Beobachtungen von unterwegs //2627

Manchmal fällt mir etwas auf, wenn ich unterwegs, insbesondere spazieren bin. Als einzelne Begebenheit ist so eine Beobachtung viel zu unwichtig. Aber wenn ich mehrere davon sammle, springt ein Blogeintrag dabei raus.

Da war diese Frau, die mit einer Hand ein Fahrrad schob, und mit der anderen gleich drei mittelgroße Hunde an der Leine führte.
Als sie an mir vorbei lief, kamen mir die Hunde so nah, dass mir kaum etwas anderes übrigblieb, als vom Gehweg runter auf den Grasstreifen daneben auszuweichen.

Als wir spazieren gingen, bemerkte ich plötzlich etliche Meter vor mir eine Bewegung. Als ich genauer hinsah, entdeckte ich eine Entenfamilie – Mutter Ente mit vier oder fünf Küken, die im Entenmarsch hinter ihr herliefen. Wir blieben stehen, um sie zu beobachten.
Die Entenfamilie lief ziemlich flott ein Stück neben der Dorfstraße entlang. Diese Straße ist nicht sehr belebt, und aktuell war gar kein Verkehr. Schließlich entschloss sich die Entenmutter, die Straße mit ihrer Schar zu überqueren. Gerade dann kamen einige Autos von beiden Seiten angefahren. Aber die blieben alle geduldig stehen, und ließen die Entenfamilie auf die andere Straßenseite rüber.
So ein außergewöhnliches Spektakel sieht man nicht jeden Tag. Ich wüsste eigentlich nicht, dass dort in der Nähe ein Teich oder Weiher wäre.

Einen Feldhamster habe ich beim Spaziergang auch mal gesehen. Der huschte schnell von einem Acker über den Feldweg und verschwand wieder in einem Getreidefeld. Ich hatte ihn erst für eine Maus gehalten, aber so rotbraun wie er war und wie er den Kopf hochtrug, muss es eine Art Hamster gewesen sein.
Nachdem ich in den letzten paar Jahren überhaupt keine Eichhörnchen gesehen hatte, sind es heuer wieder erstaunlich viele.

Ein Stück vor mir sah ich jemanden gehen, der eine Art Rädchen schob. Ich glaube, es ging um eine Entfernungsmessung. Er trug eine Art Uniform, hatte sehr kurze Haare, war etwas dicklich, lief aber mit Schwung.
Nach einigen zig Metern war wohl die erwünschte Entfernung erreicht. Er drehte sich um und ging mir nun entgegen. Je näher er mir kam, desto deutlicher erkannte ich weiche Gesichtszüge und unter dem Hemd Brüste. So dick, dass er so offensichtliche Manboobs hätte haben können, war die Person nun auch wieder nicht.
Beim Passieren grüßte sie mich freundlich mit „Hallo“, ich wünschte ihr einen guten Morgen.
Und wieder einmal frage ich mich, wieso sich manche Personen so uneindeutig kleiden. Vielleicht war die Uniformhose ja Vorschrift. Aber sie hätte wenigstens längere Haare tragen können – meinetwegen zusammengebunden oder hochgesteckt, wenn es sonst unpraktisch ist.

Beim wochenendlichen Spaziergang kommen wir oft an einer Pferdekoppel vorbei. Die Pferde stehen da einfach bloß rum. Die Wiese ist längst abgefressen, und so machen die Pferde gar nichts, es sei denn, sie lassen ihre Apples fallen. Es gibt wohl kaum langweiligere Tiere als Pferde.

Sonntag früh. Mir war nach einem Spaziergang alleine. Johannes hatte ich in Carsten’s Obhut zurückgelassen. Der Zeitraum war schlecht gewählt, denn es schien, als seien sämtliche Hundehalter gerade jetzt unterwegs, um ihre Hunde gassi zu führen.
Schließlich konnte ich doch ein paar Minuten auf menschen- und hundeleerem Weg entspannt vor mich hin gehen. Da sah ich auf einer Wiese ein junges Mädchen mit einem freilaufenden Mops herumtollen. Beide waren dann offensichtlich wieder in Richtung des Weges unterwegs. Ich reduzierte meine Geschwindigkeit, sonst würde ich gerade zwischen beide kommen, sobald sie den Weg erreichten. Der Mops reagierte nicht auf meine Nähe, sondern lief neben dem Mädchen her. Ein Stück weiter war der Übergang über die Straße. Der Mops wartete am Bordstein, bis ihm das Mädchen ein Zeichen gab, dass er rüberkönne. Zügig sprang er auf die andere Seite. Dort signalisierte ihm das Mädchen, dass er das nächste Stück des Weges rennen dürfe.
Ich war beeindruckt, wie diszipliniert der Mops sich verhalten hatte, und wie gut er mit dem Mädchen eingespielt war, dass er auf winzige Zeichen reagierte. Vor dem brauche ich keine Angst mehr zu haben, wenn ich ihn mal wiedersehe.
Warum sind nicht alle Hunde so? Die meisten reißen an ihrer Leine (if any), kläffen einen aggressiv an, versuchen wild, an einem hochzuspringen, oder erschrecken einen, wenn man als harmloser Passant an ihrem Grundstück vorbeigeht.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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47 Antworten zu Beobachtungen von unterwegs //2627

  1. keloph schreibt:

    betrachtungen, die ruhe ausstrahlen.

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  2. pirx1 schreibt:

    Der Waldmops

    „Der Mensch hat keine Veranlassung besonders stolz zu sein auf die Rolle die er im Verlauf der
    letzten zehntausend Jahre auf unserem Planeten gespielt hat. Schon die katastrophalen Veränderungen seiner Umwelt disqualifizieren ihn als brauchbares Mitglied einer natürlichen Lebensgemeinschaft. Am schlimmsten aber zeigt sich sein mangelndes Verantwortungsgefühl in der Schamlosigkeit, in der er die äußeren Körpermerkmale ganzer Tiergattungen umzüchtete und sie damit ihrer natürlichen Lebensfunktionen beraubte. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert hierfür der so genannte Mops

    Der Mops genießt heute einen zweifelhaften Ruf als ringelschwänziges Schoßtier. Das war nicht immer so. Rekonstruktionen nach jüngsten Knochenfunden beweisen, daß der Mops durch blinden Züchter-Ehrgeiz in den letzten 500 Jahren nicht nur seine Nase eingebüßt hat. Wenn wir die Entwicklung einmal zurückverfolgen, stoßen wir schon im 16. Jahrhundert auf einen Mops, dessen edler Körperbau das Herz des Tierfreundes höher schlagen läßt.

    Als Herr des Waldes durchstreifte der Mops einst Europa zwischen Ural und Fichtelgebirge. Heute weiden nur wenige wilde Möpse in unbewohnten Waldungen Nordschwedens. Ende des 16. Jahrhunderts galten die mächtigen Mopsschaufeln noch als beliebte Jagdtrophäe. Im Lauf des 17. Jahrhunderts hat man sie jedoch rücksichtslos zurückgezüchtet, da sich 14-Ender im Schoße älterer Damen als hinderlich erwiesen. Der Mops wurde gefahrlos und damit konsumierbar.

    In Deutschland hat lediglich der scheue Waldmops die freiheitliche Würde seiner Vorfahren bewahrt. Er führt zwar ein zurückgezogenes Höhlendasein, richtet jedoch im deutschen Wald jährlich pro Kopf Schaden von rund 40.000 Euro an. Auf Nahrungssuche verwüstet er Quadratkilometer wertvollen Waldbestandes, nimmt Vogelnester aus, reißt Rotwild und stellt Singvögeln nach, wobei ihm sein kurzes, aber kräftiges Gehörn wertvolle Dienste leitet.“

    Loriot

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Auch wenn meiner von weitem aussieht wie ein weißer Wolf, so hat er doch für seine Rasse dieses typisches Lächeln und auch ängstliche Menschen trauen sich, ihn zu streicheln.
    Die Freundlichkeit täuscht auch nicht. Das gehört zum Charakter.
    Nachteil: er würde auch jedem Einbrecher so begegnen.
    Er bellt nur, wenn er andere Hunde zum spielen auffordert.
    Dennoch achte ich immer darauf, ihn anzuleinen, wenn wir jemandem begegnen. Und auch wenn er zu den sehr schwierig zu erziehenden Rassen gehört, ist er abrufbar und kennt seine Kommandos.
    Das ist nicht nur wichtig für meine Umwelt, sondern auch für den Hund. Denn nur spazieren gehen, unterfordert diesen und führt zu Fehlverhalten wie kläffen und mangelnder Leinenführigkeit.

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  4. Mika schreibt:

    Ich hab auch ein Problem mit Hunden. Ich mag nur sehr wenige Hunde und will nur meine Ruhe. Aber die Biester mögen mich. Keine Ahnung warum, kaum begegnet mir ein Hund, freut er sich wie verrückt und will mich abschlecken. Ich hasse das.
    Die Pferde auf der Weide hingegen mag ich. Die bekommen immer mal Brot oder Äpfel und traben sofort an, wenn sie mich sehen. Hab auch vorher gefragt, ob das okay ist, denn Pferde können wahnsinnig empfindlich sein.

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    • Drei oder vier Hunde kannte ich, die OK waren. Mit einem davon habe ich sogar öfters gespielt (sprich Steine geworfen, die er dann gefangen hat und vollgesabbelt wiederbrachte – konnte nicht genug davon kriegen).
      Aber sonst – nee, danke. Mit den Kötern will ich nichts zu tun haben.

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  5. Mia schreibt:

    „Und wieder einmal frage ich mich, wieso sich manche Personen so uneindeutig kleiden.“
    Ernsthaft jetzt? ^^

    Frau = langes Haar und Rock (bei Wind das obligatorische Kopftuch unterm Kinn gebunden)
    Mann = kurzes Haar und Hose.
    🥱

    PS: Vor einem Mops, der – nebenbei gesagt – zu einer der hässlichsten Hunderassen überhaupt zählt, muss niemand Angst haben. Sollte der tatsächlich mal aggressiv und belästigend (was sein Äußeres allein schon ist) werden, schafft ein gezielter, fester Tritt schnell Abhilfe.

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  6. Mika schreibt:

    Der schlägt jeden Mops um Längen:

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  7. Leser schreibt:

    Das Mädchen mit dem Mops hat eine Sache – vollkommen natürlich, was Erwachsenen oft verloren gegangen ist – richtig gemacht, denn sie hat mit ihrem Hund (die Hunderasse ist dabei weitestgehend egal) eine Kommunikationsbasis aufgebaut, und sich mit ihm wie mit einem anderen Lebewesen verständigt. Das ist bei Hunden sogar noch leichter, als bei Katzen, denn die Sprache (Körpersprache, die Art wie Emotionen und Informationen übermittelt werden) ist bei Hunden ähnlicher der menschlichen, als bei Katzen.
    Viele Menschen sind jedoch entweder total verschlossen oder innerlich tot (oder beides), so dass sie gar nicht in der Lage sind, mit ihrem Hund so eine Kommunikationsbasis aufzubauen. Und genau dann passiert es, dass sich die Tiere daneben benehmen, weil sie eben keine Führung haben. Dass diese Führung nicht mit „starker Hand“ (was verklausuliert für „Gewaltvoll“ steht) sein muss, zeigt das Beispiel des Mädchens sehr gut. Ich hatte mit meinem Hund ein ähnliches Verhältnis, wie das Mädchen mit seinem, und erinnere mich an entsprechende Diskussionen in den Kommentaren darüber… Schön, dass Du jetzt auch selbst mal ein Beispiel beobachten konntest, wie eine gute, natürliche Hund-Mensch-Beziehung aussehen kann, und dass der Hund dann auch nichts unerwünschtes macht.
    Leider ist eine derartige, verständnisbasierte, kommunikative „Hundeführung“ eher die Ausnahme als die Regel (obwohl ich persönlich mir gar nichts anderes vorstellen könnte – und auch jetzt gehe ich mit meinem „Teilzeithund“, den ich manchmal am Wochenende habe, genauso um).
    Dass dem so ist, ist jedoch nicht den Hunden anzulasten, sondern den Menschen, die sich einen Hund halten, obwohl sie dazu geistig gar nicht in der Lage sind – aber weil sie dazu nicht in der Lage sind, sind sie natürlich auch nicht in der Lage, zu erkennen, dass sie dazu nicht in der Lage sind.

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    • Mika schreibt:

      Wer keine Ahnung hat, soll keinen Hund halten. Ich hab keine Lust, einen Hund zu erziehen, also kommt keiner ins Haus. Mit meiner Wildkatze ist es einfacher. Sie benimmt sich, ist dankbar für Futter und hört für ne Katze ziemlich gut. Nur die Mäuse sind weniger begeistert, sie sind hier in der Burg ausgestorben 🙂

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    • So einen Umgang mit einem Hund hatte ich sonst noch nirgends gesehen.
      Sehr viele Hunde sind aggressiv oder verhalten sich respektlos („will ja nur spielen“). Aber schön, dass es wenigstens Ausnahmen gibt.

      Auch Katzen können ein paar Regeln lernen. Bspw. kommt es ihrem Naturell entgegen, stubenrein zu sein. Und auch dass sie nicht auf den Tisch dürfen, akzeptieren sie, wenn man konsequent bleibt. Tricks wie Pfötchen geben führen sie nur aus, wenn sie wollen – nicht auf Kommando.
      An Katzen schätze ich ihre autonome, unabhängige Persönlichkeit, die eben nicht servil und untertänig gehorcht wie ein Hund, sondern einen eigenen Willen hat, und den auch vertritt.

      Hunde haben Herren, Katzen haben Dienstpersonal.

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      • Mika schreibt:

        Also meine Katzen waren alle sehr freundlich und lernbegierig. Natürlich wollen sie gefüttert werden, aber meine bedankt sich danach sehr deutlich. Regeln sind und waren nie ein Problem. Küche ist tabu, Tische und Möbel auch und das funktioniert auch. Die Katze hat ihre Plätze und dort kann sie ungestört schlafen. Wenn sie in ihrem Sessel liegt, wird sie nicht angefasst, es ist ihr Reich. Auf dem Sofa wird gestreichelt und sie kommt auch gerne dazu. Die Liebesbisse hatte sie anfangs auch drauf, aber schnell gelernt, das wir das nicht mögen. Sie macht es nicht mehr. Und wenn sie die Schnauze voll hat, ist sie halt auch mal 2 Tage weg. Nur die geschenkten Mäuse kann man ihr nicht abgewöhnen, das ist zu tief verankert. Sie ist immer fassungslos, wenn wir die Maus entsorgen. Wo die doch so lecker sind.

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        • Katzen sind so wunderbare Tiere.
          Man muss nur respektieren, dass sie vorgeben, wann geschmust wird, wann gespielt wird, und wann sie ihre Ruhe haben wollen.

          Hab ich mal erzählt, wie unsere junge Katze mit dem alten Kater (ihr mutmaßlicher Vater) spielen wollte? Der war schon alt, hatte eine längere Streunerei hinter sich, und wollte nur schlafen.
          Er lag also zusammengerollt auf einem Stuhl. Katze hüpft auf das Kanapee, das direkt daneben steht, und tatscht rüber zum Kater.
          Der reagiert erst nicht. Sie wiederholt das Antippen, bis er schließlich aufschaut, aber gleich wieder weiterschlafen will.
          Das geht ein paarmal hin und her. Schließlich steht er auf, streckt sich, und springt auf die Katze zu. Der ist das jetzt doch nicht so geheuer, zumal er da schon bedrohlich wirkt. Deshalb reißt sie flink unter das Kanapee aus. Dafür ist er zu groß, um (bequem – notfalls ginge es schon) ihr nachzugehen.
          Er geht also wieder auf seinen Stuhl zurück und will weiterschlafen.
          Das Ganze hat sich noch zwei oder dreimal wiederholt, bis sie schleißlich aufgegeben hat.

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          • Mika schreibt:

            Meine spielt ein ganz tolles Spiel. Bleistift klauen und verstecken. Sie liebt Bleistifte und sammelt sie. Zum Glück immer an der gleichen Stelle unterm Vorhang. Und die werden streng bewacht. Keine Ahnung, was das soll.

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            • Katzen sind Individualisten. Jede hat andere Vorlieben.
              An beliebte Spiele erinnere ich mich: in einem leeren Karton rumklettern, Bälle, Murmeln, Nusschalen, Bonbonpapierchen durch den Raum jagen, Lichtreflexe (z.B. durch Handspiegel an den Schrank geworfen) zu fangen, ..

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            • Mika schreibt:

              Auf den Laserpointer reagiert meine nicht. Stubenfliegen dagegen werden in der Luft gefangen und verspeist. Sie erkennt sich auch im Spiegel.
              Meine vorherige Katze hat den Hunden gezeigt, wer der Boss ist. Die haben gespurt. Viele Bekannte haben Hunde. Die neue mag keinen Besuch, sie ist dann irgendwo im Gebälk. Würde gut zu dir passen. Das kleine Biest duldet nur mich und meine Frau. Wobei meine Frau eindeutig Dosenöffner ist. Die wird von Frauchen gefüttert und bedankt sich danach bei mir.

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            • Sie will ein Floß bauen! Erst recht, wenn es die Ikea-Bleistifte sind…

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      • Leser schreibt:

        Wie gesagt: Was Du als Ausnahme bezeichnest, ist aus meiner Sicht der einzige Umgang, den ich mit einem Hund haben kann (bzw. wenn ich ihn noch nicht kenne, aber mich mit ihm befassen soll, anstrebe – da ist ja auch immer erst mal ein Kennenlernen, das Formen einer Beziehung usw. dabei, inklusive normaler menschlicher Verhaltensweisen wie Austesten von Grenzen usw). Hunde haben durchaus ein ähnliches Naturell, was Stubenreinheit angeht, es hat sich halt nur eingebürgert, keine „Hundeklos“ in Wohnungen aufzustellen. Dennoch sieht man das Naturell daran, dass der Hund – wenn man ihn lässt, bzw. es unterstützt – seinen Haufen eher auf Biountergrund macht, als auf festem Stein/Teer o.ä. (wobei ein Feldweg da allerdings auch als Biountergrund wahrgenommen wird, es geht um die Beschaffenheit/Durchlässigkeit, nicht darum, wie der Untergrund genutzt wird). Und während Hunde es ihren Bezugspersonen für gewöhnlich recht machen wollen, so heißt das auch nicht, dass sie nicht auch einen eigenen Willen haben. Sie setzen ihn nur nicht so stringent durch, haben da vielleicht etwas weniger „Ego“ als Katzen.
        Ich mag beide, beide haben ihre Vor- und Nachteile.

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  8. pirx1 schreibt:

    Der Vergleich von Hunde- und Katzen“haltung“ hinkt auf mehr als vier Füßen.

    Katzen machen mehr oder weniger nur das, was sie machen wollen und wenn eine Katze z. B. einen Menschen / Besucher anfaucht oder kratzt, dann wird das stoisch als „katzentypisch“ hingenommen, manchmal vielleicht auch als „die Katze ist eben eigen“, „Katzen sind halt nicht doof und kadavergehorsam“ oder „die weiß nur, wen sie mag und wen nicht“ toleriert oder erstaunlicherweise sogar gelobt. Mir ist jedenfalls keine Katze bekannt, die sich um Handkommandos oder verbale Hinweise ihres „Halters“ wesentlich schert (es sei denn, er bugsiert das ganze Tier zwangsweise per Tragegriff aus dem Raum). Adäquat und nachvollziehbar / reproduzierbar reagiert eine Katze (vom Futterwunsch abgesehen) nur auf das Kommando „Komm oder nicht“, dann kommt sie oder nicht. Wer hätte deshalb umgekehrt je von einer Klage wegen eines Katzenangriffs (von Großkatzen einmal abgesehen) gehört? Katzen sind einfach zu klein für große Flurschäden und Unerziehbarkeit ist bei Katzen eingepreist („wie sueeeeeeesss!“). Vielleicht nicht ganz zu Unrecht werden Katzen“halter“ deshalb gelegentlich auch einfach als „Dosenöffner“ tituliert und Katzen als langweilig.

    Von Hunden erwartet man dagegen Großartiges. Dabei ist der Hund auch nur ein Hund und SEIN „falsches Benehmen“ in Wahrheit nur falsche Erwartung und ein falsches Benehmen, das sich am anderen Ende der Leine abspielt. Im Restaurant muss der Hund brav unter dem Tisch liegen, beim Spaziergang darf er nicht neugierig und er selbst muss absolut folgsam sein. Ja, sollte er, ja ist er auch – aber nur, wenn man sich mit dem Hund als Hund beschäftigt und eine Beziehung zu ihm hat.

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    • blindfoldedwoman schreibt:

      Hunde besitzen etwa zweimal so viele Neuronen in ihrer Großhirnrinde wie Katzen, sie können ihre Körpersprache willentlich und mit Absicht einsetzen und komplexer sowie flexibler reagieren.

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    • Leser schreibt:

      Auch Katzen kann man bitten, Dinge zu machen, und sie tun sie dann, wenn man entsprechend respektvoll ist. Das geht schon alles, und Katzen sind auch – auf ihre Art – liebevoll, während ein Hund das viel direkter ist. Nur die Sprache ist halt eine andere. Das habe ich mal erkannt, als ich mal eine Katze über eine längere Zeit zärtlich gestreichelt und gekrault habe, und sie das sichtlich genossen hat, sich auf den Rücken gelegt hat, ich ihr weiterhin den Brust-/Bauchbereich gestreichelt/gekrault habe, und dann nimmt sie meinen Finger ganz zärtlich in ihre Pfoten (ohne Krallen, wohlgemerkt!), führt ihn sich zum Mund und beißt so gänzlich unzärtlich hinein. Ich habe dann recherchiert, dass das als „love bite“ bekannt ist, und tatsächlich ein Liebesbeweis sein kann. In dem Moment ist mir klar geworden: Katzen sprechen einfach eine andere Sprache als ich, während die Verständigung mit den meisten Hunden einfacher ist, als die mit Menschen sein kann (wenn man Metasprache, Konventionen und darauf basierende unausgesprochene Erwartungen mit einbezieht).

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Genau das macht auch Teil der Intelligenz von Hunden aus, dass sie sich verständlich machen können.

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        • Mika schreibt:

          Also meine Katze kann:

          Will rein
          Will raus
          Hunger
          Schlimmer Hunger
          Will Filet
          Kraul mich
          Leck mich am A…
          Spiel mit mir
          Hier haste ne Maus
          Ich hab dich gern
          Wirf endlich den Ball
          Wirf die fremden Leute raus
          Raus aus dem Bett
          Das ist meine Burg!
          Du kommst hier nicht rein, aber ich halte 5 Meter Abstand
          Ach ist das schön hier
          Fass mich an und du kriegst eine mit der Pfote
          Knuddel mich ganz doll
          Scheiß Flohmittel, aber ich halt trotzdem still

          Alles unterschiedliche Miaus

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          • Leser schreibt:

            Aber Du musstest die Sprache erst lernen, denn es ist eine andere, als die, welche Dir durch nature und nurture natürlich ist.

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            • Mika schreibt:

              Klar musste ich lernen. Eine verwilderte Katze, die keinem Menschen vertraut hat und nicht unterm Sofa hervor kam. Die nur nachts gefressen hat und jeden gebissen hat, der zu nah kam. Ein eigentlich hoffnungsloser Fall. Aber sie kam im Tierheim zu mir. Sie hat mich ausgesucht und wir haben uns einander angepasst. Sie versteht mich auch.

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        • Katzen haben es dagegen gar nicht nötig, ihre Intelligenz darüber definieren zu lassen, wie sie von einer anderen Spezies verstanden werden.
          Es ist ganz sicher nicht ihre Bringschuld, sich „verständlich zu machen“.

          Die Bedürftigkeit, die Hunde für die Zuwendung durch ihren Herren zu Tage legen, ist einfach würdelos.
          Katzen sind da wesentlich indifferenter, und nicht bereit größere Zugeständnisse zu machen, bloß um ein bisschen wohlwollende Aufmerksamkeit zu erringen.

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          • Mika schreibt:

            Wen die Katze nicht mag, den verlässt sie. Bei mir ist mal ein Kater quasi eingezogen. Die Nachbarn hatten ihn angeschafft, aber er wollte immer zu mir in die Wohnung. Ich habe ihn nicht gefüttert, weil sich das nicht gehört. Hätte ich das getan, die Nachbarn hätten ihn nie wieder gesehen. Einen Hund kannste verprügeln, der bleibt. Mach das mit ner Katze und sie ist weg.

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          • blindfoldedwoman schreibt:

            Sie sind schlichtweg nicht so intelligent und haben nur halb so viele Neuronen in der Großhirnrinde.
            Aber man kann natürlich reininterpretieren, was man möchte.

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            • Mika schreibt:

              Ich bin intelligenter als ein Buschmann in Afrika. Aber nur hier. Im Busch hätte ich Probleme zu überleben, der Buschmann eher nicht. Wer ist jetzt der Klügere?

              Intelligent ist das, was der Test abfragt. Bakterien haben wohl keine Neuronen? Aber sie haben sehr lange überlebt.

              Hunde und Katzen sind verschieden. Beide sind nicht ausgestorben, also sind beide intelligent genug. Hunde mögen Rudel und Ordnung, Katzen jagen alleine und sind trotzdem sozial. Ich mag Katzen halt mehr, man kann sie nicht kaufen, nur ein wenig bestechen 🙂

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            • Die Anzahl der Neuronen in der Großhirnrinde sagt nicht viel aus. Auch andere Gehirnareale zählen, und insbesondere wie die Neuronen miteinander vernetzt sind. Schließlich müssen die Neuronen auch entsprechend eingesetzt werden. Qualität geht über Quantität.
              Hunde sind völlig von ihrem Besitzer (bzw. ihrem Rudel) abhängig. Katzen kommen besser alleine zurecht und sind anpassungsfähiger.

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            • blindfoldedwoman schreibt:

              „Hunde sind völlig von ihrem Besitzer (bzw. ihrem Rudel) abhängig. Katzen kommen besser alleine zurecht und sind anpassungsfähiger.“
              Das kann man nicht verallgemeinern.
              Es gibt durch Zucht viele Katzen, die auch ohne menschliche Zuwendung nicht lebensfähig sind. Genau wie bei Hunden.
              Auch bei diesen gibt es sogenannte Strassenhunde, die Selbstversorger sind.
              Wir haben einen Samojeden. Eine bereits vor 9.000 Jahren bestehende Rasse und seitdem kaum verändert.
              Sehr unabhängig und eigen.
              Wir trainieren zweimal die Woche.
              Wenn er keine Lust mehr hat, geht er einfach. Und er versucht ständig zu verhandeln.
              Ich muss ständig aufpassen, dass er nicht mich erzieht.

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          • Leser schreibt:

            Ich verstehe das mit dem „ihre Intelligenz darüber definieren zu lassen, wie sie von einer anderen Spezies verstanden werden“ nicht so recht. Ich denke nicht, dass das bei Hunden so ist (außer halt, dass die Menschen dies tun, aber ohne dass der Hund dazu gefragt worden wäre, oder dass es ihn sonderlich kümmern würde, one way or the other). Die Bedürftigkeit nach Zuwendung habe ich so auch nicht wahrgenommen – eher einfach nur eine unbändige Freude, wenn sie diese Zuwendung bekommen. Und das halte ich, als „zuwendungsbedürftiger“ Mensch, für durchaus legitim. Wenn Du das als würdelos empfindest, dann verstehst Du unter Würde etwas ganz anderes, als ich.

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  9. Plietsche Jung schreibt:

    Hunde und Katzen sind prima.
    Hauptsache, sie gehören dem Nachbarn.

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  10. Ich trage auch gern Hosen. Nicht, weil es traditionelle Männerkleidung ist, sondern weil ich sie mag. Wer wissen will, ob ich ne Vagina habe, kann das fragen – wenn es relevant ist, werde ich antworten. In den meisten Fällen ist es irrelevant, ob sie Person, die mir entgegen kommt, einen penis hat, oder nicht…

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