Nur Projektion //1960

Kurz nachdem ich in diese Wohnung eingezogen war, hatte ich mir einen Radiowecker gekauft. In dieser Funktion war er kaum in Betrieb, denn ich wachte für gewöhnlich von selbst rechtzeitig auf, und der Klang des Radios war nicht besonders gut.
Was ich aber sehr an dem Gerät schätzte, war die Projektionsanzeige. Am Abend unmittelbar vor dem Zubettgehen schaltete ich den Projektor an, der die Uhrzeit dann zur gegenüberliegenden Zimmerecke projizierte. Am Morgen schaltete ich ihn wieder aus.
Ungezählte Nächte habe ich mich damit beschäftigt, mit den gerade angezeigten Ziffern Primzahlzerlegungen und andere Zahlenspielchen zu machen, wenn ich nicht schlafen konnte.
Nun, die Zeit vergeht. Nichts hält ewig, und so schwächelt die Projektionsanzeige zunehmend oft, ist sehr blass, so dass der Kontrast nicht immer ausreicht, die Uhrzeit abzulesen. Ich gehe davon aus, dass dies eine ganz normale Alterungserscheinung des Lasers ist.
Gerade im Winter ist es wichtig, dass sich die Uhrzeit eindeutig erkennen lässt, so dass wir wissen, ob es bereits Zeit zum Aufstehen ist, oder ob wir vorher noch eine Kuschelrunde+ einlegen können.
Gerne würde ich mir wieder ein ähnliches Weckermodell zulegen, aber .. tja, wieder mal das große Aber.

Inzwischen habe ich auf mehreren Internetportalen schon unangenehm viel Zeit verbracht, um eine neue Projektionsuhr zu finden, die meine Erfordernisse erfüllt. Wecker- oder Radiofeature brauche ich eigentlich nicht, eine Uhr genügt.
Mittlerweile gibt es viele Projektionsuhren, die auch zumindest die Temperatur anzeigen. Ein nettes Feature, das ich schon gerne hätte, aber nicht unbedingt.
Was mir aber wichtig ist, ist, dass die Uhr über einen Netzanschluss läuft, und nicht zwingend Batterien braucht (bei einem Stromausfall muss ich halt neu stellen – die meisten stellen sich inzwischen eh über Funk – ein nettes Feature, aber nicht unbedingt notwendig). Leider scheinen das nur wenige zu tun. Dafür haben viele einen USB-Anschluss.
Außerdem muss die Projektion auch in fünf Meter Abstand gut lesbar sein. Leider ist häufig nur ein Abstand von bis zu zwei Metern angegeben. Das nützt mir nichts. Genauso wenig, wie wenn ich die Projektion nur an die Decke oder hinter die Uhr werfen kann, und ansonsten die Ziffern auf dem Kopf stehen.
Letztendlich wäre es schön, wenn das normale Display ebenfalls auch nachts gut ablesbar wäre und tagsüber auch aus größerer Entfernung. Also wohl große Leuchtziffern. Bei dieser Anforderung würde ich aber, falls nötig, Abstriche machen. Ebenso will ich die Projektion eigentlich tagsüber ausschalten, aber sogar so etwas scheint bei vielen Geräten nicht möglich zu sein.
Und natürlich will ich auch keinen überhöhten Wucherpreis bezahlen. Etwa dreißig Euro erscheinen mir für meine Ansprüche reichlich. Weit drüber werde ich nicht gehen.

Auf all diesen Portalen wie eBay, Amazon und noch ein paar Vergleichsportalen kriegt man aber diese Informationen (Stromversorgung, Projektionsentfernung) kaum raus. Da muss man jedes Angebot einzeln öffnen und im Text danach suchen. Nicht immer ist es überhaupt angegeben.
Da stehen ellenlang Beschreibungen von Snooze-Funktionen und Zeitzonen (was ich alles nicht brauche), und wesentliche Punkte wie eben die Stromversorgung sind nicht vorhanden oder unauffällig irgendwo versteckt.
Die Portale lassen zwar suchen und filtern über etliche Kriterien, aber nicht über die für mich ausschlaggebende Kriterien. Der Hersteller zum Beispiel ist mir völlig egal, solange die Uhr netzbetrieben die Uhrzeit weit genug projiziert. Genauso sind mir Design und Farbe absolut gleichgültig, denn das sehe ich Dunklen eh nicht.

Bisher habe ich keine Uhr gefunden, bei der ich eindeutig davon ausgehen kann, dass sie meine Anforderungen erfüllt. Das ganze Snooze-Zeug brauch ich nicht, und auch keinen USB-Anschluss. Ich will doch nur nachts die Uhrzeit gut ablesen können.
Als ich nach dem Modell meines aktuellen Radioweckers suchte, fand ich nur einen gebrauchten. Nein, danke! Einen gebrauchten habe ich selbst. Auch ein Nachfolgemodell scheint es nicht zu geben.

Mit dieser ganzen Featuritis vernachlässigen die Hersteller die grundlegende Funktionalität zugunsten von Schnickschnack, den kaum jemand braucht. Das ist mir schon öfter aufgefallen, und ich hatte es auch mindestens einmal hier thematisiert. Online-Kaufportale sind ebenfalls keine große Hilfe.

So, und jetzt könnt ihr euch denken, dass zumindest Radiowecker nicht zum Produktspektrum unserer Firma gehören.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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37 Antworten zu Nur Projektion //1960

  1. Talianna schreibt:

    Vielleicht gehören sie NOCH nicht zum Produktspektrum … 😉

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  2. Leser schreibt:

    Ich nehme mal an, der USB Anschluss ist dabei für die Stromversorgung gedacht. Also einfach ein billiges USB-Netzteil für Handys & Co. dazu kaufen, beides mit einem micro-USB-Kabel verbinden, schon hat man die Stromversorgung. Ist halt eine weitere Komponente, die die Hersteller aus Kostengründen ausgelagert haben, die man sich dann selbst dazukaufen darf…
    Wenn ich mich hier jedoch irren sollte und der USB-Anschluss ist als USB-Host dazu gedacht, Musik von einem Speichermedium abzuspielen, dann verstehe ich es allerdings auch nicht.

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    • claudius2016 schreibt:

      Könnte mir sehr gut vorstellen, dass es sich beim USB-Anschluß um eine Lademöglichkeit für das Mobilfon handelt. Dann wäre es schon sinnvoll, auch wenn ich meines nur im Fall einer Rufbereitschaft im Schlafzimmer habe.

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      • Nee, ich glaube nicht. Soweit ich das verstanden habe, dient der USB-Anschluss nur der Stromversorgung des Weckers.

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      • Leser schreibt:

        Die Lademöglichkeit des Smartphones im Wecker wird dadurch konterkariert, dass dieser ja sonst keine Netzstromversorgung hat, d.h. er müsste ein Smartphone mit seinen Batterien laden – das sind idR sowas wie 2xAA, damit kriegst Du einen Smartphone-Akku nicht mal halb voll. Das wäre nur dann sinnvoll, wenn der Wecker am 230V Netz hinge, aber dass dies nicht der Fall ist, wurde ja im Blogbeitrag kritisiert.

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    • Ja, der USB-Anschluss ist nur für die Stromversorgung gedacht. Finde ich halt irgendwie affig und ineffizient.

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      • Leser schreibt:

        Man könnte es auch als ökologische Maßnahme betrachten, denn die meisten Leute haben zig USB-Netzteile und micro-USB-Kabel herumliegen, die von alten Mobiltelefonen usw. übrig geblieben sind, und idR nicht mehr gebraucht werden. So spart der Hersteller den Einbau einer Netzstromversorgung, und zugleich wird beim Verbraucher Elektroschrott gespart, weil diese Netzteile ja schon zur Genüge vorhanden sind, und ansonsten womöglich im Müll landen würden. Ich sehe dabei kein Problem.

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        • Na, ich zum Beispiel habe kein extra Netzteil dafür übrig, und will mir auch keins zulegen.
          Im Netzteil steckt jede Menge Elektronik, die zusätzlichen Strom verbraucht.
          Ich will ein Kabel, das direkt aus dem Wecker kommt, und ohne Umwege oder Zwischenschaltungen mit einer Steckdose verbunden wird.
          Eine Uhr ist auf Dauerbetrieb ausgelegt. Deshalb ist es zweckmäßig, sie fest mit einer Stromquelle zu verbinden, und die interne Elektronik entsprechend zu optimieren.

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          • Leser schreibt:

            „Im Netzteil steckt jede Menge Elektronik“ – dieses Argument ist unlogisch, denn ansonsten steckt dieselbe Elektronik des Netzteils halt im Netzteil des Weckers, was sich dann im Weckergehäuse (oder als Steckernetzteil ohne „universalen“ Anschluss) befindet. Es wird also nichts gespart…

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            • Das Netzteil transformiert und gleichrichtet die Eingangsspannung (230V AC) auf die USB-spezifische Ausgangsspannung (5V DC).
              Diese ist i.A. nicht optimal für den Betrieb des eigentlichen Gerätes, so dass da noch mal nachgebessert werden muss.

              Mein aktueller Wecker zählt die Schwingungen der Netzfrequenz (50Hz) und berechnet daraus die Uhrzeit. So etwas möchte ich gerne wieder (obwohl er deswegen Anfang des Jahres nachging). Geht mit USB-Netzteil nicht.

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            • Leser schreibt:

              Du weißt aber auch nicht, was Du willst? 😉 Einerseits einen Funkwecker, andererseits einen, der die Netzfrequenz zählt…oder beides zusammen? Wenn er doch sowieso die Uhrzeit per Funk aktualisiert, dann stört eine Quartz-Schaltung auch nicht weiter. Das andere klingt so sehr nach einer Verbindung von HighTech (DCF-77 Uhr, Laserprojektion) mit veralteter Low-Tech aus den 40er Jahren (Netzfrequenz zählen), dass ich stark bezweifle, dass es sowas überhaupt gibt. Auf Computer übertragen wäre das so, als würde man auf einem modernen Core i7-Rechner MS-DOS installieren und benutzen (und dann aber erwarten, dass man damit dasselbe machen kann, wie mit einem modernen Betriebssystem).

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            • Funk ist mir nicht wichtig.
              Netzfrequenz wäre mir eigentlich am liebsten. Ich habe kein Problem, die Uhr zweimal im Jahr selbst zu stellen.

              Mein alter Wecker konnte genau das, was ich wollte: Netzfrequenz zählen, und leistungsfähige Laserprojektion.
              Am liebsten hätte ich genau so einen wieder. Mir schleierhaft, warum man solch bewährte Produkte nicht weiterproduziert, gerne mit zusätzlicher Temperaturanzeige.

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  3. Leser schreibt:

    Ich glaube, um Deine gewünschten Funktionen zu finden, solltest Du gezielt nach Radioweckern suchen – ich habe hier in einer 3 Minuten andauernden Suche ein Produkt gefunden, was genau Deinen Ansprüchen bzgl. Projektion (abschaltbar, Winkelverstellung), Stromversorgung (Steckdose, Batterie höchstens zum Halten der Uhrzeit bei Stromausfall) entsprechen dürfte:
    https://www.amazon.de/dp/B005C9Q5IA/
    Das heißt, es gibt wahrscheinlich mehr als nur das eine Gerät, was diese Funktionen hat. Aber eben nur in Verbindung mit einem Radio (was Du ja ignorieren kannst, oder, wenn der Klang gut genug ist, sogar zum Radiohören benutzen kannst, wenn Du willst).

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    5m Projektion schaffen diese Clock Radios eher nicht. Da gibt es aus meiner Sicht nichts am Markt.

    Abhilfe: Selbst bauen. Aber Vorsicht mit der Laserleistung.

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    • An Selbstbau hatte ich auch schon gedacht, ändert nichts daran, dass ich passende Komponenten irgendwie herkriegen muss.
      Und dann habe ich – nach viel investierter Zeit – hier vielleicht ein riesiges Gerät im Schlafzimmer herumstehen, das immer wieder nachjustiert werden muss.

      Aber mal schauen. Wäre vielleicht eine Übungsaufgabe für einen Azubi in unserer Fertigung.

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      • Leser schreibt:

        Die größte Herausforderung beim Selbstbau dürfte das Berechnen der Optik sein (und dann das Finden der benötigten Linsen am Markt, denn Einzelstücke sind ja nicht unbedingt was, was ein Hersteller solcher Linsen gerne produziert, oder wenn, dann nur zu einem deutlich erhöhten Preis). Transparente kleine LCD-Siebensegmentanzeigen gibt es, und Funkuhrmodule mit Temperaturanzeige sind auch als vorgefertigte Bausteine zu haben. Evtl. wird es noch schwierig, das LCD eines solchen Moduls nach Außerhalb des Gehäuses zu verlegen, oder man nimm halt eins one LCD und wandelt dann das Datensignal irgendwie auf dem Treiberboard des transparenten LCDs in die gewünschte Anzeige um.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Ein nettes Azubi Projekt. Das hätte ich früher auch gern gebaut.
        Achte bloss auf die Sicherheit bei den Lasern. Das geht schnell ins Auge.

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