Kurztrip in die Alte Heimat //2639

Nachdem ich mit meiner Mutter geklärt hatte, dass wir sie nicht über Weihnachten besuchen werden, stattdessen vorhaben, etwa eine Woche im Sommer in der alten Heimat zu verbringen, machte ich mit ihr aber aus, dass wir vorher noch einen Besuch bei ihr machen werden.

Wir brachen schon – unterstützt durch die normalisierte Uhrzeit – relativ früh am Morgen auf. In der alten Heimat sind aktuell die Zeiten für Gottesdienste geändert, so dass es unproblematisch war, vor zehn Uhr dort einzutreffen.
Sie freute sich sehr, uns zu sehen. Als sie mit Johannes Kontakt aufnehmen wollte, war dieser zunächst skeptisch und zurückhaltend. Ihr fiel aber sofort die frische Narbe an seiner Stirn auf, und ich erzählte, wie er sich beim Spielen verletzt hatte, er ambulant in der Klinik behandelt wurde, und ich nicht dabei sein durfte. Obwohl überhaupt keine Anhaltspunkte für eine Gehirnerschütterung oder Frakturen vorhanden waren, hätte der behandelnde Arzt am liebsten eine Röntgenaufnahme (was mir wieder einmal meine Zweifel an ärztlicher Kompetenz nährt) angeordnet, aber Carsten war es gelungen, das zu verhindern.
Ich half meiner Mutter bei der Vorbereitung des Mittagsessens. Johannes schmeckten besonders die Leberklößchen. In diesem Alter müssen die auch eine meiner Lieblingsspeisen gewesen sein.
Nach all diesen Jahren ist es für mich immer noch irritierend, wenn Carsten meine Mutter mit ihrem Vornamen anspricht.

Der Oktober zeigte sich ein letztes Mal von seiner goldenen Seite. Das Wetter war gar so schön, so dass wir die jahreszeitlich untypisch kräftigen Sonnenstrahlen noch einmal bei einem Spaziergang genießen wollten.
Nach dem Spülen brachen Carsten, Johannes im Buggy und ich also zu einem Spaziergang auf. Für meine Mutter war das OK. Sie war ohnehin müde, und wollte sich noch etwas hinlegen.
Wir liefen um die Stadt herum und durch die städtischen Anlagen. Als wir an einem Schafgehege vorbeikamen, beeindruckte das Johannes sehr.

Später waren wir dann alle zusammen bei Sabine (keine Ahnung, ob es derzeit erlaubt ist, dass sich Personen aus drei Haushalten treffen, und es ist mir inzwischen ehrlich gesagt auch egal) zum Kaffeetrinken. Dort geht es immer lebhaft zu. Aber inzwischen bin ich als Mutter an Kinderlaute gewöhnt, und kann das entspannter nehmen. Früher hat es mich jedesmal ziemlich angestrengt und genervt.
Johannes spielte mit David und Kristina zusammen in einem der Kinderzimmer. Immer wieder hörte ich von dort „Süßensauer“ rufen.

Das Abendessen – jetzt wieder im Haus meiner Mutter – nahmen wir schon früh ein, weil meine Mutter dann zur Abendmesse wollte.
Wir machten uns danach wieder auf den Rückweg, während die Dämmerung zunehmend in Dunkelheit überging.
Da der Tag im wesentlichen recht harmonisch verlief, gibt es nicht viel mehr dazu zu sagen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Kurztrip in die Alte Heimat //2639

  1. keloph schreibt:

    das ist vielleicht daran das beste 😉

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  2. pirx1 schreibt:

    Es gehört zu den „Wundern“ unseres Gesundheitssystems, dass man bei unvorhergesehener Inanspruchnahme in den Notaufnahmen der Krankenhäuser so gut wie nie auf einen Facharzt trifft. Dabei ist der sog. „Facharztstandard“ eigentlich der, den ein Patient laut Gesetz beanspruchen kann. Das schert die Krankenhausverwaltungen und Geschäftsführer jedoch herzlich wenig und die Chefärzte schon gleich. Kein Wunder: Die gängige Praxis (der meist jüngste Assistent macht die meisten Notdienste allein und hat einen Facharzt „im Hintergrund“ – worunter, man verzeihe das Klischee, man dann verstehen darf, dass der Kollege mit dem Handy auf dem Golfplatz steht) wird nicht sanktioniert.

    Ich erinnere mich noch gut an meinen alten Ordinarius und Klinikdirektor, der diese Praxis gerne auf die Spitze trieb, freilich war ich da wenigstens schon Facharzt: „Herr Pirx, machen Sie ´mal die OP bei jenem Privatpatienten da, wenn dabei etwas Unvorhergesehenes passiert: Sie erreichen mich „auf Handy“ in Kiel.“ – das hätte mir dann wirklich außerordentlich wenig genutzt (na gut, mit Chef nicht in Kiel sondern neben mir vielleicht auch nicht mehr …).

    Entsprechend „kreativ“ die Idee und auch in keiner Weise leitliniengerecht, dass man den Schädelknochen (in jungen Jahren noch voller blutbildendem Knochenmark) eines Einjährigen röntgt. Entweder gibt es nach SHT I eine CT-Indikation (bei red flags Bewusstlosigkeit und neurologischer Auffälligkeit) oder -häufiger- Überwachung und ein Weckregime.

    Man stelle sich vor, man ginge mit einem Schaden in die Autowerkstatt und träfe da lediglich auf den Auszubildenden, der nur nachsähe, ob der Motor noch da ist und nur im Zweifel seinen Meister anriefe, der Aufstand wäre groß. In Krankenhäusern akzeptieren wir dieses Vorgehen bedenkenlos.

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  3. Mia schreibt:

    „…inzwischen bin ich als Mutter an Kinderlaute gewöhnt, und kann das entspannter nehmen. Früher hat es mich jedesmal ziemlich angestrengt und genervt.“

    Bekannte, deren Kinder bereits aus dem Haus sind, berichten, dass sie das früher, als ihre Kinder noch zu Hause wohnten, auch nicht gestört hat. Mittlerweile aber empfinden sie Kinderlaute wieder als sehr störend und nervig. So ändert sich das Empfinden.

    Gefällt 2 Personen

  4. blindfoldedwoman schreibt:

    Leberklösschen selber machen, ist aufgrund der Konsistenz, auch nicht für jeden.
    Wie hat der kleine Mann das angestellt?
    Ich erinne mich noch an eine hölzerne Nachziehente und die Stirn meiner Tochter, die die Flugbahn jäh unterbrach. War zum Glück nur eine riesige Beule.

    Gefällt 2 Personen

    • Für die Leberklößchen kauft meine Mutter speziellen Teig beim Metzger, und fügt selbst noch Eier, Zwiebeln und Weckmehl hinzu.

      Johannes war auf dem Sofa gestanden, hat sich an der Lehne festgehalten, war recht übermütig, hat wohl den Halt verloren, ist gestürzt und mit dem Kopf auf die Kante des Couchtisches geknallt.
      Kleine Platzwunde an der Schläfe, aber relativ stark geblutet. Sonst war er gut drauf, also nicht irgendwie benommen. Trotzdem entschlossen wir uns nach einigem Hin und Her, ihn zur Kinderchirurgie zu bringen.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Leberknödelsuppe esse ich heute noch gern. Es gibt sie nur zu selten hier oben im Norden.
    Schön, dass du deine Mum besucht hast. Das freut mich.

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  6. Pingback: Tweets Numero m //2739 | breakpoint

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