Eine unendliche Geschichte //2214

Irgendwann bekam ich den Verdacht, dass die CMOS-Batterie schwächelte, als einer meiner Computer sporadisch herumzickte.
Also CMOS-Batterie getauscht. Bei der Gelegenheit das Innengehäuse gesäubert und sämtliche Kabel und Kontakte der Stecker überprüft. Danach funktionierte der Rechner wieder eine Woche lang einwandfrei und stabil.
Dann jedoch wieder das gleiche Problem. Der Rechner lief nicht hoch, und meldete nur, dass das Overclocking gefailt habe. Ich habe den niemals übertakten lassen! Inzwischen habe ich die Prozessorfrequenz schon ungezählte Male im BIOS zurückgestellt. Das merkt er sich einfach nicht, und das bei frischer Batterie!
Nach mehrmaligen Fehlversuchen, ließ sich der Rechner irgendwann doch herab, wieder zu starten. Ich überprüfte sämtliche Festplatten mit einem dafür vorgesehenen Tool.

Inzwischen hatte ich die Boot-Platte im Verdacht. Das ist eine schon ältere SSD. Wenn diese beim Hochfahren gelegentlich nicht erkannt würde, könnte das solche Probleme verursachen. In der Tat versuchte der Rechner ab und zu auf eine andere Platte zu booten, das schlug natürlich dann erst recht fehl.
Und tatsächlich: ein spezielles Tool für SSDs diagnostizierte: „pre-failure“.
Da ich eine Neuinstallation scheute, bat ich einen unserer IT-Mitarbeiter, die ausgebaute Platte auf eine andere Platte zu klonen. Dafür hatte ich eine 400-Gigabyte-Platte aus meinem Fundus vorgesehen. Allein – die SSD ließ sich überhaupt nicht mehr lesen.
Datenverluste hatte ich ja keine, weil ich immer wieder nach einem ausgeklügelten System meine wichtigen Daten backuppe. Trotzdem ist so etwas ärgerlich. Dabei geht es mir weniger um die Installation des Betriebssystems, sondern um die ganzen Anwendungen, die ich brauche – von Office über Virtualbox bis zu meiner Entwicklungsumgebung, um nur einige zu nennen, sowie die ganzen kleineren Sachen und Einstellungen .. bäh!

Aber es blieb ja wohl nichts anderes übrig. Also andere Platte eingebaut, Betriebssystem installiert, Account eingerichtet, langsam mit den Konfigurationen begonnen ..
Irgendwann reagierten die Schaltflächen in der Taskleiste nicht mehr. Ich schoss den Explorer mit Hilfe des Task Managers ab, und startete ihn neu.
Mitterweile war der Abend schon fortgeschritten, so dass ich beschloss, am nächsten Tag weiterzumachen.

Am nächsten Tag ließ sich alles gut an. Ich nahm ein paar Einstellungen vor. Als ich zwischendurch kurz am Notebook einen Registryhack nachgeschaut hatte, und wieder zum anderen Rechner zurückkam, war der Bildschirm schwarz. Wiederholte Knack-Geräusche waren zu hören. Es gelang mir nicht mehr, den Rechner zum Laufen zu bringen.
Ich ärgerte mich, dass ich diese alte Platte benutzt hatte, ohne sie vorher zu überprüfen. Vermutlich hatte sie schon vorher einen Schlag gehabt. Ich hatte noch eine andere geeignete Platte, die funktionieren könnte. Aber diese ließ ich vorher in unserer IT-Abteilung durchchecken, ob sie in Ordnung und zuverlässig sei. Insgeheim war ich froh, dass ich auf der anderen Platte wenigstens mit der Einrichtung noch nicht weit gekommen war.

Also noch eine Neuinstallation. Diesmal war die vorige noch frisch in meinem Gedächtnis, so dass ich besser wusste, wie ich vorgehen musste, ohne jeden Handgriff erst wieder neu herausfinden zu müssen. Ich kam mit der Installation der Anwendungen gut voran. Alles verlief soweit glatt. [Einzig und allein der Netzwerkzugriff auf meine virtuelle Maschine funktioniert nicht. Pingen kann ich sie wohl, und auch von einem anderen Rechner aus darauf zugreifen. Ebenso ist es mit dem Netzwerkshare meines Fritzens. Das Problem stellte ich aber erst mal zurück.]
Zwischendurch musste ich etwas anderes erledigen, und ließ den Rechner solange schlafen.
Als ich ihn wieder starten wollte, erschien nur der Startscreen (übrigens wunderschöne Landschaftsaufnahmen!), aber das Feld zum Eingeben des Passworts blieb verschwunden. Trotz längerer Wartezeit reagierte der Rechner nicht auf Tastendrücke. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn auszuschalten.
Ich erspare euch meine nächsten Schritte (insbesondere weil ich sie selbst nicht mehr richtig zusammenkriege). Der Rechner blieb jedesmal beim Laden des Betriebssystems hängen (sofern er nicht schon vorher das angebliche Overclocking bemängelte). Meine diversen Versuche, das System mit dem Bootstick zu reparieren oder zu restoren, scheiterten ebenfalls.
Irgendwann lief er dann wieder, als wäre nichts gewesen.

Vielleicht hat das Mainboard ein Problem? Das ist auch schon älter.
Nicht ausschließen kann ich, dass das Netzteil (insbesondere beim Hochfahren) kurzfristige Spannungseinbrüche hat. Schließlich habe ich vier Festplatten dran hängen. Die ziehen schon einigen Strom. Das lässt sich aber nicht wirklich nachprüfen. Ich glaube allerdings nicht, dass das Netzteil schuld ist.
Irgendein Hardware-Defekt wird wohl die Ursache sein? Aber welcher?
Inzwischen habe ich praktisch so ziemlich jeden Test durchgeführt. Mainboard, CPU, Graphikprozessor, RAM, .. Temperaturen und andere messbare Parameter befanden sich stets im guten Normalbereich. Die Kabel und Anschlüsse passen sowieso.
Alle Komponenten scheinen in Ordnung zu sein. Dennoch bleiben Zweifel an der Zuverlässigkeit des Rechners. Ich traue ihm nicht mehr, und bin mit meinem Computerlatein am Ende.
Wäre es ein Firmenrechner, so hätten wir ihn schon längst ersetzt, aber da es mein eigener ist, bin ich zu geizig dafür.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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16 Antworten zu Eine unendliche Geschichte //2214

  1. Talianna schreibt:

    Die Frage ist, ob die Zeit, die Du da hineinsteckst, von Dir sportlich genommen wird …

    … oder ob Du auch Deine private Zeit quasi mit dem, was Du pro Stunde kostest, belegst. Dann dürfte sich das recht schnell lohnen, statt der ganzen Zeit in einen neuen Rechner zu investieren.

    Gefällt 1 Person

  2. claudius2016 schreibt:

    Bei mir ist erzwungenes Arbeiten an den PCs im Homeoffice kein Vergnügen sondern ungeliebte Arbeit. Vergnügen ist es, mit funktionierender Hardware und funktionierender Software in Richtung Hobbies zu werkeln… Daher werden auch die halbwegs privaten Rechner nach ein paar Jahren ersetzt. Ich nehme da auch lieber Standard-PCs von einem namhaften Hersteller als selbst zusammen gestellte Dinge.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Na, da hast ja ein Schätzchen 😉
    Ein Sammelsurium von Fehlern, die es einem nicht so einfach machen.

    Die CMOS Batterie kannst du prima messen, auch neue können platt sein. Mach in jedem Fall nach Ersatz ein Default Setting und speichere es.

    In deinem Fall würde ich alle Platten bis auf die Bootplatte abhängen und dann versuchen, die Installation hinzubekommen.

    Ich vermute sehr die PSU, erst dann das Mainboard. Die Netzteile machen sehr komplexe Fehler.

    Zur Not kannst du den PC bei mir entsorgen. Ich habe bestimmt Verwendung dafür 😆

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  4. ednong schreibt:

    Klingt kurios. Bei solcherlei Fehler vermute ich das Mainboard. Haarriss oder so, der auf Wärme reagiert

    Ich bin auf die Lösung gespannt, wenn du die irgendwann hast.

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  5. Leser schreibt:

    OK, die Probleme wurden hier schon ausgiebig kommentiert, so dass ich nichts hinzufügen kann. Aber: Den Begriff „Pre-fail“ kenne ich aus der Ausgabe der SMART-Werte von Festplatten und SSDs als Typ, zu dem ein Wert gehört. Also, ich habe hier verschiedene Werte, die ein Speichergerät ausgibt, z.B. „Power_On_Hours“ oder „Power_Cycle_Count“, die sind beide vom Typ „Old_age“, und dann gibt es Werte wie „Reallocated_Sector_Ct“, „Wear_Leveling_Count“ oder „Used_Rsvd_Blk_Cnt_Tot“, und die sind vom Typ „Pre-fail“. Der für SSDs interessante Wert „Total_LBAs_Written“ ist ebenfalls vom Typ Old_age. HDDs haben für manche Werte geringfügig andere Bezeichner.
    Es kann also höchstens sein, dass einer oder mehrere der „Pre-fail“ Werte schlecht waren, und die SSD deshalb am Sterben war. Alternativ kann es eine SSD der Marke OCZ sein, dann ist es ein Wunder, dass sie überhaupt so lange gehalten hat (ich hatte 2011 mal eine von dem Hersteller, die hat nach ein paar Monaten im Notebook unter Akku-Power nur i/o-Fehler produziert, während sie am Netzteil noch ging…).
    Ansonsten ist die einzige „tote“ SSD, die mir bisher unterkam, durch jemanden zerstört worden, der nicht wusste, dass man „secure erase“ bei SSDs nicht macht, indem man sie überschreibt, sondern indem man sie verschlüsselt und dann die „Passwort vergessen“ Funktion benutzt.

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  6. Pingback: Preme a tergo! //2227 | breakpoint

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