Light Harassment //2256

Manchmal kann ich es nicht vermeiden, noch abends unterwegs zu sein. Inzwischen ist es schon bald dunkel, so dass fahrende Verkehrsteilnehmer ihre Beleuchtung einschalten.
So kam mir kürzlich ein Fahrradfahrer entgegen, dessen Lampe so gleißend grell war, dass sie alles andere überstrahlte und mich blendete. Dies war äußerst unangenehm. Ich konnte ein paar Minuten lang nicht richtig sehen. Andere Räder oder Autos haben längst nicht so helle Lampen. Das wäre früher, als die Fahrradbeleuchtung noch über ein Dynamo und Muskelpower betrieben wurde, niemals passiert. Aber heutzutage liefert eine LED an einem Akku eine übermäßig große Leuchtstärke, ohne dass sich der Radfahrer anstrengen muss.

Auch die Straßenlaternen sind extrem hell. Die wurden vor nicht allzu langer Zeit umgerüstet von der Gasentladungslampe zur LED. Und statt dass man die Gelegenheit genutzt hätte, hier Strom einzusparen, beleuchtet man die Straßen lieber taghell.
Wenn ich schon nachts draußen herumlaufe, so möchte ich eigentlich den Sternenhimmel beobachten. Aber aufgrund dieser Lichtverschmutzung ist das selbst beim klarsten Himmel nicht möglich. Ich will doch Sterne, Planeten, vielleicht mal die Milchstraße oder gar einen Meteor sehen – aber keine Chance.
In der alten Heimat wurde früher die Straßenbeleuchtung um 23 Uhr ausgeschaltet. Das hat gereicht. Später war kaum jemals jemand unterwegs, und wenn doch, so kam er schon irgendwie klar.
Was mich ebenfalls stört, sind die Bewegungssensoren, die in manchen Vorgärten selbsttätig das Licht einschalten, wenn man am Gehsteig an ihnen vorbeiläuft. Das ist absolut nervig, wenn man einfach nur ungestört und unbeobachtet zu seinem Ziel gelangen möchte.

Jeder meint, alle anderen überstrahlen zu müssen, und im Endeffekt sieht man weniger wesentliches als vorher.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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21 Antworten zu Light Harassment //2256

  1. Täusch Dich.
    LED am Nabendynamo haut auch massig Photonen raus…

    Das Problem: man muss das Licht halt richtig einstellen.
    Ist eigentlich nicht besonders schwer, sofern man irgendwo eine glatte Wand findet, auf die man zufahren kann (https://talradler.de/sei-kein-blender/).
    Bei den AKKU-Aufsteck-Lampen haben die Radler halt bei jeder Fahrt die Hand dran (Anstecken, Abstecken, …) und müssten deshalb auch jedes Mal neu justieren…

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    • Ob jetzt Akku oder Dynamo ist weniger das Problem, sondern dass extrem lichtstarke LEDs genutzt werden, die andere Verkehrsteilnehmer bei falscher Justierung blenden. Bei den früheren (fest montierten) Glühfunzeln war das überhaupt kein Thema.
      Das kann auch gefährlich sein. Wer plötzlich nichts mehr sieht, reagiert möglicherweise falsch und dann kann sonst was passieren (ja, bei Fußgängern ist das freilich egal, die fahren niemanden an).

      Zumindest im Stadtverkehr besteht auch keinerlei Notwendigkeit für eine dermaßen starke Beleuchtung. Da wäre weniger besser, und rücksichtsvoller gegenüber allen anderen.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    An hellen Radlampen ist eigentlich nichts auszusetzen, nur blenden geht nicht. Für alle nicht.

    Die Bewegungsmelder sind halt dem Sicherheitsbedürfnis geschuldet.

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    • Leser schreibt:

      Das ist ja das Problem: Um nicht zu blenden, müssten diese High-Power-LEDs auf den Boden vor dem Rad gerichtet werden. Hab ich auch immer so gemacht, als ich meine LEDLenser MT7 auf dem Lenker sitzend als Fahrradlampe benutzt habe: Da war vor dem Rad ein Lichtkegel von vielleicht 15-20m, und es hat niemanden geblendet. Aber wenn man heute einem Radfahrer sagt „Boah, Du blendest ja, stell das Ding mal weiter runter“, kriegt man zu hören „ich will gesehen werden“ – nur dass es ihm nix bringt, wenn er vom Autofahrer so gesehen wird, dass dieser nichts anderes mehr sieht, und deshalb womöglich auch noch in den Radfahrer reinkracht, oder ähnliches…
      Viele Radfahrer haben einfach keine Ahnung, bzw. kein Verständnis von solchen einfachen logischen Zusammenhängen. Der letzte, den ich (zu Fuß unterwegs) so angesprochen habe, hat die Lampe dann um ca. 1° nach unten verstellt, aber das hätten mal eher so 15-20° sein müssen, um nicht mehr zu blenden…

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    • So sehr wie mich dieser Radfahrer geblendet hat, ist mir das noch nie passiert, auch nicht wenn ein entgegenkommender Autofahrer mal versehentlich das Fernlicht noch nicht abgeblendet hatte.

      Sicherheitsbedürfnis? Finde ich übertrieben (außer vielleicht in sehr abgelegenen Gegenden, aber das war hier nicht der Fall), und wenn, dann sollen sie die Bewegungsmelder so einstellen, dass das Licht erst angeht, wenn wirklich jemand das Grundstück betreten hat.
      Es ist echt lästig, wenn du hintereinander an drei oder vier Häusern vorbeigehst, und bei jedem einzelnen geht das Licht an. Da fühlt man sich überwacht und verfolgt.

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  3. MartinTriker schreibt:

    Am allernervigsten sind die Radfahrer mit Stirnlampen. Was das soll weiß ich nicht. Allenfalls nachts im Wald, aber da sollte man das Wild lieber in Ruhe lassen statt dort rum zu fahren.

    Die Neigung ist ein Problem, ja. Die Helligkeit selbst eher weniger. Ich war neulich am frühen Morgen auf einem Weg entlang einer unbeleuchteten Bundesstraße unterwegs. Mein Cyo (60 Lux, SON XS Nabendynamo) war zu wenig. Würde ich dort öfter fahren würde ich aufrüsten.

    Zur Lichtverschmutzung: ja. Einfach ja. Und jetzt kommt Weihnachten. Mir graust’s.

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    • Klar kommt es auch darauf an, wo man fährt. Wer auf menschenleeren Feld- oder Waldwegen unterwegs ist, braucht schon mehr Licht, um den Weg vor sich zu sehen.
      Aber in der Stadt? Wo alle Straßen ausgeleuchtet sind, wäre weniger Licht sinnvoller.

      Ach, ja, Weihnachten .. das Fest des Lichtmülls. Die Bosonenzahl ist halt leider keine Erhaltungsgröße.

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  4. Wol Sche schreibt:

    Ich kann jedes Deiner Worte unterschreiben. Bewegungsmelder sind ein Haßobjekt für mich. Desgleichen Hundeführer mit Taschenlampen. Ich habe lange Spaziergänge mit Hund im Dunkeln gemacht. Wenn ich denen entgegen gekommen bin, knallte mir der Lichtkegel ins Gesicht. Dann die beleuchteten Hunde, die blinken wie der Notarzt. Fahrradfahrer hierzulande fahren ohne Licht (die Mehrheit) oder sie blenden. Wie unten schon bemerkt, kommt die Weihnachtszeit. Hier haben wir Strategen, die es locker mit Chevy Chase aufnehmen. Ich hoffe stark, die steigenden Strompreise werden dem ein Ende machen.

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  5. blindfoldedwoman schreibt:

    Da ich nur tagsüber spazieren gehe, nerven nur die Radfahrer, die mit 30 km/h an einem vorbeijagen. Oder in Gruppen die Hälfte der Straße einnehmen. Völlig rücksichtslos. Besonders im Wald hasse ich Mountainbiker.

    Die Woche habe ich mich aber auch über Fußgänger geärgert, die ganz in dunkler Kleidung, nur sehr spät auf der Straße zu sehen waren.

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  6. keloph schreibt:

    solche dinge werden im gegensatz zum autofahrer als sündenbock für alles eher nicht kontrolliert. und genau da liegt die schwachstelle.

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  7. idgie13 schreibt:

    Hier ist ab 22 / 23 Uhr alles zappenduster (bei uns gehen die Strassenlampen aus)
    Himmlisch!

    Gefällt 1 Person

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