos hatte ich tatsächlich angenommen, der zukünftigen Medizinstudentin ginge es nicht nur darum, ein paar Wochen lang Geld zu verdienen (was völlig legitim ist), sondern auch zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Da habe ich mich (mal wieder) getäuscht.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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56 Antworten zu Die Messtess //2763

  1. keloph schreibt:

    nur der wiederholte fehler ist ein wirklicher fehler. schade drum.

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  2. beweis schreibt:

    Irre Geschichte. Wirklich lustig.
    Auf der anderen Seite auch verwunderlich. Wenn eine junge Frau „was mit Messen“ machen will – und dann faktisch in einem Messlabor landet, ist das doch ein Kommunikations-GAU.
    Offenbar hat sie keiner wirklich gefragt, was sie meint – vor allem war die angehende Ärztin offenbar nicht in der Lage zu artikulieren, was sie eigentlich für einen Job anstrebt. Und ist einfach ins Messlabor getrottelt.

    Und als sie dann den Ossi anschließen sollte, war sie verwundert, weil sie viele Ostdeutsche auf einer OstPro-Messe erwartet hatte.
    Ist auch wirklich schwer heutzutage, das alles voneinander zu unterscheiden.

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    • pingpong schreibt:

      Ich sehe das ähnlich.

      Das tatsächlich traurige ist, dass der Vater in die Interessen seiner Tochter offenbar so viel (bzw wenig) Einblick hat, daß so ein Kommunikations super Gau überhaupt entstehen kann.

      Bzw dass die Tochter offenbar nicht imstande ist, verständlich auszudrücken worum es ihr geht.

      (Nicht dass jemand glaubt ich sehe die Verantwortung hier nur auf einer seite)

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    • Eigentlich hätte sie wissen sollen, dass in einem High-Tech-Unternehmen (wo ihr Vater ja arbeitet) gemessen wird. Andererseits hatten wir tatsächlich auch gelegentlich eigene Stände auf Branchenmessen.

      Tja, hätten wir sie ausdrücklich als „Messer“ 🙄 angestellt, hätte sie vermutlich an Taschen- oder Küchenmesser gedacht.

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  3. Mia schreibt:

    „…da sie scheinbar so viel Einsicht und Lerneifer zeigte, wie ich es von medizinisch orientierten Personen gar nicht erwartet hätte.“

    Gewohnt nach dem Motto: Kennst du einen, kennst du alle. ^^

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  4. idgie13 schreibt:

    Hat sie denn nicht mal ein Gespräch mit der Personalabteilung geführt?
    Stellt ihr Kinder von Mitarbeitern quasi blind ein?
    Ich hätte an Stelle der angehenden Studentin zumindest wissen wollen, was ich tun soll und finde das von beiden Seiten reichlich naiv.

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    • Die Zeit, die Zeit, .. ich hatte damals weiß-Google wirklich anderes im Kopf. Ihr Vater ist ein zuverlässiger Mitarbeiter. Da ging ich davon aus, dass das schon passen wird.

      Die Personalabteilung wickelt die Formalitäten ab. Wenn ich sie beauftrage, eine Einstellung vorzunehmen, dann führen sie das durch. Was ein ausdrückliches Gespräch mit der Personalabteilung bringen sollte, ist mir eh schleierhaft. Die können die fachliche Eignung doch gar nicht beurteilen.

      Wie auch immer, wir haben schon ein paar einfache Aufgaben gefunden, bei denen sie sich einigermaßen nützlich machen kann.

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  5. pirx1 schreibt:

    Da wird wohl ´mal ein Donnerwetter in der Personalabteilung fällig, wenn die Bewerbungsunterlagen nichtmal lesen …

    Ich erinnere mich noch gut an das Physikpraktikum für Mediziner. Überschaubare Experimente zu einfachsten Gesetzmäßigkeiten wie Hagen-Poiseuille, Widerstandsschaltungen, Lissajous-Figuren und tatsächlich auch eines, allerdings sehr primitiv, zur Messfehlerabschätzung. Der Ehrgeiz unseres 2 Mann-Teams bestand darin, die vorgegebene Praktikumszeit von zwei Stunden um wenigstens anderthalb Stunden zu unterschreiten (was bei wenigen Experimenten leider prinzipbedingt nicht gelang), andere Kommilitonen taten sich da weitaus schwerer.

    Bei den Assistenten des Physiklehrstuhls galt die Überwachung dieses Praktikums (sehr nachvollziehbar) als Strafe. Das vor allem, weil selbst die simple Oberstufenphysik an den meisten Medizinstudenten entweder spurlos vorübergegangen oder dank „Abwahl“ gar nicht erst erteilt worden war. Wenn schon Naturwissenschaft in der Schule, dann beschränkte sich diese (und beschränkt sich diese immer noch) bei den Medizinaspiranten vor allem auf Chemie oder Biologie (wenn man das, was in Biologie in der Schule gelehrt wird tatsächlich als Naturwissenschaft bezeichnen mag). So war das Physikpraktikum für so manchen Medizinstudenten oft auch die erste Begegnungen mit den Herren Neill und Concelman.

    Unser „Studienqualifikationssystem“ (sog. „Abitur“) begünstigt solche Entwicklungen leider auch. Den NC erreicht eher, wer „strategisch“ wählt und seine Hochschulreife mit guten Noten in Sport und SoWi oder Geschichte pimpt, weil er LK Mathe Physik für zu schwierig hält oder damit lieber gleiche Physik studiert. Blöd, wenn der Kandidat dann erst im Studium merkt, dass er es u.a. tatsächlich auch mit mathematischen, physikalischen oder biochemischen Fragestellungen zu tun bekommt.

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    • Nur zwei Stunden für einen Grundpraktikumsversuch?
      IIRC war an meiner Alma Mater auch für Nicht-Physiker ein ganzer Nachmittag (offiziell vier Stunden, aber wer früher fertig war, durfte früher gehen, wer länger gebraucht hat, musste noch bleiben) pro Woche vorgesehen. Kann mich aber täuschen.

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      • pirx1 schreibt:

        Was macht man einen ganzen Nachmittag lang mit einer Aufgabe wie „Stellen Sie Ihr Oszilloskop so ein, dass folgende (3 oder 4) Lissajoufiguren entstehen und zeigen Sie das Ergebnis jeweils ihrem Praktikumsleiter!“, außer vielleicht auf den Praktikumsleiter zu warten (wenn man schnell genug war, dann hatte man alle Figuren durch, bevor der Rest auch nur die Verkabelung begonnen hatte)?

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        • Im Grundpraktikum für Physiker gab es zwei Nachmittage mit solchen Versuchen (weiß ich noch, weil ich die selbst im Hauptstudium als Hiwi betreut habe).
          Da ging es zunächst darum, zu schauen, welche Einstellungen das Ossi für Spannungs- und Zeitauflösung hat, wie da mit dem Triggern funktioniert…
          Zu den Lissajousfiguren kam man erst nach vielleicht einer Stunde. Dann wurden z.B. noch Dreiecks- und Sägezahnspannungen draufgelegt, Fourieranalysen oder -synthesen versucht, etc.
          Beim zweiten Nachmittag war der Fokus auf Wechselstromwiderständen. Auch da gab es einiges zu messen.
          Die Hysteresrkurve eines Permanentmagneten wurde sichtbar gemacht.
          Hab bestimmt noch einiges vergessen, aber gerade diese beiden Versuche galten als die zeitaufwendigsten des ganzen viersemestrigen Grundpraktikums.
          Auch das Kolloquiumsgespräch mit dem Versuchsbetreuer nahm jedesmal noch eine gewisse Zeit in Anspruch.

          Ich weiß nicht, wie das bei Nicht-Physikern war, aber als häuslichen Vorbereitung mussten wir bereits Protokolle schreiben, die dann parallel zur Durchführung nur noch mit den Ergebnissen (Messreihen, graphische Darstellungen, Fehlerrechnung) ergänzt wurden, und ebenfalls mit dem Betreuer durchgesprochen wurden.

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          • pirx1 schreibt:

            Ja, die Versuchstage waren protokollpflichtig und am folgenden Seminartag wurde dann dieses Protokoll testiert (ich erinnere mich noch: Kästchen mit vorgeschriebener Größe für die Unterschrift des Assistenten, ROTFL).

            Der längste Versuch war der zur laminaren Strömung: Ein Aufbau mit Röhre und Auslaufdüse, der den Zusammenhang von Röhrengeometrie und Druck demonstrieren sollte. Festgelegte Ablesezeiten des Wasserstandes in der Röhre, da konnte man leider nix beschleunigen.

            Widerstandsmessungen beschränkten sich auf DC und verschieden Reihen- und Parallelschaltungen mit Widerständen aus verschiedenen Toleranzbereichen.

            Dass jemand etwas zu den HAMEGs erklärt hätte, kann sein, dann aber nur sehr kurz. Die Abkürzung „Ossi“ für ein Oszi benutzten bei uns auch nur ein Ossi, wohl weil es in der DDR tatsächlich ´mal ein entsprechendes Röhrenoszilloskop mit dieser Bezeichnung gab.
            Der Kollege konnte auch sehr plastisch von seiner Zeit als Häftling in Bautzen berichten, stundenlang stehend im Schrank …

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            • Weil die Kästchen auf den Testatszetteln so klein waren, reichte darauf eine Paraphe. Die Versuchsdurchführung wurde ja zusätzlich noch in einer Datenbank (zu meiner Zeit noch analog, sprich auf Karteikärtchen) bestätigt.

              Einer meiner Mitarbeiter sagt „Oscar“. Kommt wohl immer drauf an, wo man elektrosozialisiert wurde.

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  6. pirx1 schreibt:

    Kann man bei Messer Griesheim eigentlich auch ein Praktikum als Scherenschleifer machen?

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  7. Plietsche Jung schreibt:

    Wer viel misst, misst Mist 😂
    Oder so.

    Ob nun Ossi oder Scope, man sollte wissen, was man tut. In der Schule gibt’s solch Instrumente leider nicht.

    Für Messen gibt es Agenturen. Die kennen sich auch steuerlich mit diesen Beschäftigungen aus und sind erster Ansprechpartner der Industrie.

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    • idgie13 schreibt:

      Zu meiner Zeit gab es solche Instrumente und wir haben damit auch gearbeitet. Ich hatte allerdings auch den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig im Gymnasium gewählt.

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    • Du, Plietschi, sag mal aus deiner Lebenserfahrung:
      Ist es eigentlich üblich, dass sich Kinder so gar nicht für die Arbeit ihrer Eltern interessieren? Ich habe jetzt schon mehrfach die Beobachtung gemacht, dass Kinder so gar kein Konzept davon haben, was ihre Eltern so den ganzen Tag machen. Ist das denn normal?

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      • Mika schreibt:

        Aus Sicht meines Sohnes war ich zuerst Kapitän. Gemietete Yacht 🙂
        Rennfahrer war ich auch mal. Die geile Karre lief über 300 🙂
        Später wurde ich Pilot, der Papa fliegt immer mit den großen Flugzeugen. Berater
        Dann wurde ich Milliardär. Irgendwas mit Geld
        So mit 14 hat er es dann langsam verstanden

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        • Es ging mir hierbei nicht um jüngere Kinder, sondern ab ihrer Jugend, wenn sie selbst schon einen gewissen Erfahrungshorizont haben und etwas Verständnis für die Welt außerhalb ihrer Nasenspitze.
          So ab 12, 13, 14, 15 sollten Kinder alt genug sein, um wenigstens eine ungefähre Vorstellung von der Arbeit ihrer Eltern zu haben. Das müssen sie freilich nicht in allen Details kennen, aber so grob.
          Wenn volljährige Kinder mit Schulabschluss, die ja auch selbst mit ihrer eigenen Berufswahl konfrontiert werden, so gar keine Ahnung haben, mit was ihre Eltern ihr Geld verdienen, kommt mir das schon ziemlich seltsam vor.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Völlig normal.
        Außer sie sind selbständig und nehmen den Nachwuchs mal öfters mit.
        Ganz selten gibt es deswegen in manchen Unternehmen spezielle Tage, wo die Mitarbeiter ihre Kinder mit zur Arbeit bringen dürfen.
        Bei einer großen Versicherung ist das z.B. so.

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        • pirx1 schreibt:

          Angebote zur beruflichen Orientierung gibt es viele (z. B. die „Lange Nacht der Industrie“), nur genutzt werden sie nicht. Stattdessen soll, so die immer wieder gern aufgestellte plakative Forderung, „der Staat mehr tun“.

          Es gibt ja ernsthaft – wenn auch nicht ernstzunehmend- Forderungen, dass den lieben Kleinen in der Schule in einem speziellen Unterricht beigebracht werden solle, was z. B. Lebenshaltungskosten sind, wie man ein Konto eröffnet, wie man eine Versicherung abschließt und vermutlich auch, wie man Wäsche wäscht – alles Fähigkeiten, für deren Vermittlung früher die Eltern kompetent genug waren.

          Aber diese (regrediente) Elternkompetenz oder eher -motivation ist vermutlich auch ein Teil des Problems.

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        • Das erscheint mir doch seltsam.
          Was reden die Familie denn die ganze Zeit miteinander, wenn sie zusammen sind, z.B. beim gemeinsamen Abendessen?
          Die Arbeit braucht ja nicht das beherrschende Thema zu sein, aber gelegentlich spricht man doch mal darüber.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Das kann man häufig beobachten. Auf der einen Seite gibt es sicherlich Situationen, in den die Alten kein Vorbild oder Leitbild sind, in anderen Fällen ist die Prägung durch Schule und Gesellschaft/soziale Medien völlig anders und führen auf einen anderen Weg.

        Ab und zu werde ich tatsächlich gefragt, welchen Weg ich abseits eines Abiturs sehe und ich erkläre dann in wenigen Sätzen, dass die Zukunft dem qualifizierten Handwerk liegt. Das Geld liegt faktisch auf der Straße, denn die Republikanischen ist von ahnungslosen studierten Fachleuten überschwemmt, die ihr Wissen kaum anwenden können und Gehaltsvorstellungen haben, die kaum realisierbar sind.

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      • Mia schreibt:

        Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, aus dem die Tochter weder die Lieblingsfarbe ihrer Mutter kennt noch welche Musik sie mochte. 😉

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  8. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich komme nicht darüber hinweg, dass Du tatsächlich meinst, irgendein Teenager/junger Erwachsener könnte gerne „messen“. 😂
    Ok, vielleicht ein Autist.

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