Die ganze Miete //2098

Das Thema treibt mich schon länger um, aber bisher wollte ich es aus dem Blog heraushalten. Da es in der Öffentlichkeit gerade wieder überkocht, schreibe ich jetzt halt doch ein paar Sätze dazu.

Ich habe einige Bekannte, die sich Eigentumswohnungen als Geldanlage – vor allem zur Alterssicherung – gekauft haben, und vermieten. Und auch ein paar, die Wohneigentum geerbt haben, es aber (da anderer Wohnsitz) nicht selbst nutzen können, und es ebenfalls vermieten.
Von diesen Bekannten habe ich schon schlimme Stories gehört. Da gibt es Mieter, die die Wohnung verdrecken lassen, vandalieren, keine Miete bezahlen, oder plötzlich von heute auf morgen verschwunden sind. Die Rechtsprechung in diesem unserem Lande ist ja so, dass der Mieter grundsätzlich Recht bekommt. Es ist praktisch unmöglich, einen Mieter aus der Wohnung zu bekommen, selbst wenn er mehrere Monate mit der Miete im Rückstand ist. Und wenn solche Mieter dann endlich draußen sind, sitzt der Vermieter dann möglicherweise auf einem hohen Schaden, den ihm niemand ersetzt. Das bisschen Kaution ist ja schnell aufgebraucht. Der Vermieter kann froh sein, wenn sie die aufgelaufenen Rückstände der Nebenkosten deckt.

Vermieter insbesondere von Altbauten haben darüberhinaus immer wieder Kosten für Renovierungen, Modernisierungen, Reparaturen und Restaurierungen, so dass sie noch zufrieden sein müssen, wenn sie dauerhaft nicht draufzahlen müssen (selbst bei ansonsten zuverlässigen Mietern).
Lästig sind auch Mieterwechsel, die üblicherweise alle paar Jahre stattfinden. Bei dauerhaften Mietern ist es privaten Vermietern fast unmöglich, rechtssicher die Miete zu erhöhen, selbst wenn sie nach etlichen Jahren lediglich die allgemeine Preissteigerung verlangen.
Auch über die Umständlichkeit der Steuererklärung habe ich in meinem Bekanntenkreis schon Klagen gehört.
Dann ist hier mal ein Wasserrohrbruch, dort ein verstopftes Klo, woanders hat ein Sturm das Dach abgedeckt, und beim nächsten löst sich der Fußboden ab oder der Strom funktioniert in einem Zimmer nicht.

Diese privaten Vermieter wollen einfach nur ihre Ersparnisse sicher anlegen. Ein wenig Profit wäre angenehm, aber das ist für die meisten gar nicht der ausschlaggebende Punkt. Geldanlage (ausschließlich) in Aktien ist vielen halt zu riskant, und über die Zinsen am Kapitalmarkt sage ich besser gar nichts. Aber mit dem Eigentum an einer Mietwohnung kann man jemandem ein Dach über dem Kopf überlassen, und erhält dafür im Gegenzug einen angemessenen Betrag. Das könnte eine Win-Win-Situation für beide sein.
Die rechtliche Situation hat privaten Kleinanlegern Vermietungen aber längst verleidet. Vermieter werden als „Miethaie“ diffamiert. Wenn ich meine Bekannten frage, sagen sie inzwischen: „Nie mehr eine neue Wohnung!“ oder „Wenn’s wirklich gut läuft, gibt es bestenfalls keinen Ärger.“

Niemand mit Erfahrung mit Vermietungen will weiterhin in Immobilien investieren (höchstens in Immoblienfonds). Das Mietsegment Privat-an-Privat ist aus genannten Gründen absolut unattraktiv geworden. Da wundert sich die Politik, warum nicht mehr Wohnungen gebaut werden und droht mit Enteignung.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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34 Antworten zu Die ganze Miete //2098

  1. keloph schreibt:

    ich unterschreibe vieles von dem, was du sagst; und ich freue mich heimlich still und leise, dass ich mit meinen derzeitigen mietern viel glück habe, nach ganz miesen erfahrungen mit den vormietern. und weil ich so froh bin, verzichte ich auf mieterhöhung, damit ich die jetzigen behalte.

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  2. Leser schreibt:

    Ich kenne die Situation nur aus der Sicht des Mieters – und da bin ich eindeutig froh, dass mein Vermieter eine städtische Wohnbaugesellschaft ist. Wenn mir dann mal beim nächtlichen Heimkommen im Treppenhaus der Lichtschalter Funken entgegen spritzt und die Sicherung fliegt, ist nach Anruf bei der 24h Hotline am nächsten Morgen ein Elektriker da, der den Schalter austauscht, obwohl er nach einer visuellen Inspektion nichts daran erkennen kann, was ein Problem gewesen wäre.
    Von Bekannten, die bei privaten Vermietern wohnen, kenne ich es, dass teilweise Schäden an der Wohnung, die seit dem Einzug bestehen und deren Behebung damals zugesagt wurde, über Jahre nicht behoben werden, und ähnliches.
    Aber naja, der Mietmarkt in der Hauptstadt ist ja leider auch völlig außer Rand und Band. Wenn ich aus meiner Wohnung mit Mietvertrag von 2002 ausziehen würde, würde der Nachmieter wahrscheinlich das 1,8fache an Miete zahlen im Vergleich zu dem, was ich bezahle. Von daher verbietet sich ein Wohnungswechsel von alleine – und die Hoffnung bleibt, dass es eine Blase ist, die irgendwann bald platzt…

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  3. grumpyoldfart schreibt:

    Ganz ehrlich: Die Rechtsprechnung ist für Vermieter schon seit jeher ungemütlich – wenn überhaupt, ist das in den letzten 10-20 Jahren eher etwas entspannter geworden, als umgekehrt. Und das Gezeter der Berliner kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen: als letzte Millionenstadt bekommen die nun auch Mietpreise, die in allen anderen Großstädten schon seit Jahren an der Tagesordnung sind, und im internationalen Vergleich immer noch lächerlich niedrig sind. Dazu ist es gerade in Berlin an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten: Erst verscheuern die Roten das Tafelsilber in Form von großen Immobilienpaketen, und nun merken diese Hirnis, dass das doch keine so tolle Idee war? Konnte ja auch keiner ahnen, dass sich der Markt mal wenden könnte.

    Was ETWs als Alterssicherung angeht: Jede Art von Anlage hat ihre spezifischen Risiken, da sollte man vorher die richtigen Fragen an die richtigen Leute stellen – die Probleme daran sind ja nicht neu.

    Immofonds finde ich persönlich meh, das waren in den letzten 10 Jahre eher weniger performant. Und denk mal an die armen Schweine, die z.B. in so tolle Sachen wie den ImmoInvest P investiert haben – die haben schätzungsweise 30-40% ihres Kapitals dabei verloren.

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    • Privaten Vermietern war eigentlich immer an einem guten Verhältnis zu ihren Mietern gelegen.
      Durch extrem einseitiges Mietrecht hat man ihnen aber im Laufe von Jahrzehnten jeden Anreiz genommen.

      Also beherrschen inzwischen kommerzielle Wohnungsbaugesellschaften den Mietmarkt. Denen geht es selbstverständlich vorrangig um Profit, und die nutzen mögliche Lücken im Mietrecht wirksamer aus, als Privatleute das könnten.
      Die jetzigen Auswüchse sind nur die Konsequenzen dieser Gesetzgebung und Rechtsprechung, die nur auf Begünstigung der Mieter abzielt.

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      • grumpyoldfart schreibt:

        Dass die kommerziellen Wohnungsgesellschaften den Markt beherrschen stimmt einfach nicht. Die großen drei (Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG) vermieten ca. 800.000 Wohnungen in ganz D – bei einem Gesamtbestand von ca. 41 Mio Wohnungen, davon ca. die Hälfte durch die Eigentümer bewohnt. Knapp 2/3 aller Mietwohnungen werden auch noch heute von privat vermietet (wobei aber oftmals die Bewirtschaftung und Abrechnung von spezialisierten Dienstleistern übernommen wird).

        Das täuscht vielleicht deswegen, weil es in den letzten Jahren aber eine gewisse Konzentration durch Zusammenschlüsse (z.B. Annington und Gagfah) gab, und diese Konzerne natürlich auch sehr aggressiv die Grenzen des Mieterrechtes austesten, und diese Unternehmen daher ziemlich viel Aufmerksamkeit haben. Die Annington hat z.B. kurz vor dem Zusammenschluß hier im Pott massenweise aus deren Sicht unrentable Objekte auf den Markt geworfen, die nun zumeist im privaten Eigentum sind.

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    • Irenicus schreibt:

      „Und das Gezeter der Berliner kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen: als letzte Millionenstadt bekommen die nun auch Mietpreise, die in allen anderen Großstädten schon seit Jahren an der Tagesordnung sind“

      Und das macht es für die Bewohner einfacher? Wenn ihre Miete plötzlich einfach verdoppelt wird? Und sie auch nicht einfach umziehen können, weil die anderen Wohnungen auch nicht billiger sind.
      Wo kommt denn der plötzliche Grund für die Mieterhöhung her? Da gehts ja nicht um höhere Kosten für die Vermieter. Es geht einfach nur um mehr Rendite (in Zeiten der Null-Prozent-Zinspolitik)

      Die Mieten in großstädten sind seit der Wende im Vergleich zu den Einkommen expodiert.
      vor 30 Jahren haben Menschen im Durchschnitt 15 Prozent ihres Gehalts für miete ausgegeben (in der BRD wohlgemerkt).
      Heute sind wir bei über 30 Prozent. Wohlgemerkt im Durchschnitt. Wenn ich dann bedenke, dass ich z.B. nur ca. 12% zahle, dann weiß ich dass einige Leute noch viel mehr als die 33% zahlen. Keine Ahnung wie sie das machen.
      Und es gibt ja keine Alternative für den Niedriglohnsektor. Wenn man so wenig verdient kann man sich auch keine 100km täglichen Arbeitsweg leisten.

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      • grumpyoldfart schreibt:

        Das war in dem Sinne gemeint, dass das nicht überraschend sein kann. Preise bestimmen sich aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage, das trifft auch auf Mieten zu. In dem Maße, in dem Großstädte attraktiver werden und verstärkten Zuzug anlocken, müssen die Mieten daher zwangsläufig, u.U. auch nichtlinear, steigen, wenn der Wohnungsbestand mit dem Zuzug nicht Schritt hält. Ja, natürlich ist das für die einzelnen Mieter doof, und man kann auch durchaus die Frage diskutieren, ob man ein Grundbedürfnis wie Wohnen den Kräften des Marktes aussetzen will. Wenn man das anders lösen will, sollte man vorher aber wirklich gut darüber nachdenken und nicht einfach aus der Hüfte schießen, so wie das jetzt die „Enteignen“-Bewegung will. Ich bin mir nämlich sicher, dass die sich nicht für 5ct Gedanken darüber gemacht haben, welche Folgen eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Forderungen haben wird (und noch schlimmer: die Politiker, die das umsetzen wollen auch nicht!)

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        • Irenicus schreibt:

          Enteignen ist sicherlich Quatsch. Wobei ich es mir bei grobem Fehlverhalten des Vermieters durchaus vorstellen könnte. Aber das gibt es wirklich fast nie.

          Was Angebot und Nachfrage angeht. Ich bin beim Wohnen tatsächlich der Meinung, dass das nicht durch den markt reguliert werden sollte, und der Staat eingreifen sollte. Die Frage ist halt wie?
          Definitiv der falsche Weg ist die derzeit übliche Weg der Subvention. Besonders schädlich: Wohngeld. Hier geht es genau in die falsche Richtung. Besser wäre es den kommunalen Wohnungsbau durch kommuneneigene Genossenschaften voran zu treiben. Niemals stadteigene Grundstücke verkaufen sondern nur verpachten. Dadurch kann man weiterhin Bedingungen an die Vermieter stellen.

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          • grumpyoldfart schreibt:

            Subventionierung führt letztlich zu weiterer Nachfragebefeuerung, ist also genau das, was man nicht haben möchte. Wohngeld mag dem Empfängern ermöglichen, höhere Mieten zu zahlen, aber der Mietspiegel geht dadurch nicht runter.

            In solchen Diskussionen wird ja Wien ganz gerne ins Feld geführt, und der Erfolg dieses Modells scheint denen Recht zu geben, denn der Mietspiegel dort ist signifikant niedriger als der in vergleichbaren Städten. Leider ist das zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht 1:1 übertragbar; die Wiener haben sich niemals aus dem öffentlichen Wohnungsbau zurückgezogen, sondern eher sogar in den letzten Jahren noch intensiviert – während hier die Weichen schon unter der Regierung Kohl massiv in die Gegenrichtung gestellt wurden. Als langfristige Perspektive haben die aber eine ganze Menge Elemente drin (z.B. Deckelung der Bodenpreise, oder die Pflicht, mindestens 1/2 bzw. 2/3 Sozialwohnungen in neuen (Groß-)Anlagen zu bauen, etc), die auch hier funktionieren könnten – wenn die Politik nur mitziehen würde. Aber da geht wohl eher ein Kamel durchs Nadelöhr, als das da mal einer die unsichtbare Hand des Marktes ein wenig führt.

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      • Engywuck schreibt:

        Bei solchen Berechnungen und Klagen wird oft übersehen, dass Leute, die nicht in Großstädten wohnen zwar weniger an Miete zahlen – aber dafür oftmals mehr an Fahrtkosten ausgeben. In einer Großstadt *brauche* ich oftmals gar kein Auto, auf dem flachen Land sind dafür zwei Autos pro Familie oft *zwingend* – auch bei „klassischen“ „Papi ist auf Arbeit, Mami kümmert sich um den Haushalt“-Familien. Schon, weil die Kinder laufend irgendwohin gefahren werden müssen, während sie in Großstädten mit dem Schülerticket überall hinkommen. Beispiel Frankfurt: für knappe 900€ pro Jahr hat man vom Hauptbahnhof bis Stadtgrenze Offenbach (das was mich vor Jahren mal interessiert hat, zu aktuellen Preisen) abgedeckt. Das ist fast schon der Wertverlust meines Kleinwagens – Versicherung, Inspektion, Reifen und Sprit nicht eingerechnet.
        Gut, dafür sind Kinobesuche billiger – weil das nächste 20km weg ist und ich deswegen gar nicht erst hingehe…

        Man darf also nicht einfach nur Mieten vergleichen – nur was alles finanzielle Vor- und Nachteile sind weiß ich auch nicht. Alles, was nicht eindeutig „Essen, Urlaub, Körperpflege“ ist?

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        • Irenicus schreibt:

          „Bei solchen Berechnungen und Klagen wird oft übersehen, dass Leute, die nicht in Großstädten wohnen zwar weniger an Miete zahlen – aber dafür oftmals mehr an Fahrtkosten ausgeben. “
          Das wird nicht übersehen. Ich habe es zum Beispiel oben erwähnt. Aber die Miete in Frankfurt für eine 100 m²-wohnung kostet mindestens 500 Euro (pro Monat) mehr als in irgendeinem Dorf 20km von der nächsten Stadt weg. Da sind wir dann schon bei 6k pro Jahr. Und wenn dein Kind ein Schülterticket (wurde von dir erwähnt) hat, heißt das nicht, dass ich es alleine mit der Bahn fahren lassen kann (alles ein bisschen gefährlicher als auf’m Dorf). Brauch ich also doch das Auto, oder ein weiteres ticket für mich.
          *sarkasm on* Und mit ÖPNV kommt man ja auch so super gut überall hin. Das Monatsticket ist auf dem Land übrigens auch ncht teurer 😉 Lass das Auto doch einfach stehen! *sarkasm off*
          Ich brauche mit dem Auto 20 min auf Arbeit, mit ÖPNV oder Fahrrad knapp eine Stunde. Und das mitten in Leipzig.

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  4. ednong schreibt:

    Du beschreibst die Sicht der Vermieter, die ich auch schon einige Male mehr oder minder ähnlich gehört habe.

    Als Mieter jedoch könnte ich dir ganz andere Dinge erzählen. Vermieter haben es recht einfach, unliebige Mieter rauszuklagen, habe ich selbst schon erlebt. Eigenbedarf ist auch eine recht elegante Methode, die gern genutzt wird. Oder auch nur der Verzug der Mietzahlung etc. – ich könnte noch so einiges aufzählen, dessen sich mein Vermieter auch gern bedient. Und die Rechtssprechung ist lang nicht so negativ für Vermieter – das kommt sehr oft aufs Gericht und den Anwalt an. Und natürlich den Richter.

    Und es ist glaube ich sowieso immer die Frage, was will ich als Vermieter – ohne Ende Profit aus der Wohnung/dem Haus schlagen oder ein vernünftiges Mietverhältnis.

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    • Auf beiden Seiten gibt es natürlich solche und solche.
      Ich wollte hier nur erklären, warum Privatleute inzwischen keine Lust mehr haben, in Mieteigentum zu investieren.
      In den Medien werden Vermieter immer nur als „die Bösen“ dargestellt, während Mieter die reinsten Unschuldslämmer sind. Das ist nur ein tendenziöser und sehr selektiver Teil der Wahrheit.

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      • Irenicus schreibt:

        Das Problem ist, dass du die extremen Einzelfälle bei den Mietern hervorhebst (Mietomaden) dabei sind die meisten Mieter nun nicht dafür bekannt, Wohnungen zu zerstören.
        Ich hatte jedenfalls noch nie irgendwelche Probleme mit meinen Mietern. Könnte aber daran liegen, dass ich seit 5 Jahren keinen Mieterwechsel hatte. Das wiederum liegt wohl daran, dass ich die Miete nicht jedes Jahr um 10 Prozent erhöhe, was ich rechtlich könnte da die Mietspiegel in meiner Stadt (Leipzig) geradezu explodieren.

        Womit ich allerdings permanent Probleme habe ist eine Wohnungs-Verwaltung und die Vermietergemeinschaft. Beispiel: Einer meiner Mieter hatte eine Heizung die permanent auf voller Leistung lief, weil die Heizungsanlage falsch installiert wurde. In der Wohnung waren permanent 30 Grad. Leider musste ich erst den Rest des Hauses verklagen, damit ich da endlich was machen lassen konnte. (Kostenpunkt 15.000 Euro, verteilt auf 300 Objekte, also 50 euro pro Wohnung)
        Eine Verwaltung die permanent überfordert ist, meine Kommunikationsversuche ignoriert und nicht antwortet, die aber Jahr für Jahr wieder das Mandat kriegt weil sie so schön billig ist.
        Ich kenne definitiv ne Menge Vermieter die einfach nur arrogant, kurzsichtig und geldgierig sind und sich null in ihre Mieter reinversetzen, sich aber dann darüber beschweren, dass ihre Wohnungen ja ständig leerstehen (dabei erhöhen sie doch nur im Rahmen der marktüblichen Preise jedes Jahr die Miete um 10% und kümmern sich nicht im geringsten um die Sorgen und Nöte ihrer Mieter).
        Im Vergleich dazu habe ich letzte Woche meinen Mietern erklärt, dass sie endlich die Miete mindern müssen, damit ich endlich einen Ansatz habe, um den Rest der Hausgemeinschaft zum Handeln zu zwingen. (Hey wer braucht schon wames Wasser, kommt da halt seit 3 Wochen nicht mehr…)

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        • Irenicus schreibt:

          Achja, ich habe gute kontinuierliche Einnahmen, die wunderbar geeignet sind um die Kredite der Anschaffung innerhalbt der Laufzeit abzuzahlen. Der niedrige Zinssatz ist schon echt praktisch. Und meine Wohnungen sind Jahr für Jahr mehr Wert.Ich mag dese Geldanlage 🙂

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          • Das ist schön für dich. Je mehr Wohnungen man hat, desto weniger fällt der Ausfall einer einzelnen ins Gewicht.

            Wenn du nur eine einzige hättest, in der der Mieter erst nur verspätet und unregelmäßig zahlt, dann ein Rückstand von über einem halben Jahr Miete und Nebenkosten aufläuft, dann plötzlich spurlos verschwunden ist, und eine verwüstete Wohnung mit erheblichem Sachschaden hinterlässt, würdest du das vielleicht etwas anders sehen.
            Genau so ist es vor einigen Jahren einem guten Freund ergangen. Er hatte vorher selbst in dieser Wohnung gewohnt, war nach Familiengründung dann aber in ein Reihenhaus umgezogen.

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            • grumpyoldfart schreibt:

              Es gibt ja den alten Grundsatz, dass man alle diese Risiken durch Versicherungen abdecken sollte, deren Eintritt – unabhängig von der Wahrscheinlichkeit – einen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen würde. Auch dieses spezifische Vermieterrisiko kann man versichern, und das kostet in der Regel deutlich weniger als eine Monatsmiete der betreffenden Wohnung als Jahresprämie.

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            • Klar. Inwiefern sich so eine Versicherung lohnen könnte, muss halt jeder selbst entscheiden.
              Einige wenige profitieren, die meisten zahlen drauf. So ist halt das Geschäftsmodell von Versicherungen.

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            • grumpyoldfart schreibt:

              Ich würde bei Versicherungen (im klassischen Sinne) gar nicht die Sicht vertreten, dass einer „profitieren“ wird, sondern die eher als Solidargemeinschaft sehen. Alle Teilnehmer dieser Solidargemeinschaft sind einem gegebenen Risiko ausgesetzt, ein paar von denen wird es treffen, die meisten anderen nicht – man weiß aber vorher halt nicht, wer die Arschkarte haben wird. Die, denen das Schicksal gnädig war (die, die „draufzahlen“), helfen denen aus, die Pech hatten (die, die „Profit machen“).

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            • Im Prinzip ja – würde da nicht das Versicherungsunternehmen kräftig Gewinn machen.
              So wie beim Glückspiel auf Dauer nur die Bank gewinnt.

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        • Dass die allermeisten Mieter völlig OK sind, daran wollte ich ja gar keinen Zweifel säen.
          Aber es gibt eben diese extremen Fälle.
          Und auch bei kleineren Unstimmigkeiten ist es tendenziell so, dass Vermieter kaum gesetzlichen Rückhalt haben. Zumindest ist dieser Eindruck präsent, was die Anschaffung einer Wohnung zu Vermietungszwecken äußerst unattraktiv macht.

          Die Vermieter in meinem Bekanntenkreis nutzen i.A. keine Mietverwaltung, sondern kommunizieren selbst mit ihren Mietern.

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          • Irenicus schreibt:

            Wenn du in einem großen Objekt (300 wohnungen) eine Wohnung hast, hast du keine Chance an der Verwaltung vorbeizukommen, wenn es um irgendwelche Dinge wie Heizung, Lüftung, Elektrik oder was weiß ich geht. Und eigentlich drehen sich fast alle Probleme darum.
            Da entstehen auch jedesmal heftige Kosten, wenn irgendwas nicht läuft und repariert werden muss. Es betrifft dann aber halt auch viel mehr Haushalte und meistens zahlt’s die komplette Eigentümer-Gemeinschaft. Aber die beauftragt dann eben die Verwaltung. Bzw. du meldest den Schaden der Verwaltung und die ruft eine Eigentümerversammlung zusammen. (Das dauert immer mindestens eine Woche).
            Man kann leider nicht einfach alleine agieren.

            Und besonder bei meiner „Lieblings-Verwaltung“ betrifft es immer nur angeblich diese eine Wohnung (oder wenn ich es für drei wohnungen melde, eben nur diese drei). Selbst wenn ich einen Vordruck bei den anderen Mietern abgebe, unterschreiben lasse und selbst zur Verwaltung schicke, ist immer nichts von anderen Vermietern bekannt, und sie könnten da jetzt leider nichts machen.

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  5. Engywuck schreibt:

    Das mit den Enteignungen hat einen anderen Hintergrund: die „Miethaie“ erhöhen nicht etwa (nur) die Miete sondern sorgen dafür, dass die Nebenkosten (die meines Wissens nicht den Begrenzungen unterliegen) explodieren. Da wird dann nicht etwa ein Hausmeister angestellt sondern es wird eine Tochterfirma beauftragt, die Hausmeisterleistungen zu erbringen – zu überhöhten Preisen. Der Gewinn geht dann natürlich an den Vermieter, während der Mieter keine Möglichkeiten hat, den Betrag zu verringern – und er auch im Mietspiegel o.ä. nicht auftaucht.
    Sowas geht natürlich nur, wenn die Zahl der Wohnungen groß genug ist.

    Das mit dem „man bekommt mieter ja nie wieder raus“ oder „wenn die ausziehen muss alles renoviert werden“ sind Klagen, die Vermieter schon seit Jahren vorbringen. Genauso wie Mieter das Gegenteil. Dennoch funktionieren die allermeisten Mietverträge ohne Probleme.

    Man darf als Vermieter halt nur nicht glauben, man habe mit einer Mietwohnung eine Kapitalanlage wie ein Sparbuch, bei der man nichts tun muss, um Geld zu verdienen – und die komplett risikolos ist. Sein komplettes verfügbares Geld (am besten noch mit Schulden, „weil das ja mehr Rendite bringt und absetzbar ist“) in Immobilien zu investieren ist halt fahrlässig. Insbesondere, wenn man nichtmal ansatzweise vor Ort wohnt. Natürlich geht es meistens gut, aber wenn man halt doch einige Monate Leerstand hat, oder eine Renovierung anfällt… Genauso sollte man wissen, wie man eine Nebenkostenabrechnung *sauber* anfertigt und nicht einfach nur einen Zweizeiler „Reale Nebenkosten – Abschlagszahlungen – Differenz“ anfertigen (auch schon erlebt) oder die Heizölkosten immer in den Monaten abrechnen, in denen geliefert wird (auch wenn der Mieter in einem Mai eingezogen ist und im Oktober desselben Jahres auszieht)

    Umgekehrt hat man als Mieter natürlich auch Pflichten – das Frittierfett noch heiß über die Toilette zu entsorgen (oder Katzenstreu auf demselben Weg) und sich dann zu beschweren, dass diese dauernd verstopft sei… sorgt für Freude beim Vermieter.

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    • An den Nebenkosten verdient doch der Vermieter nichts.
      Da werden Kosten für Grundsteuer, Heizung, (Ab-)Wasser, Müllentsorgung u.dgl. (in Wohnanlagen teils nach Fläche, teils nach Verbrauch gewichtet – Heiz- und Warmwasserkosten bei unterjährigem Umzug selbstverständlich nach DIN-4713-Gradzahltabelle) 1:1 an den Mieter weitergegeben.

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      • Irenicus schreibt:

        Theoretisch stimmt das.
        Aber wenn der Mieter erst in der Mitte des Jahres einzieht, kann man ja versuchen ihm die Grundkosten z.B. für die Müllabfuhr des gesamten Jahres aufzudrücken. Teilweise ist das sogar legal. das meiste nicht. Versuchen kann man’s natürlich trotzdem. Trägt halt nicht unbedingt zu einem guten Verhältnis mit dem Mieter bei.
        Wenn man mehrere Wohnungen in einem Objekt besitzt, kann man den Mieter aber auch richtig bescheißen. Zum Beispiel wenn eine Wohnung leersteht, einfach die Grund-Kosten auf die anderen Mieter umlegen. Das ist definitiv nicht legal, aber für die meisten Mieter absolut nicht durchschaubar. (Woher sollen die wissen, wieviel Leute nun wirklich in einem bestimmten Zeitraum in den anderen Wohnungen wohnen? Besonders wenn die Mieter regelmäßig wechseln.

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      • Engywuck schreibt:

        An den Nebenkosten verdient ein normaler Vermieter nichts – stimmt.
        Außer, wenn er beispielsweise den Hausmeisterdienst beauftragt, der ihm selber gehört – und der dann zu überhöhten Sätzen abrechnet, oder Dinge abrechnet, die er gar nicht erbracht haben kann (Beispiel in den Medien: „Kontrolle der Kellerfenster“ in einem Haus ohne Keller).
        Und Hausmeisterkosten sind Nebenkosten, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde.
        Dasselbe kann man mit anderen „unterstützenden“ Tätigkeiten machen. Überwachung des Fahrstuhls. Hausreinigung. Gartenpflege. Alles problemlos durch „externe“ Firmen erledig- und (bei geeignetem Mietvertrag) als Nebenkosten abrechenbar.

        Wie gesagt: geht nur, wenn man genügend Wohnungen (am besten: ganze Häuser) besitzt. Wie eben bei den großen Vermietungsfirmen.

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  6. Plietsche Jung schreibt:

    Du hast mit einigen Dingen recht, nur die Mieterhöhungen sind im Vertrag zu regeln und dort steht es auch schwaruaufweiß. Staffelmiete, Indexmiete, etc etc, es gibt mehrere Möglichkeiten, dies zu regeln.
    Eine berechtigte Räumungsklage kostet heute in HH ca 9000 Euro, die der Vermieter zahlt. So ist das leider. Schäden durch Mietnomaden und Messis trägt der Vermieter, der so dumm ist, keine Auskunft über die Kreditreform/Schufa einzuholen.

    Und es ist wie es ist: Ein Vermieter, der unfreundlich zu seinen Mietern ist, muss sich nicht wundern.

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    • Das ist leider so.
      Aber auch Schufaauskünfte halten nicht unbegrenzt.

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    • Engywuck schreibt:

      Apropos unfreundlich zu den Mietern: vor zig Jahren sollten Verwandte beim Auszug Renovierungskosten bezahlen, weil die Tapete (mit Muster, keine Rauhfaser) angeblich (nach drei Jahren!) unbenutzbar war.
      Dass sie dem Vermieter den Gefallen getan haben, die Tapete in einigen Zimmern schonmal teilzuentfernen war aber irgendwie auch nicht recht… obwohl sie ja für die neue Tapete gezahlt hatten.

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