Lost in Translation //2468

Das Übersetzungsbüro, das seit Jahrzehnten für uns tätig ist, um Handbücher, Bedienungsanleitungen, Anwender- und sonstige Dokumentation in die jeweilige Landessprache zu übersetzen, hat aufgegeben. Dort hatten sie ja schon in den letzten Jahren mit der elektronischen Konkurrenz wie Google Translate oder Deepl zu kämpfen, aber die Corona-Maßnahmen haben wohl den Ausschlag gegeben.
Dieses Übersetzungsbüro war auf technische Texte spezialisiert, und sie hatten die häufigsten Sprachen fest im Portfolio mit einer Reihe fester und freier Mitarbeiter. Bei ausgefalleneren Sprachen, bemühten sie sich, einen fähigen Übersetzer zu finden, übernahmen entweder die gesamte Abwicklung oder zumindest die Vermittlung.

Ich kenne zwar die Hintergründe nicht wirklich, hätte aber gedacht, dass gerade Übersetzungsdienste relativ robust sind, da man sie eigentlich problemlos zumindest größtenteils im Home-Office machen kann.
Vielleicht gab es auch noch andere Gründe. Deutlich weniger Aufträge? Ich weiß es nicht. Jedenfalls haben sie dicht gemacht, so dass wir künftig das Problem haben, einen zuverlässigen Dienstleister zu finden, der unsere Dokumente zügig, sinngetreu, aber verständlich, und formatierungserhaltend in andere Sprachen übersetzt und ggf. lokalisiert.
Wir legen Wert darauf, nur einen Ansprechpartner zu haben, und nicht für jede Sprache einen anderen. Ob eine Übersetzung qualitativ gut ist, kann man leider nur beurteilen, wenn man selbst die Zielsprache gut genug beherrscht. Mit unserem alten Übersetzungsbüro waren wir soweit eigentlich immer zufrieden gewesen. Umso ärgerlicher, dass es jetzt nicht mehr zur Verfügung steht.


[Nachtrag 14. November:
Danke für alle Vorschläge und Vermittlungsversuche, die mich erreicht haben.
Mittlerweile haben wir uns für einen Übersetzungsdienst entschieden, den wir beauftragen werden, wenn wir wieder Bedarf an Übersetzungen haben.]

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Lost in Translation //2468

  1. sempersolus2 schreibt:

    Offenbar reicht es für das wirtschaftliche Überleben in globalen Krisenzeiten nicht aus, wenn man die eigene Arbeit ins Homeoffice verlegen kann. Wichtiger scheint mir gerade bei einem Dienstleister wie einem Übersetzungsdienst zu sein, dass es den Auftraggebern gut geht.

    Gefällt 1 Person

    • Stimmt, sie sind von den Kunden abhängig.
      Den Ausfall einzelner Aufträge hätten sie vielleicht verkraften können, aber nicht wenn zu viele wegbrechen.

      Wenn es den Kunden schlecht geht, sind Übersetzungen halt auch nicht die wichtigsten Aufgaben, sondern etwas, was man relativ einfach zurückstellen kann, um seine verbleibenden Resourcen auf überlebensnotwenige Angelegenheiten zu konzentrieren.

      Gefällt 1 Person

  2. mkuh schreibt:

    Schauen, wer euer Ansprechpartner dort war
    und diesen einem Halbtagsjob bei euch anbieten?
    So würde er dann die Kontakte zu den externen Übersetzern weiter bereuen und kann für euch die Übersetzungen weiter machen?

    viele grüße

    Gefällt 1 Person

  3. Plietsche Jung schreibt:

    Wir arbeiten mit SDL zusammen, aber es ist zuweilen etwas anstrengend.

    Gefällt 1 Person

  4. ednong schreibt:

    Wenn Interesse besteht, Vermittler ich dir gern einen Kontakt.

    Gefällt 1 Person

  5. Pingback: Verbummeltweets //2561 | breakpoint

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