Abwehr eines unerwünschten Versprechens //2406

Ich bräuchte mal eure Unterstützung.
Meine Mutter möchte nach dem Emissionstermin herkommen, und vierzehn Tage lang (oder auch länger, wenn „du mich brauchst“) hierbleiben, um mir mit dem Baby zu helfen. Wie mache ich es ihr klar, ohne sie dabei vor den Kopf zu stoßen, dass ich das nicht möchte?

Ich will die ersten Wochen mit Baby ganz ruhig und ohne weitere Personen in der Wohnung verbringen, bis wir uns alle aneinander gewöhnt haben. Jeder andere stört dabei nur. Schon die Aussicht, dass eine Hebamme ein paar Mal in unsere häusliche Privatsphäre eindringen wird, um nach dem Rechten zu schauen (es geht mir dabei vor allem um die Nabelpflege), ist mir unbehaglich.
Mal ganz davon abgesehen, dass es auch viel zu eng für Besuch wäre. Aber meine Mutter meinte, dass es ihr überhaupt nichts ausmachen würde, so lange auf dem Sofa zu schlafen.

Versteht mich nicht falsch – ich möchte sie bestimmt nicht aus dem Leben ihres Enkelkindes fernhalten. Sie sieht die Kinder von Sabine aufwachsen, weil sie ganz in ihrer Nähe wohnen [und steht dort meiner Schwester als jederzeit bereiter, zuverlässiger Babysitter zur Verfügung]. Bei uns geht das so halt nicht. Trotzdem möchte ich durchaus, dass sie einen guten Kontakt zueinander haben.
Ich hätte mir gedacht, dass meine Eltern nach einigen Wochen, wenn bei uns alles eingeschliffen ist, und alltägliche Routine eingekehrt ist, mal auf einen (nachmittäglichen) Besuch vorbeikommen, um das Baby kennenzulernen. Aber so, wie es meine Mutter jetzt vorhat, ist es mir zu viel.
Bei jedem anderen würde ich klipp und klar Nein sagen. Bei meiner Mutter kann ich das nicht.

Ich weiß ja, dass sie es gut meint, und mir nur helfen will. Aber, ehrlich gesagt, kann sie auch verdammt anstrengend werden, wenn sie dauernd reden will. Und in meiner Wohnung ist es so eng, dass man sich nicht aus dem Weg gehen kann, geschweige denn, sich zurückziehen. Ich will doch nur einfach meine Ruhe haben alleine mit Baby und Carsten.
Wie sage ich ihr das, ohne sie zu verletzen?

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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50 Antworten zu Abwehr eines unerwünschten Versprechens //2406

  1. keloph schreibt:

    ich habe gerade gestern das erste mal meiner mutter gesagt, dass ich eine bestimmte verkürzte version meines namens als anrede nicht mag. sie fragte darauf, warum ich ihr das nicht früher gesagt hätte. und ich habe ihr gesagt, dass das für ein kind ein „schwieriges gespräch“ sei. so wie es passierte, war es ganz unverfänglich. anderes niveau, gleiches problem. am ende hilft glaube ich nur ehrlichkeit, oder du musst es durchziehen. erhlichkeit, so schwer sie sein mag, ist m. e. der königsweg.

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  2. Mia schreibt:

    Zu viel Rücksichtnahme und übertriebenes Feingefühl sind der falsche Weg. Du sollst dich ja nicht verstellen. Sag es ihr mit deinen Worten – ohne irgendwelchen Schnörkel. Du bist ihre Tochter. Sie kennt dich. Und sie wird es verstehen.

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  3. Christian_who schreibt:

    Ich würde ihr es ganz ehrlich, exakt so wie Du es hier geschrieben hast, sagen. Ich glaube, sie wird es verstehen. Das ist ein ganz natürliches Bedürfnis von Dir. Auch eine Mutter und auch ein Vater, muss doch erst einmal das Kind kennen lernen.

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  4. idgie13 schreibt:

    Das ist eine schwierige Situation. Ich denke, ich würde es auch mit Ehrlichkeit versuchen.
    Allenfalls kannst Du es so verpacken, dass Du unheimlich schwer mit Veränderungen zurecht kommst und da keine zusätzlichen Menschen / Veränderungen erträgst – egal wie gut es gemeint ist. Quasi ein „es ist mir zu viel“ in nett verpackt.

    (Ich kann z.B. nicht ohne Rückzugsmöglichkeit in ein eigenes Zimmer mit jemandem zusammenleben, obwohl ich durchaus gesellig bin und gerne Menschen um mich rum hab.)

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    • Als ich noch alleine in der Wohnung wohnte, hatte ich viel Platz. Zu zweit dann mit Carsten war’s OK. Ich hatte ja noch mein Arbeitszimmer als Rückzugsraum, und am Wochenende konnten wir uns im Landhaus ausbreiten.
      Zu dritt wird es eng (wir würden ja gerne eine der angrenzenden Wohnungen mitübernehmen, sieht aber momentan zweifelhaft aus). Und mit noch einer vierten Person fällt mir dann erst recht die Decke auf den Kopf.

      Wir hatten ja erwogen, die erste Zeit im Landhaus zu verbringen, weil da mehr Platz ist.
      Da käme ich mir aber völlig von der Welt abgeschnitten vor, könnte nicht einmal auf die Schnelle etwas einkaufen oder erledigen.

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  5. ednong schreibt:

    Puh, ich würde auch zur Ehrlichkeit neigen. Die hat ja schließlich später auch was davon, wenn du ausgeglichen bist…

    Ich würde ihr sagen, dass du etwas abweichende Vorstellungen hadt. 4 Wochen für dich und das Baby planst ohne irgendeinen Besuch. Das es dir zu eng ist mit so vielen Personen in der Hütte. Und daß das alle betrifft, nicht nur sie.

    Und stelle ihr den Besuch danach in Aussicht. Wenn sich alles eingepegelt hat. Dass ihr dann alle auch viel entspannter seid.

    Nimmt sie das dann immer noch persönlich – dann ist das eben so. Ist dann ihr Ding.

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    • Eine konkrete Einladung für einige Wochen später aussprechen .. hm .. das wäre vielleicht eine Möglichkeit.
      Ändert aber nichts an der Beengtheit in der Wohnung.
      Vielleicht sollte ich ein gemeinsames Wochenende im Landhaus vorschlagen. Dann könnte auch mein Vater mitkommen. Dort ist genug Platz.
      Ja, das erscheint mir zumindest eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit zu haben.

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      • ednong schreibt:

        Landhaus wäre vielleicht sogar besser. Mit Übernachtung am WE. Und Abholen und Bringen – zumindest vom /zum Bahnhof.

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      • idgie13 schreibt:

        Das finde ich sogar eine richtig gute Lösung. Ich drück Dir die Daumen, dass sie die annehmen.

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      • carnofis schreibt:

        „Eine konkrete Einladung für einige Wochen später aussprechen .. hm .. das wäre vielleicht eine Möglichkeit.“

        Ednongs Idee war mir auch eingefallen.
        Man muss die bittere Medizin mit Zucker verabreichen, dann wird sie bereitwilliger genommen 😉
        Und die Einladung für später würde ich unkonkret halten, sonst erwischst Du vielleicht eine Phase, wo Du sie noch weniger gebrauchen kannst, als nach der Geburt.

        Ich war da mit meiner Mutter echt gesegnet. Die sagte nur: „Wenn ihr Hilfe braucht, sagt Bescheid“. Ansonsten hatte sie sich nie aufgedrängt. Wir brauchten nie Hilfe, aber die Jungs haben ihre Oma gern besucht.

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        • Hm .. einen ungefähren Zeitbereich muss ich schon nennen (ich schätze so 6 bis 8 Wochen p.p. dürften OK sein), sonst wirkt die Einladung zu unspezifisch.
          Wir haben ja manchmal auch noch andere Wochenendtermine, die wir damit in Einklang bringen müssen.
          Im Notfall hätten meine Eltern sicher dafür Verständnis, den Besuch zu verschieben, aber auf einen festen Termin könnten sie sich schon lange vorher freuen.

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          • carnofis schreibt:

            Ja, so meinte ich es auch.
            Nur eben nicht: „Verschieben wir es auf das Wochenende Anfang August“.
            Da ist es besser: „Lass uns Anfang August mal telefonieren und weiter planen“.

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    • ednong schreibt:

      Korrekturpost:
      Sie hat ja schließlich …
      … Vorstellungen hast .
      Dass es dir zu …

      Diese vermaledeite Autokorrektur .

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  6. Alex ii schreibt:

    Unterschätze nicht die Belastung, um alles in den Griff zu bekommen

    Beliebig blödes Beispiel : ein brot zu schmieren, während man mit beiden Händen das Kind hält ist nicht einfach.

    Platz kann ein Argument sein, aber evtl ist es am Land auch schön.

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    • Dann werde ich mir wohl ein paar zusätzliche Arme wachsen lassen müssen.

      Ernsthaft – früher oder später werde ich eh alleine mit dem Kind zurechtkommen müssen. Je eher ich das lerne, desto besser.

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    • Die Mathematikerin schreibt:

      Man kann sich das Baby vor den Bauch schnallen und hat wunderbar die Hände frei. Wenn es Zwillinge oder Drillinge wären, würde ich es ja noch verstehen, aber EIN Kind? Anne scheint doch gut organisiert zu sein, Carsten hat bereits Kinder groß gezogen – das kriegen die doch hin.

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  7. Die Mathematikerin schreibt:

    Noch zwei Ideen
    1. mal bei deiner Schwester andeuten, dass du da in einem Dilemma steckst und nicht weißt, wie du es eurer Mutter „schonend“ beibringen sollst. Wenn das eurem Verhältnis entspricht, kann sie es vll en passant eurer Mutter sagen – so ist der Boden schon etwas bereitet…
    2. Sie meint ja, du bräuchtest HIlfe. Anstatt zu sagen, dass du ohne sie zurecht kommst (was ich übrigens glaube, so komplex ist das mit Babies in den ersten Wochen nicht, die schlafen ja fast die ganze Zeit) ihr erzählen, wie du dich organisierst – und im Zweifel was erfinden: die Hebamme, die jeden Tag käme (gibt es), Carsten, der frei nimmt oder home-office macht, die Haushaltshilfe, die jeden Tag kocht, die Nachbarin, die sich angeboten hat, Einkäufe zu erledigen…

    Und wenn ich das noch sagen darf: Ich kenne keine einzige Frau, bei der die Mutter nach dem „Emissionstermin“ ins Haus eingezogen ist. Ausnahme: Vater abwesend oder seine Unterstützung aus kulturellen Gründen nicht erwünscht. Beides trifft ja wohl nicht zu. 🙂 Im Gegenteil: Vom Zweiertupel zum Tripel zu werden ist ein besonderer Moment, den würde ich mit keiner weiteren Person teilen wollen!

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  8. Plietsche Jung schreibt:

    Tja, ein kleines Dilemma. Aber keines, an dem eure Beziehung zerbricht.
    Sag es ihr, dass du die Ruhe und die Zeit zum Eingrooven brauchst und sie anrufst, falls du Hilfe brauchst.

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  9. blindfoldedwoman schreibt:

    Sie wird Dich ja im Krankenhaus besuchen und dabei den neuen Erdenbürger begrüßen können. Ansonsten schließe ich mich den Tipps an.

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