#Blogparade zu beruflichem Erfolg //2408

Blogparaden sind selten geworden. Um so mehr freut es mich, mich mal wieder an einer beteiligen zu können. Der Internetblogger fragt, wieso manche Menschen erfolgreicher sind als andere mit gleicher Fachkompetenz.
Dies ist ein umfangreiches, vielschichtiges Thema. Die eine, monokausale Antwort darauf gibt es nicht. Deshalb werde ich mich auch auf einige wenige Aspekte beschränken, die meiner Meinung nach maßgeblich zum Erfolg beitragen.

Ein Quäntchen Glück ist sicherlich unverzichtbar. Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Der Konkurrent, der das nicht ist, hat das Nachsehen – ohne eigenes Verschulden.
Und natürlich muss man auch eine sich bietende Gelegenheit am Schopf packen ohne zu zögern – auch wenn es Risiken gibt (deren man sich selbstverständlich bewusst ist).
Auch ohne ausreichende Selbstdisziplin geht es nicht. Bei jedem Beruf gibt es auch Aufgaben zu erledigen, die keinen Spaß machen. Da muss man trotzdem durch.

Im Laufe meiner doch inzwischen langjährigen Berufserfahrung habe ich aber dann doch eine Beobachtung gemacht, was (dauerhaft) erfolgreiche Menschen von den anderen unterscheidet.
Es scheint mir im Wesentlichen eine Mentalitätsfrage zu sein. Jedem geht ja mal was schief. Die Frage ist, wie man damit umgeht.
Der Erfolgreiche analysiert die Misslichkeit ohne zu beschönigen. Er erkennt seine eigenen Fehler, Unachtsamkeiten, Irrtümer, Falscheinschätzungen, Unterlassungen und Schwächen, und gibt sie vor sich selbst zu. Er lernt daraus, und wird es das nächste Mal versuchen, besser zu machen.
Der Erfolglose sucht die Fehler bei anderen. Er findet einen Sündenbock, und fühlt sich benachteiligt, diskriminiert oder gar viktimisiert. Solche Personen gibt es überraschend viele, und es wundert mich nicht, dass sie kaum etwas auf die Reihe kriegen. Bei dieser Einstellung ist Misserfolg vorprogrammiert, und praktisch eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Alle anderen sind gegen einen. Alle anderen schauen auf einen herab, aus vermeintlichen Gründen, zu denen man nichts kann. Personen mit solch einer Einstellung arbeiten nicht an sich selbst. Sie wollen sich gar nicht verbessern. Die Verbesserung soll von außen kommen. Andere sind verantwortlich für ihren Misserfolg, niemals sie selbst.

Freilich ist angemessene Selbstkritik und das Streben nach eigener Verbesserung keine Garantie für Erfolg. Es gehört schon noch mehr dazu. Meines Erachtens ist es eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung.
Der andere Typus jedoch wird zwangsläufig keinen anhaltenden Erfolg haben, selbst wenn er hin und wieder Glück hat. Aber er steht sich mit seinem unreflektierten Selbstmitleid und Jammerei über Probleme selbst im Weg, anstatt seine Energie lieber in die Suche nach Lösungen zu investieren.


Was haben die bisherigen anderen Teilnehmer der Blogparade geschrieben?

Der Meinungs-Lemming beschreibt sein eigenes Berufsleben, in dem es mehrfach Beispiele dafür gab, wie wichtig eine gewisse Sympathie zwischen Vorgesetzem und Mitarbeiter ist. Um sinngemäß mal wieder Heiko Mell zu zitieren: „Ein guter Mitarbeiter ist der, den sein Chef dafür hält.“

Birgit erzählt auf dem Frauen-Business-Blog so ungefähr das Gegenteil von mir. Sie sieht überall Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen, behauptet, dass es am Arbeitsplatz keine Geschlechtergerechtigkeit gäbe, und versucht, dies mit längst widerlegten Mythen wie dem GPG zu stützen.
Davon distanziere ich mich. „Faber est suae quisque fortunae.“

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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6 Antworten zu #Blogparade zu beruflichem Erfolg //2408

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Das dürften dann Soft skills sein. Empathie, Charme, selbstbewusstes Auftreten, die Fähigkeit Menschen für sich zu gewinnen, das Produkt und sich verkaufen können.
    Natürlich sind Disziplin und Fleiß auch sehr wichtig

    Gefällt 1 Person

    • Es sind bestimmt eine Vielzahl von Eigenschaften unerlässlich oder zumindest förderlich.
      Aber es gibt halt auch etliche Wesenszüge, die eher hinderlich und hemmend wirken.
      Die Kombination im jeweiligen spezifischen Umfeld entscheidet über das Ergebnis.

      Liken

  2. thrillerbraut schreibt:

    Sehr schön, genauso ist es, ohne, dass ich je darüber nachgedacht hätte. Aber du bringst es auf den Punkt.
    Was bei Erfolglosen meist ebenso hinzukommt, ist der Glaube perfekt zu sein. Das geht dann natürlich einher mit der Annahme, dass immer alle anderen Schuld sind. Der Irrglaube perfekt zu sein, hindert diese Menschen sich weiterzuentwickeln. Sie bleiben auf einem Wissensstand stecken, der sich manchmal schon längst überholt hat.

    Gefällt 2 Personen

  3. Plietsche Jung schreibt:

    Ein einfaches Rezept gibt es nicht, denn die Sache ist vielschichtig.
    Es gibt Wesenskrüppel, die Karriere machen wie auch sympathische Fachleute mit Softskills. Es hängt viel vom Netzwerk nach oben ab, aber eben nicht ausschließlich.

    Ich habe schon viele Menschen erlebt, aber die meisten haben nicht durch Zufall oder Fleiß Karriere gemacht.

    Gefällt 1 Person

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