Out of Home Office //2514

Vielleicht erinnern sich langjährige Leser noch an die Firma i.d.e.e. – na, vermutlich eher nicht. Das ist doch schon lange her und war im Blog kein herausragendes Thema.
Vor mehreren Jahren hatte ich dort regelmäßig als Beraterin oder Coach gearbeitet.
Jetzt erreichte mich ein Hilferuf von ihnen. Offenbar ist ein dringendes Problem bei ihnen aufgetaucht, das ich aber nicht konkret beschreiben will. Jedenfalls benötigten sie meine Expertise.
Eigentlich nehme ich derartige Aufträge nicht mehr an, aber wir hatten damals eine länger anhaltende gute Geschäftsbeziehung, und die Angelegentheit war wirklich wichtig. Also erklärte ich mich bereit für einen einzigen Beratungstermin.

Im Grunde genommen habe ich überhaupt keine Lust, irgendwo rumzufahren, und mit Leuten zusammenzutreffen. Aber Standort 7 befindet sich in fußläufiger Entfernung zum i.d.e.e.-Firmensitz, und da hätte ich ohnehin mal wieder vorbeischauen müssen, um etwas persönlich zu erledigen, wenn auch nicht eilig.
Ich beschloss also, beide Vorhaben zu verbinden. Wir hatten den ursprünglichen Termin wegen des Lockdowns bereits einmal zurückgestellt, aber es ist ja kein Ende abzusehen, und die Angelegenheit eben doch zu dringlich, um noch länger abzuwarten.

Im Stadtbereich werden nur Niederflurbusse im Linienverkehr eingesetzt, bei denen es supereasy ist, mit Kinderwagen ein- und später wieder auszusteigen. Da ist der Aufwand, sowohl Baby als auch Kinderwagen im Auto zu verstauen, und später wieder auszuladen, wesentlich größer.
Ich timete die Besuche so, dass ich zuerst zu Standort 7 ging. Auf diese Weise hatte ich etwas mehr Zeitpuffer, da ich dort nicht pünktlich sein muss.
Die meisten Mitarbeiter dort machen derzeit Teleworking. Einige sind auch bei Kunden vor Ort.
Ich erledigte dort also, was zu erledigen war, gönnte mir in Ruhe einen Kaffee und verzehrte die mitgebrachte Brotzeit. Dann machte ich mich schließlich ganz entspannt zehn Minuten vor meinem Termin auf den Weg. Obwohl ich mit Kinderwagen etwas langsamer bin als ohne, war ich pünktlich dort.

Das Meeting fand in einem viel zu großen Seminarraum statt mit einem kleinen Team, von dem sich noch einige an mich erinnerten. Ich kann euch keine Einzelheiten erzählen. Soweit möglich, hatte ich mich daheim darauf vorbereitet gehabt, und zur Verfügung gestellte Informationen ausgewertet. Aber das Gespräch vor Ort war dennoch nötig.
Den Kinderwagen hatte ich in eine Ecke gestellt, wo Johannes ruhig vor sich hinschlief. Als er sich bemerkbar machte, holte ich ihn heraus, setzte mich mit ihm hin, und legte ihn diskret an.
Es ist halt schwierig, wenn man nur eine Hand halbwegs frei hat. Aber es ging irgendwie, zumal das meiste bereits gesagt worden war. Der Rest geht voraussichtlich online (falls nicht, werden wir weiter sehen).

Inzwischen war bereits Mittagszeit und ich entsprechend hungrig. Zu anderen Zeiten hätte ich mich vermutlich in die Pizzeria in der Nähe gesetzt. Aber es ist ja alles geschlossen.
Bei solchen Terminen außer Haus informiere ich mich grundsätzlich vorher, wann die Linienbusse fahren. Dann kann ich besser abschätzen, ob es sich lohnt, mich zu beeilen, oder ob ich mir besser Zeit lasse. Diesmal fuhr der nächste Bus in drei Minuten. Das war zu knapp, es sei denn, er hätte Verspätung, was mir aber zu spekulativ war, um mich abzuhetzen.
Also Zeit lassen. Zum Glück war es nicht mehr ganz so kalt wie in den letzten Tagen und noch am Morgen. Die Wärmflasche im Kinderwagen war allerdings schon deutlich abgekühlt.
Ein Taxi zu rufen, war keine Option (obwohl ich mein Handy sogar ausnahmsweise dabei hatte). Auch ohne die Notwendigkeit eines mit Babyschale zu bekommen, muss man in diesem Stadtviertel schon mit Wartezeiten rechnen. Da kann ich gleich auf den Bus warten, und muss dann wenigstens nicht das Baby umquartieren und den Kinderwagen ein- und später wieder ausladen.

Endlich daheim war dringendst eine frische Windel fällig. Erst dann kam ich dazu, selbst etwas zu essen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Out of Home Office //2514

  1. Mia schreibt:

    Du hast in dem „viel zu großen Raum“ in Anwesenheit des „kleinen Teams“ einhändig die Milchbar aufgemacht und dein Kind gestillt? 😱

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    • Es war ein so großer Raum gewählt worden, damit ausreichend Abstandhalten möglich ist, so dass keine Maske getragen werden muss.

      Freilich hab‘ ich gestillt. Mit einem vor Hunger schreienden Kind auf dem Schoß wäre es unmöglich gewesen, die Beratung fortzusetzen.

      Gefällt 2 Personen

    • Sempersolus schreibt:

      Machen statistisch gesehen eigentlich mehr Männer oder mehr Frauen ein furchtbares Gewese um so etwas ganz banales wie den Stillvorgang? Oder am Ende sogar am meisten Männer, die Gewese machen müssen, weil ihre Frauen sonst böse auf sie sind?

      Gefällt 2 Personen

      • Mia schreibt:

        Uneigentlich kann ich das nicht beantworten, da ich weder Statistiker bin noch ein Mann – und schon gar nicht eine, die stillt.
        Frag doch mal die Maus.

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        • Sempersolus schreibt:

          Aber du bist doch eine, die Stillen offenbar schrecklich findet (… 😱 …)? Da ist doch interessant, woran es liegt: Frühkindliche Brustphobie? Späterotische Brustdissoziation? Milcheiweißallergie?

          Die Maus, was wird die schon sagen: „Also das ist die Anne und das ist der Johannes. Und Johannes ist der Sohn von der Anne und wenn der Johannes Hunger hat, dann macht die Anne ´was ganz Praktisches. Und was, das zeigen wir euch jetzt.“

          Gefällt 3 Personen

          • Mia schreibt:

            Welches Gewese doch um das Gewese gemacht wird…

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            • Sempersolus schreibt:

              Da bin ich schon etwas enttäuscht.

              Ich hatte mir gerade von Dir als offensichtlicher Expertin tiefe Einblicke in den gesamtdeutschen Stillknigge versprochen: Informationen über vorgeschriebene Parameter (maximale Stillraumgröße, Minimum an Stillbeobachtern), gängige Handhabungstips (Zweihandöffnung des Still-BHs, während die dritte Hand den Säugling hält), ausführliches Synonymenlexikon der Bezeichnungen für die stillende Brust („Milchbar“, wie köstlich und originell, ROTFL) und eine erlesene Auswahl an Kommentaremojis, die die Abscheu vor dem Stillen wider gesetzlich festgeschriebener Parameter angemessen ausdrücken.

              Und jetzt soll es das GEWESEN sein?

              Gefällt 1 Person

            • Mia schreibt:

              Wie kommst du denn darauf?
              Anscheinend bist du ein Experte im Große-Reden-Schwingen. Offensichtlich hörst und liest du dich selbst gerne.
              Hat halt jeder so sein Hobby …

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            • Sempersolus schreibt:

              Wie ich darauf komme? Es sind Deine Beiträge, die mir jetzt leider nicht zum ersten Mal unangnehm aufgefallen sind, die mich „darauf kommen lassen“, das, was und wie du schreibst. Dein offenbares, arrogantes „Mia san mia“ gefällt mir nicht.

              Mit, vermutlich reichlich unüberlegten, simplen Setzungen machst du in deinem ersten Beitrag zu diesem thread die TE madig und gibst dein ungefragtes „Werturteil“ zum Stillen in der Öffentlichkeit ab. Ab dann reagierst du auf jeden weiteren Beitrag mit purer Polemik, Worthülsen (auch noch Wiederholungen, wie langweilig) und bar jeder Rechtfertigung. Dabei könnte man durchaus hinterfragen, warum es in unserer vermeintlich aufgeklärten Zeit, im 21. Jahrhundert (!), noch Humanoide gibt, denen Stillen in der Öffentlichkeit noch seltsam oder sogar verurteilenswert vorkommt, die stillende Mütter sogar im Schutz Gleichgesinnter öffentlich bloßstellen und damit verunsichern, verletzen und beleidigen, denen nichts für einen einfältigen Witz zu läppisch ist.

              Ich diskutiere gern, in der Tat, besonders konträr, auf der Basis von Argumenten, gern auch zynisch, aber nicht so wie du: Gar nicht, sondern nur durch plumpe Angriffe ad personam, weil du dir argumentativ offensichtlich überhaupt nicht zu helfen weißt.

              Ab jetzt mag ein andere deinen Troll füttern, das wird mir schlicht zu dumm.

              Gefällt 1 Person

            • Mia schreibt:

              Da hast du dir ja mal ordentlich den angestauten Frust von deiner kleinen Seele geschrieben. Du liebe Güte! Hoffentlich hat sich dein Blutdruck wieder normalisiert und der Puls geht wieder halbwegs?

              PS: Deine letzten sechs Wörter in deinem Erzählstück gefallen mir am besten. 🤐

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          • Hihihi .. eine erfrischend authentische Maus, so wie ich mich an sie erinnere.

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  2. Sempersolus schreibt:

    Das Wunder der Anglizismen (oder: Troja ist überall)

    1. Person Singular Indikativ aktiv Präteritum von „timen“? Na? Und? Hat er es bald, Bursche?

    „ich timte“

    Quiquid id est, timeo Danaos et dona ferentes.

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  3. Total doof, wenn die Nährstoffe nur so rausfließen und es keinen Nachschub gibt für sich selbst. Vielleicht lasst ihr das nächste Mal zur Besprechung Pizza kommen?

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Du bist herrlich entspannt bei der Sache. Was soll ich dazu schreiben? Toll !

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