RequiesCat //2363

Die folgende Begebenheit hatte bereits vor einigen Wochen (noch bevor Corona zum alles beherrschenden Thema wurde) stattgefunden. Ich hab‘ es nur nicht früher über mich gebracht, darüber zu bloggen.

Jeden Samstag fährt ein Bäckerauto zu bestimmter Uhrzeit in das Dorf. Dort kann man sich anstellen, um Brot oder Kleingebäck zu kaufen.
Normalerweise vermeide ich ja hinzugehen, aber dieses Wochenende hatten wir vergessen, aus der Stadt genügend Brot mitzubringen (solche Ärgerlichkeiten passieren manchmal, seit wir keine Haushälterin mehr haben). Statt in den nächsten größeren Ort zu fahren, ging ich halt zur nächsten Stelle, an der das Bäckerauto halten würde.
Es warteten noch eine Handvoll Personen aus dem Dorf, darunter Frau Faber (die Frau eines Handwerkers), die ich schon geraume Zeit nicht mehr getroffen hatte.
Ich begrüßte sie also. Nach zwei Sätzen über das Wetter und ein anderes rein lokales Thema fragte ich sie, wie es ihrer Katze Minka ginge.
Da erzählte sie, dass Minka im letzten Herbst von einem fremden Hund gerissen worden war. Sie selbst hätte den Hund noch gesehen, bevor er wegrannte, aber ihr Eingreifen sei zu spät gewesen, um Minka zu retten. In ihren Augen standen Tränen.
Mein Magen krampfte sich zusammen. Mir wurde schwindelig. Hätte ich mich nicht an die Mauer hinter mir lehnen können, wäre ich wohl umgekippt.
„Das tut mir sehr leid“, stammelte ich.
„Mein Mann will ja wieder eine neue Katze“, fuhr Frau Faber fort, „aber ich nicht. Noch einmal könnte ich so etwas nicht ertragen.“
Ich wusste nicht, was ich noch hätte sagen können. Die Ankunft des Bäckerautos enthob mich einer Antwort. Frau Faber war die erste in der Schlange gewesen und gab ihre Bestellung auf.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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6 Antworten zu RequiesCat //2363

  1. Mia schreibt:

    Du bist aber leicht aus der Balance zu bringen. 😉

    Einen ähnlichen Vorfall hatte ich persönlich mal miterlebt: Bei uns in der Nähe gibt es eine Art Metzgerei-Hofladen mit angrenzendem Wohnhaus der Hofladen-Inhaber. Dort kaufen wir hin und wieder ein. Auf dem Hof leben auch drei Rottweiler, die auf‘s Wort hören, aber nicht angeleint sind. Ich kenne die Hunde seit sie Welpen waren, und bis zu diesem Tag gab es nie irgendwelche Zwischenfälle.
    Na jedenfalls war ich im Begriff, den Laden zu betreten, als eine Katze durch das Tor marschierte. Sie sah die Hunde, stoppte kurz, lief dann aber voller Selbstüberschätzung und falschem Stolz weiter in den Hof, was ihr zum Verhängnis werden sollte. Die drei Rottweiler sahen die Katze, hielten drauf zu und ehe man sich versah, stürzten sie sich auf sie, und die Katze war hin. Das war eine Sache von Sekunden. Die Hunde haben sie regelrecht zerfleischt. Von ihr blieb nicht mehr viel übrig und war als das, was sie ursprünglich mal war, nicht mehr zu erkennen. Kein schöner Anblick. Glücklicherweise musste sie nicht leiden. Aber was soll man sagen? Selbst Schuld.

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  2. Leser schreibt:

    Sowas ist immer traurig, wenn ein geliebtes Familienmitglied, auch ein 4-beiniges, gehen muss. Am besten von allen Leuten, die ich kenne, verwindet das noch eine befreundete Familie (auch mit Haus und Garten auf dem Land – oder zumindest in einer sehr kleinen Stadt). Die haben zwischen 3-5 Hunde (und eine Hundeschule) und zugleich 4-6 Katzen (wobei der eine Kater sich entschieden hat, mehr im Nachbarhaus zu leben, der kommt lediglich nachts mal zum Fressen vorbei). Ich kenne die schon seit über 10 Jahren, und habe schon mehrere Hunde und Katzen gehen und neue kommen sehen, auch vom Tierschutz und ähnliches. Es ist immer traurig, aber das Leben geht weiter. Und bisher ist weder ein Hund durch die Handlungen einer Katze, noch eine Katze durch die Handlungen eines Hundes gestorben – alle haben genügend Platz, sich in der Wohnung oder im Garten aufzuhalten und kommen miteinander aus, kennen sich, respektieren sich und gehen sich auch mal aus dem Weg, wenn sie keine Lust aufeinander haben (interagieren aber durchaus auch miteinander, auch körperlich nah, ohne dass es Stress gibt). Ein Haushalt voller Dynamik und Leben (erst recht, seit auch noch der kleine Sohn da ist, der inzwischen schon gar nicht mehr so klein ist)!

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Kann ich gut nachvollziehen.
    Mit der Leinenpflicht sieht man es wohl nicht so ernst, oder ?
    Oder gibt es gar keine ?

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  4. Pingback: Zwitschereien von vor Ostern //2469 | breakpoint

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