Übergriff in der Apotheke //2420

Weil ich ein Medikament gegen mein zeitweise schlimmes Sodbrennen abholen wollte, hatte ich mich in einer Apotheke angestellt – ordnungsgemäß mit Maske und Abstand.

Vor mir wurde noch eine alte, korpulente Frau bedient.
Endlich war sie fertig, und wandte sich um. Ich war im Begriff, vor zur Theke zu gehen, als sie an mir vorbei kam. Sie warf einen Blick auf meinen Bauch, griff dann mit der Hand danach und drückte deutlich dagegen. Dabei sagte sie etwas, was ich aufgrund ihres nicht-indigenen Dialektes nicht richtig verstand, das sich aber ähnlich wie „was haben wir denn da?“ anhörte.
Ich war erstarrt vor Schreck. Was sollte das? Ich schnappte nach Luft. Dieser Übergriff ging zu weit. Was erdreistet sich diese Frau, uns so zu begrabschen?
Es gelang mir, einen halben Schritt rückwärts zu hüpfen. „Lassen Sie mich sofort los!“, brachte ich eisig heraus, „unterlassen Sie das!“
„Jetz stellenS‘ sich nicht so an!“, oder so ähnlich antwortete sie in ihrem seltsamen Dialekt, ließ ihre Hand aber sinken.

Ich entzog ihr meine Aufmerksamkeit, und ging weiter zur Theke, um mein Rezept für das Medikament abzugeben.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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20 Antworten zu Übergriff in der Apotheke //2420

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Es gibt mehr übergriffige Frauen als man denkt.

    Gefällt 3 Personen

      • bill schreibt:

        „Ja, das ist gerade so unter Germanoschwarzen in Mode, Weißen Rassismus zu unterstellen, weil sie Schwarzen so gerne in die Haare fassten.

        Das ist als Vorgang an sich erst mal nicht unwahr. Das kann ich insofern bestätigen, als ich das selbst schon erlebt habe: Ich habe mal vor vielen Jahren für einige Zeit Babysitter-Dienste für jemanden erbracht und war deshalb gelegentlich mit einem ungewöhnlich hübschen Baby und später Kleinkind einige Male unterwegs, das auch durch eine auffallend schöne Haarpracht auffiel. Ich habe einen großen Teil meiner Zeit und Energie darauf verwenden müssen, Frauen jenseits eines gewissen Alters – teils lautstark, teils mit leichter, mehrmals auch mit richtiger Gewalt – abwehren und davon abhalten müssen, das Kind anzufassen und in seinen Haaren rumzufingern. Und die sehen das dann auch nicht ein. Viele Frauen sind so sehr an Haptik, an das Anfassen von allem und jedem gewöhnt, dass sie gar nicht in der Lage sind, das als Eingriff in die Rechte anderer oder als verboten „zu begreifen”. Das ist im Hirn irgendwo außerhalb des steuerbaren Handelns verdrahtet. Die können die Pfoten nicht weglassen. Es geht nicht. (Ich habe ja auch schon so oft beschrieben, dass der Erlebnishorizont vieler Frauen, vor allem feministischer, auf Armlänge beschränkt ist, und der seltsame Ratschlag der Armlänge Abstand wohl damit zu tun hat. Ein prägendes Element weiblicher Identität ist ohne Frage, dass der eigene Südpol noch innerhalb der Armreichweite liegt.)“

        https://www.danisch.de/blog/2020/07/21/die-dauerbeschimpfungssendung-im-zdf-die-anstalt/

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        • Dieses Phänomen ist IMHO vor allem eine Frage der Erziehung und Sozialisierung. Bei weitem nicht alle Frauen benehmen sich so übergriffig daneben.
          Dass es deutlich weniger Männer tun, liegt m.E. daran, dass sie schon bei der kleinsten Verfehlung sofort mit einem #Aufschrei oder schlimmeren Reaktionen konfrontiert werden, während solches Verhalten bei Frauen meist konsequenzenlos durchgeht.

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        • idgie13 schreibt:

          Naja, ob das jetzt frauenspezifisch ist, weiss ich nicht.
          Ich hatte in Marokko auch dauernd Hände (von Männern) an meinen blonden Haaren (zusammengezwirbelt, nicht offen getragen)

          Ich mag das Angegrabbel selber auch nicht und mach es auch nicht bei anderen. Viele denken da vermutlich einfach nicht gross drüber nach.

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  2. MartinTriker schreibt:

    Von solchen Gegebenheiten berichten leider viele Schwangere. Später wird dein Kind ungefragt getätschelt werden. Da kommt noch was auf dich zu.

    Ich frag mich nur, was in solchen Tatschern vorgeht.

    Gefällt 1 Person

  3. mijonisreise schreibt:

    Unmöglich 😡 … Genau wie dies, das Fremde sich als „Onkel“ oder „Tante“ bezeichnen oder gar selbst so von den Eltern benannt werden.
    Das Verhalten Kindern gegenüber ist übergriffiger, als man sich vorstellen kann.
    Allein schon das ungefragte Reinglotzen in den Kindrrwagen hat mich immer in Rage gebracht.
    Pass gut auf und rechne echt mit allem. Es gibt nichts, was es nicht doch gibt.

    Gefällt 4 Personen

  4. sempersolus2 schreibt:

    „Weg, Alte, du hast den bösen Blick! Aber du verhext mir nicht mein Kind! Ich dachte im Mittelalter hätte man euch alle längst verbrannt!“

    In solchen Momenten bedauere ich nichts mehr, als meine mangelnde Spontaneität. Ein Fingerzeig an die Stirn der Potentatin mit der gleichen Frage („Und was haben wir denn da?“) und der direkt nachgeschobenen, einzig möglichen Antwort darauf („Wie schade: Leider nichts!“) hätte die Situation wenigstens etwas befriedigender geklärt. Aber ich verstehe auch: So ein hutzeliges Kräuterweiblein will man auch für so eine Replik nicht anfassen. Man will von niemandem angefasst werden, schon gar nicht ungefragt, nicht wenn man schwanger ist und auch nicht sonst. Ein Mann hätte jetzt vermutlich (und vollkommen zu Recht) eine Anzeige wegen sexueller Belästigung am Hals.

    Eine Anzeige wegen Infektionsgefährdung einer Schwangeren im Angesicht einer grassierenden Pandemie ist aber auch jetzt noch drin. Die Apotheke wird die Daten der mindestens ordnungswidrig Handelnden noch haben, denke ich und aktuell infektionsgefährdendes Verhalten ist vermutlich ein Antragsdelikt. Das anzuzeigen ist nicht „Karen“, sondern meiner Meinung nach in so einer Situation absolut legitim. Wenn man solchen Megären nicht Einhalt gebietet, dann nehmen die sich noch ganz andere Sachen ´raus.

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  5. B E A N schreibt:

    Nächstes Mal: Kinnhaken verpassen und laut „CORONA!“ schreien. Kein Gericht würde dich verurteilen.

    Gefällt 3 Personen

  6. v.R. schreibt:

    Ich fürche das das alles eine reine Frauensache ist. Und zwar eine Sache von allen (fast allen) Frauen. Frauen finden Babys toll, Frauen finden Schwangerschaft „Gut und Richtig! Und Wichtig! Meine Welt!“. Und sind mit sich und diesen Themen und Phänomenen völlig und selbstverständlich im Reinen. Schwangerschaft und Baby sind allgemeines Gruppeninteresse von Frauen und ist einfach deren Ding. Und das braucht kein Mädchen erst zu lernen, keine Frau erst beigebracht zu bekommen, nein, das ist einfach da. Kann man nix gegen machen.

    Letztens, in Köln. Alter Markt. Eine pummelige junge Mutter hat auf eine Decke ausgebreitet und ihr Kind dort gewickelt. Mir schien es so, als ob sie das nicht zum ersten mal machte. Alles war parat, alles war organisiert, der Kinderwagen war überaus reichhaltig bepackt mit dem erforderlichen Kram. Und die Frau war die Ruhe selbst. Mitten in der Großstadt, mitten auf dem Alter Markt.
    Und jetzt kommts: es dauerte nicht lange, und es sassen zwei weitere Frauen daneben. Mit liebevollen Blicken guckten sie sich das Kleine an. Mit verträumten Blicken! Und gleichzeitig diskutierten sie mit der jungen Mutter ihre eigenen Erfahrungen rund ums Mutter-Werden. Keine der Frauen hat überigens das Baby angefasst. Aber die leuchtenden Augen der Frauen….
    Etwas später kamen dann noch zwei ca. 4-6-jährige Mädels dazu. Mit großem Interesse und auch zwischendrin liebevollen Blicken beguckten sie das Baby. Sie fanden das spannend! Sie stellten der Mutter dazu auch ernsthafte Fragen. Wie alt das Baby ist, ob es ein Junge oder Mädchen ist, warum es einen grünen Strampelanzug anhatte, ob die vollgeschissenes Pämpers immer so stinken würde, alles sehr ernsthaft.
    Alle, Mutter, Frauen, Mädchen, waren in diesen Momenten ausgeglichen und völlig mit sich und der Welt im Reinen. So bizarr mir das nun vorkommt: das alles war ein Bild des Friedens. Alles gut.
    Babys und Schwangerschaft sind wohl einfach Frauensache. Und Mädchensache. So selbstverständlich. Übrigens auch für die beteiligte Mutter, die alle Fragen gerne und mit sichtlichem Selbstvertrauen und Stolz beantwortete.

    Ich vermute, die übergriffige alte Dame in der Apotheke denkt, nein, fühlt, bzw. ist sich aus tiefster innerer Existenz keines Fehlers bewusst. In dem Moment, in dem sie übergriffig wurde – war sie ganz bei sich, in ihrer Welt als Frau. Ganz zuhause. Erzähl ihr, dass Deine Schwangerschaft sie nix angeht, und dass sie ihre FInger bei sich halten soll – sie wird dich wohl irritiert angucken. Und überhaupt nicht begreifen, was Du eigentlich von ihr willst!

    Ich fürchte: Deine Schwangerschaft gehört vielleicht nicht nur Dir, sondern irgendwie auch allen Frauen. Und auch den kleinen Mädchen. Die das ebenfalls rasend interessant finden.

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    • Vielleicht kannten sich ja die Frauen auf dem Markt bereits.
      Oder die Mutter hatte kein Problem, sich mit fremden Frauen zu unterhalten, sonst hätte sie sich vermutlich nicht so entspannt dort niedergelassen.

      Es ist auch ganz OK, seine Erfahrungen mit Verwandten und Freunden zu teilen. Auch respektvolle Fragen von unbekannten Personen kann man beantworten.
      Aber es existiert eine ganz eindeutige Grenze, wenn fremde Frauen einfach so angefasst werden, bloß weil sie einen Bauch vor sich hertragen.

      Ich würde niemals auf die Idee kommen, mir unbekannte Personen anzufassen. Wäre mir das nicht ohnehin selbstverständlich gewesen, hätten es mir mit Sicherheit unsere Katzen beigebracht.

      Gefällt 2 Personen

      • v.R. schreibt:

        Heute bei Alles Evolution:
        https://allesevolution.wordpress.com/2020/08/04/frauen-die-maennern-nicht-zutrauen-richtig-mit-babys-umzugehen/

        In den Kommentaren u.a. ein Mann über seine Erfahrungen:

        „„Frauen kontrollieren andere Frauen ständig. Das ist völlig irre. Als Mann gerät man da nur ab und zu in die Beobachtung.“
        Das habe ich vollkommen anders erlebt im Zusammenhang mit kleinen Kindern. Da scheint es eine selbstverständliche flächendeckende weibliche Übergriffigkeit zu geben. Das geht so weit, dass wildfremde Frauen stehenbleiben und dem Kind unverhohlen auf Geschlechtsteil und Anus glotzen, wenn du irgendwo hinterm Baum diskret dein Baby windeln musst. Da möchte ich dann am liebsten meinem Kind #aufschrei und #metoo auf den Po schreiben. Wenn du als Frau in der Öffentlichkeit windelst, bist du erheblich seltener von solch lästigen Wespen umringt.

        Egal, was ich mit dem Kind mache, immer wieder nehmen Frauen ungefragt Stellung dazu: Wenn ich meinem Kind eine Schaukel an einem stabilen Ast aufhänge, fragen sie, ob das denn auch sicher sei. Und ich Depp lasse mich immer wieder darauf ein und erkläre, dass die Schaukel locker mich mit dem vierfachen Gewicht getragen hat; anstatt sie zu fragen, ob denn ihr Fön im Bad oder gar ihr kabelgebundener Vibrator an einem Personenschutzschalter hängt.

        Und dann blasen sie dir unablässig stereotype Erziehungsratgeberphrasen ins Ohr, bewerten jede deiner Interaktionen mit deinem Kind als richtig oder falsch.

        Das ist natürlich nicht bei allen Frauen so, aber bei erschreckend vielen. Am schlimmsten ist dabei aber, dass sie das in der Regel vollkommen unreflektiert über das Maß an Übergriffigkeit machen, das damit verbunden ist. ….“

        Gefällt 2 Personen

  7. uepsilonniks schreibt:

    Reagiere bitte nicht so, wie es Feministen so tun: Klage nicht „die“ Frauen an.

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