#breakpointUrlaub2018, 1. Teil: Blasen am Strand //1924

Ein paar urlaubliche Eindrücke und Erlebnisse habe ich für euch. Allerdings bunt durcheinander gewürfelt, und ohne strukturierte Reihenfolge. Da der Text doch recht umfangreich geworden ist, splitte ich zufällig in mehrere Teile auf. Das bedeutet jedoch keinerlei Priorisierung.
Auch ein paar kurze, eher Twitter-geeignete Annekdoten sind dabei, denn mir fehlte meist die Gelegenheit, schnell mal zwischendurch einen Tweet abzusondern.

Wir waren inzwischen ja schon etliche Male zusammen im Urlaub. Das Schema war meistens das gleiche: 4-Sterne Hotel, direkte Strandlage an einem südlichen Meer, All-Inclusive.
Das ist – ehrlich gesagt – mittlerweile alles ziemlich ähnlich, aber eben das, was wir wollen (bzw. der Kompromiss, auf den wir uns geeinigt haben).
Nun hat aber jedes Hotel dennoch seine Einzigarten und besondere Highlights, die es uns speziell angetan hatten. Das nächste Hotel hat genau diese Highlights nicht, und es ist es nicht überraschend, wenn da erst einmal eine gewisse Enttäuschung entsteht, weil wir genau das vermissen. Ein Hotel hat besonders schöne Zimmer, ein anderes außergewöhnlich gutes Essen, bei wieder einem anderen war die Lage und das Drumherum wunderschön, ein toller Strand, Infrastruktur oder Extras .. ihr versteht, was ich meine? Das prägt natürlich die Erwartungen, und die können nicht alle erfüllt werden.
Dafür entdeckt man dann nach und nach in jedem neuen Hotel auch wieder Dinge – manchmal sind es nur Kleinigkeiten – die einem auffallen und besonders beeindrucken und gefallen.
So ist das jedesmal eine Überlagerung aus Enttäuschung und unverhoffter übererfüllter Erwartung – quasi ein Schrödinger-Urlaub.

Nach mehreren gemeinsamen Urlauben haben wir uns mittlerweile damit arrangiert, dass wir beide diesbezüglich doch recht unterschiedlich ticken. Carsten möchte nach Ankunft am liebsten alles sofort erkunden. Ich brauche Zeit, um erst mal zur Ruhe zu kommen. Carsten will möglichst viele Ausflüge und Touren machen. Ich will entspannen und faulenzen.
Also mache ich mit ihm zusammen halt ein bis zwei nicht zu anstrengende (d.h. bei denen ich u.a. nichts selbst recherchieren, organisieren oder entscheiden muss – so ist es zumindest vorgesehen, aber diesmal lief es anders – Details folgen demnächst) Touren, und er bleibt dafür bei mir auch mal im Hotel zwecks Dolce Far Niente.
Während er vor allem im Büro, aber auch daheim im Wesentlichen strukturiert und systematisch vorgeht, mutiert er im Urlaub zum Chaoten, der sein Gepäck kreuz und quer im Zimmer verteilt, und (folglich) nichts mehr findet, so dass ich ständig irgendetwas für ihn suchen muss. Im Urlaub gelingt es mir (meistens), dabei gelassen zu bleiben.

Letztes Jahr war Carsten verärgert gewesen, weil ich einen Flug gebucht hatte, wo wir sehr beengt sitzen mussten. Auch dieses Jahr gab es im Flugzeug nur Touristenklasse, aber die Option, gegen (IMHO an Wucher grenzenden) Aufpreis, einen Platz in der Exitrow zu buchen. Also machte ich das für Carsten. Die Folge war, dass unsere Plätze dann nicht nebeneinander lagen.
Carsten stellte mich zur Rede, und fragte, warum ich nicht ebenfalls mehr Beinfreiheit für mich gebucht hätte. „Weil ich dafür zu geizig bin“, antwortete ich. Schließlich halte ich das die paar Stunden schon aus, und ich persönlich möchte nicht unterstützen, dass solche dreisten Abzock-Methoden einreisen.
Auf dem Hinflug saß ich aber ohnehin direkt hinter ihm, und weigerte mich, nach vorne zu kommen (obwohl mein zufälliger Sitznachbar unablässig versuchte, sich mit mir zu unterhalten), wo noch die anderen Plätze frei waren. Auf dem Rückflug gab ich dann nach, aber nur, weil der Flugbegleiter diese Zusatzgebühr nicht berechnete.

„Diese Musik – das ist doch dieser griechische Tanz? Wie heißt der noch mal? Souvlaki?“
„Sirtaki. Souvlaki sind Fleischspieße. Apropos Fleischspieße .. du bist heute mal wieder sehr spießig.“

Nach ein paar Tagen war ich von Insekten völlig verstochen (vermutlich war ich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort). Carsten zählte alleine auf meinem Rücken mindestens zwanzig Einstiche. Er blieb dagegen von diesen Viechern fast völlig verschont. Dafür hatte er sich gleich am zweiten Urlaubstag bei einer ausgedehnten Wanderung zwei schmerzhafte Blasen gelaufen, die durch häufigen Kontakt mit Sand und Meerwasser nur sehr zögerlich heilten.

So. Das reicht für diesmal. Fortsetzung folgt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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17 Antworten zu #breakpointUrlaub2018, 1. Teil: Blasen am Strand //1924

  1. claudius2016 schreibt:

    Na, es ist wohl eine Folge der Billigairlines, dass auch die „Besseren“ Leistungen streichen, die früher immer inclusive waren (ich denke an Condor in den 90ern). Wir fliegen in 2 Wochen nach Kreta und haben uns Sitze und Essen gegönnt. Am schlimmsten war bisher ein Flug mit einer inzwischen insolventen Airline, die derartig eng bestuhlt war, dass alle über 1,70 m Größe Probleme hatten. Als „Essen“ gab es einen Keks…

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    An der Nord- und Ostsee war es definitiv wärmer 🙂

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  3. Wol Sche schreibt:

    Hat dies auf Wolle rebloggt und kommentierte:
    Ich lese immer wieder gerne von Mücken im Urlaub. Danke für den tollen Bericht.

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  4. blindfoldedwoman schreibt:

    Ryanair hat tatsächlich mehr Beinfreiheit. Ich kann auch ganz schlecht mit der Enge.

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  5. Pingback: Anhaltend galaktische Tweets am #Handtuchtag //2129 | breakpoint

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