Auge um Auge //2539

Carsten hat sich an einem Auge verletzt, als er unterwegs war. Ein Insekt, ein Steinchen oder sonst ein kleines Objekt muss ihm ins Auge geflogen sein. Er bekam es nicht gleich heraus, sondern rieb es wohl noch weiter hinein.
Jedenfalls muss er jetzt ein paar Tage lang eine Augenklappe tragen und mehrmals täglich Augentropfen hinein kriegen.
Dafür bin ich zuständig, denn ich kann das wirklich gut. Ich habe es gelernt, als meine Mutter in den Wechseljahren mehrmals eine Bindehautentzündung hatte, und ich ihr immer wieder eine Augensalbe verabreichen musste.

Das geht so:
Der Patient setzt sich ruhig und entspannt hin. Das betroffene Auge muss frei zugänglich sein. Eine eventuell vorhandene Brille, Augenklappe, Pflaster, .. ist zu entfernen.
Man stelle sicher, dass der Patient ein Taschentuch o.ä. in der Hand hat.
Das Fläschchen oder die Tube mit dem Arzneimittel wird geöffnet und wird mit einer Hand bereit gehalten. Der Patient wird angewiesen, nach oben zu schauen.
Mit Zeige- und Mittelfinger der einen Hand zieht man jetzt das untere Augenlied vorsichtig nach unten, so dass eine kleine Tasche entsteht. Mit der anderen Hand gibt man die empfohlene Menge der Tropfen oder Salbe dort hinein, und lässt danach sofort los.
Der Patient sollte jetzt mit seinem Taschentuch den eventuell herauslaufenden Überschuss wegwischen.
Falls indiziert, das Procedere am anderen Auge wiederholen.
Nach Abschlussaufgaben wie ggf. einen neuen Verband anlegen und Utensilien aufräumen, ist es ratsam, sich die Hände zu waschen.

Johannes will es irgendwie nicht einsehen, dass sein Vater die Augenklappe tragen muss, und versucht immer wieder, sie wegzuziehen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Auge um Auge //2539

  1. Mia schreibt:

    Du hast dir hoffentlich auch VOR der Behandlung die Hände gewaschen.

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  2. Christian_who schreibt:

    Gute Genesung wünsche ich für Carsten.

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Das sollte wohl jeder leicht hinbekommen.
    Gute Besserung.

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  4. Sempersolus schreibt:

    Das sollte man im Auge behalten.
    Gute Besserung.

    Gefällt 1 Person

  5. beweis schreibt:

    Hm, sollte man sich nicht vorher die Hände waschen?
    Und ganz wichtig: Vor der Behandlung eindeutig das betroffene Auge identifizieren.

    Konservativ hilft bei sowas auch: Weinen, weinen, weinen (notfalls Winnetou III einschalten, da, wo er stirbt)

    Gefällt 2 Personen

    • Freilich sind die Hände gewaschen.
      Das betroffene Auge ist ebenfalls bekannt.
      Tränenflüssigkeit hilft, Krankheitskeime auszuschwemmen. Sollte man möglichst aber nicht gleich nach dem Verabreichen der Tropfen machen, denn die würden dann auch verdünnt oder rausgeschwemmt.

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      • beweis schreibt:

        Mein Hinweis zum Weinen galt vor allem dem Unfallgeschehen. Wenn ich einen Fremdkörper auf den Augapfel bekomme, dann berühre ich das Auge nicht, sondern versuche krampfhaft es zu öffnen. Dadurch beginnt der Tränenfluss – und der hat in bisher allen Fällen den Fremdkörper ausgespült. Kostet Überwindung, ist unangenehm, aber hilft.

        Nicht, dass ich hier als weinerlich rüberkomme – aber weinen hilft auch genial bei Stirnhöhlenvereiterung, die sehr schmerzhaft und qualvoll sein kann. Hilft sogar besser als das Präparat dagegen mit dem ultralustigen Claim:
        „Sinupret verflüssigt das Sekret“

        Gefällt 1 Person

  6. Plietsche Jung schreibt:

    Du hast den heißen Kakao und die Kekse als Wiedergutmachung für diese Behandlung vergessen. Der Patient freut sich und macht beim nächsten Mal willig mit.

    Johannes möchte vielleicht auch ne Augenklappe. So eine mit Totenkopf vielleicht ?

    Gefällt 1 Person

  7. Pingback: Quasi modo geniti infantes (pars i) //2541 | breakpoint

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