Eine Frage der Perspektive //2038

Schon länger habe ich einen neuen Wecker – das heißt, eigentlich sogar zwei.
Zunächst hatte ich mir eine Projektionsuhr gekauft. Netzbetrieb, funkgesteuert, Temperaturanzeige, ordentliche Projektion (allerdings umständlich einzuschalten). Jedoch hatte sie keine Leuchtziffern, und irgendwie fehlte mir das.
Also machte ich einen weiteren Kauf. Wunderschöne große Leuchtziffern, starke Projektion, mit Radio, allerdings ohne Temperaturanzeige, manuelle Zeiteingabe und Stromversorgung leider über USB. Immerhin tut der Wecker das, was er soll, nämlich mir deutlich vor allem nachts die Zeit anzuzeigen. Da sehe ich auch darüber hinweg, dass der Knopf, um die Projektion einzuschalten nur relativ winzig ist. Mittlerweile habe ich mich an ihn gewöhnt, und finde ihn auch im Dunkeln. Ich fürchte aber, dass dieser Knopf das erste ist, das – in ein paar Jahren – an dieser Uhr kaputt gehen wird.

Wie gesagt – die Uhr hat eine starke Projektion mit gutem Kontrast, die sich auch in andere Winkel einstellen lässt, als es mein alter Wecker geschafft hat. Beim Optimieren des Projektionswinkels ist mir jetzt ein kleines Phänomen der Strahlenoptik aufgefallen, das eigentlich selbstverständlich ist, ich jedoch dennoch bemerkenswert finde – so ähnlich, wie wenn man sein Spiegelbild in einem Esslöffel betrachtet.

Am besten kann ich nachts vom Bett aus die Uhrzeit ablesen, wenn der Wecker die Anzeige in die entgegengesetzte Zimmerecke projiziert. Je weiter sie oben ist, desto weniger muss ich deswegen den Kopf anheben, da sonst meine Bettdecke in Blickrichtung liegt und die Anzeige verdeckt.
Noch besser wäre es allerdings, wenn die Anzeige direkt über mir wäre, dann würde nichts die Anzeige von meiner Perspektive aus versperren.
Also stellte ich die Projektionslampe des Weckers auf einen noch steileren Winkel. Da war nur die Kante zur Decke im Weg, was zu Verzerrungen führte. Noch ein wenig steiler, und die Uhrzeit wurde auf der Decke angezeigt. Ich verschob den Projektor noch weiter. Plötzlich stand die Anzeige auf dem Kopf. Ist das nicht faszinierend?

Was oben war, war plötzlich näher an meinem Augen als der untere Teil der Anzeige, was sich so äußerte, dass die Anzeige als kopfstehend empfunden wurde – oben und unten vertauscht.
Eigentlich – je nach Position von Lichtquelle, Bildfläche und Beobachter – überhaupt nicht überraschend, aber irgendwie halt doch.
Es kommt immer auch auf den Blickwinkel an.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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2 Antworten zu Eine Frage der Perspektive //2038

  1. transomat schreibt:

    Wie so vieles im Leben 🙂

    Gefällt 1 Person

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