Kein Titel //2578

Es ist jetzt ein wenig peinlich, aber ich habe mich im Datum vertan. Normalerweise sind ja am vierten Wochenende eines Monat Tweets fällig. Irgendwie habe ich aber was verwechselt, und habe deswegen die Tweets bereits voriges Wochenende – in der irrigen Annahme, dass am jetzigen Wochenende ein anderes Datum sei – verbloggt. Blame it mal wieder auf die Stilldemenz.
Nun ja, noch mal Tweets will ich nicht schon wieder bringen. Sonst habe ich heute auch nichts zu sagen, zumindest nichts, was die drei Siebe des Sokrates besteht.
Am letzten Wochenende haben wir uns viel Freizeit genommen. Diesmal ist wieder mehr Arbeit fällig. Wenn es schon keinen Urlaub gibt, versuchen wir zumindest, uns alle paar Wochen ein Wochenende freizuhalten.
Da ich im Laufe der Woche bereits zwei ziemlich lange Blogeinträge veröffentlicht habe, könnte ich es heute bei diesen paar Sätzen belassen. Mir ist aber heute Nacht eine SciFi-Kurzgeschichte eingefallen, die ich in meiner Jugend gelesen habe. Ich erinnere mich weder an den Autor noch an den Titel, so dass googlen nichts nützt.

Es ging um ein wissenschaftliches Team, das an einem Impfstoff gegen Schnupfen forschte. Schließlich fanden sie ein Mittel, das vielversprechend schien. Das ganze Team (IIRC auch ein Teil ihrer Familienmitglieder) machte den Selbstversuch und wurde schnell immun gegen Schnupfenviren.
Weil der Institutsleiter sich profilieren wollte, gab er den Impfstoff ohne weitere Tests und ohne Rücksprache mit dem Team frei.
Die Bevölkerung war begeistert. Die Impfaktion lief schnell an.
Nach einigen Wochen bemerkten die Teammitglieder – erst nur geringfügig, später aber umso stärker – einen enorm gesteigerten Geruchssinn: alles um sie herum stank bestialisch. Das wurde auch ausführlich erklärt – im Wesentlichen wurden die Geruchsrezeptoren nicht mehr blockiert.
Bevor die bereits geimpfte Bevölkerung auch diese Nebenwirkung erfahren würde, begannen sie mit Hochdruck an einem Gegenmittel zu arbeiten, was sie nach einigem Hin und Her schließlich fanden – mit der Konsequenz, dass alle, die es nutzten, voraussichtlich bis zu ihrem Lebensende einen chronischen Schnupfen behalten würden.

Warum nur ist mir diese Geschichte jetzt wieder nach so vielen Jahren eingefallen?

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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35 Antworten zu Kein Titel //2578

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Das Thema ist durchaus aktuell.

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  2. Mika schreibt:

    Contergan, da war mal was. Absolut harmlos. In der Grundschule hatten wir solche Kinder. Den Anblick vergesse ich mein Leben nicht.
    Medizin ist keine Wissenschaft, die versuchen was und wenn sie Glück haben, oder vielmehr die Patienten, dann schadet es nicht. 5 Jahre in der Branche haben mir gereicht.
    Aber schneiden können sie, das muss man anerkennen.

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    • Arzneimittel und andere Medizinprodukte, die auf den Körper von Menschen oder Tieren angewendet werden, müssen besonders gründlich getestet werden, da auch Kleinigkeiten enorm großen Schaden anrichten können. Das merkt man teils erst nach Jahren oder nur bei bestimmten Gruppen.
      Ich hätte keine Lust, Betatester zu sein. Da wäre es mir auch egal, wer die Produkthaftung übernimmt.

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      • Mika schreibt:

        Impfung? Nö. 1918 rum sind Millionen Grippe Geimpfte gestorben. Musste schnell gehen. Und die waren dann auch ganz schnell tot. Mach ich auch an der Börse so. Wenn ne Firma 50 Jahre gut war, dann kaufe ich. Vorher nicht. Hat sich bewährt.

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      • Sempersolus schreibt:

        Mutter Natur macht keine Betatests, die startet direkt mit „Training on the Job“.
        „Hatschi!“ – „Gesundheit!“(hoffentlich)

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        • Mika schreibt:

          Gestatte mir eine fachliche Frage. Was machst du mit einer Person, die eine Schusswunde erlitten hat. AK-47 7,62mm Körpertreffer, nicht sofort tödlich.

          Ich will dich nicht auf Glatteis führen, ist rein fachlich gemeint.

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          • Sempersolus schreibt:

            Kerzchen anzünden, Pfarrer bestellen.

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            • Mika schreibt:

              Was lernt man eigentlich im Studium? Hätte mich mal interessiert. War ne doofe Frage, Tschuldigung.

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            • Sempersolus schreibt:

              Schusswunden treten in unseren Breitengraden erfreulich selten auf (ganz anders als z. B. in den USA), noch seltener sind bei uns Schusswunden mit einer russischen Kalaschnikow. Der Impact einer solchen Waffe erzeugt, selbst wenn nicht als sofort tödlicher Körpertreffer, so doch meist so einen Schockzustand, dass die Notfallversorgung nicht mehr lebend erreicht wird. Die spezifische Versorgung richtet sich, wenn Pat. suffizient kreislaufstabilisiert, unbedingt nach dem Ort des Treffers. Ein „Körpertreffer“ kann alles Mögliche sein: Lungensteckschuss, Abdomenverletzung, etc.

              Was hättest du denn speziell im Sinn?

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            • Mika schreibt:

              Stimmt, bei uns ist das selten. In Amerika kommt das öfter vor. Bei solchen Verletzungen wird vom Sanitöter Team normalerweise eine Infusion gelegt. Richtig? So war jedenfalls das Procedere in den 80ern. Ich bin aber nicht auf dem neuesten Stand, daher meine Frage an dich. Die Überlebenschancen steigen jedoch, wenn das Opfer stark unterkühlt wird und nicht bewegt wird. Liegen lassen und nass machen und keine Sanis in die Nähe lassen. Kannst du damit was anfangen? Ich meine die Frage ernst.

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            • Sempersolus schreibt:

              Die Erstbehandlung am „Unfallort“ konzentriert sich ganz auf lebenserhaltende und kreislaufstabilisierende Maßnahmen. Atemkontrolle, ggf. beatmen, Pulskontrolle, ggf. CPR, Blutungen stoppen, so möglich, natürlich allgemeine supportive Maßnahmen: großlumiger intravenöser Zugang, Volumenersatz, Analgetika, kreislaufstützende Medikamente, Intubation je nach Situation, schneller Transport in die Klinik.

              In unseren Breitengraden ist in spätestens 15 Minuten der RTW / NEF da. Als Laienersthelfer kann man nur lagern (sollte man von den Sofortmaßnahmen am Unfallort noch kennen) i.e.: Schocklage, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage, Atemwege freihalten, Kreislauf und Atmung kontrollieren, ggf. Reanimationsmaßnahmen einleiten (sollte man auch noch von den Sofortmaßnahmen kennen), Blutung stoppen.

              Am Ort der Erstversorgung aktiv kühlen, mit Wasser besprenkeln, o.ä. ändert an den Überlebenschancen grosso modo nix. Wenn der Delinquent nach dem Schuss z. B. in einen Eisbach gefallen ist, dann schadet das aber auch nicht.

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            • Mika schreibt:

              Danke.

              Es gab nach dem Krieg um Falkland eine umfassende Auswertung zu den Überlebenschancen getroffener Soldaten. Es wurde festgestellt, das unversorgte und unterkühlte Opfer eine signifikant bessere Chance hatten, wenn sie 24 Stunden lang nicht versorgt wurden. Wollte erst niemand glauben. Es gab dann eine Testreihe mit Schafen. Dabei wurde die AK-47 eingesetzt. Ohne sofortige Behandlung überlebten deutlich mehr von ihnen. Wurde mal veröffentlicht, aber kaum gelesen.
              Ich wollte nur wissen, ob das Lernstoff ist. Medizinisch kann ich das nicht beurteilen, ich habe nur Dateien gebaut und SQLs geschrieben.

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            • Sempersolus schreibt:

              Banale Erkenntnis: Wer 24 Stunden unversorgt überlebt – der schafft wahrscheinlich auch noch mehr.

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            • Mika schreibt:

              Mit Statistik hast du es nicht so?
              Wir ballern auf zwei Testgruppen mit je 1000 Objekten,
              Eine Gruppe wird versorgt, die andere nicht. Die nicht versorgte Gruppe hat mehr Überlebende. Na?

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            • Sempersolus schreibt:

              Wie: Die Argentinier haben mit ihren FN FAL Nachbauten Testkohorten mit je 1000 Verletzten erzeugt? Es gab doch insgesamt nur 254 Tote und 244 Verletzte des Falklandkrieges auf britischer Seite?!

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            • Mika schreibt:

              EOD

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  3. Mika schreibt:

    Stand letzten Freitag 4800+ Tote nach Covid Impfung in USA. Quelle wonder.cdc.gov momentan mal wieder offline. Bisserl viel, oder?

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    • Sempersolus schreibt:

      Och, wenn man bedenkt: seit 1918, das sind immerhin 103 Jahre, also nur 46,6 Tote pro Jahr, finde ich nicht so viel … wobei natürlich besonders die 0,6 (also nur etwas mehr als halb Gestorbenen) schon tragisch sind. „Coronazombies“, mäßiger Titel , sogar für ein Trashmovie.

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      • Mika schreibt:

        Probiers halt aus 🙂

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        • quasimodo4884 schreibt:

          Na immerhin – was auch gesichert ist: „Alle die an der Erstimpfung gegen Pocken teilnahmen, sind gestorben – macht nachdenklich.“ 😉 (Ironie)
          Die wurde am 14. Mai 1796, durchgeführt von Dr. Edward Jenner

          Bei Toten nach Medikamenteneinnahme durch Nebenwirkungen ist immer traurig. Kann bei jedem Medikament leider passieren – auch bei einem (für uns Verbraucher) einfacher Kopfschmerztablette.

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          • Mika schreibt:

            Lass du dich impfen und ich nehme das Aspirin.
            Wenn wir das 1 Million mal testen, wer hat dann weniger Nebenwirkungen?

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            • Sempersolus schreibt:

              Li L, Geraghty OG, Mehta Z, Rothwell PM on behalf of the Oxford Vascular Study. Age-specific risks, severity, time-course and outcome of bleeding on long-term antiplatelet treatment after vascular events. Lancet 2017;June13

              und hier das, was ein seriöses Medium der Erwachsenenbildung (Unterabteilung weiblich) dazu schreibt:

              https://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/aspirin-studie-ass-schuld-an-3000-todesfaellen-jaehrlich-10935756.html

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            • quasimodo4884 schreibt:

              😀 Das habe ich bereits getan. Das plötzlich vorhandene Microsoft-Konto – wahrscheinlich auch so eine Nebenwirkung konnte ich – als Besitzer eines Linux-Rechners – relativ einfach unter Quarantäne stellen und später mit den geeigneten Bordmitteln den Raum desinfizieren und damit das Konto eliminieren. 😉

              Spaß, beiseite, das Thema ist ernst und wenn, jemand dagegen vorbehalte hat, dann ist dass eben so. Letztendlich wird wahrscheinlich jeder irgendwann einmal diesen Virus abbekommen, schlecht wäre dann, wenn Menschen angesteckt werden, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen.

              Somit leben wir alle mit den Konsequenzen die aus unseren Entscheidungen resultieren.

              Ach ja – wegen der Aspirin-Studie, da mache ich nicht mit, 1 Mio. Aspirin, kosten ca. 200 T€ – ist für mich als in Schwaben lebender Mensch zu teuer.
              😉

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            • Mika schreibt:

              Okay, 200KTeuro hab ich grad nicht bei mir. Also keine Studie.
              Aber 20Teuro für den Biergarten gönne ich mir jetzt. 2 Radler und ein Wurstsalat sollten als Nebenwirkung nur glücklich machen.

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            • Sempersolus schreibt:

              Vorsicht vor den gefährlichen Nebenwirkungen von Radler und Wurstsalat! Und immer schön Hut tragen, der Sonne wegen … und wenn er aus Alu ist.

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  4. Sempersolus schreibt:

    Schade, dabei fing es erst gerade richtig an:
    Bei all dem Stress der Schusswunden und im Sterben liegend auch noch Außen- und rektale Temperaturmessungen, komplizierte Paarbildung mit einem vergleichbaren Schussopfer mit Fieber oder Standheizung und all das, damit man bei der kleinen Fallzahl von n=498 (und womöglich war gar nicht jede Verletzung eine Schusswunde) zu einem statistisch signifikanten Ergebnis kommt … . Wahre Opfer für die Wissenschaft!

    Oder sollten wir daraus gar ableiten, dass wir zukünftig nur noch tiefgefrorene Schafe in den Krieg schicken?

    Im Ernst: Um die Vorteile (es gibt übrigens auch Nachteile) der Hypothermie zu erkennen, dazu bedarf es schon lange keiner Schafschlachtung mehr. Das ist in der Intensivmedizin, bei Organspenden, bei bestimmten Operationen schon lange Routine. Der Aufwand, diese Hypothermie herbeizuführen (da braucht es etwas subtilere Methoden, als einen Kübel mit Eiswasser) wird durch geringfügig bessere Ergebnisse quo ad Überlebenschance zumindest beim Einsatz am Unfallort allerdings nicht gerechtfertigt.

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  5. Alf Bravo schreibt:

    Vermutlich handelt es sich bei der erwähnten Kurzgeschichte um „Die Coffin-Kur“ (Originaltitel: The Coffin Cure) von Alan E. Nourse. Ich habe die vor Jahren in dem Diogenes-Band „Die besten Science Fiction Geschichten des Golden Age“ gelesen.

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