General Projection Fault //2358

Hin und wieder hatte ich die Webdienste auf meinem Server erwähnt.
Es gibt da immer wieder mal Probleme, sei es durch Updates, Inkompatibilitäten oder was auch immer. Bisher gelang es mir dann jedesmal (wenn teilweise auch erst nach deutlicher Zeitverzögerung), die Dienste wieder zum Laufen zu bringen.
Als ich neulich etwas ausprobieren wollte, fiel es mir siedheiß ein, dass zumindest ein bestimmter Dienst nicht DSGVO-konform ist. Also habe ich den erst mal auf Eis gelegt. Es wäre zwar machbar, ihn datenschutzrechtlich wieder einwandfrei hinzukriegen, aber ich scheue den Aufwand. Schließlich kostet es mich Zeit, und bringt mir im Endeffekt keinen Vorteil.
Über viele Jahre hinweg habe ich meine Softwareprodukte entwickelt und ausgebaut. Und jetzt werden es nach und nach immer weniger, die ich noch anbieten kann – sei es aus rechtlichen, technischen oder sonstigen Gründen.

Apropos DSGVO – nervt es euch nicht auch, wenn ihr auf einer Webseite nur mal schnell eben etwas nachsehen wollt, ihr vorher aber detailliert erst alle möglichen Zustimmungen geben müsst, bevor ihr etwas zu sehen kriegt? Und ihr habt eigentlich gerade gar keine Zeit für den Schei?, und um erst alle einzelnen Optionen durchzugehen und ggf. ausdrücklich abzuwählen. Dann klickt ihr halt auf die pauschale Gesamteinwilligung, nur damit es weiter geht.
Ich glaube, durch die DSGVO lassen sich viel mehr unnötige Datenabgriffe einschleußen, als es vor ihrer Gültigkeit der Fall war. Das „Kleingedruckte“ hat schon vorher kaum jemand gelesen. Durch die Zunahme der Menge an eigentlich irrelevantem Kleinkram kann das jetzt praktisch niemand mehr, und wesentliche Eingriffe in die Privacy lassen sich so viel leichter verstecken.

Aber mein kleiner Webservice, der seinen Nutzern tatsächlich einen Vorteil gebracht hat, und dessen übertragene Daten ich zwar temporär gespeichert, aber nie verwertet habe, muss aufgrund von Überregulierung seinen Dienst einstellen. Schließlich möchte ich keine Abmahnung riskieren.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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11 Antworten zu General Projection Fault //2358

  1. keloph schreibt:

    ja, mich nervt das auch. und wenn man sich mal die mühe macht und einsteigt ist man baff, was da alles einzeln passiert.

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  2. desideropacem schreibt:

    Es freut mich zu sehen, dass ich nicht die einzige bin, die das nervt. Man sucht eine Information und wird vorher erstmal mit allen möglichen Dinge zugeschmissen, durch die man sich erstmal durchklicken muss, um dann vielleicht am die Informationen zu kommen. Ich bezweifle, dass das wirklich der Sinn des Internets ist. Ich habe mal irgendwann gelesen, dass solle unsere Leben vereinfachen …😶

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    • Die rechtlichen Bestimmungen machen es Anbietern von Webdiensten nicht leicht. Durch die kleinste Unachtsamkeit befindet man sich da schon in der Gefahr einer Abmahnung. Deshalb verstehe ich es gut, wenn man sich absichern will.

      Aber es gibt halt auch etliche Anbieter, die Werbung schalten wollen, oder aus den Daten der Nutzer Profit schlagen. Das nimmt überhand, und ist durch die DSGVO nicht besser geworden, da man als Nutzer praktisch genötigt ist, die Datennutzung auch noch explizit abzusegnen.

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      • quasimodo4884 schreibt:

        oder man lehnt konsequent ab – dann nimmt das auch automatisch ab. Wenn aber alle, wie bisher nach dem Motto „machen doch alle“ handeln, dann hast Du recht, dann ist es nur nervig.

        Übrigens Abmahnungen sind kaum möglich, da die einzigen die Buußgelder verhängen können/dürfen die Aufsichtsbehörden für Datenschutz sind. Der Betroffene kann seine Schadensersatzansprüche gerichtlich durchsetzten, dabei bleibt aber die Frage „was für ein Schaden ist denn entstanden und wie hoch ist der?

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  3. quasimodo4884 schreibt:

    Ich persönlich ärgere mich eher, dass die Vorgaben zur Abwahl der Cookies (und um diese geht es hier im Beitrag) nicht so umgesetzt ist wie es sein sollte:

    1. ein Klick zur Bestätigung dass keine Gesetzt werden (ich weis, das wollen die SEO-Manager nicht hören/lesen) –
    und wer will,
    2. den Dingern zustimmen indem man alle (einzeln) bestätigen muss.
    Wenn das sauber und DSGVO und EUGH konform umgesetzt ist dann ist das auch nur ein klick.

    Gefällt 2 Personen

    • Das Problem mit den Cookies ist, dass man sie, um sich zu merken, ob man sie speichern darf, speichern müsste.
      Wer das also ablehnt, wird immer wieder mit der Frage behelligt.
      Dabei sind gerade Cookies eigentlich ziemlich harmlos – Alternativen zu ihnen oftmals weit weniger.

      Bei meinem genannten Webdienst hatte ich bisher auf Cookies verzichtet.
      Es könnte aber sein, dass ein Nutzer personenbezogene Daten zur Weiterverarbeitung postet. Dann müsste ich ihn darauf hinweisen und bräuchte seine Einwilligung. Das ließe sich am datenschonensten mit Cookies realisieren ..
      Irgendwie beißt der Hund sich in den Schwanz.

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  4. ednong schreibt:

    Ja, die Cookies …
    Ist wie mit den Einträgen im Pólizeilichen Führungszeugnis.

    Gibt es kein Eintrag, steht dann da unter Einträge „Keine Einträge“. Streng genommen ist jedoch auch das ein Eintrag, mMn.

    So ja auch bei den Cookies. Willst du sie nicht, musst du das „Nicht-Wollen“ ja auch irgendwie speichern. Und das wiederum als Cookie …

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    • So ist es. Bloß dass du das Nicht-Wollen eben nicht speichern darfst.
      Deshalb jedesmal auf’s Neue die gleiche Frage, bis der Besucher zähneknirschend letztendlich doch zustimmt.

      Und auf dem Server darfst du erst recht keine personenbezogenen Daten speichern (es sein denn der Nutzer hat ausdrücklich zugestimmt, was du aber als Diensteanbieter dann auch wieder dokumentieren und nachweisen können musst).

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  5. Pingback: Zwitschereien von vor Ostern //2469 | breakpoint

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