Dr. nerv. (In Mathe bin ich Dekorin) //1975

Vielleicht war ich ja naiv, zu erwarten, dass trotz Doktortitel alles in der Firma genauso weiterläuft wie bisher.
Falsch gedacht. Sobald die Urkunde angekommen war, veranlasste Carsten sofort, dass alles in der Firma, auf dem mein Name steht, geändert wird. Briefpapier, Impressum, Mail-Signaturen, .. Er hatte auch schon neue Firmenbroschüren bestellt.
Auf meinem Schreibtisch fand ich nur wenige Tage später einen neuen Stapel mit Visitenkarten. Ich brauche aber trotzdem erst die alten auf.
Die Kombination von rer. nat. mit dem Physikdiplom impliziert, dass ich in Physik promoviert hätte. Dieser falsche Eindruck ist mir unangenehm. Es ist zwar nichts ehrenrühriges – in keine Richtung – aber es ist schlicht unzutreffend.

Es vergeht keine Besprechung oder Treffen mit Geschäftskontakten, ohne dass Carsten es dauernd erwähnt: „Dazu müssen Sie sich an Frau Doktor Nühm wenden“, „dafür ist Frau Doktor Nühm zuständig“, „fragen Sie Frau Doktor Nühm“, „Frau Doktor Nühm wird sich darum kümmern“, „geben Sie die Unterlagen weiter an Frau Doktor Nühm“, ..
Immerhin hat er sich bisher an unsere Vereinbarung gehalten, den Titel privat nicht breitzutreten.
Aber auch geschäftlich wollte ich kein solches Aufhebens darum machen. Es nervt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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28 Antworten zu Dr. nerv. (In Mathe bin ich Dekorin) //1975

  1. Talianna schreibt:

    Viele der Qualitäten, die mit der Promotion als „erworben“ gelten, sind fachunabhängig. Es geht dabei um das wissenschaftliche Arbeiten in Eigenregie. Aber selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn ein fehlleitender Eindruck durch die Kombination der auf der Karte genannten Abschlüsse entsteht. Ich selbst fand dieses „Dr. (ggf. rer. nat.) Dipl.-Phys. Vorname Nachname“ immer albern. Man schreibt den Doktor hin, wie er ist, und lässt das Diplom weg. Wer es genauer wissen will, fragt oder sucht die Diss. Aber Dr-something Dipl.-somethingelse ist irgendwas zwischen bescheuert, Platzverschwendung und Angeberei.

    Finde übrigens auch, dass INNERHALB der Firma egal sein sollte, ob man Bachelor, Master, Diplom, Doktor oder was auch immer ist. Da zählt die interne Position und Qualifikation. Beim Kunden ist das was anderes. Da ist der Doktor Aushängeschild.

    Sind natürlich nur meine zwei Cent.

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    • Das Diplom stand ja schon vorher auf der Visitenkarte (übrigens unter dem Namen). Den Doktortitel hat jemand ohne Rücksprache mit mir ergänzt.

      Als GF komme ich nicht drum herum auch mit Geschäftspartnern zu kommunizieren. Ich soll ja die Firma nach außen hin repräsentieren.
      Insofern ist es nicht sinnlos, den Titel auch innerhalb zu etablieren, so dass sich die Mitarbeiter daran gewöhnen, und dann bei ihren Außenkontakten eingeprägt haben.
      Ist mir trotzdem derzeit lästig.

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  2. claudius2016 schreibt:

    Ich kannte mal einen Maschinenbauer, der in der Forschung arbeitet, und nach der Promotion sein Institut auf jeder denkbaren Veranstaltung präsentieren mußte. Dabei wollte er lieber wissenschaftlich arbeiten. Gut, inzwischen ist er Professor, leitet das Institut und hat einen sehr sehr guten Ruf auf seinem Gebiet.

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    • Wenn man in der Forschung arbeitet, hat so ein Titel durchaus seine Relevanz, da er – wie Talianna bereits schrieb – die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten bestätigt.
      Deshalb werde ich ihn auch bei zukünftigen Papers nennen.

      Geschäftlich schindet er wohl Eindruck bei den Kunden. 🙄
      Aber privat brauche ich ihn wirklich nicht.

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  3. Der Maskierte schreibt:

    Droh ihm doch, dass du noch einen Dr. in Gender machst und mit dem hausieren gehst, wenn er es übertreibt. 😉

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  4. transomat schreibt:

    Dr. Privat ???
    Ganz ehrlich, mich hat es gerade hart gemacht Frau Doktor

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  5. idgie13 schreibt:

    Wenn mich jemand mit Frau Dr. Idgie anspricht, sage ich SOFORT Frau Idgie reicht völlig. Ich bin doch kein Ösi…

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  6. Mia schreibt:

    Dann muss man wohl etwa schon gratulieren? Das ging aber schnell mit dem Doktor-Titel.
    Du hattest doch noch gar keinen Eintrag zur Diss.-Verteidigung in Umlauf gebracht. ^^

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  7. Plietsche Jung schreibt:

    Es hat etwas Österreichisches an sich, penetrantes Titelgehabe. Aber natürlich gehört es in die Präsentationen, Visitenkarten und die Firmen CI.

    Entscheidend ist für mich eher, was man aus der (Aus-)Bildung macht und wie man so einen Titel für sich nutzen kann. Alles andere zeigt doch nur, dass man gelernt hat zu lernen.

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  8. ednong schreibt:

    Also ich finde es erwartbar, wie Carsten reagiert hat. Überraschend ist das definitiv nicht. Halt PR. Und da er weiß, dass du das nicht machst, macht er es eben.

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  9. Pingback: A und O //2140 | breakpoint

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