Störer an der Wohnungstür //2587

Während ich praktisch täglich in der Firma arbeitete, wurde ich kaum von Hausierern belästigt, weil ich eben in den Bürozeiten nicht daheim war.
Seit ich meistens Home-Office machte, schienen sich unerwünschte Klingler in letzter Zeit schon zu häufen.

Bei den Zeugen Jehovas, Staubsaugervertretern oder dergleichen erkläre ich kurz, dass ich kein Interesse habe, und schließe die Tür, ohne eine Reaktion abzuwarten. Die sind nämlich sonst so aufdringlich, dass man sie kaum noch los wird, sobald man sich auf ein Gespräch einlässt.
Dann gibt es aber auch Bettler für alle möglichen Belange, beispielsweise irgendwelche Zirkustiere, oder behinderte Kinder. Mir widerstrebt schon die Art der Kontaktaufnahme, und die Weise wie man diese mitleidsheischende Masche abzieht. Vielleicht wäre ich ja sogar bereit für einige mildtätige Zwecke zu spenden, aber solche Haustürbesucher erscheinen mir wenig seriös noch vertrauenswürdig. Ich will nicht abgezockt werden. Auf die Frage, ob man sich erst im Internet informieren kann, und ggf. dann online spenden, kommt sinngemäß die Antwort, das ginge nicht. Na, dann eben nicht. An der Haustür gebe ich jedenfalls kein Geld dafür.
Es kam auch vor, dass jemand für eine Hilfsorganisation wie freiwillige Feuerwehr oder Rotes Kreuz Geld sammeln wollte. Das halte ich grundsätzlich für wichtig, und würde regionale Organisationen auch gelegentlich mit einer einmaligen Spende unterstützen. Allein – die wollen regelmäßige Spendenvereinbarungen, und das kommt für mich nicht in Frage. Ich werde mich doch nicht verpflichten, jedes Vierteljahr oder gar monatlich, Geld von meinem Konto abbuchen zu lassen. Bargeld dürfen sie angeblich nicht annehmen, und einmalige Spenden über die Website kämen der Zentrale zu Gute, aber nicht der regionalen Gruppe. Das tut mir ja leid, aber zu diesen Bedingungen bin ich nicht bereit. Wir spenden auch so schon genug an ausgewählte gemeinnützige Empfänger.

Dass das Ordnungsamt überhaupt zulässt, dass man immer wieder von solchen Vertretern und Drückern belästigt wird.

[Es kommt vor, dass ich (als Privatperson, wenn das Bewusstsein, dass ich es mir mittlerweile leisten kann, meine fast an Geiz heranreichende Sparsamkeit überschreibt) bestimmte Organsisationen oder Projekte gerne mit einer Spende (keine großen Beträge, vielleicht 50 oder 100 Euro) unterstützen möchte, aber dabei unerkannt bleiben will. Leider lassen die Zahlungsoptionen dies meistens nicht zu, was bedauerlich ist.]

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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27 Antworten zu Störer an der Wohnungstür //2587

  1. keloph schreibt:

    bei mir haben solche machenschaften gar keine chance, weder an der tür, noch sonstwo. ich spende dorthin, wo es lokal sinn macht, mit spendenquittung und wie ich es frei entscheide.

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  2. Leser schreibt:

    An den vergangenen HomeOffice-Tagen hat es am häufigsten an meiner Tür geklingelt, weil irgendwelche Nachbarn nicht daheim waren, und ich für diese ein Paket annehmen sollte. Das mache ich gerne, denn die machen das auch immer wieder für mich, und so gleicht sich das aus – machen wir einfach gegenseitig untereinander/füreinander, schon immer so gewesen (bzw. hat sich einfach irgendwann eingebürgert – kann sein, dass es damit zusammen hängt, dass ich damit angefangen habe, es einfach zu machen, als ich mal ein paar Jahre lang tagsüber immer zuhause war). Ich kenne das noch aus meiner Kindheit vom Dorf, wo die Nachbarn (in Einfamilienhäusern sogar!) das auch immer füreinander gemacht haben, und so habe ich das einfach auch getan. Bisher kein Problem. Aber klar, Zeugen Jehovas, Telekomvertreter oder Johanniter-Spendensammler sind schon irgendwie ziemlich nervig. Kommen zum Glück nur relativ selten vor hier in der Großstadt – haben ja genügend Auswahl an Hauseingängen, die sie penetrieren können 😉

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  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Früher hatten wir hier häufig solche „Besuche“. Wird aber immer weniger, weil die Leute im Viertel immer weniger Geld haben und deshalb auch nichts mehr geben.

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  4. idgie13 schreibt:

    Bei uns kommt höchstens mal der Frauenverein vorbei… oder die Sternsinger

    Inzwischen bin ich ja gottseidank wieder Vollzeit im Büro – abends kommt niemand mehr.

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    • Solche Störungen habe ich auch schon – allerdings nur selten – abends erlebt.

      Wenn es tagsüber klingelt, gehe ich immer erst davon aus, dass es etwas wichtigeres sein könnte – z.B. ein Lieferdienst, der Briefträger oder jemand von der Hausverwaltung. Sonst würde ich ja gar nicht erst an die Tür gehen.

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  5. Mika schreibt:

    Bei mir im Ort klingelt nie jemand. Keine Bettler, keine Hausierer, keine Zeugen. Irgendwie wissen die, hier gibt es nix. Die Feuerwehr und die Leute von den Kriegsgräbern bekommen immer was, aber die haben einen Stand vorm Rathaus und da geht fast jeder hin, wenn die sammeln. Pakete nehmen hier die Rentner an und verteilen sie abends. Im Winter bekommen die Schnee geschippt. Irgendwie ne gute Dorfgemeinschaft. Machste die Motorhaube auf, stehen 2 Minuten später 3 Mechaniker mit Werkzeug neben dir. Wechselste Reifen, kannste froh sein, wenn du einen schaffst, den Rest machen die Nachbarn.
    Wär nix für dich 🙂

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    • Ein Vorteil des Stadtlebens ist, dass man mit Nachbarn nur oberflächlichen Kontakt hat.
      Wenn ich hier Nachbarn begegne, dann grüßen wir einander, manchmal wechseln wir auch ein paar Worte über z.B. das Wetter, aber damit hat sich’s auch schon.

      Eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, bei der alle einander helfen, hat zwar auch seine Vorteile, aber mir ist meine Unabhängigkeit und Autonomie wichtiger.
      Ich komme normalerweise alleine klar, und ich will auch selbst nicht meine Freizeit für dritte Personen einsetzen.

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      • Mika schreibt:

        Eben war ich einkaufen. Auf dem Heimweg, 2 Km vor dem Haus, macht die Benzinpumpe schlapp. Auto geht aus, ich fahr rechts ran, Warnblinker an. Tür auf. Erstes Auto hinter mir hält an. Ein Rentner aus dem Ort fragt, ob ich ein Handy habe, helfen könne er nicht, da gehbehindert, aber er könnte Werner anrufen, oder bei ihm vorbei fahren und Bescheid geben. Werner ist hier der Schrauber, der absolut alles flicken kann. Wenn du mal Probleme mit deiner privaten Boing hast, ruf Werner, da macht das.
        Da ich ein Handy habe, bedanke ich mich freundlich und wünsche eine gute Weiterfahrt. Noch bevor ich Werner anrufen kann, halten mehrere Fahrzeuge an und bieten Hilfe an. Der kurdische Hermes Fahrer (kriegt bei mir öfter mal nen Kaffee) will abschleppen, kommt aber nicht dazu, weil Werner gerade ankommt. Der Dingens hat ihm gesagt, daß ich ne Panne habe. Ich konnte nicht mal anrufen. Zwei Handgriffe, Rücksitz hochklappen, Stecker von der Pumpe abziehen, mit dem Schraubendreher dran kratzen, geht nicht. Des Lacher hockt fescht, gebemol doi Radkreiz her, do hau mer mol druff, dann gehts widder. Es ging wieder. Isch beschtell der e nei Bumb, wannse do iss, hol isch dei Audo, iss jo ned eilisch, hosch jo zwee.
        Landleben. Werner bestellt die Pumpe bei nem billigen Laden, oder er dreht das Lager neu ab. Wird mich nen Fuffy kosten. Die Markenwerkstatt würde 250 nehmen. Werner wird sich wieder meinen Smoker ausleihen, weil ihm so ein Teil zu teuer ist. Wenn er ihn zurück bringt, ist der Rost sandgestrahlt und wie neu.
        Ich komme aus der Großstadt, aber inzwischen bin ich hier daheim. Es wird auch hier gestritten und gelästert. Aber keiner lässt seinen Nachbarn in Not hängen.

        Gefällt 2 Personen

        • Ja, schön für dich.
          Wenn du jetzt allerdings zwanzig, dreißig Kilometer entfernt herumgefahren wärst (wie das mit einem Auto der Normalfall sein dürfte), hätte dir weder der Rentner noch Werner gleich helfen können.

          Und klar ist es fein, 200 Euro zu sparen. Aber man verpflichtet sich dadurch auch und schuldet dem anderen irgendwann auch einen Gefallen als Gegenleistung.
          TANSTAAFL.

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          • Mika schreibt:

            Ich fahre nur alte Autos und habe einen Schutzbrief. Egal wo ich eine Panne habe, das Problem wird gelöst. Das bekommt man für Geld.

            Die Hilfe im Ort kostet kein Geld. Es kostet Solidarität. Ich schippe Schnee und kehre den Weg bei der alten Nachbarin und das Dorf rechnet mir das an. Fast jeder hier macht was für die Gemeinschaft und das kommt zurück.
            Du lebst isoliert und magst es. Ist okay. So war ich auch mal. Ich hatte ja Geld wie Heu und konnte alles kaufen. Heute bin ich ein wenig ärmer an Geld, aber reich an Erfahrung. Und es gefällt mir. Sieh das nicht als Kritik, es ist nur eine weitere Sichtweise.

            Gefällt 2 Personen

  6. Plietsche Jung schreibt:

    Hier sind es immer recht kurze Gespräche. Zum Glück nicht allzu häufig.

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