Kurzgetrippt //2714

Am Dienstag sind wir zurückgekommen, aber ich habe es gestern nicht mehr geschafft zu bloggen. Durch unsere Abwesenheit war einiges an Aufgaben liegengeblieben, die ich vorrangig erst mal wieder aufarbeiten und nachholen musste.
Dazu kam, dass die Ports auf meinem Server plötzlich Probleme machen. Meine Dienste lassen sich nicht mehr an sie binden, so dass der Zugang von außen nicht mehr geht.
Deshalb bin ich jetzt ziemlich aus dem Rhythmus gekommen.

Durch immer wieder schnell und teils unvorhersehbare Änderungen von Regeln und Vorschriften war die Planungssicherheit in den letzten zwei Jahren kaum gegeben gewesen, so dass manches nur kurzfristig geplant werden konnte. Dazu kam unsere Corona-Erkrankung vor einigen Wochen, die insbesondere Carsten zugesetzt hatte. Bei mir kam nach einer kurzen Akutphase mit leichten Erkältungssymptomen noch eine Zeit, in der ich mich entkräftet fühlte und körperlich weniger belastbar war. Aber nach zwei Wochen waren diese Symptome fast schlagartig weg (Disclaimer: wenn ich meinen Krankheitsverlauf hier kurz beschreibe, so verallgemeinere ich ihn nicht auf andere, obwohl er durchaus einigermaßen typisch, zumindest nicht ungewöhnlich gewesen sein dürfte). Bei Carsten hielten die Nachwirkungen noch länger an und beeinträchtigten sein Allgemeinbefinden.

Aus dieser Ausgangssituation heraus hatten wir überlegt, wie wir die Osterfeiertage verbringen wollten. Hauptsache kein Stress. Endlich waren Hotels wieder für alle offen. So hatten wir nur wenige Tage vorher entschieden, uns über das verlängerte Wochenende in einem Touristenhotel in der Nähe der alten Heimat einzuquartieren, um uns ein wenig Erholung und Wellness zu gönnen, und bei der Gelegenheit meine Verwandtschaft zu besuchen.
Weil wir schon in der Gegend waren, verbanden wir das halt doch mit einem Besuch bei Standort 3 und dehnten die Reise deswegen um einen Tag länger aus, wenn er nicht wegen der Feiertage geschlossen hatte. Vielleicht werde ich im Laufe des Jahres noch Standort 2 oder 4 besuchen. Ich war schon lange nicht mehr dort. Zu Standort 5 werde ich allerdings nicht so bald fahren. Da muss Online-Kontakt genügen.

Das Touristenhotel war recht schön. Winigstens mussten wir uns mal nicht selbst um Essen kümmern. Für Johannes gab es ein eigenes Kinderbett in unserem Zimmer, und einen Hochstuhl im Restaurant. In einem Businesshotel wäre das nicht so einfach gewesen.
In der ganzen Zeit im Hotel habe ich nicht ein einziges Mal maskierte Gäste gesehen. So schön, wenn man einander wieder ungehindert ins Gesicht schauen und offen anlächeln kann.
Der Freitag war gut genug, um tanzend immer zur hellen Seite des Lebens zu schauen.
Wir hatten auch endlich mal wieder Gelegenheit zum Schwimmen. Leider war das Wasser im hoteleigene Schwimmbecken ziemlich kühl. Johannes hatte trotzdem seinen Spaß, darin herumzuplantschen oder huckepack durch das Wasser getragen zu werden.

Von meiner Verwandtschaft gibt es nicht übermäßig viel zu sagen.
Meine Mutter hat jetzt zumindest Hoffnung auf einen OP-Termin für ihr Knie im Sommer. Ob es tatsächlich klappt, ist fraglich.
Wie fast jedesmal, wenn wir länger in der Alten Heimat sind, brachte meine Mutter die Schachteln mit Bildern von früher an, um sie anzuschauen. Diesmal hatte sie noch einen Schwung Fotos wiedergefunden, die ich noch gar nicht kannte. Wir waren damals in meiner Jugend bei einer Hochzeit eingeladen gewesen. Beim Durchschauen der Bilder kannte ich manche der Gäste, aber die meisten schienen mir unbekannt. Auf einigen Fotos fiel mir eine bildhübsche junge Frau auf, die ein Kleid trug, das so ähnlich aussah wie eines, das ich irgendwann einmal gehabt hatte. Ich war knapp davor, meine Mutter zu fragen, wer diese Frau sei, als es mir noch rechtzeitig selbst einfiel, dass ich das gewesen sein muss – wenn auch mit ungewohnter Frisur.
Beim Versuch, mit der Nachbarskatze zu spielen, bekam Johannes eine gewischt. Es war kaum ein Kratzer zu sehen, aber er hat sich wohl ziemlich erschrocken. Ich kann mir gut vorstellen, dass es der Nachbarskatze unheimlich war, wie da ein laut schreiender Dreikäsehoch auf sie zugerannt kam. Katzen mögen Ruhe und keine plötzlichen Bewegungen. Das war ein Akt der Selbstverteidigung bzw. das Setzen ihrer Grenzen. Johannes wird es verwinden, und das nächste Mal behutsamer vorgehen. Hat er wieder was gelernt.
Kristina kommt heuer in die Schule, David auf die Mittelschule (mit der Erwartung, später upzugraden).
David teilte mit Johannes sein „Osdanestle“ mit Schokohasen, gekochten Eiern und weiteren Naschereien, die die Kinder zusammen in Rekordzeit aufaßen, dabei ihre Verpackungsabfälle (Aluminium, Plastik, Papier, Eierschalen) kreuz und quer im Raum verteilten. In diesem Drunter und Drüber muss Johannes ein paar Bastelperlen von Kristina verschluckt haben, denn ich fand sie später in seiner Windel. Sie hatten seinen Verdauungstrakt unversehrt passiert.
Wir erlaubten Heidi, die voraussichtlich nächstes Jahr Abitur machen wird (aber noch nicht so wirklich weiß, wie es danach weitergehen soll), Johannes ein paar Stunden zu babysitten.

Noch erwähnenswert wäre, dass ich bei einem Spaziergang plötzlich meine aktuelle Kastanie (die ich im Oktober gefunden, aber nicht verbloggt hatte) wieder in meiner Jackentasche entdeckte. Ich hatte diese Jacke in letzter Zeit kaum getragen, so dass die Kastanie völlig in Vergessenheit geraten war (zumal sie in der Tasche meist durch eine Maske verdeckt worden war).
Da es schon weit im April war, war es höchste Zeit, die Kastanie der Natur zurückzugeben. In einer (näherungsweisen) Parabel warf ich sie weit in eine Wiese.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Kurzgetrippt //2714

  1. Mika schreibt:

    Verleser des Tages kurz gestrippt statt kurzgetrippt

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  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Mittelschule gibt es bei uns garnicht, das musste ich tatsächlich googeln.
    Ich sehe mir heute auch gern Fotos an, wo ich jung war. Früher fand ich mich auf Bildern oft unvorteilhaft, obwohl ich mir der eigenen Attraktivität bewusst war und auch entsprechend Angebote hatte.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Das parabelartige Werfen stelle ich mir typisch weiblich vor 🙂

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  4. Mia schreibt:

    Liegt es an deiner Gesichtsblindheit, dass du die „bildhübsche junge“ Frau auf dem Foto nicht gleich als dich selbst erkannt hast oder einfach nur daran, dass sich dein Aussehen über die Jahre stark verändert hat und du dich anders wahrnimmst?

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  5. Mia schreibt:

    🤣
    Aber du hast die Klamotten erkannt, die diese Dame trug. Und du hast dich geärgert, dass jemand die gleichen Sachen anhatte wie du. Stimmt`s?

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  6. Pingback: Dies parentium //2731 | breakpoint

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