Einen eigenen Weg //2448

„Jedem recht getan, ist ’ne Kunst, die niemand kann.“
So alt dieses Sprichwort auch ist, es hat gerade ich heutiger Zeit seine Weisheit behalten.
Man kann’s nicht allen recht machen. Das ist so. Je eher man das kapiert, um so besser.
Wichtig ist einzig und allein, dass man selbst für richtig hält, was man tut. Richtig und gut für sich selbst. Was andere von einem denken – wen interessiert’s?

Das heißt, die Meinungen von Menschen, die einem nahe stehen oder von denen man abhängig ist, sind schon wichtig. Aber die aller anderen, fremden Menschen nicht.
Nein – man darf sich nicht davon abhängig machen, was andere Leute vielleicht von einem halten könnten. Das soll die eigenen Entscheidungen nicht beeinflussen. Es lebt sich gelassener, wenn man fremden Leuten eine gesunde Gleichgültigkeit entgegen bringt.
Es müssen einen nicht alle mögen. Es reicht, wenn sie einen respektieren.
Authentisch zu bleiben und mit sich selbst im Reinen zu sein, ist besser, als sich selbst zu verrenken, nur um bei möglichst vielen Leuten beliebt zu sein.
Und was den einen gefällt, lehnen die anderen ab.

Dann gibt es noch die Leute, die gezielt versuchen, einen zu manipulieren. Sie versuchen beispielsweise den Ehrgeiz anzustacheln, verlangen eine Mutprobe oder einen „Freundschaftsbeweis“, um etwas zu tun, das man selbst gar nicht tun will. So etwas ist emotionale Erpressung. Von Personen, die so agieren, sollte man sich im eigenen Interesse unbedingt fernhalten. Von denen halte ich nichts, außer Abstand.

Nach seiner eigenen, individuellen Weise zu leben, bedeutet nicht, immer gegen den Strom zu schwimmen. Das würde viel zu viel Kraft brauchen. Mit manchen Angelegenheiten arrangiert man sich auch als Nonkonformist, und passt sich an bestehende Konventionen an. Nur die Belange, die einem wirklich wichtig sind, lohnen es, von ausgetretenen Pfaden abzuweichen und Hindernisse zu überwinden.

Viele gesellschaftliche Gepflogenheiten haben sich bewährt. Sie sind genau deshalb so entstanden, wie sie eben sind, weil sie den Bedürfnissen und Wünschen der meisten Menschen entsprechen. Freilich kann man auch davon abweichen. Das soll jeder nach seinem eigenen Gusto entscheiden.
Anmaßend und bevormundend finde ich es jedoch, seinen individuellen Sonderweg der Allgemeinheit (die größtenteils durchaus zufrieden mit den bestehenden Gebräuchen und Normen ist) aufdrücken zu wollen, unter dem Vorwand, dieser spezielle Weg sei richtiger und befreiend für alle anderen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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13 Antworten zu Einen eigenen Weg //2448

  1. keloph schreibt:

    wer nach allen seiten offen ist, muss sich fragen lassen, ob er noch ganz dicht ist. ein bisschen format ist ein wirklicher schmuck für einen menschen. deine worte treffen den nagel auf den kopf. danke.

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  2. idgie13 schreibt:

    Übrigens: Ich habe Deinen Beitrag per Mail bekommen, sehe ihn aber nicht im Reader.

    Dieses „Bekehren“ und „von seiner eigenen Meinung überzeugen“ wollen, nehme ich inzwischen als typisch deutsch wahr und es nervt mich oft sehr. Mir scheint, Du bist mir da in punkto Gelassenheit um Lichtjahre voraus.

    Gleichgültigkeit hilft bei manchen nicht – für die muss aus allem eine Grundsatzdiskussion gemacht werden. Was ist eigentlich so schwer daran, jemand anderem seine Meinung zu lassen?

    Gefällt 1 Person

    • WordPress zickt da wohl hin und wieder herum. Ich habe auch schon manchmal Beiträge im Reader vermisst, die eigentlich hätten da sein müssen. Bei diesem hier ist mir allerdings nichts aufgefallen, der erschien bei mir gleich nach der Veröffentlichung.

      Ich weiß nicht, ob dieser Missionierungseifer oder Sendungsbewusstsein typisch deutsch sind. Was ich aus anderen Ländern, insbesondere USA mitkriege, stehen die uns da nicht signifikant nach.
      Es wäre schön, wenn ich immer so gelassen bleiben könnte. Manchmal nerven mich solche bornierte Hybris, Doppelmoral und Bevormundungsversuche schon sehr. Allerdings beruhige ich mich dann auch wieder und hake es ab, wenn es mich nicht direkt betrifft.

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich sehe den Beitrag auch nicht im Reader.

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