Der schräge Hund //1940

Die Schulferien sind hierzulande zu Ende, aber das reicht nicht als Thema für einen Blogeintrag.
Also beschreibe ich mal wieder eine merkwürdige Beobachtung, die ich kürzlich gemacht habe.

Als ich neulich unterwegs war, sah ich bereits aus einiger Entfernung frontal einen Fahrradfahrer mit einem Hund an der Leine. Der Hund zog zur Seite, so dass er ziemlich schräg lief, als ob er sich in eine Kurve legen würde, und das, obwohl der Fahrradfahrer eher langsam fuhr. Aber er hatte den Hund so kurz an der Leine, dass der Hund wohl um seiner eigenen Sicherheit willen eine größere Distanz zum Fahrrad wollte. Eine unvorhergesehene Bewegung oder ein kleines Hindernis, und die Pfoten wären zwischen den Speichen gelandet.
Als der Radfahrer näher kam, sah ich, dass er sich auch anstrengen musste, die Leine festzuhalten. IMHO hätten beide ein viel entspannteres Fahrerlebnis gehabt, wenn der Radfahrer dem Hund einfach zehn Zentimeter mehr Leinenfreiheit zugestanden hätte.
Das sage ich, die nicht gerade als Hundefreund bekannt ist. Ganz so eng muss kein Hund neben seinem Besitzer laufen. Das erhöht die Sicherheit für andere Passanten nicht. Im Gegenteil – ich fürchtete sogar, dass der Hund sich losreißen könnte, weil er – notgedrungen – so stark an der Leine zog.

BTW für alle Kurvenfreunde: Der Hund bewegt sich nicht auf einer Hundekurve (auch nicht auf einer Traktrix, da er ja schon den minimalen Abstand zum Radfahrer hat). Die Zwangskraft der Leine zwingt ihn auf eine (entartete) Zykloide.

Inzwischen bin ich übrigens etwas abgestumpft, was meine Kynophobie betrifft. In den letzten Monaten und Jahren habe ich so viele Hunde unterwegs erlebt. Die meisten sind ja wirklich harmlos, oder ihr Halter hat sie offensichtlich im Griff. Insofern empfinde ich das oft nicht mehr als ganz so bedrohlich und beängstigend.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Der schräge Hund //1940

  1. keloph schreibt:

    Ich mag auch keine Hunde. Aber in der Tat sind die Besitzer häufig das größere Problem.

    Gefällt 2 Personen

  2. ednong schreibt:

    Vermutlich haben die meisten Hundehalter kein Wissen über Haltung und Erziehung ihrer Hunde. Ist zumindest mein Eindruck.
    Meinem Verständnis nach geht es zwar schon darum, dass man als Halter zeigen muss, dass der Hund sich unterordnen muss. Aber das kann man wie bei der Kindeserziehung gut machen oder eben auch nicht. Partnerschaftlich oder aggressiv.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Hundehalter, die mit ihrem Hund an der Leine Fahrradfahren, haben für mich echt einen an der Klatsche. Die Gefährdung ist vorprogrammiert und deshald auch nicht zulässig.

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  4. Leser schreibt:

    Das war definitiv Tierquälerei! Ich bin einmal mit meinem Hund an der Leine mit dem Fahrrad gefahren – aber da war es mir schon von vornherein wichtig, dass die Leine möglichst lang war, also so um die 2m. Und natürlich auf dem Bürgersteig, weil ich würde dem Hund ja nie im Leben beibringen, dass er auf der Straße zu gehen hat – Straße ist Lava! – Jedenfalls ist es darin geendet, dass wir uns um einen Poller gewickelt haben, weil er auf der einen und ich auf der anderen Seite daran vorbei sind. Seitdem war das Thema Fahrrad + Leine dann auch gegessen 😉
    Ganz grundsätzlich ist bei der Leinenführung von Hunden immer darauf zu achten, dass die Leine einen möglichst großen Teil der Zeit locker ist. Also dass man als Mensch nie daran zieht, sondern wenn einer zieht, dann ist es der Hund, und dann sollte man ihm als Mensch per Kommando klar machen, dass er näher dran zu bleiben hat, so dass die Leine nicht straff gespannt wird. Denn eine straff gespannte Leine ist es oft auch, die z.B. zur sogenannten „Leinenaggression“ führt, und ganz grundsätzlich ist es für den Hund unangenehm, d.h. er verbindet mit Leine schlechte Erfahrungen, und damit ist es dann auch vorbei mit der leicht erlernbaren Leinenführigkeit, bzw. muss man ganz von vorne anfangen.
    Und ja, leider gibt es zu viele Menschen, die sich einen Hund halten, ohne zu wissen, wie sie damit umgehen. Leider gibt es auch in Gegenden mit „Hundeführerschein“ und bei Hundeschulen insgesamt keinerlei Qualitätsstandards oder Zertifizierung, so dass tatsächlich solche Irrlehren wie das „Unterwerfen“ den Menschen beigebracht werden dürfen, wo dann entweder latent aggressive oder völlig gebrochene Tiere bei herauskommen…

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