Das ungewollte Auto //2447

Die kleine Geschichte über das väterliche Auto steht noch aus.

Das Auto meines Vaters ist bereits etliche Jahre alt, aber noch gut in Schuss. Er hat es früher vor allem zum Einkaufen, für Verwandtenbesuche oder Sonntagsausflüge benutzt. Größere Fahrten gab es nur selten.
In den letzten paar Jahren war es aber kaum noch in Betrieb. Wenn meine Eltern Bedarf nach einer Fahrt hatten, erledigte das meistens Sabine mit ihrem Wagen.
Mein Vater ist sich mit Fahren nicht mehr so sicher. Er hatte auch mal einen kleinen, glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Unfall mit Blechschaden verursacht, weil er Entfernung und Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen konnte (keine quantenmechanische Unschärfe – es spielte sich ja im Makrokosmos ab). Spätestens seit damals weigert sich meine Mutter, mit ihm zu fahren, weil sie sich nicht mehr sicher dabei fühlt.
In gewisser Weise sieht es mein Vater ja selbst ein, will dennoch sein Auto nicht verkaufen. Meine Mutter (die selbst nie den Führerschein gemacht hat) drängt ihn, das Auto zu verkaufen, aber er will nicht.

Als ich neulich zu Besuch in der alten Heimat war, fiel es meiner Mutter ein, dass ich doch das Auto übernehmen könne. Mir würde es mein Vater überlassen, dann müsse er es nicht verkaufen, und trotzdem wären sie es los. Sie drängte mich förmlich, das Auto anzunehmen.
Aber jetzt habe ich es so lange geschafft, ohne solch einen Ballast zu leben, dass ich das Angebot ablehnte. In der Stadt brauche ich nun wirklich kein Auto, hätte nur ständig Probleme, einen Parkplatz zu finden. Mit dem Baby habe ich auch so schon genügend zusätzliche Verantwortung.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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27 Antworten zu Das ungewollte Auto //2447

  1. keloph schreibt:

    auch die medaille auto hat verschiedene seiten mit vor- und nachteilen. und manchmal einen spassfaktor. aber das ist ganz individuell.

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  2. sempersolus2 schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zum present tense!

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Darf man schon gratulieren?

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  4. ednong schreibt:

    Ja, wie sagt am so schön : Auto fängt mit „Au“ an…
    Es kostet Geld im Unterhalt, dafür erleichtert es einem das ein oder andere. Und man braucht einen Stellplatz dafür. Die Suche nach einem Parkplatz in meiner Stadt kann sich mal über 5 km hinziehen (und entsprechend dauern), wenn man keinen festen Platz hat.

    Und herzlichen Glückwunsch. Ich bin gespannt auf die Details.

    Gefällt 1 Person

  5. Mia schreibt:

    Tja, nun ist es soweit: Ihr habt einen 24-Stunden-Job und euer Chef brüllt nur.
    Gratulation zur Beförderung! Babymanager soll der schönste Beruf der Welt sein. ^^

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  6. Plietsche Jung schreibt:

    Ein Auto wirst du bald zu schätzen wissen. Wirst sehen.

    Glückwunsch euch beiden. Das verspricht viele neue Erkenntnisse und Ereignisse.

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  7. keloph schreibt:

    alles alles gute. freu mich für euch!!!

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  8. sempersolus2 schreibt:

    In einer Zeit, in der sich schon niemand mehr auch nur vorstellen kann, dass die Beförderung des frisch gepressten Würmlings von der Stätte der Geburt ins traute Heim ganz ohne Hilfe eines Instruments der Gattung Maxi-Cosi überhaupt möglich ist, in dieser Zeit ist die Ablehnung eines eigenen Autos für die fortan als „die sorgengeplagte Mutter“ bezeichnete, ehemals nur „Frau“, natürlich schon eine mittlere Sensation. Selbstverständlich gibt es Alternativen: z. B. den dreirädrigen Hartan Skater, schon der Name klingt ebenso militärisch-bedrohlich wie auch verheißungsvoll, mit Breitreifen, Spoiler, tiefergelegtem Wickeltaschennetz, gleichermaßen geeignet für das geteerte Isarufer wie den steten Kampf im Stadtverkehr von U- und S-Bahn, Niederflurbus und doppelt hohen Einstieg der Straßenbahn. Aber: Er setzt die Mutter allein durch seine Ansprüche an das Terrain mit Rollstuhlfahrern, also Menschen mit körperlicher Behinderung, gleich. Will man das? Oder das Dydimos Wickeltuch, dessen Oberflächen der mathematisch interessierten Jungmutter den Begriff der Mannigfaltigkeit schon beim ersten Ver- und Entknotungsversuch ganz spielerisch und auf natürlichste Weise nahe bringen und plastisch demonstrieren (alles gut, sofern der Jungspross der Familie nicht plötzlich im topologischen Raum der Tuchfluten dauerhaft verloren geht). Allerdings verknüpft die Gesellschaft mit Nutzer*innen dieses Tuches in typischer Weise auch gewisse, mitunter als absonderlich empfundene, weltanschauliche und politische Bräuche und Ansichten, die mit der barfüßigen Nutzung von Flip-Flops im winterlichen Schneetreiben und der nur im Monatsrhythmus gewechselten Jutewindel noch lange nicht erschöpfend erklärt wären. Oder die Kraxe, ein turmhoher Aufbau, der den z. B. 2,10 Meter hohen Vater (Mütter scheitern regelmäßig am Gewicht und 5 Meter über Grund liegenden Schwerpunkt dieses Trumms) noch um mindesten einen Meter überragt und damit die Passage bestimmter Tunnels, Unterführungen und Brücken ganz unmöglich macht. Außerdem benötigt der Sproß für die Nutzung dieser Fortbewegungsart neben extremer Schwindelfreiheit auch die Fähigkeit, ausdauern sitzen zu können. Diese Anforderung erfüllt selbst der entwickeltste Säugling nicht. Natürlich: man kann, so lange noch sehr klein, das neue Wesen auch noch einfach in die Handtasche packen. Ich rate dabei regelmäßig von Handtaschen mit Schnappverschlussen ab, die kleinen Händchen wären zu sehr in Gefahr. Aber irgendwann, spätestens nach 3 – 4 Jahren wird auch das ein mühsames Geschäft. Wie also befördert man ein Kind im Stadtverkehr, wenn nicht mit dem Porsche Cayenne? Unmöglich, scheint´s.

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    • Hier in der Stadt sind fast alle wichtigen Orte bequem zu Fuß erreichbar. Je nach Ziel, Situation, Wetter nutze ich den Kinderwagen oder das Tragetuch (damit komme ich eigentlich ganz gut zurecht, hartnäckige Knoten haben sich noch nicht gebildet).
      Ansonsten gibt es Stadtbusse (vom Streik gestern habe ich gar nichts mitgekriegt) oder notfalls Taxis.
      Und falls es zweckmäßig ist, kann ich nach Absprache auch mal das Auto meines Mannes benutzen. Nur eine Frage der Planung.

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