Familienplanungsroulette //2370

Wieder einmal weiß ich nicht, wie ich den Blogeintrag anfangen soll.
Eigentlich bin ich mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt darüber bloggen, oder das Thema komplett aus meinem Onlineleben als Anne Nühm heraushalten soll.
Aber da ich bereits Andeutungen gemacht habe, und irgendwie schon das Bedürfnis habe, mich diesbezüglich mitzuteilen .. also sei’s drum:

Vor seiner Vasektomie hatte Carsten ein paar Spermienproben einfrieren lassen.
Ich hatte mir ja mal einen Aprilscherz erlaubt, dass wir die Proben nutzen wollen, um ein gemeinsames Kind zu zeugen.
Seither ist wieder einige Zeit vergangen. Ich bin ein paar Jahre älter geworden, und ich höre die biologische Uhr ticken.

Wie dem auch sei – mit Anfang Vierzig war es die letzte Chance. Die Aufbewahrung der Spermienproben war sehr teuer, und noch länger hätte es keinen Sinn gemacht, sie noch aufzuheben.
Carsten und ich hatten uns daher entschlossen, sie einzusetzen, und zwar ergebnisoffen: entweder es klappt oder eben nicht. Beides wäre von uns akzeptiert worden. Die Chancen erschienen in meinem Alter, ehrlich gesagt, ohnehin bereits recht gering, so dass ich davon ausging, dass vermutlich eher nichts daraus werden würde (zumal wir dann einige Probleme mit der Kühlung hatten, was einige .. äh .. kurzweilige Momente verursachte).
In gewisser Weise sehe die Angelegenheit auch als wissenschaftliches Experiment, und es ist bestimmt meine letzte Chance, meine Gene doch noch weiterzugeben (wenn auch nur zur Hälfte).

Wir nutzten unseren Winterurlaub, um zwischen Weihnachten und Silvester an aufeinanderfolgenden Tagen die aufgetauten Proben aufzubrauchen. Carsten injizierte sie mir jeweils mit einer Spritze – entweder unmittelbar nach dem Stoßverkehr oder wir unterbrachen dafür.
Ich weiß, dass dieses Vorgehen die Empfängniswahrscheinlichkeit nicht optimiert, aber wir legten es ja gar nicht unbedingt darauf an, und wir hatten nur diese einzelne fruchtbare Woche mit ausreichend Zeit und Muße.

Tja .. was soll ich sagen. Factum est.
Beschwerden hielten sich bisher in Grenzen. Zeitweise war mir übel, so dass ich erbrechen musste. Unmittelbar darauf konnte ich aber schon wieder essen. Dann gab es mal ein paar Tage, an denen ich alle paar Minuten auf die Toilette musste, aber auch das hat sich gegeben. Ein paar Wochen lang war ich andauernd nur müde, wollte nur noch ins Bett, was aber nicht bedeutete, dass ich besonders gut geschlafen hätte. Einige Male hatte ich einen extrem starken Speichelfluss, so dass ich mit Schlucken nicht nachkam, und stattdessen spucken musste – auf die Straße, oder in jedes beliebige Gefäß, das ich gerade in Reichweite hatte. Und mit niedrigem Blutdruck und Anämie hatte ich auch sonst schon immer Probleme. Aber Leute, es ist wunderbar, nicht mehr monatlich bluten zu müssen!
Ziemlich überrascht hat mich, dass ich nie eine Toxoplasmose-Infektion mitgemacht hatte. Dabei hatte ich in meiner Jugend viel und intensiven Kontakt mit Katzen.
Wusstet ihr, dass eine Schwangerschaft aus obstetrischer Sicht schon etwa zwei Wochen vor der Zeugung beginnt? Das ist so, als ob in der Schrödingerkiste noch gar keine Katze vorhanden wäre, aber bereits über Leben und Tod spekuliert wird.

Aufgrund früherer Erfahrungen werde ich nicht mehr über die Schwangerschaft schreiben. Es reicht, dass ich mindestens alle zwei Wochen zum Gynäkologen muss, da es meines Alters wegen eine Risikoschwangerschaft ist. Bisher waren die Untersuchungsergebnisse aber immer bestens.
Inzwischen bin ich aber über die ersten, instabilen Monate hinaus, so dass ich es nicht mehr geheimhalten muss, weil ja noch leicht etwas schief gehen könnte. Meinen Eltern werde ich es erzählen, wenn wir sie in ein paar Wochen besuchen (so ist das zumindest geplant, aber aktuell weiß man ja nie ..).
Noch passe ich in die meisten meiner Kleider, und man sieht es mir noch nicht an. Teilweise spannen die Röcke aber schon ein wenig über dem Bauch.
Geburtsvorbereitung kann ich voraussichtlich als Online-Kurs machen – wenn es schon sein muss.

In der ersten Zeit, solange ich stille, werde ich mich vornehmlich um das Kind kümmern. Solange es in einem Bettchen oder Laufstall bleibt, kann ich es mit ins Büro nehmen. Das ist der Vorteil, wenn man Chefin ist.
Später muss Carsten zunehmend ran. Unsere Roadmap bezüglich der Geschäftsübergabe werden wir wohl beschleunigen. Zu zweit werden wir es schon schaffen, unsere Termine passend einzuteilen und zu koordinieren.

In unserer Wohnung wird es zu eng werden. Ich möchte mein Arbeitszimmer nicht aufgeben, noch möchte ich auf’s Land ziehen. Ich will überhaupt nicht umziehen, denn die Entfernung zur Firma und zur Stadtmitte ist einfach ideal. Zudem ist es für diese zentrale Lage sehr ruhig, worauf Carsten wert legt. Da würden wir nichts besseres finden, das außerdem noch mehr Platz bietet. Vor einem Umzug graust es mich eh.
Carsten will also versuchen, eine der angrenzenden Wohnungen (drunter, drüber, nebenan) zu kaufen, so dass wir zwei Wohnungen miteinander verbinden können. Es scheint aber schwieriger zu werden als damals bei Herrn Dumkowski, weil nach einer ersten Anfrage keiner der Eigentümer verkaufen will. Wir werden sehen.

Ich werde das Thema weitgehend aus dem Blog heraushalten, höchstens ausnahmsweise mal erwähnen, wenn es wirklich etwas außergewöhnliches gibt. Wenn das Baby kommt, entspricht mein Alter in Kalenderjahren der Antwort. Das ist eine gute Zahl. Mit Carsten zusammen kommen wir in Summe auf ein komplettes Jahrhundert.
Ihr braucht keine Angst zu haben, dass mein Blog zum Muttiblog mutiert. Hier möchte ich das nicht näher thematisieren. Vielleicht – aber nur, falls ich etliches wirklich unbedingt zeitnah loswerden muss – werde ich dies in einem anderen Blog tun, der nicht mit diesem hier verknüpft wird. Das wird sich zeigen.
Und wenn es dann im hiesigen Blog weniger zu veröffentlichen gibt, dann ist das eben so. Ich muss mein Kind schützen. Das hat oberste Priorität.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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27 Antworten zu Familienplanungsroulette //2370

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch! Du wirst sehen, es wird alles ändern.

    Gefällt 1 Person

  2. Christian_who schreibt:

    Jetzt hast Du es zum ersten mal geschafft mich fassungslos zu machen.
    Ich wünsche Dir, Carsten und dem Kind was in Dir wächst alles Glück der Erde.
    Herzlichen Glückwunsch Anne.

    Gefällt 2 Personen

  3. B E A N schreibt:

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

    Gefällt 2 Personen

  4. ednong schreibt:

    Ich griene hier grad kräftig in mich hinein. Ich werd wohl irgendwann mal die Suche – ach ne, die Kommentatorennamen sind ja damals auch verloren gegangen …

    Ich hoffe inständig, ich bekomme mit, wie dann das Muttiblog heißt. Ich würd nämlich ob der Veränderungen zu gern weitergrienen …

    Gefällt 3 Personen

  5. Mia schreibt:

    Da bin ich aber von den Socken. Du willst tatsächlich Mutter werden – mit all den Unannehmlichkeiten, die das Schwanger- und Mutter-Sein so mit sich bringt. Thumbs up!

    Gefällt 1 Person

  6. MartinTriker schreibt:

    Wow. Alles Gute! Und herzlich Willkommen im Esoterik-Zirkel 😁 Du wirst dich wundern.
    Verlass dich nicht drauf das du viel Ruhe haben wirst zum Arbeiten. Das Baby wird dich auf Trab halten. Mit dem Umzug oder vergrößern der Wohnung könnt ihr euch aber Zeit lassen. Es wird Jahre dauern, bis es ein eigenes Zimmer braucht.

    Gefällt 1 Person

  7. claudius2016 schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch! Dann mal viel Erfolg als Mutter.

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  8. Leser schreibt:

    Hui. Einen Tag nicht vorbeigeschaut (weil ja momentan eh weniger Blogartikel erscheinen), da kommt so ein Hammer. Na dann kann ich nur alles Gute wünschen, möge das Baby als gesundes Menschlein auf die Welt kommen!

    Gefällt 2 Personen

  9. Murdoch schreibt:

    Glückwunsch!

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  10. Die Mathematikerin schreibt:

    Glückwunsch – das hätte ich nicht erwartet. Ich empfehle übrigens ambulante Entbindung im Krankenhaus – und dann sofort nach Hause, Habe ich 2x gemacht, beste Entscheidung ever. Keine nervigen Zimmernachbarinnen, Säuglingsschwestern, Besucher…. https://www.baby-und-familie.de/Geburt/Die-ambulante-Geburt-im-Krankenhaus-524515.html
    Finde das passt zu dir 🙂

    Gefällt 2 Personen

  11. Wol Sche schreibt:

    Lange nicht in Deinen Blog geschaut und dann diese Nachricht. Herzlichen Glückwunsch.
    😸

    Gefällt 1 Person

  12. Pingback: Tag der Verkündigung //2381 | breakpoint

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