Tagebuch gegen das Vergessen //2324

Im Laufe der Zeit habe ich schon viele meiner Erinnerungen aus Kindheit, Jugend und Studium verbloggt.
Wenn ich einige davon jetzt wiederlese, habe ich skurrilerweise einen Teil davon praktisch vergessen. Kann das schon das Alter sein? Aber es heißt ja, dass alte Menschen zwar kürzliche Begebenheiten leicht vergessen, was lange zurückliegt, aber noch wissen.
Es scheint tatsächlich so, als habe ich diese Erinnerungen in schriftlicher Form in mein Blog ausgelagert, um sie im Speicher meines Gehirns streichen zu können – das Blog als digitales Archiv.

Auch bei Erlebnissen, die jüngeren Datums sind, stelle ich den Effekt fest. Es ist schon gut, ein Blog zu haben, in dem ich auch Einzelheiten dokumentieren kann, so dass ich sie mir nicht selbst so detailliert merken muss. Wenn ich frühere Einträge lese, ist das bisweilen wirklich erhellend.
So ein Web-Tagebuch ist halt öffentlich jedem zugänglich. Das hält mich häufig ab, bestimmte konkrete Themen zu bloggen, so dass das Blog keinen Anspruch haben kann, ein vollständiges Protokoll zu sein. Auch bei manchen Themen, über die ich früher (in aller Vorsicht) gebloggt habe, muss ich mich inzwischen stärker zurückhalten.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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10 Antworten zu Tagebuch gegen das Vergessen //2324

  1. Rick schreibt:

    Aber weil du annenühm blogst kannst du Sachen rein schreiben, die Leute die nicht annenühm blogen nicht können.

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    • Im Prinzip schon.
      Aber im Laufe der Jahre habe ich so viele Informationen gegeben, dass nicht mehr viele Puzzleteile fehlen, um daraus ein identifizierbares Bild zusammensetzen zu können. Gerade die letzten Puzzleteile muss ich unbedingt zurückhalten.

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      • Leser schreibt:

        Ich hab mir ja vor etlichen Jahren mal den Spaß gemacht, zu suchen, wer Du im wirklichen Leben sein könntest. Ohne jedoch in solchen Recherchesachen sonderlich gut zu sein, bzw. habe ich dies nur äußerst halbherzig unternommen, und dementsprechend auch nichts herausgefunden. Außerdem respektiere ich ja Deine Annenühmität auch vollkommen. Stell Dir vor, Du würdest nicht in NichtImSauerland leben, sondern in einer ostdeutschen Kleinstadt leben, dann wäre Dein Unternehmen wahrscheinlich das einzige weit und breit in dieser Ansiedlung und entsprechend leicht zu finden. Was hier zum Glück nicht so einfach möglich ist.

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  2. keloph schreibt:

    willkommen im club 😉

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  3. Mia schreibt:

    Das ist der Nachteil eines öffentlichen Tagebuchs: Man kann nicht alles hineinschreiben bzw. man muss Begebenheiten umschreiben, sich Dinge ausdenken. Das kann auf Dauer anstrengend sein.
    Andererseits hat man die Reaktionen der Leser auf sein Geschriebenes. Was man bei einem „richtigen“ Tagebuch wiederum nicht hat und auch nicht will.
    So hat alles seine zwei Seiten. Man muss halt wissen was man möchte.

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Du kannst es mir auch ins Ohr flüstern …… *psst*

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  5. Leser schreibt:

    Mir geht es ähnlich, dass ich manchmal Dinge erinnere, die ich praktisch vergessen glaubte, aber irgendwas, ein Sinneseindruck meist, oder ein Gedankenfetzen von jemand anderem, reizt die Erinnerung daran wieder, und dann ist es wieder da, obwohl ich es seit Jahren vergessen glaubte. Das ist ein wirklich interessantes Phänomen.

    Bzgl. Annenühmität mach Dir mal keine Illusionen, solange Du nicht mindestens über ein VPN speziell für Paranoiker (sprich, keinerlei logging) oder über TOR auf Dein Blog zugreifst, dürftest Du von den Konzernen, die hinter allen möglichen Webservices stehen, bereits identifiziert worden sein, wenn z.B. von derselben IP ein Login bei einem Anbieter wie Microsoft, Amazon o.ä., wo man sich mit seinem Klarnamen registrieren muss, weil man ja evtl. auch etwas kaufen will, stattfindet, kann man sicher davon ausgehen, dass die Firmen diese Daten untereinander abgleichen. Bzw. es gibt Datendienstleister, die sowas machen, indem sie die Daten der Unternehmen ankaufen, um derartige Korrelationen zu finden…

    Natürlich ist das für „Joe Shmoe“ nicht zugreifbar, und deshalb bist Du vor einzelnen Personen, die Dich erkennen könnten, immer noch relativ sicher (außer, jemand hätte es gezielt darauf abgesehen, Dich zu deannenühmisieren, aber dann muss er auch Zugriff auf diese Ressourcen haben, was nicht so einfach ist, bzw. ziemlich teuer sein dürfte).

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    • Mia schreibt:

      Oder aber es findet tatsächlich jemand aus ihrem privaten/geschäftlichen Bekanntenkreis hier auf das Blog, erkennt Parallelen und schließt somit auf sie. So unwahrscheinlich wäre das auch nicht. Die Welt ist ein Dorf.

      Ihre Anonymität auffliegen zu lassen und ihre wahre Identität zu verraten, wäre jedoch kontraproduktiv. Der Mensch ist ein Voyeur, und nichts ist spaßiger als jemandem beim öffentlichen Flunkern zuzuschauen.

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