Der Preis des Preises //2648

Wenn ich heute so ziemlich meinen letzten zurückgestellten Entwurf im Rahmen des dritten Wochenendes im Monat endlich veröffentliche, so war dieser bereits vor einigen Jahren aktuell gewesen. Spontan wollte ich damals die Angelegenheit eigentlich gleich veröffentlichen, obwohl mir klar war, dass es meine Annenühmität gefährden würde. Im letzten Moment habe ich den Beitrag damals dann doch nicht publik gemacht, sondern stattdessen irgendeinen Fülleintrag, den ich gerade parat hatte. Seither fristete der Beitrag sein Dasein bei meinen Entwürfen. Ich wollte ihn immer wieder mal doch veröffentlichen, habe jedesmal dann aber trotzdem gezögert. Nun ja – wie gesagt – das ist schon einige Jahre her, und inzwischen dürfte nichts neues mehr drinstehen, das man leicht irgendwie zuordnen könnte, weil der zeitliche Bezug mittlerweile einfach zu verschwommen ist.

„Es wäre vermutlich besser, wenn ich nicht darüber bloggen würde, aber das muss einfach raus:
Ohne konkrete Details zu nennen, soll mir eine Auszeichnung für meine wissenschaftliche Arbeit (wohlweislich hatte ich darüber nichts gebloggt, und werde auch jetzt keine Einzelheiten erzählen) zuerkannt werden, worüber ich mich im ersten Moment, als ich es erfuhr, wahnsinnig freute.
Doch dann kam die Besinnung. Was ich da gemacht habe, ist zwar von hohem Anspruch und Qualität, hat aber keinerlei praktische Bedeutung – sprich, es ist völlig nutzlos.
Keine Ahnung, wer mich nominiert hat. Benjamin war es laut seiner Aussage nicht. Ich wüsste nicht, wer sonst dafür in Frage käme, kann also nirgends nachfragen.
Es ist sicher nicht die einzige wissenschaftliche Errungenschaft, die diese Auszeichnung (im betreffenden Zeitraum) verdient hätte. Und die Frage stellt sich mir nun: Würde ich diese Auszeichnung auch bekommen, wenn ich ein Mann wäre?
Ich möchte mich wieder unbefangen darüber freuen können, wenn meine Leistung gewürdigt wird, aber die ganzen verd*mmten Frauenbevorzugungen machen mir einen Strich durch die Rechnung.
Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, die Auszeichnung abzulehnen. Der Feminismus muss einem aber auch alles verleiden!“

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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21 Antworten zu Der Preis des Preises //2648

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Es klingt ein kleines bisschen paranoid. 😉

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  2. idgie13 schreibt:

    Ich kann das verstehen, würde mir die gleiche Frage stellen.

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  3. Mia schreibt:

    Man kann sich das Leben auch komplizierter machen als es ist. Genieß es doch einfach.
    Stellst du auch an dich gerichtete Komplimente infrage? Vielleicht bekommst du die auch nur, weil du eine Frau bist.

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    • idgie13 schreibt:

      Es gibt halt auch Frauen, denen wichtig ist, dass es um ihre Leistung geht und die nicht nur Quotenweibchen sein wollen.

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      • pirx1 schreibt:

        Aus dem Artikel geht an keiner Stelle hervor, dass die Auszeichnung nur des Geschlechts der Autorin wegen vergeben wurde. Die Skepsis entsprang zumindest nach der zu lesenden Darstellung pur ihrem eigenen Kopf, warum weiß niemand, aber sie ist natürlich dienlich, wenn man damit z. B. eine politische Botschaft transportieren will (wobei ich der letzte bin, der Quoten und Gleichstellung -statt Gleichberechtigung- legitim findet). Welcher Mann hätte je solche Probleme gewälzt, ist in der Welt doch Belohnung für „völlig Nutzloses“ generell ein verbreitetes Phänomen.

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        • idgie13 schreibt:

          In den letzten Jahren hat das halt speziell im technischen Bereich schon etwas überhand genommen, dass mindestens eine Frau dabei sein muss. Von daher kann ich den Gedankengang schon nachvollziehen.
          Ich wurde auch schon öfter für fachfremde Themen angefragt und auf Nachfrage, wie sie auf mich kommen: „wir brauchen unbedingt noch mehr Frauen“

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          • pirx1 schreibt:

            Und darum macht man sich auf jeden Fall lieber präemptiv selbst nieder und wertet die eigene Leistung ab? Ist bisher niemand auf die Idee gekommen, dass solche Aussagen auch nur der „lustige“ Versuch sein könnten, eine falsche Selbstwahrnehmung überhaupt erst zu triggern?

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            • idgie13 schreibt:

              Ich verstehe nicht, was Du mir sagen willst.
              Im technischen Bereich ist man halt auf (Selbst-)Kritik getrimmt – sonst gäb es ja nie Verbesserungen, wenn man immer mit allem zufrieden wär. Ich für meinen Teil kann meine Leistungen schon objektiv beurteilen und werte die auch nicht ab. Genau deshalb lasse ich mich auch nicht als „Alibifrau“ einspannen, wenn ich fachlich nicht rein passe.

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            • pirx1 schreibt:

              Im Artikel steht nicht, dass die Leistung nach subjektiver Beurteilung (Philosophiefrage: Wie kann das Urteile eines Subjektes objektiv sein?) der Autorin schlecht gewesen wäre, sondern „von hohem Anspruch und Qualität“ (ein klarer Ausdruck von Zufriedenheit, wenn auch die Arbeit völlig nutzlos war) und eine unter vielen vergleichbaren. Dann entscheidet doch oft nur noch Zufall oder Sympathie und Antipathie unabhängig vom Leistungsbild. Von „fachlich nicht reinpassen“ steht da gar nichts.

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            • idgie13 schreibt:

              Ich hab nur versucht, zu erklären, warum ich Annes Gedankengang nachvollziehen kann und hab eine Anekdote erzählt.

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            • pirx1 schreibt:

              Dito: Ich habe nur versucht, zu erklären, warum ich den Gedankengang nicht nachvollziehen kann.

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      • Mia schreibt:

        Wie geschrieben: Man kann (oder will) Probleme sehen, wo überhaupt keine sind. Einfach mal dankbar sein und nicht überall den Feminismus hineininterpretieren. Wer keine Quotenfrau sein will, versteht sich auch nicht als solche.

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Der Feminismus ist bereits allgegenwärtig im täglichen Leben. Nicht nur beim Gendern oder in der Werbung.
    Ich kann deine Meinung gut nachvollziehen.

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  5. pirx1 schreibt:

    Der „Feminismus“ ist da, wo man ihm Platz zum Wuchern lässt.

    Selbstverständlich würde ich als Frau jeden Preis annehmen, den man mir verleihen will, dabei darauf bestehen, dass man mir die Tür aufhält, mir freundlichst begegnet und mich, wenn unverheiratet, mit „Fräulein“ anredet – und damit selbsternannten Suffragetten jeden Raum nehmen.

    Als Mann hilft man selbstverständlich Frauen in den Mantel, hält ihnen die Tür auf, geht vor ihnen in und nach ihnen aus einem Lokal, und verzichtet auf blödsinniges Abschaffen von tradierten Geschlechtsbezeichnungen, denn unterschiedliche Geschlechter sind Realität.

    Wer das nicht tut, sondern in der privaten Abgeschiedenheit bleiben will, der muss sich nicht wundern, dass der organisierte Blödsinn siegt.

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  6. ednong schreibt:

    Angenommen oder abgelehnt?

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