Apostatische Tücken //2453

In der alten Heimat ist es üblich, dass am zweiten Sonntag im Monat die Neugeborenen des Vormonats getauft werden.
Unser Kind werden wir ganz sicherlich nicht mit irgendwelchem Religionsgetöns und Gottgläubigkeit drangsalieren, geschweige denn mit kannibalistischen Ritualen. Es gibt also definitiv keine Taufe.

Aber wie sag‘ ich das meinen Eltern? Meine Mutter hat mich inzwischen schon mehrmals danach gefragt. Ich konnte bisher jedesmal ausweichen und das Thema darauf lenken, dass meine Eltern uns Ende Oktober oder im November besuchen kommen. Das hatte ich damals vorgeschlagen, um zu verhindern, dass meine Mutter gleich nach dem Klinikaufenthalt hier für mindestens zwei Wochen herkommt. Besuche in der Entbindungsklinik konnte ich abwehren, indem ich auf die strengen, Corona-bedingten Besuchsregelungen verwies.

Aktueller Stand ist jetzt, dass meine Eltern in den Allerheiligenferien an einem Tag herkommen. Dann hat nämlich Sabine Zeit, und kann sie fahren. Zum Glück sieht sie ein, dass ihre Kinder daheimbleiben müssen. Drei Personen reichen auch so schon. Mit den Kindern wäre das viel zu viel Trubel. David soll ziemlich ungehalten deswegen sein, aber er wird sich schon wieder beruhigen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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34 Antworten zu Apostatische Tücken //2453

  1. Christian_who schreibt:

    So kenne ich Dich gar nicht. Einfach die Ansage machen und gut ist es.

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  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Sie haben es doch auch überlebt, dass ihr nicht kirchlich geheiratet habt.

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  3. keloph schreibt:

    durchziehen, auch wenn es schwer fällt.

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  4. Mia schreibt:

    Heilige Einfalt! Du tust dich aber auch jedes Mal schwer, wenn es darum geht, deinen Eltern etwas zu verklickern, was vielleicht nicht ganz in deren klerikalen Mikrokosmos passen könnte.
    Sag ihnen mit einfachen Worten (sodass sie es auch verstehen) wie es ist, anstelle immer neue Ausreden zu erfinden. Ist das auf Dauer nicht anstrengend?

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  5. sempersolus2 schreibt:

    Das ist ein Thema aus den Bereichen Einmischung, Übergriff und wohlmeinende Ratschläge. Das wird noch sehr viel öfter Thema sein, war es ja eigentlich auch schon vor der Geburt. Eltern sind offiziell diejenigen, die in der Geburt angegeben sind. Und die haben auch das Sorgerecht, wozu auch die Sorge um das Seelenheil des Kindes gehört. Die Formel „Das Kind soll diese Entscheidung später einmal verantwortlich selbst treffen.“ ist doch nicht verkehrt?

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  6. mijonisreise schreibt:

    Ich kann mit dem kirchlichen Gedöhns auch nicht wirklich was anfangen. Der Schwiegermutter zuliebe haben wir alle drei zumindest taufen lassen. Nicht katholisch, war meine Voraussetzung und ich pochte drauf, das die Kinder selber entscheiden, ob sie später Konfirmation wollen oder nicht.
    War okay und es war Ruhe im Haus.

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    • sempersolus2 schreibt:

      Über Firmung (in nicht rechtgläubigen Bereichen auch Konfirmation genannt) entscheiden die Delinquenten doch immer selbst? Zumindest ist das die Idee?

      Ich habe dagegen ein Problem damit, wenn man Taufe zu einer bloßen folkloristischen Veranstaltung macht, einer Art „kleinerem Übel mit Geschenken“, einer „Familienberuhigungsaktion“ oder (nach „Hochzeit in weiß“) einer Selbstverleugnung 2.0. Dann lässt man das doch besser in diesem Moment.

      Man muss ja auch nicht qua Geburt Zwangsmitglied bei den Freimaurern werden oder bei den Anonymen Agnostikern. Wer mit Amtskirche nichts zu tun haben will (und dafür kann man sich mannigfache Gründe vorstellen), der sollte dazu doch auch klar stehen können? Der sollte doch auch argumentieren können, warum das so ist?

      Denn eins scheint mir klar: man wird im Leben mit existentiellen Fragen konfrontiert. Die Antworten darauf können sehr unterschiedlich sein. Aber irgendeine Antwort hätte man doch gern? Im weitesten Sinne christlich denkend ohne die Absurditäten eines irdischen Vereins vielleicht? Oder auch einem buddhistischen Lebensprinzip folgend? Oder auch einer Idee von Naturgesetz? Irgendeiner Philosophie?

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      • mijonisreise schreibt:

        Zu meiner Zeit wurde da nicht nach gefragt, sondern es war Usus. Ich war und bin Jahrgang 74. Schon da war mir klar, das ich mit dem „Verein“ Kirche nichts gemein habe und habe das auch gesagt. Ist dem Pfarrer damals sauer aufgestoßen, das ich nur die Konfirmation wollte, um das Geld zu bekommen.
        „Christliche“ Werte finde ich nicht verkehrt und lebe auch nach den meisten, bin aber noch jetzt der Meinung, das Glaube nicht mit einem bezahlten „Verein“ zu tun haben sollte.
        Die Kinder taufen zu lassen hat für mich nichts mit Verleugnung zu tun. Für mich war es die Überlegung, das sie diese dann später nicht nachholen müssen, wenn.
        Auch gab es bei den Taufen weder großartig Geschenke, noch Geld. Es gab lediglich ein „Taufgeschenk“, jeweils eine Kette mit Ring.
        Meine Ambition dahinter war die, den Kindern auch diesen Weg nicht versperren. Die Kinder sind damit groß geworden, das ich nicht an Gott glaube, aber die Werte sehr wohl vertrete und keine Religion verteufel. Die Oma war katholisch und nahm die Kinder gern mit zur Messe, wenn sie wollten. Durch den Kindergarten, wo der Träger die evangelische Kirche war, lernten sie auch dort, warum wann was gefeiert wird. (Die Taufe war keine Voraussetzung dafür, das die Kinder dort im Kindergarten aufgenommen wurden!).
        Unbestritten, es gibt sicher genug Leute, die aus fadenscheinigen Gründen, eine Taufe wollen und in Scene setzen oder auch in Weiß heiraten, aber da distanziere ich mich von.

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    • Selbst wenn wir bereit wären, unser Kind seinen Großeltern zuliebe taufen zu lassen, müssten wir erst mal einen Pfarrer finden, der bereit wäre, dem Kind zweier Abtrünniger das erste Sakrament zu spenden.
      Aber nein – ich möchte nicht, dass meinem Kind die Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft aufgedrückt wird, noch bevor es selbst die Möglichkeit hat, sich dagegen zu wehren.
      Wenn es erwachsen ist, darf es meinetwegen eine Religion wählen, wie es will. Ich werde die letzte sein, die ihm dann was reinredet.

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  7. ednong schreibt:

    Tja,
    du kannst das permanent mit diversen Ausreden vor dir herschieben. Oder du machst klipp und klar ne Ansage, dass ihr nicht taufen lasst.

    Man könnte ja dann erwähnen, dass ihr das Baby später entscheiden lassen wollt. Taufen sind ja auch im Erwachsenenalter – zumindest hier – nicht unüblich.

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  8. sempersolus2 schreibt:

    Man kann auch einfach seinen Gegenentwurf präsentieren und vertreten. Vielleicht leistet man damit ja gleichzeitig wenigstens Maria 2.0 und Anderen Vorschub. Nötig wäre es.

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  9. MartinTriker schreibt:

    Einfach sagen. Gut, meine Mutter wusste eh schon, dass wir nichts mit Kirche zu tun haben.

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  10. sempersolus2 schreibt:

    Ein wenig irritiert bin ich schon.

    Während Katholiken, die sich als „gläubig“ oder „praktizierend“ bezeichnen in der Regel kein Problem damit haben, dazu zu stehen scheint es umgekehrt offenbar ein Problem zu sein, sich als tätiger Agnostiker zu offenbaren und zu logischen Handlungen (oder Nicht-Handlungen) aus dieser Überzeugung zu bekennen. Dabei stellen Christen der beiden großen Kirchen in Deutschland mit gerade noch 53 Prozent der Gesamtbevölkerung (Zahlen von 2018) doch eine höchstens noch knappe und ständig weiter schwindende Mehrheit dar. Von diesen sind dazu noch, betrachtet man die nicht nur durch Corona ebenso ständig sinkende Zahl der Kirchenbesucher, etliche „Karteileichen“, eine Unzahl von mit den Amtskirchen äußerst unzufriedene Kirchenkritiker und diverse andere, die nur aus Vergesslichkeit, Sentimentalität oder falschen Opportunitätsvermutungen ihren Vereinsbeitrag in Form von Kirchensteuer weiter entrichten. Längst wird in Deutschland niemand mehr schief angesehen, weil er nicht jeden Sonntag in die Kirche geht, nicht getauft wäre oder sich scheiden lässt. Im Gegenteil: die Rechtsprechung unterstreicht immer wieder die Unabhängigkeit von Religion und Gesellschaft, repräsentiert durch den Staat.

    Worin liegt sie also begründet, diese Heimlichkeit um die Gottlosigkeit? Sicher, die sogenannten Amtskirchen machen einem den Verzicht auf ihre Dienste leicht, so lange man nicht getauft, getraut oder bestattet werden will oder das Kind (zumindest in dörflichen Gemeinschaften) zur Erstkommunion geht. Firmung ist längst kein Sakrament der Masse mehr, Krankensalbung findet wie Sterben nur noch im Verborgenen oder auf besondere Nachfrage in unseren Krankenhäusern statt, für die regelmäßige Teilnahme an der Eucharistie sehen wir keinen Bedarf mehr, wer geht schon noch zur Beichte und wer sich zum Priester weihen lässt, gilt im besten Fall als weltfremder Träumer, im schlimmsten Fall als potentieller Päderast. Warum also nicht Kritik ganz offen äußern? Aber stattdessen gehen wir lieber den stillen Weg, den offenbar weniger konfliktbeladenen. Lieber ´mal taufen lassen, wer weiß, wofür man das noch brauchen kann. Die Eltern, die Gestrigen, lieber ´mal nicht offen angehen. Die verstehen das ja nicht.

    Verstehen die wirklich nicht?

    Oder sind wir es, die wir nicht mehr verstehen? Was ist unser „moderner“ Ersatz für Christ sein? Eine andere Philosophie? Eine Bündel an Überzeugungen, für das wir einstehen, dass wir unserem Kind vorleben, ihm mitgeben? Eine Gewissensrichtschnur, die auch unbequem sein kann? Was ist unser „das ist gut und das ist schlecht“, das auch einer Überprüfung standhalten kann? Sicher, die Amtskirchen versagen dabei auch viel zu oft. Aber ist simples Abwenden in Nichts die Lösung für dieses Problem? Oder bedürfte es nicht gerade eben dieser kritischen Stimmen für einen lebendigen, ehrlichen Kanon von Christentum im weitesten und echten Sinn? Es geht nicht um einen Verein alter Männer im Tanz um einen längst gestorbenen und irgendwohin aufgefahrenen Typen, die mit diesem Totenkult kannibalistische Rituale betreiben. Es geht um ein Prinzip von Menschlichkeit und ein Bekenntnis dazu. Schade, wenn Taufe nur noch ein Stein des Anstoßes ist.

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  11. Plietsche Jung schreibt:

    Bei Glaubensfragen enthalte ich mich lieber.
    Das muss jeder selbst für sich und seine Kinder entscheiden.

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  12. Leser schreibt:

    Ich rate auch strikt davon ab, das Kind taufen zu lassen, ohne dass da eine wirkliche Bekenntnis dahinter steht (die der Eltern sowieso nicht, und das Kind ist dazu noch nicht in der Lage – und selbst im Alter der Konfirmation sind viele noch nicht in der Lage, diese Entscheidung wirklich informiert zu treffen).
    Und natürlich sollte man das seiner Familie gegenüber auch so kommunizieren. Wenn Menschen aus der Familie dann anfangen zu weinen, ist das deren Schmerz, nicht der eigene. Die müssen damit klar kommen, dass man ein eigener Mensch, eine eigene Familie ist, mit eigenen Ansichten und Wertvorstellungen, und wenn die der Zwangsbindung an eine Weltliche Gemeinschaft, welche die Menschen in Unmündigkeit zu halten versucht, indem sie ihnen vorschreibt, alle Sünder zu sein, um dann irgend eine „Erlösung“ in etwas „höherem“ zu finden, was durch derlei weltliche Gemeinschaften absolut gerade nicht zu finden ist (wenn überhaupt, dann nur in sich selbst, das ist nämlich was ganz intimes, aber das geht in Richtung OT hier), nicht zu diesen Wertvorstellungen gehört, dann sollte man daraus auch keinen Hehl machen, oder sein Kind einer (potentiell traumatischen – wie viele Kinder weinen und schreien während der Taufe!) Prozedur unterziehen, die man ihm auch ersparen könnte.

    Ach ja, und das neue Leben scheint ja bereits gesprossen zu sein? Dann also Glück auf, oder was man da sonst halt sagt…jedenfalls herzlich Willkommen in diesem Irrenhaus, das sich Welt nennt! 😉

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