Die Sache mit der Pünktlichkeit //2528

Im Grunde genommen bin ich ein pünktlicher Mensch. Pünktlichkeit ist mir wichtig. Ich halte es für unerlässliche Höflichkeit, Vereinbarungen einzuhalten, und pünktlich zu Terminen zu erscheinen. So habe ich das früher auch immer selbst gehandhabt.
Allein – während ich dies, solange ich nur für mich selbst verantwortlich war, praktisch durchgehend umgesetzt habe, schaffe ich es als Mutter leider nicht immer.
Abgemessene Zeitpuffer reichen häufig nicht aus, weil vieles mit Kind einfach unplanbar ist.

Da will ich eigentlich bereits aufbrechen, bin noch gut in der Zeit, da bemerke ich, dass das Baby dringend noch einmal eine frische Windel braucht. Oder es hat sich so sehr vollgespuckt, dass ich es noch einmal umziehen muss. Oder es hat meine Kleider vollgespuckt, so dass ich selbst noch Kleider wechseln muss. Oder meine Brüste laufen aus, so dass ich auch da noch mal Zeit verliere.
Ein einzelnes solches Vorkommnis lässt sich meist noch mit dem Zeitpuffer auffangen, aber nicht mehrere, und ja – es kommt vor, dass die sich häufen.

Will ich aber auf Nummer sicher gehen, und plane von vornherein einen größeren Zeitpuffer ein, dann läuft alles glatt, so dass ich überschüssige Zeit habe, die ich nicht wirklich sinnvoll nutzen kann, und stattdessen warten muss.
Wie man’s auch macht, es kommt immer anders als gedacht.

Allmählich nervt mich das, da ich schon einige Male zu spät zu Terminen kam, oder haarscharf gerade noch, aber nur, weil ich mich abgehetzt habe.
Ich tue doch wirklich mein möglichstes, um vorgegebene Zeiten einzuhalten, aber ich schaffe es beim besten Willen nicht immer, kann meine Ansprüche an mich selbst nicht mehr erfüllen. Für mich ist es Stress, wenn ich meine Planungen nicht einhalten kann, ohne dass ich es beeinflussen könnte. Ich sollte da gelassener sein, aber dafür fehlt mir die Flexibilität.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Die Sache mit der Pünktlichkeit //2528

  1. keloph schreibt:

    die verabredungszeit könnte als zeitspanne angegeben werden wo akzeptable, zum beispiel bei besuchen zuhause. in arztpraxen o.ä. kaum umsetzbar. ich verstehe dich nur zu gut. aber anders geht es nicht.

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  2. beweis schreibt:

    Wenn eine Gleichung nur noch aus Variablen besteht, wirkt Mathematik ziemlich sinnlos.
    Irgendwie ist das aber auch das Schöne am Faktor Mensch und seiner Unberechenbarkeit.
    Hält uns in Schwung.

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Es wird nicht besser.
    Jedenfalls die nächsten Jahre nicht. Und je weniger gelassen man ist, desto mehr Stress gibt es, der sich dann aufs Kind überträgt und zur mangelnden Kooperation führt, was wiederum zu noch mehr Stress führt.

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    • Nun ja, sobald ich nur noch teilweise stille, brauche ich das Kind zumindest nicht jedesmal mitzunehmen.
      Sobald es keine Windel mehr braucht, wird der Ausscheidungsaspekt entspannter, und wenn es noch älter wird, wird es immer selbständiger und vernünftiger werden, was mir nach und nach Verantwortung nimmt.
      Dass das ein Prozess ist, der sich über Jahre hinzieht, ist mir schon klar. Aber die Zeit arbeitet für mich.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Älter und vernünftiger? 🤣🤣🤣
        Du wirst Dich noch nach diesen Zeiten zurücksehnen, wo Windeln wechseln das Problem war.
        Hach, dieses Alter, wo der Aufstand geprobt wird, besonders dann, wenn man einen Termin hat. Das Geheule, Zetern und Schreien. Die Kraft, die so ein Winzling aufbringen kann, wenn er nicht aus dem Auto aussteigen will…
        🤣🤣🤣

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  4. bluemidan schreibt:

    @blindfoldedwoman
    genau, je älter umso schlimmer, vor allem wenn mehr als ein Kind hat, geniesse die Zeit

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Termintreue ist sicher nicht so einfach mit Kind. Aber baue einfach mehr Puffer ein oder reduziere die Termine. Familie braucht Zeit und Priorität.

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  6. Sempersolus schreibt:

    Wurde das persönliche anankastische Verhältnis zur Pünktlichkeit denn durch diese Erlebnisse wenigstens ein bisschen relativiert?

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    • Nein. Ich werde andere Leute, mit denen ich einen Termin vereinbart habe, nicht warten lassen, wenn ich es verhindern kann.
      Es mutet seltsam an, dass du solche Rücksicht und Achtsamkeit mit Zwanghaftigkeit assoziierst.

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      • Sempersolus schreibt:

        Ich hatte sehr viel mehr an Rücksicht, Achtsamkeit und Verständnis für andere Menschen gedacht, die möglicherweise in einer vergleichbaren Not und aus ähnlichen Gründen etwas zu spät kamen.

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        • Bei einer nachvollziehbaren Begründung habe ich Verspätungen immer akzeptiert.
          Dass jemand durch die Verantwortung für ein Baby ausgebremst wurde, war allerdings bisher noch nicht dabei. Liegt wohl auch daran, dass es verhältnismäßig nur sehr wenige stillende Nerds gibt, mit denen ich in geschäftlichen, beruflichen oder fachlichen Kontakt kam.

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  7. ednong schreibt:

    Du verlierst also Zeit, wenn deine Brüste auslaufen. Seltsam,ich dachte, da verliert man, äh, Frau anderes …
    😉

    Sorry, so eine schöne Steilvorlage.

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