Vom Dualismus Vamp – Muse //2646

Zufällig bin ich auf eine Pressemeldung gestoßen, laut der in Forschungen festgestellt wurde, dass Gehirnscans im Kernspintomographen das (räumliche) Denken beeinflussen können. Meine erste Assoziation war die Quantenmechanik, bei der die Messungen eine Wirkung auf das Ergebnis haben.
Meine zweite Assoziation war die Erinnerung an einen früheren Freund+, der maßgeblich an der Entwicklung von Kernspintomographen beteiligt war. [Ich glaube, ich habe ihn früher schon einmal erwähnt, möchte jetzt aber keine Links heraussuchen. Damals bekam er kein Pseudonym verpasst, und so verzichte ich auch diesmal darauf.]
Er ermöglichte mir einmal die Teilnahme an einer Vorführung eines 7-Tesla-MR-Tomographen. Ich erinnere mich an ein seltsames Gefühl der Beklemmung, nicht direkt schwindelig, aber unangenehm, und dass ich eigentlich nur noch weg wollte.
Häufig saßen wir zusammen und diskutierten technische Details. Als Vamp sog ich alles Wissen in mich auf, als Muse inspirierte ich ihn. Es gehört mehr zum Muse sein, als einfach nur körperlich präsent zu sein. Man stellt sinnvolle, weiterführende Fragen, gibt Feedback, spinnt vage Einfälle weiter, und schließlich führt eine Evolution von rückgekoppelten Ideen zu kreativen Lösungen.
Ohne mich selbst loben zu wollen, kann es durchaus sein, dass ohne meinen konstruktiven Input manche Ergebnisse weniger effizient ausgefallen wären.

Leider gehen im gesellschaftlichen Diskurs die Errungenschaften und Erfolge der Technik unter. Sie sind wohl so selbstverständlich geworden, dass sie ignoriert werden können. Innovationen erfahren selten die Wertschätzung, die sie verdienen.
Man stelle sich Kliniken, insbesondere Intensivstationen vor ohne moderne Technik: keine Überwachung der Vitalfunktionen, keine Respiratoren, keine Infusionspumpen, .. keine CTGs im Kreißsaal .. Sanitäter ohne Defibrillator .. keine hochauflösenden Geräte zur Diagnostik .. was bleibt dann noch übrig?
Und die medizinischen Apparaturen sind zuverlässig und genügsam. Die jammern nicht dauernd herum oder streiken.

Kürzlich habe ich ebenfalls gelesen, dass der Hörsaal im Physikalischen Institut meiner alten Alma Mater – also dort, wo ich viele Stunden Vorlesungen mehr oder weniger aufmerksam verfolgt habe – umbenannt wurde, nach einem Pionier der medizinischen Bildgebung, der die damals unbekannten „X-Strahlen“ zuerst entdeckt hatte [Nach kolportierten Gerüchten hatten seine Kollegen an anderen Universitäten das Pech, dass ihre Röhren beim Transport kaputtgegangen waren.]. Nur wenige Meter vom Eingang entfernt befindet (oder befand?) sich eine kleine Ausstellung mit Schaukästen und Postern. Eines der Exponate ist das damals aufgenommene Bild einer knöchernen Hand, die einen Ring trägt. Man vermag es sich heute gar nicht mehr vorzustellen, mit welcher Naivität und Unbekümmertheit damals neue Phänomene und Technologien angewandt wurden, ohne im geringsten zu bedenken, dass auch unerwünschte Effekte dabei entstehen können, die vielleicht erst Jahre später manifest werden.
Mir dünkt allerdings angesichts aktueller Ereignisse, dass die Menschheit doch noch nicht sehr viel dazugelernt hat.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Vom Dualismus Vamp – Muse //2646

  1. pirx1 schreibt:

    „Ich weiß nicht, diese ganze Technikgläubigkeit … die MRT-Technologie ist doch sehr neu, da sollte man vielleicht lieber noch Langzeitnebenwirkungen abwarten, bevor man sie tatsächlich nutzt. Und dann verdienen die Hersteller ja auch richtig Geld damit, was doch sehr verdächtig ist. Und nicht zu vergessen die Akutfolgen: psychische Schäden, weil es in der engen Röhre zu Platzangstepisoden kommt. Und ob das, was man damit abbildet auch tatsächlich der Realität entspricht? Dafür gibt es doch keinen richtigen Beweis? ich kann jedenfalls diese MRT-Hysterie nicht gut finden und mache sie auch nicht mit.“, hüstel.

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  2. keloph schreibt:

    ich mag die schlussüberlegung, aber nicht die schlussfolgerung.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Mich irritieren eher die fehlenden Absätze.

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  4. ednong schreibt:

    Hm,
    hätte man denn damals schon ansehen können, das es Nebenwirkungen hat? Und wie, Erfahrung hatte man ja nicht?

    Und wenn man nicht so unbekümmert dran gegangen wäre – hätten wir diese Technik denn heute überhaupt bzw würden sie nutzen?

    Wenn du das mit den heutigen Impfstoffen vergleichst, passt das mMn nicht.

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    • Meine Aussage ist, dass man bei noch unerforschten Phänomenen vorsichtig sein soll, bis fundierte Daten vorliegen und man Erfahrungen damit gesammelt hat.
      Das heißt nicht, dass man sie nicht weiterverfolgen und entwickeln soll, aber sie erst dann einsetzt, wenn sie gründlich und sorgfältig untersucht sind.

      Beispiel Magnetfelder:
      Unstrittig sind schwache Magnetfelder (wie das Erdfeld) harmlos. Die Dosis macht das Gift. In MR-Tomographen ist die Aufenthaltsdauer gering. Da sind 5 oder 7 Tesla zur Diagnostik gerechtfertigt, obwohl man sich dabei unbehaglich fühlen kann.
      Aber wenn du die Feldstärke nur genügend groß machst, zerreißt’s irgendwann jedes einzelne Molekül.

      Was die mRNA-Impfstoffe betrifft: Die sind etwas Neues.
      Kein seriöser Wissenschaftler kann ausschließen, dass nach vielen Jahren oder dem n-ten „Booster“ noch unerwünschte Wirkungen auftreten. Wir wissen schlicht noch nicht genau, was diese Impfstoffe tatsächlich im Immunsystem bewirken. Die sind so designt, dass sie das gesunde Immunsystem austricksen. Langfristige Auswirkungen unbekannt.
      Deshalb ist es völlig unverantwortlich, Millionen von Menschen damit zu behandeln. Bei alten Menschen ist es noch vertretbar. Diese müssen mit größerer Wahrscheinlichkeit mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen, haben aber keine so hohe Lebenserwartung mehr. Bei jungen Menschen und vor allem Kindern aber ist better safe than sorry.
      Eigentlich ist „Impfstoff“ der falsche Begriff. Herkömmliche Impfstoffe bewirken eine langanhaltende sterile Immunität, während das Biontech- und Moderna-Zeugs lediglich einen gewissen Schutz gegen schweren Verlauf bietet, und der nach wenigen Monaten auch schon wieder weg ist. Geimpfte können dennoch Virenschleudern sein. Sogar das RKI hat inzwischen eingesehen, dass es mit Herdenimmunität nichts wird.
      Ich hoffe ja wirklich, dass ich nicht recht behalten werde.
      Bei einem regulär zugelassenen Totimpfstoff hätte ich weniger Bedenken.

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      • pirx1 schreibt:

        mRNA-Technologie: Erstanwendung im Tierexperiment in den 90ern des letzten Jahrhunderts, klinisch Anfang des Jahrtausends, wir schreiben das Jahr 2021. Ab wann ist „neu“ nicht mehr neu? Und welche Alternative gibt es dazu?

        Die Herdenimmunität wird nichts MEHR, tatsächlich. Diese einmalige Chance haben wir mutwillig und leichtsinnig verspielt.

        Und natürlich „regulär zugelassener“ Totimpfstoff, die letzte Ausflucht, „es ist ja nicht regulär“ (darum auch so lange Entwicklungszeit), Novavax braucht wahrscheinlich auch wieder erst eine jahrzehntelange Testphase?

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        • Und wenn die Versuchstiere nicht verstorben sind, dann leben sie noch heute. Häppy End!

          Novovax werde ich erst einmal beobachten. Wie lange genau, hängt auch davon ab, wie häufig es verimpft wird. Da sind seltene Impfnebenwirkungen ein statistischer Effekt. Bei einem Totimpfstoff gehe ich einfach mal von der Plausibilität aus, dass da nicht nach ein paar Jahren völlig unerwartete Wirkungen auftreten.

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          • pirx1 schreibt:

            … klinisch Anfang des Jahrtausends.

            Warum sollte das bei einem Totimpfstoff plausibler sein?

            Und wenn alle Trittbrettfahrer wieder „erstmal abwarten“, dann wird sich das mit der validen Statistik noch lange ziehen …

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      • pirx1 schreibt:

        Vorsicht bei unerforschten Phänomenen halte ich auch für durchaus angebracht. Aber diese Vorsicht lassen wir wohl sehr gerne nur selektiv walten. Braunkohleverstromung mit CO2-Ausstoß, Atomenergie mit Endlagerproblemen, „Elektromobilität“ – überall da scheint diese Vorsicht plötzlich wenig relevant (obwohl jede dieser Technologien sehr deutlich spürbare Auswirkungen hat). Wir lassen da gelten, dass „wir doch Energie und Mobilität“ brauchen für unser (nicht nachhaltiges) „Wirtschaften“ und dass das eben Notwendigkeiten wären, die JETZT zum Handeln zwängen.

        Aber bei der akut notwendigen Bekämpfung einer bedrohlichen Pandemie (deren Ursachen wir lieber auch nicht diskutieren wollen), da melden wir plötzlich Vorsicht und Bedenkzeit an (wie übrigens auch beim Nachweis von Klimaveränderungen), da sehen wir plötzlich nur noch Risiken und keinen Nutzen mehr. Das ist doch absurd.

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        • Ich rede niemandem in seine persönliche Risikoabwägung hinein, lasse mir aber auch in meine nicht reinmischen und mich unter Druck setzen.

          Alte und meinetwegen auch vorerkrankte Menschen haben m.E. durchaus statistisch einen größeren Nutzen als Schaden von der Impfung, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

          Wenn man tatsächlich die „Pandemie bekämpfen“ will, sollte man unabhängig vom Impfstatus testen, und keine ungetesteten und unmaskierten Geimpften zu größeren Gruppen zusammenlassen. Aber Schuld sind eh die Ungeimpften, ganz klar, auch wenn man sie ganz ins Haus wegsperrt.

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          • pirx1 schreibt:

            Solche Tests: gerne! Dringend notwendig! Ich denke, da rennt man bei Geimpften offene Türen ein.

            Aber dann? Die positiv Getesteten einfach immer wieder wegsperren … bis wann?

            BTW: Die persönliche Risikoabwägung wandelt sich spätestens mit der Beteiligung Anderer zu einer Abwägung, die auch eben diese angeht.

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  5. Würde heute Feuer erfunden, bekäme es keinerlei Zulassung.

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