Besprechung offline //2438

Vorläufig leitet Joachim Standort 7 kommisarisch. Ihn dort als Standortleiter einzusetzen, wäre aber für ihn ein Rückschritt, und wir wollen ihn ja unternehmensweit als IT-Chef behalten. Deshalb wird ein bisheriger Gruppenleiter die Position bekommen. Er arbeitet sich bereits ein.

Nach längerer Zeit hatte ein in der Region ansässiges Unternehmen Interesse geäußert, einen größeren Auftrag an Standort 7 zu vergeben.
Aus Gründen, die ich hier nicht näher ausführen möchte, sollte die Besprechung dafür in einem persönlichen Treffen stattfinden.
Außer insgesamt drei Personen von diesem Kunden nahmen ein langjähriger Mitarbeiter von Standort 7, Frau Hilflo-Seerbin (auf ihre Anwesenheit hätten wir leicht verzichten können, denn sie konnte überhaupt nichts zum Thema beitragen, immerhin erschien sie pünktlich und hat durch ihre Präsenz ein gewisses Interesse an den Geschäftsbelangen gezeigt), der Gruppenleiter, Joachim und ich teil.
Da es bei diesem Gespräch ausschließlich um technische Belange gehen sollte, war die Anwesenheit von Herrn Kleiter oder sonst jemandem von den Kaufleuten nicht erforderlich.
Dank Corona ist wenigstens dieses unhygienische und anachronistische Ritual des Reihum-Händeschüttelns nicht mehr opportun.

Es ist offensichtlich, dass ich eigentlich bereits im Mutterschutz sein müsste, so voluminös wie ich als Babycontainer herumlaufe, wäre ich Arbeitnehmerin. Aber ich muss das niemandem gegenüber rechtfertigen. Als Geschäftsführerin ist es mein gutes Recht, mich nur als Beobachter mit in die Besprechung hineinzusetzen, ohne selbst das Wort ergreifen zu müssen.
Ich überließ Joachim die Moderation und passte lediglich auf, wie die Verhandlungen und Vorklärungen für den Auftrag so liefen. Das war eine gute Gelegenheit, weiter an meinem aktuellen Strickzeug zu arbeiten.
Die Besprechung lief recht glatt, so dass sie bei Standort 7 in Zukunft wohl ohne mich auskommen werden. Allmählich kriege ich das mit dem Delegieren und dem Abgeben von Verantwortung ganz gut hin.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Besprechung offline //2438

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Du strickst während einer Besprechung mit Kunden? Nicht Dein Ernst, oder?

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  2. Leser schreibt:

    Und Herr Klugsch war gar nicht selbst anwesend? Das wundert mich doch ein Wenig. Naja, vielleicht hat er das ja auch extra delegiert 😉

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  3. sempersolus2 schreibt:

    Stricken finde ich nicht so schlimm.

    Sich in der Besprechung z.B. die Zehennägel zu schneiden wirkte viel verächtlicher, besonders, wenn man den Anwesenden die Abschnitte direkt vor die Nase schnipste. Das könnte tendenziell arrogant, vielleicht sogar fast dominant wirken.

    Aber stricken, stricken hat etwas warmes, weiches, heimeliges. Am besten noch mit Wolle vom eigenen Schaf. Und wenn man dann dem Geschäftspartner das entstandene Strickwerk womöglich noch zum Angebinde macht …?

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  4. Pingback: Teddy am Stück //2439 | breakpoint

  5. Plietsche Jung schreibt:

    Ich hatte in keinem Fall beim Kundentermin gestrickt, weder in aktiven noch in passiver Rolle. Es ist despektierlich und signalisiert sicher kein besonderes Interesse. Das Gespräch wird jedem Teilnehmer in Erinnerung bleiben.

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  6. Pingback: Präferien mit Tweets //2534 | breakpoint

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