Spare //2486

Wir haben unser Lager mit den Ersatzbauteilen jetzt größtenteil geräumt. In Zukunft werden wir solche Ersatzteile nur noch so lange aufheben, wie gesetzlich vorgeschrieben, bzw. mit Kunden zusätzlich vereinbart.

Wer zu gute Qualität herstellt, geht Pleite, weil die Kunden sich nichts Neues bestellen müssen. Das alte funktioniert ja noch so gut, warum dann Geld für eine (teure) Neuanschaffung ausgeben?
Dabei entwickelt sich ja die Technologie weiter. Nach fünf oder sechs Jahren ist das Gerät nicht mehr so ganz zeitgemäß. Spätestens nach acht bis zehn Jahren wäre eine Neuanschaffung kein Luxus mehr. Amortisiert haben sich die bisherigen Geräte bis dahin schon doppelt.
Und auch die Anforderungen der Kunden steigen. Klar lässt sich auch mit einem alten Gerät einiges anfangen, aber im Laufe der Zeit gibt es Zusatzwünsche oder es stellt sich heraus, dass das eine oder andere Feature doch gebraucht würde, das man bei der Anschaffung gar nicht auf dem Schirm hatte. Vielleicht gab es das damals noch gar nicht, inzwischen aber schon.

Hersteller langlebiger Produkte schaden sich also selbst, wenn es keinen Anreiz für Kunden gibt, auf ein neueres Modell zu wechseln. [Ist es euch beispielsweise aufgefallen, dass LED-Leuchtmittel kaum noch kaputt gehen? Glühbirnen musste man dagegen dauernd auswechseln. Die doofen Energiesparlampen erst recht. Machen sich die LED-Hersteller nicht selbst das Geschäft kaputt, wenn sie keine Obsoleszenz einbauen? Überhaupt hätte man LEDs BTW nutzen können, um bei gleicher Helligkeit Energie einzusparen. Stattdessen ist es bei gleicher Leistung viel, viel heller und lichtverschmutzt die Umwelt.]

Es wird jetzt Aufgabe des Marketings sein, eine Kampagne zu erarbeiten, die Kunden motivieren soll, ihr Altgerät zu vergünstigten Bedingungen gegen ein neues zu tauschen. Die dürfen sich gleich nächstes Jahr dran machen. Warten wir mal ab, was dabei herauskommt.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

48 Antworten zu Spare //2486

  1. keloph schreibt:

    diese argumentation gab es damals, als der audi a2 auf den markt kam auch. mehr oder weniger ganz aus alu. heute (20 jahre später) sind alle autos so gebaut, dass sie faktisch nicht mehr rosten und vergleichsweise weniger wiegen. und der grund ist denke ich der mehrwert der inzwischen verbauten innovationen. und die altautos verschwinden in den märkten der 3. welt um dort noch wertschöpfend eingesetzt zu werden. ich weiss nicht, ob das als grundidee für eure produkte anwendbar ist, aber nur so als gedanke.

    Gefällt 1 Person

  2. MartinTriker schreibt:

    Die LED-Hersteller verdienen wohl noch so gut, weil es noch genug alte Lampen gibt, die erst ausgetauscht werden müssen. Bei mir ist z.B. so nach und nach ein 14-strahilge Wohnzimmerlampe dran. Leider habe ich auch noch die passenden Halogen-Birnchen, aber keine Lust mehr auf die Verwendung. Pro Birne 14W statt 0,9W, und das 10x.

    Aber deine Bemerkung, dass LED-Lampen viel heller sind kann ich nicht bestätigen. Das hast du selbst in der Hand. Bei LED ist meist neben der Farbtemperatur in Kelvin auch die Leuchtstärke in Lumen angegeben. Und da gibt es dann von zartem Hintergrundlicht bis zum Ausleuchten des hintersten Winkel alles.

    Gefällt 2 Personen

  3. sempersolus schreibt:

    Ich finde es etwas kurios, zu beklagen, dass das Energiesparpotential von LED als Ersatz für Heizdrahtleuchtmittel nicht konsequent genutzt, sondern für unnütze Zusatzbeleuchtung vergeudet wird (das beobachte ich ähnlich) – andererseits aber schwindender Produktobsoleszenz nachzutrauern.

    Ich verstehe ja, dass unsere furchtbare Art zu Leben auf „ex und hopp“ basiert (auch wenn ich das nicht gut heiße und gehofft hatte, dass z. B. die Coronapandemie wenigstens ein paar Wege aus diesem Dilemma aufgezeigt hätte), aber zukunftsträchtig, gar kinderfreundlich ist die natürlich nicht. Warum wird Reparatur oder Ertüchtigung von Bestehendem so wenig wertgeschätzt, Ingenieurleistung, die diese Art von Nachhaltigkeit einschlösse und voraussähe nicht belohnt? Stattdessen schaffen wir sogar Steueranreize für´s professionelle Wegwerfen und nennen die sinnentstellend „Abschreibung“.

    Ähnliche Lobbyarbeit der Industrie (letztlich der Shareholder, die den Hals nie vollkriegen) sehe ich überall. Der aktuell beliebteste Trick: „Wir sind CO2-neutral (und investieren z. B. als Ausgleich für unsere Dreckschleudern in ein Projekt in Afrika, bei dem mittellose Familien in Heimarbeit aus Dreckklumpen Trinkbecher töpfern, die keiner kauft oder nehmen uns die Frechheit heraus, tatsächliche CO2-Sparprojekte mit unserem eigenen, vermehrten CO2-Ausstoß gleich wieder zu neutralisieren und unwirksam zu machen)“.

    Das funktioniert so nicht und am meisten ärgert mich, dass eine Naturwissenschaftlerin, die gleichzeitig eine junge Mutter ist, das nicht sieht. Wir sind Verantwortung (ach wären wir das doch)!

    Gefällt mir

    • Verschwendung oder eine Wegwerfmentalität kann man mir nun wirklich nicht vorwerfen. Ich schmeiße nichts weg, was noch irgendwie verwertbar ist. Beispielsweise hebe ich sogar alte Briefumschläge auf, um sie als Notizzettel oder Schmierpapier zu verwenden.

      Dass Hersteller langlebiger Produkte sich selbst überflüssig machen, hatte ich beschrieben. Das ist leider so, ohne dass ich es beeinflussen könnte.
      Unsere eigenen Produkte werden von sich weiter entwicklenden Technologien überholt, wenn man nicht dranbleibt, und immer wieder Innovationen einbaut.
      Die Kunden wollen ja Neuheiten, aber wenn die alten Geräte noch funktionieren, werden sie eine Neuanschaffung meist aufschieben.
      Nur wenige der Bauteile verschleißen. Das können wir nicht verhindern. Absichtlich bauen wir keine Obsoleszenz ein.
      Wirtschaftlicher ist es für die Kunden jedoch (zumindest nach vielleicht zehn Jahren), ein neues, zeitgemäßes Gerät zu kaufen, anstatt das alte aufwendig und teuer reparieren zu lassen. Wir können Ersatzteile auch nicht ewig auf Lager halten.
      Wir machen den Hauptumsatz mit dem Verkauf der Geräte. Reparaturen sind nicht rentabel. Daran hängen viele Arbeitsplätze und wirtschaftliche Existenzen.
      Mit Verlaub – du weiß nichts über unsere Geräte und über ihren Einsatzzweck, kannst also überhaupt nicht über ihre Nachhaltigkeit urteilen.

      Gefällt mir

      • sempersolus schreibt:

        Nein, ich urteile ja auch nicht über die Nachhaltigkeit eurer Geräte, die sicher qualitativ hochwertig sind, sondern über das Schindluder der Obsoleszenz an sich. „Machen sich die LED-Hersteller nicht selbst das Geschäft kaputt, wenn sie keine Obsoleszenz einbauen?“ – der Satz kommt ja nicht von mir.

        Es geht mit mehr um unsere allgemeine Lebensphilosophie. Das oft gehörte Argument „Innovation erhöht den Wohlstand und die Lebensqualität für alle und das geht eben nicht gut nachhaltig“ bekommt Risse, oder nicht? Geld für jede Art von Hilfen scheint aktuell jedenfalls da zu sein, wenn auch natürlich wieder ´mal auf Pump der nächsten Generation.

        Warum macht sich Reparatur für euch so schlecht bezahlt? Weil sie im Gegensatz zu Produktion so wenig gefördert wird? Der Staat ist global Player, mit im Boot, er verdient auch am meisten an Steuern aus Produktion und Verkauf. Finanzkräftige Initiatoren eines Strukturwandels sind also nicht in Sicht.

        Gefällt mir

        • Die Formulierung mit „Geschäft kaputtmachen“ war eine Frage, bei der ich einfach laut gedacht habe. Denn dieses Problem existiert nun mal. Verbrauchsmaterialien werden immer wieder benötigt, aber solche Produkte halt nur alle etliche Jahre neu gekauft.

          Die Reparatur ist zeitaufwendige Fitzelarbeit, für die ein Servicetechniker mit Ersatzteilen und Spezialwerkzeug extra zum Kunden anreisen muss. Das kostet halt (allein Flug und Hotelübernachtung sind ruckzuck vierstellig), selbst wenn wir damit praktisch keinen Gewinn machen.
          Dagegen werden Neugeräte zum großen Teil automatisiert hergestellt. Je mehr wir davon herstellen, desto kostengünstiger das einzelne Gerät, da die Fixkosten für die Maschinen auf mehr Geräte umgelegt werden können.

          Gefällt mir

          • Sempersolus schreibt:

            Das ist alles vordergründig richtig und beschreibt den status quo sehr gut. Konkurrenz schläft nicht, wir können nicht ändern, global village, etc. – umgeht aber geschickt das Ursprungsproblem: Eben dieser gesellschaftliche Status quo ist es ja auch“nur“, den ich zu bedenken gebe.

            Wenn Servicearbeit Fitzeltechnik ist: Wäre ein von vornherein ohne Fitzelnotwendigkeit bedachtes und entwickeltes Produkt nicht umweltschonender und nachhaltiger?

            Und da, wo wir Obsoleszenz bräuchten, da bauen wir sie in die Produkte nicht ein, z. B. weil es für den Hersteller aktuell billiger ist, eine milliardenfach erprobte Kunststoffblisterverpackung für sein Produkt zu benutzen, statt neue, autolytische Verpackungstechnik zu unterstützen. Dass die Folgekosten für die Verpackungsentsorgung im Meer schwimmen, das bleibt für ihn sanktionslos, trifft aber die Allgemeinheit ganz massiv (und ist damit mehr als teuer an ungeahnter Stelle). Da stimmt unser ganzes Bewertungssystem nicht.

            Insofern ehrt es dich, wenn du Briefumschlagrückseiten als Notizzettel benutzt. Aber die tatsächliche Masse an vermiedener Ressourcenvergeudung fände an ganz anderer Stelle statt.

            Klar kann ich das als Dienstleister leicht bemäkeln. Aber wo und vor allem wann wollen wir denn anfangen?

            Gefällt mir

            • Es hat seinen Grund, warum derartige Reparaturen (nicht Serviceleistung allgemein) Fitzelarbeit sind. Und schließlich fällt so etwas nicht alle halbe Jahr an, sondern wenn überhaupt, erst nach vielleicht zehn oder zwölf Jahren, wenn das Gerät ohnehin schon veraltet ist.
              Ich werde solche technischen Details hier aber nicht erklären oder rechtfertigen.

              Gefällt mir

  4. Plietsche Jung schreibt:

    Alt für neu ist ein gängiges Marketing Tool, siehe auch Abwrackprämie.
    Das Konzept mit der Kommunikation sollte innerhalb kürzester Zeit stehen.

    Gefällt 1 Person

  5. Dafür müssen jetzt statt der Leuchtmittel (Lampen\Röhren) die komplette Leuchte getauscht werden.
    Macht dann wieder Arbeitsplätze bei den Elektrikern und reichlich Elektronikschrott und sonstigen Müll für Gehäuse usw.
    Zur Straßenbeleuchtung, die alten Entladungslampen wurden bis zum Komplettausfall betrieben , d.h. sie gaben noch Licht ab waren aber dabei ineffizient (nur noch ganz mieser Wirkungsgrad). Wenn dann gegen LED getaucht sieht es dann durch die plötzliche Änderung viel heller aus.
    Nächster Nachteil von LED ist die sehr geringe Lichtaustrittsfläche die die Blendwirkung stark erhöht.

    Gefällt 1 Person

    • Es gibt ja LED-Leuchtmittel mit Sockel E27. Die passen in die klassischen Glühbirnenfassungen. Wir benutzen nur noch die, und ich habe noch nicht ein einziges Mal erlebt, dass eine LED kaputtgegangen wäre.

      Bei den LEDs für die Straßenbeleuchtung hätte dennoch eine wesentlich geringere Leistung genügt. Straßen und Wege müssen nachts nicht taghell beleuchtet sein.

      Gefällt mir

      • Ja, wo das möglich ist sicher das beste was man machen kann. Aber neue Leuchten werden zunehmend als komplette Einheit geliefert.
        Diese sind gründlich verschlossen und in der Bedienungsanleitung ist vermerkt das eine Tausch der Leuchtmittel nicht möglich ist.
        Frage bei Euch im Betrieb nach. Bei Bürobeleuchtung bekommt man kaum noch klassische Leuchten. Die neuen sind wie oben beschrieben komplette Einheiten. Ich persönlich kenne nur bei Schuch Straßenleuchten dass ein Tausch der LED-Einheit möglich ist.

        Gefällt mir

  6. lawgunsandfreedom schreibt:

    >> Glühbirnen musste man dagegen dauernd auswechseln.<<
    Auch da hat schon 1924 die geplante Obsoleszenz zugeschlagen. Die Drecksdinger hielten einfach zu lange:
    https://www.elektronikpraxis.vogel.de/geplante-obsoleszenz-eine-kurze-geschichte-des-gewollten-verschleisses-a-576648/

    Gefällt 1 Person

  7. ednong schreibt:

    Ist das nicht ein grundsätzliches Problem? Je lnaglebiger ein Produkt ist, desto weniger wird an neueren Features/Erweiterungen/Verbesserungen geforscht? Es ist sicher schwierig, da einen guten Weg zu finden – wann sollte man Neues auf den Markt bringen, wann sollte das Alte verschwinden. Und natürlich auch eine Frage der Kaufkraft auf Kundenseite, die sicher für ein kurzlebiges Produkt nicht so viel ausgeben kann oder will bzw. sich richtig langlebige Produkte mangels Einkommen nicht leisten kann. Und dann natürlich grundsätzlich eine Frage der Kundengruppe – Privatkunden oder eher Geschäftskunden.

    Und bzgl. Beleuchtung: bei den Glühbirnen gab es mWn die Order, dass die 1000 Stunden halten mussten. Allerdings auch nicht länger halten sollten. Und es wohl auch langlebigere Konstruktionen gab, die aber wohl nur kurz am Markt waren.

    Ich persönlich empfinde das LED-Licht als grell und direkt – ich wünsche mir da eher so eine matte Beschichtung wie bei den Glühbirnen, die mattiert waren. Damit das Licht weich verteilt wird. Auch wenn das ein wenig Lichtenergie schluckt.

    Gefällt 1 Person

    • Es gibt langlebige Produkte, für die es eigentlich keinen Anreiz gibt, sie zu ersetzen. Beispielsweise haben meine Eltern immer noch einen Röhrenfernseher, der schon über 20 Jahre alt ist.
      Der ist noch gut, und genügt ihnen. Wenn er mal kaputt ist, wird ihnen aber nichts anderes übrig bleiben, als einen Flachbildfernseher zu kaufen, der vermutlich dann nach vier oder fünf Jahren hin ist.
      Bei Lowtech-Geräten gibt es kaum einen Anreiz, es durch ein neueres zu ersetzen, solange es noch seinen Dienst verrichtet.
      Aber wir sind in einer innovativen Hightech-Branche. Da ändern sich die Voraussetzungen und Ansprüche schnell.

      Es gibt doch matte LED-Leuchtmittel in Birnenform. Außerdem sind viele Lampen ohnehin so konstruiert, dass man das Leuchtmittel gar nicht direkt sieht.

      Gefällt mir

  8. Leser schreibt:

    Ich sehe auch das andere Ende: Obsoleszenz ist schädlich für die Gesellschaft und die Umwelt. Zumindest sind lange Produktlebenszyklen wünschenswert. Man schaue sich die modernen Immerdabei-Gadgets an: Praktisch keinerlei Innovation in den letzten ~10 Jahren, lediglich quantitative oder graduelle Verbesserungen (mehr Speicher, schnellere CPU, bessere Kamera uswusf). Trotzdem wird durch Software irgendwann einfach eine Obsoleszenz eingeführt, ob man das will, oder nicht. Bei den meisten Herstellern nach 2 Jahren, höchstens 3. Die mit dem angebissenen Apfel und den überteuerten Preisen liegen so bei 5 Jahren. Der beste Hersteller diesbezüglich (aber auch bzgl. der Softwareplattform insgesamt) ist das finnische Unternehmen Jolla: Die haben nach dem letzten Release ihrer Software dann angekündigt, dass dies die letzte Version ist, die noch auf dem Gerät, was sie in 2013 als erstes auf den Markt gebracht haben, laufen wird, und haben zugleich Gründe genannt, die dafür absolut einleuchtend waren (z.B. um insgesamt Modernisierungen des Systems vorzunehmen, die auf der alten Hardware nicht mehr laufen würden). Also praktisch nur aufgrund von Sachzwängen das Gerät in die Obsoleszenz geschickt, nicht jedoch, weil es irgendwie unwirtschaftlich wäre, das weiter zu unterstützen (das wohl auch, aber hier wurde halt unterstützt, bis es technisch nicht mehr machbar war, weil Hard- und Software sich in den 7 Jahren so weit auseinanderentwickelt haben).
    Ja, ich kenne einige Leute, die gerne ein so altes Gerät weiter benutzen wollen, weil es ihnen völlig ausreicht, oder auch, weil sie die Preise für Neugeräte nicht akzeptabel finden.
    OK, das ist jetzt B2C-Markt. Ich denke, im B2B-Bereich lassen sich Produktlebenszyklen noch viel besser vordefinieren und dann auch entsprechend kommunizieren.
    Andererseits, wenn denn unbedingt eine Reparatur gewünscht wird: Warum die nicht so bepreisen, dass auch sie rentabel würde? Steht dann zu befürchten, dass der Kunde, so er die Maschine doch ersetzt, als nächstes bei der Konkurrenz einkaufen geht?

    Und LEDs werden bei mir ausgetauscht, weil sie zu dunkel geworden sind. Entweder verlieren die subjektiv durch zu lange Leuchtdauer an tatsächlicher Helligkeit, oder es ist nur „gefühlte“ Helligkeit, weil die übernächste Generation an x Watt LEDs wieder yyy Lumen mehr Leuchtkraft hat, und deshalb getauscht wird. Es geht um Innenraumbeleuchtung in der Wohnung (und nur Retrofit, d.h. in bestehende Fassungen einsetz- oder schraubbare), und da ist es für mich tatsächlich so, dass es kaum hell genug sein kann. Schon zu Zeiten des Glühobstes waren mir alle Lampen unter 60W zu dunkel, und eigentlich war erst ab 100W alles halbwegs hell genug. Und in dem Moment, wo LEDs in komplette Lampen eingebaut werden, so dass man sie wegschmeißen kann, wenn sie kaputt gehen, wäre es auch inakzeptabel, solche Lampen zu kaufen. Ist es also dadurch, dass dies theoretisch passieren könnte, ohnehin, und dementsprechend werden die nicht gekauft.
    Aber vielleicht sind sie einfach genug reparierbar, so dass man sie irgendwann so bekommt, vom Schrott oder so, und dann einfach reparieren und weiter benutzen kann, das wäre auch ok…

    Gefällt mir

    • Außer dem Möbiusband hat halt so ziemlich alles zwei Seiten.
      Wenn der Markt gesättigt ist, gibt es kaum noch Nachfrage für langlebige Produkte, insbesondere wenn diese so qualitativ hochwertig sind, dass die Kunden auch nichts besseres wollen.
      Als Hersteller gräbst du dir dann halt selbst das Grab, und reißt die Belegschaft mit dir.

      Die alten 60-Watt-Glühlampen habe ich nur ausnahmsweise benutzt, da zu hell. Normalerweise reichen 40W (Arbeitzimmer, Küche) oder 25W (Bad, Diele) völlig aus.

      Gefällt mir

      • sempersolus schreibt:

        Wie sieht denn die langfristige Lösung für dieses offensichtliche Dilemma aus? Wenn wir so weiter wirtschaften und falsches Handeln befeuern („Nachfrage und kurze Produktzyklen gut, langlebige Produkte und Servicefreundlichkeit schlecht“), dann ist das schreckliche Ende dieses Handelns zwar für den Einzelnen vordergründig (und wirklich nur vordergründig) abstrakt, aber doch mehr als absehbar? Das (in globalen Maßstäben gemessen kurzfristige) „Wohl der Belegschaft“, ich kenne dieses Selbstbefriedungspseudoargument. Es überzeugt mich nicht mehr.

        Gefällt mir

        • Für eine langfristige Lösung sollte man u.a. unterscheiden, um was für eine Art Produkt es sich handelt.
          Niemand braucht jedes Jahr das neueste Smartphone oder alle drei Jahre ein neues Auto. Wenn das Smartphone nach fünf Jahren verloren geht, oder die Waschmaschine nach zehn Jahren kaputt ist, gibt es ja Bedarf nach neuen Waren, aber halt nicht so viel, dass sich mehrere Hersteller eine goldene Nase dran verdienen.

          Wir sind in einer hochinnovativen Branche, in der es alle drei bis fünf Jahre etwas völlig Neuartiges gibt, so dass es für die Nutzer (und die Allgemeinheit) durchaus von großem Vorteil wäre, aktuellere Geräte zu benutzen, die die Nachteile überwiegen. Ich werde das hier aber nicht konkreter begründen, hab‘ schon zu viel gesagt.

          Gefällt mir

      • Leser schreibt:

        Nachhaltig wäre, wenn solche Unternehmen dann entweder ihr Geschäftsmodell auf Reparatur statt Neuentwicklung umstellen würden, oder halt den Laden dicht machten und jeder Mitarbeiter sich einer anderen Tätigkeit zuwenden würde (gibt ja so viele interessante Sachen auf der Welt, und wie man diese verbessern könnte!) – Und 25 Jahre nach Erreichen der Marktsättigung und des Produktionsstops, bitte analog zu Patenten, deren Schutz dann ausläuft, alle Dokumente, Schaltpläne, Baupläne etc. frei verfügbar machen, so dass sich eine Reparaturindustrie darum bilden kann (bzw. wenn das Unternehmen nicht auf Wartung und Instandhaltung umsattelt, dann sofort, damit andere es können).

        25 Watt, das ist mir als Dauerbeleuchtung im Flur (der zu 3/4 dunkel ist) gerade genug. Also, in Form einer 3,5W LED, ich glaube, die sind aber inzwischen auch schon fast eher so hell, wie eine 40W Glühbirne. Zum normal durch laufen ist es OK, aber wenn man was sucht, oder auch nur den Boden wischen will, ist das schon wieder zu dunkel. Ich brauche extrem viel Licht, weil ich ansonsten einfach nicht genug sehe… Dementsprechend sind hier auch LEDs mit 14W, 18,5W und sogar eine mit 21,5W im Einsatz, letztere flimmert leider. Die sollen das Äquivalent einer 100, 130 bzw. 150W Glühbirne darstellen, und damit ist es mir dann endlich erst mal hell genug.

        Gefällt mir

  9. Pingback: Jahrestweechsel //2585 | breakpoint

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s