Work in Progress //2451

Es war ein Kundenwunsch gewesen, die Software unserer Geräte in einzelne Module aufzuteilen. Ich hatte in den sauren Apfel gebissen, und unsere Software mit dieser Zielsetzung und Konzeption von Grund auf neu spezifiziert. Nach dem (wegen Corona sang- und klanglos abgelaufenen) Release von Evalyze begannen meine Softwerker mit der Implementierung.

Das Basismodul ist inzwischen im Feature Freeze (naja, noch nicht viel mehr als ein Prototyp), und soll getestet werden. Ohne Zusatzmodule sind die Testmöglichkeiten allerdings beschränkt. Deshalb fängt ein Teil meiner Jungs bereits mit der Umsetzung des ersten Zusatzmoduls an.

Es ist jetzt schon abzusehen, dass alleine das Basismodul teurer wird, als die bisherige Software zusammen. Denn schließlich müssen die Kosten der Neuentwicklung in der Kalkulation ja wieder auf die verkauften Geräte umgelegt werden.
Außerdem braucht jeder Kunde noch mindestens ein Zusatzmodul, dessen Kosten aber nicht auf alle Geräte sondern nur auf jeweils einen Teil umgelegt werden können. Das treibt den Preis noch mal in die Höhe.
Von zusätzlicher Auswertungssoftware und dergleichen, die nicht zwingend notwendig ist, aber von den meisten Kunden gerne mitgenutzt wurde, gar nicht zu reden. Auch diese Softwarepakete werden den Kunden künftig zusätzlich in Rechnung gestellt. Wenn sie darauf verzichten, müssen sie stattdessen Software eines Drittherstellers lizenzieren, um die gewünschte Funktionalität zu erhalten. Ob das billiger kommt, sei mal dahingestellt. Zumindest aber wird es umständlicher, da die Daten erst transferiert und ggf. konvertiert werden müssen, möglicherweise auch inkompatibel sind.

Das alles war nicht meine Idee. Die Kunden wollten es so.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Work in Progress //2451

  1. keloph schreibt:

    ein heutzutage gängiges problem, dass die zerlegung von SW im resultat teurer wird. und dann…….haben die kunden es eben so doch nicht gewollt. ich drück euch die daumen, dass sie fröhlich lachend zahlen.

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  2. mijonisreise schreibt:

    Des Menschen Wille ist sein Himmelreich … anderes kann man dazu nicht sagen.

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  3. Seb schreibt:

    Wir haben es aus ähnlichem Grunde bei einer Software so gedeichselt, dass der Anwender schlicht immer die „gesamte Software“ bekommt und einfach nur das benutzen kann, was ihm sein Lizenzschlüssel (Basisfunktionen + so grob 12 dazu lizenzierbare „Quasi-Module“, müsste ich tatsächlich nachsehen) erlaubt. War ingesamt weniger aufwendig. Macht z.B. MS ja mit Windows mittlerweile (mindestens zum Teil) auch so, je nach Version wird dann Zeugs freigeschaltet und/oder auch über die UI benutzbar.

    Es ist in unserem Fall auch Branchensoftware, muss aber keine Maschinen steuern – vermutlich habt ihr da ggf. Einschränkungen die wir nicht hatten!?

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