Der Hölle entkommen //2521

Aufgrund diverser Probleme war eine Neuinstallation auf einem meiner Computer unumgänglich. Dabei haute es eine der Festplatten zusammen, so dass mir einige Daten verloren gingen. Ich konnte den größten Teil davon von mehreren anderen Datenträgern zusammensuchen, die allerdings teilweise nicht mehr ganz aktuell waren, so dass mir im Endeffekt lediglich zwei Wochen mit privaten, nicht allzu wichtigen Mails fehlten.
So eine Neuinstallation des Betriebssystems hat es an sich, dass man danach erst mal sämtliche Einstellungen neu machen muss – vom Dezimaltrennzeichen über das Einblenden von Dateiextensions und dem Aktivieren von SMB bis zum Stillegen der Caps-Lock-Taste, und etliche Kleinigkeiten mehr (wie den Google-Font deaktivieren) – sowie eine Reihe von Anwendungen ebenfalls installieren muss. [Schließlich hatte ich noch ein Problem mit meiner Tastatur beim Einloggen nach dem Sleepen oder Hibernaten, die mich minutenlang warten ließ, bis ich Eingaben machen konnte, das ich dadurch versuchte zu lösen, dass ich den Tastaturtreiber deinstallierte und neu bootete, was aber leider nicht wirkte. Inzwischen habe ich den Verdacht, dass es gar nicht an der Tastatur selbst liegt, sondern das Eingabefeld aus irgendwelchen Gründen die Messages nicht erhält oder verarbeitet.]
Insgesamt kostet das ziemlich viel Zeit, die man eigentlich lieber produktiver verbringen will.

Endlich war ich so weit, dass ich meinen RSS-Reader wieder in Betrieb nehmen wollte. Und natürlich zeigte er die Feeds über SSL wieder nicht an. Damit hatte ich ja schon öfter Probleme gehabt.
Es ist ganz seltsam, wie die OpenSSL-DLLs auf unterschiedlichen Rechnern in verschiedenen Ordnern ganz unterschiedlich geladen werden. Ich weiß nicht, wie viel Zeit ich bereits aufgewendet habe, um dem nachzugehen. Leider sieht man immer nicht, welche DLLs tatsächlich gefunden und dann auch benutzt werden (ja, ich weiß, es gibt da diverse Tools wie depends von Sysinternals, aber die haben mir nicht so richtig weitergeholfen, da mein dafür benutztes Framework die Libraries erst zur Laufzeit dynamisch verlinkt).
Mein Versuch, die Anwendung zu zwingen, die DLLs vom gleichen Verzeichnis zu laden, in der sich die Exe befindet, schlug fehl. Keine Ahnung warum, funktionierte einfach auch nicht besser.

Schließlich kam ich auf die Idee, mir den Pfad genauer anzusehen. %path% ist eine Umgebungsvariable (noch aus DOS-Zeiten), die eine Aufzählung von Verzeichnissen enthält, in denen das System (u.a.) nach DLLs sucht.
Ich mache die Erzählung kürzer, als es tatsächlich war. Jedenfalls stieß ich letztendlich darauf, dass im Pfad meines Servers das Verzeichnis des Subversion Clients war, der tatsächlich die benötigten OpenSSL-Libraries enthielt.
Obwohl ich auf dem betreffenden Rechner SVN gar nicht brauchte, installierte ich es schließlich doch (und zwar genau die gleiche bereits ältere Version). Und siehe da, es funktionierte. Halleluja! Jetzt verstehe ich wenigstens, warum das sonst so oft nicht geklappt hat.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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27 Antworten zu Der Hölle entkommen //2521

  1. Sempersolus schreibt:

    Kein Backup? Kein Mitleid!

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    • Von wichtigen Daten ziehe ich täglich Backups (abwechselnd auf mehrere unterschiedliche Datenträger), von unwichtigeren nur einmal im Monat (weshalb es jetzt eine Lücke von zwei Wochen gibt, die ich allerdings leicht verschmerzen kann).
      Auch das Wiederherstellen der gebackupten Daten kostet Zeit, sogar wenn es völlig glatt und ansonsten problemlos abläuft.

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  2. ednong schreibt:

    Ja, so eine Neuinstallation frisst immer viel Zeit. Und selbst Monate später gibt es dann noch settings, die man ändert. Nervt mich auch, deshalb unter Linux nur LTS Versionen.

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    • Nach zwei Tagen hab ich für gewöhnlich alles, was ich für die Normalnutzung brauche.
      Aber klar, auch später ergeben sich immer wieder Situationen, in denen Einstellungen ergänzt oder verändert werden müssen, oder auch selten genutzte Anwendungen doch neu installiert werden müssen.

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  3. Sempersolus schreibt:

    Ich verstehe das: Wenn man die Rahmenfarbe des Mauszeigers nicht explizit per verborgenem Registry Eintrag in das so gewohnte International Klein Blau verändern kann – was nützt einem dann selbst kurz vor Redaktionsschluss der intelligenteste Text in der noch so ausgefeiltesten Textverarbeitung?

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Acronis Stick booten, Image ins Netzwerk schreiben und nach max 20 Min (50GB Sys-Partition) ist alles erledigt. Der Restore geht ebenso schnell

    Bei 200GB Daten dauert es Faktor x länger, aber mit einem inkrementellen Backup geht es auch ratzfatz.

    Aber das weißt du ja. Die Welt ist ja nicht untergegangen und alle paar Jahre eine Neuinstallationen from the scratch ist ja auch was Feines. Wenn man noch alle Lizenznummern hat ….

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    • Ein Stick heute angelegt, wird in wenigen Monaten schon wieder veraltet sein.
      Nee, wenn wieder die Notwendigkeit einer Neuinstallation besteht, geh ich solange an einen anderen Rechner, und erstelle mir dort einen aktuellen Stick mit dem neuesten Media Creation Tool.
      Dann werde ich auch gleich Altlasten und sonstigen Ballast los.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Ich glaube, du hast mich falsch verstanden.
        Ich habe ein Acronis True Image auf dem Stick, von dem ich bei Bedarf ein eigenes OS boote, um dann meine Win10 Partition 1:1 speichere. Das ist allemal schneller als ein Windows mit allen Applikationen zu installieren. Das Acronis TI ist zu ziemlich viele Filesystemen kompatibel und kommt auch mit neueren W10 Versionen (NTFS) zurecht. Das macht die Sache sehr charmant und ist schnell für diesen Zweck.

        Bei Neuinstallationen benutze ich auch das MCT, denn wer will schon installieren und danach ein 4GB Update fahren …

        Altlasten habe ich eigentlich nicht, denn alles Temporäre landet bei mir in einer RamDisk.

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        • Sempersolus schreibt:

          1:1 Disk Imager mit eigenem Bootsystem sind tatsächlich auch für mich die verlässlichste Lösung gegen unverhoffte Systemtotalschäden, weil sie von je her Byte für Byte der Platte kopieren inkl. ominöser „Kopierschutzmechanismen“ in abgelegenen Plattensektoren. Selbst in einer Uraltversion kommt z. B. Norton Ghost so noch mit aktuellen Festplatten mit jeder Art von BS zurecht. Längst gibt es ja auch autonome Copy-Stations, in die man die nackten Platten und deren Backupplatte einsetzen und auf Knopfdruck komplett kopieren kann, das ist wohl eher ´was für Desaster-Recovery.

          Nachteile: Um wirklich systemunabhängig zu sein muss das laufende BS ggf. für ein solches Backup angehalten und der Rechner mit dem proprietären Backup BS neu gebootet werden, das macht man ungern jeden Tag, mit 24 / 7 Systemen wie Servern schon gar nicht.

          Deshalb laufen unsere Standortserver mit RAID 5 (SSD für das System und SAS für die Daten) und schreiben stündlich inkrementelle Backups sowie alle 24 Stunden einen Bare metal backup auf den NAS, der NAS selbst sichert sich inkrementell verschlüsselt via VPN auf einen Spiegel an einem anderen Standort, jeden Monat wechselt zusätzlich ein Backup auf eine externe Platte nur mit den Datenpartitionen in das Schließfach der Bank. Das ist nicht hundertprozentig, ein Virus kann auch da den ganzen Bestand verseuchen, darum bleiben die Rechner so geschlossen wie möglich.

          Es bleibt eben immer eine Abwägung von Kosten für den Backupaufwand gegen Datenverlustkosten. Für private Daten lohnt sich der Aufwand meistens nicht.

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  5. Leser schreibt:

    Das ist wohl immer und überall dasselbe: Die Installation einer Software (völlig egal, ob es ein Betriebssystem oder ein Shop-CMS auf einem Webserver ist) ist immer nur der erste Schritt, und das eigentlich Zeitaufwändige sind danach die ganzen Personalisierungen, Anpassungen, Einstellungen und so weiter.
    Windows scheint es inzwischen zumindest geschafft zu haben, jetzt auch in der Gegenwart von vor 15 Jahren angekommen zu sein und nicht mehr als Zwischenschritt zwischen Installation und Einrichtung auch noch den Treiber-Reigen zu brauchen, irgendwelche .inf-Dateien zusammenklauben und da reinfüttern zu müssen…ist ja auch schon mal was.

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    • Die Neuinstallation des Betriebssystems läuft tatsächlich recht unproblematisch, insbesondere wenn man weiß, worauf es ankommt.
      Zeitaufwendig sind trotzdem die Einstellungen, überall da, wo man nicht den Default behalten will.

      Bei mir kam erst noch hinzu, dass ich an dem betreffenden Rechner vier Festplatten hängen habe, und diejenige für die Neuinstallation nutzen wollte, die bereits vorher die Systempartition beherbergt hatte.
      Dafür musste ich vorher noch mit Diskpart rumprobieren, lief aber dann auch glatt.

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  6. Sempersolus schreibt:

    Bin ich eigentlich der Einzige, der z. B. den Papierkorb nur an einer ganz bestimmten Position des Desktop duldet, weil der Rechner sonst „unaufgeräumt“ wirkt?

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    • Weiß ich nicht.
      Ich weiß nur, dass ich den Desktop so weit möglich leer halte. Ich speichere da nie etwas ab, und versuche Anwendungen davon abzuhalten, Shortcuts auf dem Desktop anzulegen. Manche machen es ärgerlicherweise trotzdem. Ist mir aber nicht so wichtig, dass ich sie dann händisch löschen würde.

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    • Mia schreibt:

      Aber i wo.
      Bei mir steht der Papierkorb immer links unten, und nicht nur der auf dem Desktop. Vielleicht hat das auch was damit zu tun, ob man Rechts- oder Linkshänder ist. 😅

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  7. Geeforce schreibt:

    Been there, done that, got the T-Shirt. 😉 Ich hab mir mitlerweile angewöhnt in jedem meiner Rechner eine Systemplatte und eine Datenplatte zu verwenden. Ab besten tatsächlich physisch unterschiedliche Laufwerke, und nur im Notfall unterschiedliche Partitionen. „/home/ is where your data is“, sag ich immer. 😉

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  8. Pingback: Käfer in der Kiste //2529 | breakpoint

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