Warum ist da Sahne auf der Backe? //2071

Nachdem wir schon den Valentinstag, seinen Geburtstag und unseren Wiedervereinigungstag ignoriert hatten, war es eine angenehme Abwechslung, uns zu unserem siebten Jahrestag eine Amarettotrüffel-Sahnetorte vom Konditor zu gönnen.
Carsten ist ja eigentlich kein so großer Fan davon wie ich. Diese hier schmeckte ihm aber. So ging er abends, als wir gemütlich vor dem Fernseher saßen, in die Küche, um sich ein Stück zu holen.

Er setzte sich neben mich, und begann, die Torte zu essen.
„Willst du auch ein Stück?“
„Zu faul, mir was zu holen.“ Für ein ganzes Stück hätte ich jetzt auch gar keinen Hunger gehabt.
„Ich gebe dir was ab, hab‘ aber nur einen Löffel.“
Eigentlich nutze ich dafür ja lieber Kuchengabeln, aber Löffel geht auch. „Na, gut“, erklärte ich mich gnädig einverstanden.

Er nahm einen Teil des Tortenstückes auf den Löffel und versuchte, mich damit zu füttern. Ich hatte das bei ihm schon gelegentlich gemacht, er bei mir bisher noch nie.
Entsprechend klatschte mein weiser, (gar nicht mal so) alter Mann mir einen Teil der Sahne an die Backe.
„Das ist viel zu viel auf einmal!“, beschwerte ich mich mit vollem Mund, „das krieg‘ ich nicht alles in einem unter“.
„Das war doch nur ein Bissen“, wunderte er sich.
„Für dich vielleicht. Ich hab‘ nicht so einen großen Mund.“
„OK, OK!“

Er selbst hatte zwischenzeitlich einen Löffel voll (und ich meine hier wirklich „voll“) gegessen, und kratzte erneut eine Portion für mich von der Torte. Diesmal deutlich weniger.
„Passt das?“
„Ich denke schon.“
Der Löffel kam von so weit unten, dass ich meinen Kiefer halb verrenken musste, um die Torte vom Löffel zu lutschen.
„Du musst den Löffel von weiter oben hineinschieben. Sonst ist der Winkel zu steil.“
Der nächste Versuch war dann schon besser, die Richtung nur noch etwas zu weit oben seitlich.
„Ja, fast. Du musst nur noch einem Freiheitsgrad optimieren. Schieb‘ das Ding einfach direkt von vorne rein. Aber nicht zu schnell.“

Das tat er, und so passte das. Allerdings war das Stück Torte inzwischen aufgegessen, und wir stimmten überein, momentan kein weiteres essen zu wollen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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