Verwirkungen //2395

Neulich habe ich mich mal wieder mit einem Kumpel unterhalten, der bei einem Institut, das bestimmte technische Schulungen anbietet, als Trainer arbeitet.
Seit Mitte März ist der Schulungsbetrieb ausgesetzt. Die Mitarbeiter haben die Zeit vor allem damit verbracht, bestehende Schulungsunterlagen zu überarbeiten, CBTs zu erstellen, neue Seminarthemen vorzubereiten, und nicht zuletzt mit eigener Weiterbildung. Aber inzwischen laufen sie auf dem Zahnfleisch.
Gerne würden sie wieder Kurse anbieten, aber solange die Hotels geschlossen sind, hätten die Teilnehmer keine Chance, in der Gegend zu übernachten. Und nur für diejenigen Teilnehmer, die in akzeptabler Entfernung wohnen, lohnt sich kein Lehrgang.
Normalerweise kommt knapp die Hälfte der Teilnehmer aus Deutschland. Um zumindest halbwegs mit dem Betrieb zu beginnen, müssten Übernachtungsmöglichkeiten verfügbar sein. Für die internationalen Teilnehmer müssten nicht nur die Grenzen wieder offen sein, sondern auch ein zuverlässiger Flugbetrieb gewährleistet. Erst dann kann dieses kleine Institut wieder loslegen.
Mal ganz abgesehen von der notwendigen Planung. Schulungen werden normalerweise etwa ein halbes Jahr vorher angekündigt. Dann haben Interessenten Gelegenheit, sich anzumelden. Selbst wenn sich das Procedere beschleunigen ließe, bzw. ausgefallene Lehrgänge kurzfristig nachgeholt würden, ist eine Normalität noch weit entfernt.

Tja, das war einer der Texte, die ich bereits vor einigen Wochen geschrieben, aber nicht gleich veröffentlicht hatte. Inzwischen ist die Lage so nicht mehr ganz aktuell. Meines Wissens besteht inzwischen wieder eine vage Planung, dass es noch irgendwann im Juni mit Präsenzbetrieb losgehen soll, wenn auch in erheblich kleinerem Rahmen als sonst und mit entsprechenden Einschränkungen.
Ich hatte überlegt, diesen etwas obsoleten Eintrag ganz wegzulassen und wieder aus meinen Entwürfen zu löschen. Aber momentan gibt es so wenig bloggenswertes, dass man auch mal über den eigenen Ereignishorizont hinausschauen kann.

In unserer Firma geht es mittlerweile auch wieder in Richtung Normalität – oder sagen wir besser Neonormalität. Nach wie vor gibt es keine Geschäftsreisen, kaum persönlichen Kontakt zu Geschäftspartnern und auch interne Besprechungen sind auf ein Minimum reduziert.
Immerhin scheint es, als ob wir glimpflich davonkommen, auch wenn die Umsätze schon stark eingebrochen sind. Aber die Ultima Ratio ist wenigstens erst mal vom Tisch.
Nicht alle Unternehmen hatten so viel Glück, und so sieht es jetzt aus, als ob es demnächst einen Standort 7 geben wird (als ob die Expansion nicht schon adiabatisch genug wäre).

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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7 Antworten zu Verwirkungen //2395

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Noch mehr Arbeit?
    Ihr werdet bald eine Familie sein. Sollte man da nicht eher etwas zurückfahren? Ab wann will Carsten eigentlich kürzer treten? Mit 60 sollte man das schon im Blick haben.
    Mir scheint der ursprüngliche Plan verkehrt sich ins Gegenteil.

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  2. ednong schreibt:

    Wow. Ihr seid ja fleißig am aufkaufen.

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  3. Pingback: Die blonde Witwe //2417 | breakpoint

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