Der Gebärung zweiter Teil //2461

Der erste Teil meines Berichts endete, als Carsten nach dem Mittagessen wieder zurück ins Büro gegangen war.

Ich verbrachte die nächste Zeit vor allem an meinem Notebook, das für die nächsten Tage meine Verbindung zur Außenwelt sein sollte. Manchmal lief ich auch den Flur entlang oder stieg Treppen im Treppenhaus.
Zwischendurch hatte ich immer mal wieder Wehen, tendenziell öfter und mit zunehmender Stärke, aber insgesamt noch unregelmäßig.
Als nach einiger Zeit mal wieder eine Hebamme vorbeikam, um nach mir zu schauen, meinte ich, dass das Warten schon recht frustrierend sei. Daraufhin schlug sie mir vor, zur Kontrolle ein CTG zu schreiben.
Dies geschah in einem Nebenraum mit einer Liege und passenden Gerätschaften. Sie schloss mich also an das CTG-Gerät an, und verließ dann den Raum, während ich zurückblieb und auf den Herzschlag meines Kindes lauschte.

Urplötzlich erfassten mich dann wie eine Naturgewalt extrem heftige Wehen. Ich weiß gar nicht mehr so recht, wie mir geschah, aber ich habe wohl ein außerkörperliches Erlebnis gehabt. Irgendwie schwebte ich losgelöst über mir selbst, und hörte dieses schreiende Stück Mensch unter mir, als ob es gar nicht zu mir gehörte. Schon faszinierend, welche Streiche einem das Gehirn in einer Ausnahmesituation spielen kann.
Überhaupt finde ich den Begriff „Wehen“ in gewisser Weise unzutreffend. Das tut nicht „weh“, so wie der Schmerz, wenn man sich das Knie aufschrammt, seine Finger in der Tür einklemmt oder mit dem Küchenmesser schneidet. Das ist viel eher die unkontrollierbare Wucht sich kontrahierend verkrampfender Muskeln. Wer schon mal Wadenkrämpfe hatte, stelle sich das mit vielfacher Intensität und den gesamten Rumpf betreffend vor.

Keine Ahnung wie lang es dauerte, bis die Hebamme wieder zurückkam. Etwa zeitgleich war auch die Verkrampfung abgeflaut. Die Hebamme beruhigte mich, weil ich doch recht verstört war. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet, obwohl ich mich gründlich informiert hatte. Dann betrachtete sie die Aufzeichnung des CTGs und untersuchte mich. Daraufhin meinte sie, dass dies ein sogenannter Wehensturm gewesen sei. Aber er hätte die Geburt auch ein ganzes Stück vorangebracht, denn vorher sei der Muttermund nur gut zwei Zentimeter offen gewesen, jetzt siebeneinhalb.
Es sei nun an der Zeit, dass ich in den Kreißsaal gehen sollte.

Auch wenn dieser Teil jetzt etwas kurz war, mache ich hier einen Break, weil ich sonst keine bessere Stelle finde oder der Text zu lange würde.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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29 Antworten zu Der Gebärung zweiter Teil //2461

  1. sempersolus2 schreibt:

    Tada! Cliffhanger

    Wird Carsten es rechtzeitig zur Geburt schaffen? Ist die Hebamme blond? Sind Kreißsäle wirklich immer rund?

    Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt: „Es ist ein Kind!“ – „Was? Ich glaube es nicht.“

    Gefällt 3 Personen

  2. mijonisreise schreibt:

    Auf Wehen und deren Intesität kann man sich auch nicht wirklich vorbereiten. Das ist eine ganz neue Erfahrung, die man macht und dafür gibt es bis dato keine schon abgespeicherte Matrix für.

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  3. keloph schreibt:

    ich habe einen solchen vorgang als aussenstehender erlebt. es hat mich irgendwie schwer irritiert, aber alles ging ja gut.

    Gefällt 1 Person

  4. ednong schreibt:

    Wehensturm, oha. Schon als Wadenkrampf ist das unangenehm – den Rumpf erfassend sicherlich noch mehr.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Das weibliche Vorrecht, Kinder zu gebären, wird mit Pein und jahrzehntelangem Kinderglück belohnt.

    Alles ging gut. Du bist dafür spezifiziert.

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