Beschäftigung gesucht //2615

Frau Hilflo-Seerbin hat nun doch einen Platz im hiesigen Standort gefunden. In einem Büro, das eigentlich für vier Sachbearbeiter vorgesehen war, haben wir einen Raumteiler so eingezogen, dass sie etwas abgetrennt dort arbeiten kann. Dann passen aber nur noch zwei andere Mitarbeiter hinein, die früher bei Standort 7 waren.
[Für den ursprünglich vorgesehenen Raum prüfen wir noch, ob sich dort eine zusätzliche Dusche einrichten lässt, die insbesondere die Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, morgens nutzen können. Der Aufwand dürfte noch überschaubar sein, da keine zusätzlichen Wasser- oder Abwasserrohre verlegt werden müssten. Aber ob alle arbeitsschutzrechtlichen Regeln in dem kleinen Raum eingehalten werden können, ist noch fraglich.]

Das nächste Problem ist, wie sie sich dort nützlich machen kann. Sie hat ja keinerlei einschlägige Qualifikation, in technischen Belangen wirklich null Ahnung. Auch in Betriebswirtschaft kennt sie sich nicht aus, noch hat sie irgendwelche Kenntnisse, die in Zusammenhang mit unserer Branche stehen, oder sonst brauchbar sein könnten.
Die eine oder andere Schulungsmaßnahme wäre bestimmt nicht verkehrt. Aber das ist nur vorübergehend zweckmäßig, nicht auf Dauer.
Vielleicht kann sie die Personalabteilung etwas unterstützen oder sich um interne Kommunikation kümmern. Damit hätte sie zumindest einen etwas hochtrabenden Titel und wäre beschäftigt, ohne ernsthaft arbeitenden Leuten zu sehr in die Quere zu kommen.
Ich hatte auch schon überlegt, ob sie einige Vertriebsaufgaben übernehmen könnte, bei denen sie nicht mit technischen Details zu tun hat. Aber ich lasse sie besser nicht mit Kunden interagieren. Sie hat viel zu sehr diese Damsel-in-distress-Ausstrahlung und hilfesuchende Attitüde, wirkt ungefähr so kompetent und versiert wie Annalenchen B. in Blond. Das macht mir das ganze Firmen-Renommee zunichte.
Oder ich setze sie als QS-Beauftragte ein, wo sie im wesentlichen darauf achten muss, dass gewisse Dokumente rechtzeitig abgegeben und archiviert werden. Das läuft darauf hinaus, etliche Termine im Auge zu behalten, und die zuständigen Mitarbeiter immer wieder daran zu erinnern, auch mal Druck zu machen. Ich weiß nicht, ob ich ihr das zutrauen soll, aber ein Versuch wäre es wohl wert, zumal sonst niemand diesen Job freiwillig erledigen will. Aber das würde sie nur ein paar Stunden in der Woche beschäftigen, reicht also nicht als alleinige Aufgabe.
Es wäre ja schön, wenn sie mir irgendwelche Tasks abnehmen könnte, die ich selbst nicht gerne mache. Aber ich fürchte, die kriegt sie alle nicht auf die Reihe.
Für Arbeiten, wie den Hof fegen oder das Lager aufräumen, darf ich sie wohl auch nicht vorsehen. Dafür ist ihr Status in der Firma zu hoch. Dabei könnte sie so wenigstens etwas sinnvolles bewirken.
Vielleicht wäre es auch eine Option, ihr ein Aufgabenpaket zu geben, das sie überfordern wird, so dass sie dann freiwillig selbst aufgibt. Es darf aber auch nicht zu wichtig sein, dass es der Firma gravierend schaden würde, wenn sie es versiebt.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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28 Antworten zu Beschäftigung gesucht //2615

  1. pirx1 schreibt:

    Zuletzt hieß es doch noch, der ursprünglich vorgesehene Raum „entspricht sämtlichen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes für Büroarbeitsplätze“? Haben sich die Anforderungen des Arbeitsschutzes in so kurzer Zeit so sehr verschärft? Oder ist der Raum durch eine unvorhergesehene Verzerrung im Raum-Zeit-Kontinuum urplötzlich so sehr geschrumpft?

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Setzt sie in die Poststelle, da macht sie nichts kaputt.
    Oder in die Kantine.

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    So hilflos scheint sie nicht zu sein, denn immerhin hat sie ihr Büro bekommen. Und das wird sie auch mit ihrem gewünschten Aufgabengebiet.
    Schließlich ist sie keine Angestellte, sondern Teilhaberin.
    Wieso ist es überhaupt dann Deine Sache, ihr eine Aufgabe zuzuweisen?
    Du kannst sie höchstens bitten, etwas zu übernehmen.
    Oder wenn es Dir nicht passt, kauf ihr doch ihre Anteile ab.

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  4. Mika schreibt:

    Liebe Anne,

    Ich habe zwar keine Ahnung von deiner Firma und kenne dort wirklich Niemanden, auch nicht die blonde Frau Hilflo-Seerbin, aber ich habe jede Menge Lösungen für dich, du musst nur noch die Probleme daran anpassen.
    Bitte stelle die Bilanzen, GuVs, Raumpläne, Produktblätter, Personallisten etc hier ein, dann kümmere ich mich darum. Und bestimmt helfen die Schlaumeier hier alle kräftig mit.
    Sind doch alles erfahrene Firmengründer und Chefs. Du wirst sehen, es dauert keine 3 Wochen und wir ruinieren dir den Laden. Diese geballte Unfähigkeit bekommst du kostenlos und auf dein eigenes Risiko. Worauf wartet du noch? Ein mieseres Angebot wirst du kaum bekommen.

    Mei, verkuppel die Tante an nen Lover und gut isses. Ich stehe da leider nicht zur Verfügung, obwohl ich ne reiche Erbin gebrauchen könnte. Aber meine Holdeste hat sich hier eingewöhnt und verteidigt ihr Revier. Frag doch mal den Alleswisser hier, der könnte Abwechslung gebrauchen, dem ist langweilig.

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  5. pirx1 schreibt:

    Jemanden als „Schlaumeier“ und „Alleswisser“ zu diffamieren, nur weil er vielleicht ungefragte Ratschläge gibt („Verkuppeln“, „Kantine“, „Poststelle“, köstlich, was kommt noch? Die Pförtnerloge, der Heizungskeller, das Vorzimmer in High Heels und mit Strapsgürtel?), das finde ich auch nicht so gut. Aber dem vormals hier gewünschten „mehr Splatter“ wird es schon gerecht. Sehr unterhaltsam insgesamt. Was, wenn du jetzt noch einen spanischen Lover in die Story schreibst – oder gut, könnte ja auch ein kühner blonder Hüne sein?

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  6. ednong schreibt:

    Hach ja, solch eine Stelle würde ich ja auch h gerne besetzen…

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  7. Pingback: Glissando (ma non troppo) //2620 | breakpoint

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